Aktuelle Strömungen in den Gemeinden

Wasser-Strom

Sieben Thesen von P. Helmut Weidemann, FeG Giessen
Grundlage für einen Gesprächsanstoß in unseren Hauskreisen

1. Verschiebung / Verzerrung des biblischen Gottesbildes

  • Einseitige Darstellung als liebender Vater.
  • Unterschlagung des heiligen und richtenden Gottes.
  • Betrachtung nur der »Lieblingsbibelstellen«

Ergebnis:
Wenig Gottesfurcht – Inflation der Gnade – keine Notwendigkeit der Bekehrung.

Aufgabe:
Das ganze biblische Gottesbild lehren! (Hebräer 10, 31: »Schrecklich ist´s …«)

 

2. Verlagerung persönlicher Verantwortung auf die Umgebung / Eltern

  • Verantwortungszurückweisung und Schuldprojektion sind üblich.
  • Aber: Für unsere Reaktionsmuster macht uns die Bibel selbst verantwortlich.
  • Tendenz in der Beratungspraxis, »Ihr habt mich in die Welt gesetzt…«
  • Kinder übernehmen nicht die Verantwortung für ihr Leben…

Ergebnis:
Wenig durchgreifende Hilfe, Befreiung und Erneuerung.
Es ist erschreckend, wie wenig sich im Leben der Menschen ändert.

Aufgabe:
Eigenverantwortlichkeit herausstellen und eigene Sünde bekennen.
(Lukas 15, 31: »Vater ich habe gesündigt…«)

 

3. Egozentrik gläubiger Menschen

  • Was bringt mir das? Was habe ich davon?
  • Die Eigenliebe steht über der Nächstenliebe.
  • Mitarbeit wird kleingeschrieben, nur wenn es mir Spaß macht.
  • Solidargefühl und Mitverantwortung gering.

Ergebnis:
Unzufriedene, mürrische, blockierte, einsame Christen.
Niemand glaubt mehr, dass Mitarbeiten zufrieden macht.

Aufgabe:
Den anderen, die Gemeinde, die Verlorenen mit ihren Bedürfnissen sehen.
Liebe lernen! (Kolosser 3, 12: »So zieht nun an als die Auserwählten …«)

 

4. Materialismus und persönliches Wohlergehen haben Priorität

  • Anschaffungen – Bauten – Karriere verlangen ihren Preis:
  • Zeit, Kraft, beide Ehepartner sind berufstätig.
  • Urlaub und Freizeit stehen ganz hoch im Kurs.
  • Kaum noch Bereitschaft zur Übernahme von Leitungsverantwortung.
  • Keine Zeit für Mitarbeitertreffen, Rückzug ins gemütliche Heim.

Ergebnis:
Wenig Gedanken, Geld und Kraft für das Reich Gottes frei.

Aufgabe:
Prioritäten überprüfen und nach dem Willen Gottes neu ordnen!
(Matthäus 6, 33: »Trachtet zu erst nach dem …«)

 

5. Erlebnisorientierter Glaube und Wohlfühlchristentum

  • Es darf nichts weh tun – Gebote und Ermahnungen werden als Gesetzlichkeit missdeutet.
  • Die „Harmony-Church“ ist in! – Nur gute Gefühle sind gefragt.
  • Wehe, wenn die Predigt nicht »mein« Thema trifft.
  • Wehe, wenn man mich anfragt, wenn mein Lebensstil kritisiert wird.

Ergebnis:
Viele verhätschelte, zum Lastentragen unfähige Christen.

Aufgabe:
Auch die Ermahnungen der Heiligen Schrift zulassen, ernstnehmen.
Den Willen von Jesus Christus und seine Sicht in den Mittelpunkt stellen.
(1. Korinther 4, 20: »Das Reich Gottes steht nicht in Worten…«)

 

6. Der Absolutheitsanspruch von Jesus Christus wird als elitär und intolerant relativiert

  • Religiöser Pluralismus: Die Wahrheitsfrage ist nicht zu stellen.
  • Der andere will doch auch nur das Beste und Richtige.

Heutige Definitionen:

Toleranz. Die in Mode gekommene Lehre, heißt, dass alle Meinungen gleich sind. Jede hat ihren Kernpunkt und alle sollten respektiert oder gelobt werden. Das heißt, dass es keinen rationalen Weg gibt, zwischen ihnen zu unterscheiden.

Intoleranz ist nicht einfach ein fehlender Sinn für Solidarität mit anderen Menschen; sie ist Ablehnung anderer um dessentwillen, was sie sind, was sie tun, wie sie denken und, schließlich, einfach weil sie existieren.

Ergebnis:
Wo alles gleich gültig ist, wird schließlich alles gleichgültig. Man hat das Evangelium verleugnet und nichts Entscheidendes mehr zu sagen.

Aufgabe:
Den berechtigten Absolutheitsanspruch Jesu neu begreifen und in Liebe und Entschiedenheit zugleich vertreten. (Religionsfreiheit bleibt dabei ein wichtiges Gut in der Gesellschaft.)
(Apostelgeschichte 4, 12: »In keinem andern ist das Heil…«)

 

7. Falsches Einheitsdenken unter Christen durch Relativierung biblischer Lehre

  • Erlebnisse, Erfahrungen und gute Absichten sind wichtiger als die biblische Lehre.

Heute ist wichtig, was ich an Erfahrungen mache. Wenn andere ähnliche Erfahrungen gemacht haben, dann heißt das: Dies stimmt so. Es wird nicht mehr nach der biblischen Begründung gefragt. Vieles von der biblischen Lehre ist unbekannt.

Ergebnis:
Evangelisation, die Rettung Verlorener bleibt auf der Strecke.
Dem Glauben fehlt das Lehrfundament zur Beständigkeit.
Die Anfälligkeit für Irrlehren nimmt rasant zu.

Aufgabe:
Wir brauchen einen neuen Aufbruch zu fundamentaler biblischer Lehre.
(Kolosser 3, 16: »Lasst das Wort Christi reichlich unter Euch wohnen …«)