Kategorie-Archiv: Beiträge

Der Scheol – Grab, Totenreich oder Hölle?

Skeletons

Das Alte Testament lehrt aber nicht nur, dass es nach dem Tod weitergeht, sondern enthüllt auch ansatzweise wie. Im AT kommt 65 Mal das hebräische Wort »Scheol« vor, und die Gelehrten diskutieren noch heute darüber, ob Scheol nun ausschließlich »Grab«, oder auch »Totenreich« oder sogar »Hölle« bedeutet. Das erste Mal kommt das Wort vor, als Jakob über seinen angeblich toten Sohn Josef trauert: »Leidtragend werde ich zu meinem Sohn hinabfahren in den Scheol!« (1. Mose 37,35). Da Jakob jedoch dachte, Josef sei nicht begraben, sondern von einem wilden Tier gefressen worden, konnte er hier wohl kaum ein Familiengrab meinen. Außerdem gibt es im Alten Testament ein anderes Wort für Grab (qeber), das ausschließlich für Begräbnisstätten verwendet wird.

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Gespräche mit der „oberen Schar“

Wolken-Himmel

Jetzt habe ich, Johannes Busch, eine ganz persönliche und sehr herzliche Einladung. Wir wollen unser Stilles Gespräch hier in meinem Zimmer in Witten halten. Unterbrecht einmal eure Geschäftigkeit. Macht mir die Freude und nehmt euch wirklich einmal Zeit, zu mir in meine Studierstube hereinzukommen. Hier waren schon viele Leute zu stillem Gespräch. Jetzt möchte ich einmal euch alle hier haben.

Es ist sehr gemütlich in diesem Zimmer. Das haben schon viele empfunden, die bei mir zu Gast waren. Aber vielleicht erschreckt ihr, wenn euer Blick über die Wände hin gleitet. Rundum durch das ganze Zimmer läuft eine lange Reihe von Bildern. Wie ein Fries ziehen diese Bilder an den Wänden entlang. Dieser Fries beginnt vorn am Fenster, klettert über den ersten Bücherständer, geht über die Tür hinweg, umrahmt die übrigen Bücher, bis er wieder an der anderen Seite am Fenster ankommt. Erschreckt bitte nicht, es sind 117 Bilder.

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Die 4 Phasen des Burnout-Syndroms

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Dieses Syndrom ist gekennzeichnet durch längere körperliche Erschöpfung, chronisches emotionales Ausgelaugtsein und die Enttäuschung darüber, dass die Arbeit nicht mehr die Erwartungen des Helfenkönnens erfüllt, die man in sie gesetzt hat. Es werden vier typische Phasen in der Entwicklung dieses Syndroms beschrieben.

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Zu fälschen lohnt sich nur, was Wert hat

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Wir dürfen die Schlauheit des Teufels nicht unterschätzen. Weil das Christentum so wunderbar und der Teufel so schlau ist, deshalb ist es ganz logisch, daß er immer wieder versucht, das wahre Christentum zu fälschen. Und wie könnte er das besser als durch ein System. Eine Kirche, egal ob katholisch oder evangelisch oder in sonst einer Form, ist ohne Leben ein verfälschtes Christentum. Man nimmt die Bibel, man spricht von Gott und Jesus Christus und auch vom Gebet, und man sagt alle die frommen Worte – aber man hat keine lebendige Beziehung zu Gott.

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Wie im Himmel so auf Erden

Superzelle

„Wer lenkt heute die Geschicke auf dieser Erde – Gott oder der Teufel? Dass Gott im Himmel herrscht, wird im allgemeinen eingestanden; dass Er es auch auf dieser Erde tut, wird nahezu überall geleugnet – wenn nicht direkt, so indirekt. Mehr und mehr sind die Menschen mit ihren Philosophien und Theorien dabei, Gott in den Hintergrund zu verbannen … In der gesamten Christenheit, mit fast verschwindend geringen Ausnahmen, herrscht die Theorie, dass der Mensch sein Schicksal selbst bestimmt und durch seinen eigenen ‚freien Willen‘ sein ewiges Los entscheidet. Dass Satan Schuld daran trägt, dass so viel Böses in der Welt geschieht. …

Doch wer lenkt denn nun die Geschicke auf dieser Erde – Gott oder der Teufel? Schauen wir uns doch die Welt einmal ehrlich und gründlich an! Was für ein Schauspiel der Verwirrung und des Chaos begegnet uns allseits! Die Sünde ufert aus; die Gesetzlosigkeit nimmt überhand; mit bösen Menschen und Betrügern wird es je ärger, je schlimmer (2. Tim 3,13). Heutzutage scheint alles aus den Fugen geraten zu sein. Throne knarren und wanken, alte Dynastien werden umgestürzt, Nationen sind in Aufruhr, die Zivilisation zeigt immer offener ihr Versagen; die halbe christliche Welt war gerade in einen mörderischen Konflikt verwickelt; und jetzt, da der titanische Kampf vorüber ist, haben wir entdeckt, dass die Demokratie, anstatt Sicherheit zu gewährleisten, eine sehr unsichere Sache für die Welt ist. Ratlosigkeit, Unzufriedenheit und Gesetzlosigkei grassieren überall, und niemand kann sagen, wann der nächste große Krieg losbrechen wird. Die Politiker sind verwirrt und erschüttert. Die Menschen ‚vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde‘ (Lukas 21,26). Sieht das alles so aus, als habe Gott das Ruder fest in der Hand?

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Nachfolge ohne Überempfindlichkeit

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Wir können unser Herz selbst überempfindlich machen. Wir können es hätscheln und verwöhnen; und je mehr wir das tun, desto lieber mag es das Herz und desto stärker bemitleiden wir uns selbst. Wir können uns so in etwas hineinsteigern, dass schon der geringste Anlass genügt, um riesige Probleme aufzuwerfen. Wenn wir in einem Dynamitfass ein Streichholz – nur eines – anzünden, dann gibt es eine fürchterliche Explosion. Aber das liegt nicht in erster Linie an dem Streichholz, sondern an dem Fass Dynamit.

Das erkannte der Psalmist (Psalm 73). Er hatte sich in seiner Meinung über die Gottlosen vollkommen geirrt. Er hatte gedacht, sie allein seien die Ursache seiner Probleme. Nun entdeckte er, dass das nicht stimmte. Er selbst hatte sein Herz in diesen törichten Zustand hineingesteigert; er war überempfindlich geworden. Und wenn man in solch einer Verfassung ist, dann genügt schon der kleinste Anlass, um eine Explosion auszulösen. Wir alle wissen, wovon ich rede. Aber erkennen wir auch, wo wir selbst genauso reagieren? Wenn wir mit uns selbst reden, empfinden wir dann auch jedes Mal Mitleid? Wenn ja, dann begehen wir den gleichen Fehler wie der Psalmist. Wir vergrößern die krankhafte Überempfindlichkeit nur noch und können dann mit Sicherheit auf schmerzhafte Erfahrungen gefasst sein.

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Die Vorstellung von Gott

„Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde“ (1.Mose 1,1).

Gott ist per Definition gut, die Erstursache aller seiner Geschöpfe; nur einer und einer allein. Unbegreiflich, unendlich, unsichtbar, er ist ein Wesen ohne Zusammensetzung, Aktivität ohne Bewegung, geistlich, ewig, vor der Zeit, in der Zeit und über alle Zeit hinaus. Er ist ohne Anfang und ohne Ende, das Alpha von allem und das Omega von allem. Er ist der Erste und der Letzte, ohne Maß an Zeit. Er ist königliche Herrschaft, machtvolle Souveränität. Er gibt allem Leben, Bewegung, Funktion. Er verleiht die Qualität und vermehrt die Quantität; er aber ist gut über alle Eigenschaften hinaus und groß ohne Maß. Er ist das Sein und die Schönheit seiner Schöpfung. Er machte alles gut und von ihm fließt immer noch Güte …

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Die »Kann-nicht-sprechen-Regel«

monkeyDie wirkungsvollste aller unausgesprochenen Regeln in einem mißbrauchenden System ist die sogenannte »Kann-nicht-sprechen-Regel«. Hinter diesem »ich kann nicht sprechen« verbirgt sich eigentlich: Das wirkliche Problem kann nicht angesprochen werden, weil es dann in Angriff genommen werden müßte. Dinge müßten geändert werden, darum muß es durch eine Mauer des Stillschweigens (Übergehen) oder durch einen Gegenangriff (Attacke der Gesetzlichkeit) beschützt werden.

Wenn Sie das Problem laut aussprechen, dann sind Sie das Problem. Sie müssen irgendwie zum Schweigen gebracht oder entfernt werden. Denjenigen, die es wagen, Probleme anzusprechen, wird gesagt: »All diese Probleme waren nicht da, bis du angefangen hast, deinen Mund aufzureißen. Alles war prima, bis du Unruhe gestiftet hast.« Oder anders, damit es richtig »geistlich« klingt: »Du warst zornig – du bist die Angelegenheit nicht in einer ‚liebenden‘ Haltung angegangen. Das zeigt, daß du nicht wie ein reifer Christ gehandelt hast.« In beiden Fällen bleibt das eigentliche Problem unberührt.

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Verwöhnen führt nicht zu mehr Liebe

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Es ist eine nüchterne Tatsache, dass Kinder, die verhätschelt werden und denen man ihren Willen lässt, ihre Eltern nicht mehr, sondern weniger lieben, was viele untröstliche Eltern zu spät erkannt haben. Ihre Selbstliebe wird genährt, bis sie jeden edlen Impuls erstickt. Sogar ihre natürliche Zuneigung verkümmert und Gefühllosigkeit macht sich breit. Sie verlieren mehr und mehr die Fähigkeit, echtes Mitleid oder Mitgefühl zu empfinden — jenes feine Gespür für den Herzschlag eines anderen.

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C.S. Lewis Biographien

CS LewisC.S. Lewis hat unter den – konservativen – Christen keinen leichten Stand. Die einen zitieren ihn gerne und ohne Scheu (z.B. Piper und Carson), die anderen meiden ihn (und seine Leser) konsequent und unnachgiebig. Von Letzteren sind solche am unangenehmsten, die weder Lewis‘ Werke tatsächlich gelesen noch ihn als Person kennengelernt haben. Vor mir liegen drei Kurzbiographien, die helfen wollen, mehr Sympathie für Lewis zu entwickeln, ihn wenigstens fair einzuordnen.

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Von der Ohnmacht psychotherapeutischen Handelns

Couch»Da haben wir alles analysiert: intuitiv, intelligent, konsequent. Mit Engelszungen und unter psychisch kräftiger Unterstützung des Partners, der Familienmitglieder haben wir jemandem Alternativen schmackhaft gemacht, die er selbst kreativ gefunden hat, haben sie behutsam eingeübt im Schonklima des Trockentrainings. Unser Klient überträgt seine neuen Erfahrungen erleichtert und hoffnungsvoll auf die Wirklichkeit dort draußen in der Familie, im Betrieb, bei den Freunden und Verwandten. Und die Umwelt reagiert sogar in der erwarteten Richtung, spielt mit. Gute Modelle werden erfahren, regen zur Nachahmung an, Lernschritte werden verzeichnet. Behandlungsprogramme erfolgreich abgewickelt. Gute Einfälle bei auftauchenden Widerständen gehabt. Das Zusammenspiel gelingt, unser Muster-Klient spielt immer schöner. Wir vernehmen den äußeren Wohlklang. Fühlen uns als Therapeuten bestätigt. Ein gutgegangener Fall. Obendrein untermauert mit schönen Tiefeneinblicken. Eigene Einfälle des Patienten zu seinen Träumen. Gestalttherapeutisch bearbeitet. Nimmt seinen Schatten an. Bewegende, mutige Selbstaussagen, Annahme peinlicher Gefühlsregungen und Phantasien.

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Seelsorge: Mensch oder Gott im Zentrum?

Ursprung, Weg und Ziel sind drei Aspekte, an denen sich fundamentale Unterschiede zwischen biblischer Seelsorge und Psychotherapie aufzeigen lassen. Röm. 11,36 zeigt, dass diese drei Aspekte auf Gott bezogen sein müssen, wenn die Methode biblisch sein soll: «Denn von ihm (Ursprung) und durch ihn (Weg) und zu ihm (Ziel) sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.» In einem einfachen Schema dargestellt, würde die Gegenüberstellung von Psychotherapie und Seelsorge wie folgt aussehen:

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