Kategorie-Archiv: Beiträge

Seelsorge: Mensch oder Gott im Zentrum?

Ursprung, Weg und Ziel sind drei Aspekte, an denen sich fundamentale Unterschiede zwischen biblischer Seelsorge und Psychotherapie aufzeigen lassen. Röm. 11,36 zeigt, dass diese drei Aspekte auf Gott bezogen sein müssen, wenn die Methode biblisch sein soll: «Denn von ihm (Ursprung) und durch ihn (Weg) und zu ihm (Ziel) sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.» In einem einfachen Schema dargestellt, würde die Gegenüberstellung von Psychotherapie und Seelsorge wie folgt aussehen:

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Franz-Eugen Schlachter (1859-1911) – Kurzportrait

Franz Eugen SchlachterFranz-Eugen Schlachter wurde als Sohn des Kaufmann Franz Joseph Schlachter am 28. Juli 1859 in Altkirch bei Mühlhausen (Elsass) geboren. Die Familie zog dann nach Basel um und Franz-Eugen Schlachter erhielt dort auch später das Bürgerrecht. Dort besuchte er auch die Volksschule und das Gymnasium. Nach der Konfirmation verließ er das Gymnasium um eine Lehre zu beginnen – vermutlich waren finanzielle Gründe ausschlaggebend. In dieser Zeit kam er in Berührung mit der Heiligungsbewegung unter Robert Pearsall Smith. Er lernte vermtl. einen kaufmännischen Beruf, aber auch von einer gewerblichen Lehre bzw. dem Glashandwerk wird berichtet.

1878 beginnt Franz-Eugen Schlachter in der Evangelischen Predigerschule in Basel seine theologische Ausbildung. In dieser Zeit war seine Hauptaufgabe das “Studium des Urtextes” der Bibel. Er las zeitweise das Neue Testament nur noch in Altgriechisch und ging das Alte Testament im hebräischen Text durch. 1882 schloss er die Schule mit dem Examen ab.

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Zur Entwicklung der Schlachter-Bibel

Schlachter MiniaturbibelSeitdem die von Gott gesegnete Schlachter-Bibel erstmals im deutschsprachigen Raum erschien, hat sie eine Entwicklung durchgemacht, die nur wenigen bekannt ist.

Die erste Ausgabe – die berühmte Miniatur-Bibel – erschien 1905. Revolutionär war das schlanke, dünne Format, das in jede Jackentasche passte. Im Jahre 1907 folgte dann eine Großdruckausgabe, die sogenannte “Hausbibel”. Wesentliches Merkmal der ursprünglichen Schlachter-Bibel war, daß der Bibeltext fortlaufend gesetzt war und der Textfluss lediglich bei einer Änderung der Thematik bzw. bei einem neuen Grundgedanken durch Sinnabschnitte unterbrochen wurde. Im AT hatte diese Ausgabe – analog der Elberfelder-Bibel – vereinzelt auch den alttestamentlichen Gottesnamen mit Jehova wiedergegeben.

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Wir begehen nicht nur Sünden, wir sind Sünder

Hieronymus Bosch

Diejenigen, die glauben, dass die Bibel Gottes Wort ist, sagen oft: »Alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes« (Römer 3,23). Das ist eine tiefgründige und überaus wichtige Wahrheit. Aber das ist noch nicht alles. N.P. Williams hat es mit den folgenden Worten ausgedrückt:

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25 Kennzeichen eines Toren

Aus der Bibel, Buch der Sprüche

  1. Verachtet Weisheit und Zucht (1,7)
  2. Hasst Erkenntnis (1,22)
  3. Bereitet seiner Mutter Kummer (10,1)
  4. Hat Freude an Schandtaten (10,23)
  5. Hat seiner Meinung nach Recht (12,15)
  6. Wird schnell zornig (12,16)
  7. Hasst es, sich vom Bösen fernzuhalten (13,19)
  8. Betrügerisch (14,8)
  9. Übermütig und sorglos (14,16)
  10. Verschmäht väterliche Zucht (15,5)
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Familie: Gott oder Kind im Zentrum?

Kind im Zentrum

Das Kind meint, die ganze Familie sei dazu da, es zufrieden und glücklich zu machen. Mutter, Vater und Geschwister gibt es nur, um seine Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen.

Gott im Zentrum

Das Kind versteht, dass der Mann das Haupt der Familie ist und die Frau sich ihrem Mann unterordnet. Die Beziehung der Eltern hat Vorrang. Sie ist dauerhaft und besteht zur Ehre Gottes. Kinder haben eine zweitrangige und zeitlich begrenzte Beziehung.

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HTA: Historisch-Theologische Auslegung

HTADie Kommentarreihe „Historisch-theologische Auslegung des Neuen Testaments“ will mit den Mitteln der Wissenschaft die Aussagen der neutestamentlichen Texte in ihrer literarischen Eigenart, im Hinblick auf ihre historische Situation und unter betonter Berücksichtigung ihrer theologischen Anliegen erläutern. Dabei sollen die frühere wie die heutige Diskussion und neben den traditionellen auch neuere exegetische Methoden berücksichtigt werden.

Die gemeinsame Basis der Autoren der einzelnen Kommentare ist der Glaube, dass die Heilige Schrift von Menschen niedergeschriebenes Gotteswort ist. Der Kanon Alten und Neuen Testaments schließt den Grundgedanken der Einheit der Bibel als Gottes Wort ein. Diese Einheit ist aufgrund des Offenbarungscharakters der Heiligen Schrift vorgegeben und braucht nicht erst hergestellt zu werden. Die Kommentatoren legen deshalb das Neue Testament mit der Überzeugung aus, dass die biblischen Schriften vertrauenswürdig sind und eine Sachkritik, die sich eigenmächtig über die biblischen Zeugen erhebt, ausschließen. Wo Aussagen der biblischen Verfasser mit außerbiblischen Nachrichten in Konflikt stehen oder innerhalb der biblischen Schriften Spannungen und Probleme beobachtet werden, sind Klärungsversuche legitim und notwendig.

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C.S. Lewis – Die große Scheidung

BischofIn seinem Buch „Die große Scheidung“ karikiert Lewis in der Person eines anglikanischen Bischofs den, wie der Philosoph Helmut Kuhn es ausgedrückt hat, „Jargon des modernen Intellektuellen“, der zwar lautstark behauptet, die Wahrheit zu suchen, sie aber im Ernst gar nicht finden will, der vielmehr in der Suche nach Wahrheit, aber nicht im Finden, seine selbstgewählte Lebensbestimmung sieht. Hören wir für einen Moment in den Dialog des Bischofs mit einem Geistwesen hinein, das ihn zur ewigen Wahrheit führen will.

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Spurgeon: Der Preis, den Christus zahlte

Gemessen an dem Preis, den Christus zahlte, ist die Erlösung groß

kreuz jesus dornenkrone
Wir können nicht ermessen, wie groß die Todesleiden unseres Heilands waren, aber wenn wir sie betrachten und einen vagen Einblick bekommen, erlangen wir ein wenig Vorstellung davon, welch hohen Preis er für uns bezahlte. …

Lasst uns an den Ort gehen, wo er sich gerade noch in ringendem Kampf befand. Was sehen wir dort auf der Erde? Es ist Blut! Woher stammt es? Hatte er eine Wunde, die durch seinen furchtbaren Kampf wieder aufbrach? Nein. »Es wurde aber sein Schweiß wie große Blutstropfen, die auf die Erde herabfielen.« Seine Qualen übertrafen alles, wofür dieses Wort je benutzt wurde. Seine Leiden können nicht in Worte gefasst werden. Was war es, das dem Heiland so zu schaffen machte, dass sein Schweiß wie Blutstropfen von seinem Körper rann? Dies ist der Anfang seiner schlimmsten Leidensstunden. Folge ihm wehklagend, du trauernde Gemeinde, um Zeuge der Vollendung seiner Leiden zu werden. Er wird durch die Straßen getrieben, von der einen Anklagebank zur nächsten gezerrt und vom Synedrium verurteilt. Von Herodes wird er verspottet und von Pilatus verhört, dann wird sein Urteil verkündet: »Er werde gekreuzigt!«

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Grudem, Biblische Dogmatik

Dogmatik_WGrudemDie „Biblische Dogmatik“ von Wayne Grudem ist 2013 erschienen. Damit ist das weltweit in aktuell zwölf Sprachen und mit über 300.000 gedruckten Exemplaren weitverbreitete Standardwerk auch in deutscher Sprache erhältlich. Es bietet „Eine Einführung in die systematische Theologie“ auf der Basis reformatorischer Theologie bei gleichzeitiger offener und fairer Darstellung und Diskussion anderer Positionen.

Wayne Grudem glaubt, dass Theologie „gelebt und gebetet und gesungen“ werden soll (Vorwort) – doch bevor dies geschehen kann, muss sie zunächst verstanden werden. In diesem viel verkauften Lehrbuch beginnt jedes Kapitel mit einer klaren Definition der zu erörternden Lehre und diskutiert im weiteren Verlauf ausführlich deren Begründung in der Heiligen Schrift. Dann folgen Fragen zur persönlichen Anwendung, die dabei helfen sollen, die Relevanz der Lehre für das Leben des einzelnen Christen und der Kirche deutlich zu machen. Jedes Kapitel endet mit einem Loblied, das zum gemeinsamen und persönlichen Singen und Nachsinnen geeignet ist. Wayne Grudems warme, pastorale und praktische Herangehensweise an die systematische Theologie ist weithin hoch gewürdigt worden. Er belegt Seite für Seite, wie wichtig biblische Lehre ist, sowohl für das geistliche Wohl des Einzelnen als auch für das Wohlergehen der christlichen Kirche in ihrer Gesamtheit.
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Archäologie: Gihonquelle im Kidrontal

Gihonquelle

Die Ginhonquelle im Kidrontal war die einizige Wasserquelle Jerusalems. Da sie außerhalb der Stadtmauer lag, wurde sie durch massives Mauerwerk besonders gut geschützt. Dennoch war die Quelle die »Achillesferse« der Stadt. Es bestand die Gefahr, dass Feinde die lebensnotwendige Wasserzufuhr unterbinden. Schon die Jebusiter hatten ein Tunnelschachtsystem angelegt, das in Kriegszeiten einen geschützten Zugang zur Gihonquelle bot. Man stieg innerhalb der Stadt in den Tunnel hinab, der unter der Stadtmauer – für Feinde von außen nicht sichtbar – bis zur Quelle führte.

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Es fehlt an Brot, darum essen sie Asche

Spurgeon_2

Tatsache ist, dass viele gern Kirche und Theater, Spielkarten und Gebet, Tanz und Sakrament verbinden möchten. Wenn wir zu schwach sind, uns diesem Sturzbach entgegenzustellen, können wir doch wenigstens vor ihm warnen und bitten, sich davor in Acht zu nehmen. Wenn der alte Glaube dahin und die Begeisterung für das Evangelium erloschen ist, so nimmt es nicht wunder, dass die Leute sich etwas anderes suchen, an dem sie Gefallen haben.

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