Kategorie-Archiv: Medien

Der alte Mann und die falsche Toleranz

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Toleranz kann eine Tugend sein. Wenn keine Grundsätze auf dem Spiel stehen, muss man nicht streiten. Toleranz erlaubt eine große Vielfalt in unwichtigen Standpunkten. Für belanglose Nebensächlichkeiten muss man nicht zum Märtyrer werden.

Dem alten Mann ist bekannt, dass Toleranz auch eine Charakterschwäche sein kann, die unentschuldbar ist. Falsche Toleranz schweigt, wenn der Name Gottes gelästert wird. Sie bleibt stumm, wenn Christus entehrt wird. Wenn die Wahrheit auf dem Spiel steht, ist ein feiges, und trügerisches Schweigen verabscheuungswürdig. Man ist zu feige, sich gegen Böses zur Wehr zu setzen. Eine Toleranz, die Betrug und Ungerechtigkeit duldet, ist Sünde.

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Das Telefon – Ein modernes Gleichnis

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Das junge Paar verließ gemeinsam das Krankenhaus. Er trug ein kleines Bündel, das nur sechs Pfund wog und über dessen Namen immer noch Kämpfe ausgetragen wurden. Er war so stolz, wie er es bisher noch nie in seinem Leben gewesen war.

Seine Frau setzte sich als erste ins Auto, und dann beugte er sich hinein, um ihr das Baby zu reichen. In diesem Moment geschah es. Das Autotelefon klingelte. Bis heute kann er sich nicht erklären, warum er es tat, aber er nahm eine Hand von dem kleinen Bündel weg und griff nach dem Hörer. Für einen Moment, als sei die Zeit stehengeblieben, balancierte er das Kind auf der Innenseite der anderen Hand. Seine Frau schrie auf, er nahm seine Hand vom Hörer und griff das Baby. Wer immer angerufen hatte, legte auf.

Das Telefon hatte an jenem Tag den Kampf verloren, aber es schwor sich in diesem Moment, daß dieses Kind nie mehr im Leben den Vorrang bekommen sollte. Es plante einen Rachezug, der diesen Vater um Zeit mit seinem Kind berauben sollte.

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Der Tod des Gewissens in Gelsenkirchen

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Gelsenkirchen – Es sind Meldungen, die schockieren und nach Antworten schreien. Wer tut so etwas? Wie kann eine Gesellschaft dazu kommen, dass „drei kräftig gebaute Männer“ – am 01.12.2016, gegen 15:30 Uhr (!) – einer 84-jährigen Seniorin folgen, sie  von ihrem Rollator prügeln und dann ihre Tasche klauen? Waren es vielleicht dieselben drei, die bereits im Sommer – am 25.05.2016, um 14.00 Uhr (!) – eine 47-jährige Rollstuhlfahrerin bedrohten und ihr das Handy wegnahmen? Was sind das für Menschen? Mir fallen Bibelstellen dazu ein:

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Postmoderne: „Jeder hat recht“ ist unlogisch

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Postmodernes Denken prägt die gegenwärtige Politik, Theologie und öffentliche Debatten, meint der Religionsphilosoph Daniel von Wachter: Wahrheit gibt es nicht, alle haben recht, wer Wahrheit beansprucht, gilt als intolerant. Deshalb sorgt er sich um die freie Meinungsäußerung und die Zukunft des Christentums. Im Gespräch mit pro übt er Zeitkritik.

Daniel von Wachter ist 1970 in München geboren und dort aufgewachsen. Zunächst hat er Maschinenbau, dann Theologie, danach Philosophie studiert. Heute ist von Wachter Direktor der Internationalen Akademie für Philosophie im Fürstentum Liechtenstein, einer privaten Hochschule für Philosophie. Seine Forschungsschwerpunkte sind Metaphysik, analytische Religionsphilosophie, Ontologie und Kausalität.

pro: Was kennzeichnet postmodernes Denken?

Daniel von Wachter: Postmodernismus ist nicht eine Analyse des Denkens der Mehrheit der heutigen Menschen, sondern besteht aus bestimmten Behauptungen bestimmter Autoren. Zum Beispiel: Es gibt keine objektive Wahrheit; es gibt keine Wirklichkeit, die von uns unabhängig ist; Vernunft und Wissenschaft sind nur Herrschaftsinstrumente; Texte haben keine zu entdeckende Bedeutung. Interessant ist, dass die vier Hauptautoren dieser Art von Rhetorik – Lyotard, Derrida, Rorty, Foucault – alle einen sozialistischen Hintergrund haben.

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Die Sprache der Professionals

Redner-SpracheJede Berufssparte hat ihren Jargon, jede Zeit ihre Modeausdrücke. Aus beiden Elementen mischt sich zuweilen eine Redeweise, die geradezu das lebensnotwendige Handwerkszeug für »Öffentlichkeitsarbeiter« zu sein scheint. Politiker, Pfarrer, Public-Relations-Referenten, Akademie- und Seminarleiter, Berater und Gutachter kommen ohne gewisse Redewendungen nicht aus.

Sind es denn solch klare, präzise oder inhaltsschwere Begriffe, auf deren ständige Wiederholung wir nicht verzichten können? Keineswegs – es handelt sich um unbestimmte, eher ausweichende Floskeln: »Ich würde meinen…« – das an sich schon vorsichtige Verb auch noch im Konjunktiv gebraucht: Zeigt es nicht die Scheu, zu einer Sache Stellung zu beziehen?

»Ich sehe das so…« – ebenfalls eine von vornherein entschärfende Art der Argumentation. »Ich gehe zunächst davon aus…« – man möchte ja gern prophezeien, traut sich aber nicht die Urteilssicherheit eines Propheten zu.

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Vom Umgang mit dem Menschen

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Begegnungen gehören zu den Selbstverständlichkeiten des Lebens, und in der Regel erleben wir sie tagtäglich in verschiedener Art. Wir nehmen sie auch sehr unterschiedlich als wichtig oder unwichtig, als erfreulich oder unerfreulich, als ergebnisreich oder bedeutungslos. Immer aber sind wir als der ganze Mensch dabei, auch wenn das nicht ausdrücklich bewußt wird. Immer gehen Ströme von einem zum anderen, und wenn wir darauf achten, tut es uns oft wohl, eine Art Wertung zu vollziehen. Wir tun das aber nicht nur vom Resultat aus, sondern – wenn auch nicht immer so ausdrücklich es uns klar machend – von dem Gesamtgefühl, von der Stimmung her, in der die Begegnung stattfand, und von der atmosphärischen Wirkung her, die sie auf uns ausübt.

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Nur ein einziges Buch ist unentbehrlich

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Ich besitze eine Menge Bücher. Manche lese ich nie, manche manchmal, eins täglich: die Bibel. Sie ist die große Ausnahme. Denn sie ist nicht Menschenwort, sondern Gottes Wort. Und dieses Wort ist nicht nur manchmal wahr, sondern immer. Nicht nur an einigen Stellen, sondern an allen. Nicht nur am Sonntag, auch im Alltag. Nicht nur in besonderen Augenblicken, sondern für alle Zeit, für alle Fälle, für alle Menschen: ganz durchläutert, lauter und rein. Und selbst, wo die Bibel von Sünde spricht, tut sie es nicht in dem schmierigen Ton, den andere Bücher bei diesem Thema haben. Dabei spricht sie von der Sünde radikaler als jedes andere Buch.

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Warum C.S. Lewis keine Zeitung liest

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Ich sagte letztlich zu meinem Land: »Du sollst mich an einem bestimmten Tag bekommen, aber nicht vorher. Ich werde in deinen Kriegen sterben, wenn es sein muß, aber bis dahin werde ich mein eigenes Leben führen. Du kannst meinen Körper haben, aber nicht meinen Geist. Ich werde an Schlachten teilnehmen, aber nicht über sie lesen.«

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„Lügenpresse“ – Glosse zum Unwort 2014

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„Lügenpresse“ ist ein zu starker Ausdruck, doch Informationen werden offenbar öfter einseitig gefiltert. Und manchmal wird man dabei an Desinformation erinnert. Ehe jemand die Nazizeit bemüht, sollte er sich erinnern, dass diesen Begriff die 68er wieder aufgriffen und einer ihrer Slogans lautete: „Springer-Presse – halt die Fresse“. – Voltaire soll gesagt haben: „Wenn du wissen willst, wer dich beherrscht, musst du nur herausfinden, wen du nicht kritisieren darfst.“

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500 Facebook Freunde: Postmoderne Selbstverwirklichung

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Jawohl, künftig muss wahr sein, was allen einleuchtet. Niemand kommt gegen den gesunden Menschenverstand an. Die Vernunft wird die Menschheit endlich zur Vernunft bringen! Schön wär’s gewesen. Gerade mal zweihundert Jahre nach der Aufklärung erschüttern zwei Weltkriege den Globus. Moderne Kriege. Mit vernünftigen Argumenten und sachlichen Hintergründen. Wer hätte dem Ansinnen Deutschlands rational widersprechen wollen, den eigenen Lebensraum zu erweitern? Wer hätte bestritten, dass es unterentwickelte Völker gibt, die nur zu niederen Diensten tauglich sind? Wer hätte in Frage gestellt, dass sich der Stärkere gegen den Schwächeren durchsetzt – die Natur macht es uns doch täglich vor!

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Familien im Fernsehen: Ein Zerrbild der Wirklichkeit

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Das “kleine alltägliche Glück“ findet im deutschen Fernsehen nur noch selten statt, höchstens durch Werbung, so Klaus Kelle in seiner Kolumne bei der Rheinischen Post „Politisch inkorrekt“ am 12. Juli 2013. Kelle schreibt, wie das Fernsehen eine verzerrte Darstellung der Realität zeigt: „Die Mattscheibe wird dominiert von Problemkindern, “peinlichen Eltern“ und beziehungsunfähigen Helden. Das Fernsehen zeigt uns ein Zerrbild der Wirklichkeit.“

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Informiert und trotzdem dumm?

infoWissen ist das zentrale Produkt unserer heutigen Informationsgesellschaft. Viele Menschen sind informationsabhängig, informationssüchtig und informationskrank, denn die Beschleunigung der Wissensproduktion lässt jede Information schnell veralten. Rudolf Augstein stellte fest:

»Das gedruckte Wort verliert langsam an Kraft, es wächst die Zahl derer, die durch zu viele Informationen nicht mehr informiert sind.« Bei dem heutigen Überangebot an Informationen fällt es uns tatsächlich schwer, zwischen wichtig und unwichtig, richtig und falsch zu unterscheiden.

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„Rolling Stones“ – Sympathy for the Devil

rolling_stones„The Lord, He loves a rolling stone, leads him around through danger zones“ singt Roger McGuinn. „A rolling stone gathers no moss“ sagen die Amerikaner. „How does it feel to be on your own, with no direction home, like a complete unknown, like a rolling stone“ fragt Bob Dylan. Wer hat nun eigentlich recht? Wird ein Rolling Stone von irgendeinem Gott um Gefahrenzonen herummanövriert – oder ist ein Rolling Stone einsam, völlig unbekannt, der den Weg nach Hause längst nicht mehr kennt? Oder gilt einfach das amerikanische Sprichwort, dass ein rollender Stein kein Moos ansetzt – wie Keith Richards kürzlich sagte, dass er ohne Tourneen nicht leben könne, da er sonst „entweder zum Säufer oder zum Junkie würde, da er sonst nichts zu tun habe“?

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Rockmusik ist nicht neutral

noteRockmusiker haben nie ein Hehl daraus gemacht, was der Klang ihrer Musik (losgelöst vom Text) bewirken will. In unzähligen Interviews bringen diese Rockmusiker offen zum Ausdruck, was sie durch ihre Musik vermitteln, und sie verwenden dabei kein einziges Mal den Begriff „Neutralität“. Unreife Christen sind oft anderer Ansicht, weil sie meinen, dass ein Lied nur durch die Worte mit einer moralischen Botschaft ausgestattet wird. Aber hören wir uns einmal an, was Rockmusiker, Wissenschaftler, Ärzte und andere über die Botschaft von Rockmusik – unabhängig vom Text – zu sagen haben.

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