Kategorie-Archiv: Kreatives

Über die guten Werke der Christen

Der Katholik tut Werke, um sich den Himmel zu verdienen. Der Pharisäer tut Werke, damit er geehrt und von den Menschen beachtet und angesehen wird. Der Sklave tut Werke, damit er nicht geschlagen und verdammt wird. Der Formalist tut Werke, um das Gewissen zu besänftigen und ruhig zu stellen, da es ihn anklagt, wenn er keine Werke tut. Der übliche Bekenner tut Werke, weil es eine Schande ist, nichts zu tun, wo er doch so viel bekennt.

Der wahre Gläubige jedoch tut Werke, weil er liebt. Das ist die hauptsächliche, wenn nicht die einzige Motivation, die ihn zu Werken antreibt. Wenn es keine anderen Motive für ihn gäbe, würde er dennoch für Gott wirken und Christus dienen, weil er ihn liebt. Diese Liebe ist wie Feuer in seinen Gebeinen.

– David Clarkson

Gottes Stimme

Gott flüstert in unseren Freuden, er spricht in unserem Gewissen, in unseren Schmerzen ruft er laut. Sie sind sein Megaphon, eine taube Welt aufzuwecken.

– C.S. Lewis

Ein alter Bauer in der Großstadt

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Ein alter Bauer lebte zusammen mit seiner Frau einsam auf dem Lande. Von der vielen schweren Arbeit waren sie krumm geworden und verbraucht. Sie besaßen kein Fernsehgerät, nicht einmal ein Radio, sie lasen auch keine Zeitung. So wussten sie gar nichts von der großen Welt und ihren Errungenschaften. Und dieser Bauer geriet eines Tages mitten in den Trubel einer Großstadt. Er ging in den Straßen hin und her, schaute an den Wolkenkratzern hinauf und wunderte sich, dass die Fenster in den oberen Stockwerken immer kleiner wurden.

Schließlich ging er in ein großes Kaufhaus. Bei jedem Schritt nahm er die Füße ganz hoch, weil er dachte, er würde sonst in den Teppichen versinken. Er war ganz begeistert von dem, was er da in den Auslagen sah, vor allem von den wunderschönen Lampen, die von der Decke herunterhingen. Er konnte kaum glauben, dass dies alles kein Traum war.

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Wer braucht hier wen?

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Ein erfahrener Seelsorger kam an das Krankenbett eines jungen Pfarrers, den eine Krankheit bis an den Rand des Todes gebracht hatte. Entgegen allen Erwartungen schien er wieder gesund zu werden. Als sein Besucher sich darüber von Herzen freut und den Genesenden auf seine künftige Wirksamkeit hinweist, entschlüpfen diesem die Worte:

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Ichthys: Ein Fisch als Zeichen

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»Fische« auf Autos, Wohnwagen, Fahrrädern, Koffern, als Aufkleber oder Anhänger. Viele tragen dieses Zeichen. Man kann es in der ganzen Welt sehen. Das Wort »Fisch« ist auf der Abbildung griechisch geschrieben. Die einzelnen Buchstaben dieses Wortes ergeben fortlaufend den Anfangsbuchstaben für die Wörter des Satzes:

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Rumänische Klage

Rumaenien

In Rumänien kommt ein junger Mann zum Polizeirevier. Er bittet um eine Genehmigung zur Ausreise. Der Beamte fragt ihn erstaunt: »Sind Sie hier denn nicht glücklich?« Darauf der Befragte: »Ich kann mich nicht beklagen!« Jetzt wird weiter nachgehakt: »Gefällt Ihnen denn hier die Arbeit nicht?« Zum zweitenmal die Antwort. »Ich kann mich nicht beklagen!«

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Kunstgewerbedeutsch

Der Schriftsteller Martin Walser (geb. 1927) schreibt in einem seiner Bücher: »Mit Lisa in der Kirche gewesen. In der Sprache der Gebete kann ich mich nicht unterbringen. Kunstgewerbedeutsch.« Ich weiß nicht, in welcher Kirche Martin Walser war, aber ich muss zugeben, dass man ihm gar nicht so leicht widersprechen kann. Aber ich möchte ihm einen Vorschlag machen: Das Gebet eines Kollegen zu lesen. Der Dichter der Psalmen 42 und 43 spricht eine Sprache, in der wir uns wiederfinden können.

– Pastor Lothar Leese, Remscheid

Nicht aus eigener Kraft

»Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist! spricht der Herr der Heerscharen.« – Sacharja 4,6

»Du schlägst uns gerade das, o Herr und Gott, aus der Hand, worauf wir so gern vertrauen. Du sagst, es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen. Wir lieben Heer. Wir schätzen Kraft. Nichts geht uns über unsere eigene Macht, eigene Überzeugung, eigene Meinung, eigene Kraft. Du schlägst uns alles aus der Hand. Du sagst: Nur durch deinen Geist geschehe etwas nach deinem Willen in der Kirche und in der Welt. So bitten wir dich denn um deinen Heiligen Geist, dass wir auf Heer oder Kraft, auf all das, was wir gern in Händen behalten, auf all das, worauf wir nicht verzichten möchten, endlich verzichten und all unser Vertrauen auf dich allein setzen. Nur wenn wir still werden vor dir, werden wir stark sein in dir.«

– Heinrich Giesen

Der Prozess von Jesus Christus

»Was geht hier vor? Kein gewaltiger Kampf wird geführt; keine erschütternden Antworten werden gegeben; keine geheimnisvolle Größe bricht durch, welche die Gegner bezwänge oder auf ihr Verhalten wirklich Einfluss hätte und wäre es nur so, dass sie aus der Fassung kämen. Der Prozess geht genau den beabsichtigten Gang, erzielt das vorgesehene Ergebnis und Jesus kämpft nicht. Er beweist nicht. Er widerlegt nicht. Er greift nicht an. Er lässt dem Geschehen freien Lauf. Sein Schweigen macht, dass geschieht, was geschehen soll.«

– Romano Guardini