Kategorie-Archiv: Zitate

Über die guten Werke der Christen

Der Katholik tut Werke, um sich den Himmel zu verdienen. Der Pharisäer tut Werke, damit er geehrt und von den Menschen beachtet und angesehen wird. Der Sklave tut Werke, damit er nicht geschlagen und verdammt wird. Der Formalist tut Werke, um das Gewissen zu besänftigen und ruhig zu stellen, da es ihn anklagt, wenn er keine Werke tut. Der übliche Bekenner tut Werke, weil es eine Schande ist, nichts zu tun, wo er doch so viel bekennt.

Der wahre Gläubige jedoch tut Werke, weil er liebt. Das ist die hauptsächliche, wenn nicht die einzige Motivation, die ihn zu Werken antreibt. Wenn es keine anderen Motive für ihn gäbe, würde er dennoch für Gott wirken und Christus dienen, weil er ihn liebt. Diese Liebe ist wie Feuer in seinen Gebeinen.

– David Clarkson

Gottes Stimme

Gott flüstert in unseren Freuden, er spricht in unserem Gewissen, in unseren Schmerzen ruft er laut. Sie sind sein Megaphon, eine taube Welt aufzuwecken.

– C.S. Lewis

Kunstgewerbedeutsch

Der Schriftsteller Martin Walser (geb. 1927) schreibt in einem seiner Bücher: »Mit Lisa in der Kirche gewesen. In der Sprache der Gebete kann ich mich nicht unterbringen. Kunstgewerbedeutsch.« Ich weiß nicht, in welcher Kirche Martin Walser war, aber ich muss zugeben, dass man ihm gar nicht so leicht widersprechen kann. Aber ich möchte ihm einen Vorschlag machen: Das Gebet eines Kollegen zu lesen. Der Dichter der Psalmen 42 und 43 spricht eine Sprache, in der wir uns wiederfinden können.

– Pastor Lothar Leese, Remscheid

Nicht aus eigener Kraft

»Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist! spricht der Herr der Heerscharen.« – Sacharja 4,6

»Du schlägst uns gerade das, o Herr und Gott, aus der Hand, worauf wir so gern vertrauen. Du sagst, es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen. Wir lieben Heer. Wir schätzen Kraft. Nichts geht uns über unsere eigene Macht, eigene Überzeugung, eigene Meinung, eigene Kraft. Du schlägst uns alles aus der Hand. Du sagst: Nur durch deinen Geist geschehe etwas nach deinem Willen in der Kirche und in der Welt. So bitten wir dich denn um deinen Heiligen Geist, dass wir auf Heer oder Kraft, auf all das, was wir gern in Händen behalten, auf all das, worauf wir nicht verzichten möchten, endlich verzichten und all unser Vertrauen auf dich allein setzen. Nur wenn wir still werden vor dir, werden wir stark sein in dir.«

– Heinrich Giesen

Der Prozess von Jesus Christus

»Was geht hier vor? Kein gewaltiger Kampf wird geführt; keine erschütternden Antworten werden gegeben; keine geheimnisvolle Größe bricht durch, welche die Gegner bezwänge oder auf ihr Verhalten wirklich Einfluss hätte und wäre es nur so, dass sie aus der Fassung kämen. Der Prozess geht genau den beabsichtigten Gang, erzielt das vorgesehene Ergebnis und Jesus kämpft nicht. Er beweist nicht. Er widerlegt nicht. Er greift nicht an. Er lässt dem Geschehen freien Lauf. Sein Schweigen macht, dass geschieht, was geschehen soll.«

– Romano Guardini

Jeden Sonntag Gottesdienst

»Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten.«

„Eine Witwe sagt mir einmal: Ich kann es nicht mehr hören, wenn man mir als Witwe nach dem Gottesdienst »einen schönen Sonntag« wünscht, aber mich doch keiner besucht.“

– Pastor Lothar Leese, Remscheid

Unverständlich

»Sie fürchten die allerleichtesten Dinge, sie sehen sie voraus, sie ahnen sie. Und derselbe Mensch, der so viele Tage und Nächte hinbringt in Wut und Verzweiflung über den Verlust eines Amtes, über irgendeine eingebildete Beleidigung seiner Ehre – er ist der gleiche, der ohne Unruhe und Erregung weiß, dass er durch den Tod alles verlieren wird.«

– Blaise Pascal

Spruch auf dem Grabstein

»Noch eine kleine Zeit, dann ist´s gewonnen,
dann ist der ganze Streit in nichts zerronnen.
Dann darf ich laben mich an Lebensbächen
und ewig, ewiglich mit Jesus sprechen.«

– Sören Kierkegaards selbstgewählte Grabinschrift

Sehnsucht nach Herzensfrieden

Es war im Februar 1776, als der junge Goethe, vom Weltschmerz gepeinigt, »Wanderers Nachtlied« niederschrieb: »Der du von dem Himmel bist, alles Leid und Schmerzen stillest, den, der doppelt elend ist, doppelt mit Erquickung füllest – ach, ich bin des Treibens müde! Was soll all der Schmerz und Lust? Süßer Friede komm, ach komm in meine Brust!«

Dieses Blatt kam in die Hände der Mutter von Frau von Stein, die auf die Rückseite schrieb: »Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Jesus Christus!«

Wie konnte Gott das zulassen?

»Der Mensch des Altertums nahte sich Gott (und selbst auch den Göttern) in der Haltung des Angeklagten, der vor seinen Richter tritt. Für der modernen Menschen sind die Rollen vertauscht. Er ist der Richter – Gott sitzt auf der Anklagebank. Gewiss, er ist ein wohlwollender Richter. Falls Gott einen vernünftigen Verteidigungsgrund dafür haben sollte, dass er der Gott ist, der Kriege, Armut und Seuchen zulässt – dann ist der Mensch bereit, ihn anzuhören. Die Verhandlung könnte sogar mit einem Freispruch Gottes enden. Aber das Entscheidende ist: Der Mensch sitzt auf dem Richterstuhl und Gott auf der Anklagebank.«

– C.S. Lewis