Kategorie-Archiv: Kirche

Homosexualität: „Die Liebe freut sich der Wahrheit“

Liebe_Wahrheit

Gedanken zum Gesprächsprozess über Bibel und Homosexualität

Es darf als Konsens gelten, dass die Bibel nur schroff ablehnende Aussagen zur Homosexualität enthält. Angesichts der Spannung zwischen dem eindeutigen biblischen Befund und der Frage homosexuell geprägter Menschen nach ihrem Platz in unserer Kirche werden nach meiner Beobachtung im Wesentlichen zwanzig Argumente als vermeintliche „Nothelfer“ bemüht. Mögen sie auch als Hilfen gemeint sein, werden sie doch entweder für falsche Schlussfolgerungen benutzt oder sind aufgrund ihres fehlenden Wahrheitsgehaltes untauglich:

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Deutschland: Wo bleiben die Proteste?

Jesus lebt

Es ist im Protestantismus unklar geworden, was eigentlich Christsein ausmacht. Zu diesem Thema das Bekenntnis eines langjährigen Spitzenmanagers, warum er Christ ist.

Ich wäre nie auf die Idee gekommen, nach einem Gott zu suchen, der so handelt wie Jesus Christus. Damit stehe ich nicht allein. Denn obwohl sich das Christentum viel mehr mit der Wirklichkeit des täglichen Lebens beschäftigt als alle anderen Religionen, dringt es zu den meisten Menschen nicht vor. Es wird z. B. von zahlreichen Europäern nicht als Lebenswirklichkeit wahrgenommen – oft nur als „Religion“. Schauen wir uns mal Deutschland an:

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Warum der Papst nicht Stellvertreter Jesu ist

Pius XII1. JESUS CHRISTUS lebte bescheiden. Prunksucht und Prachtentfaltung lagen ihm fern. „Er hatte keine Gestalt und keine Pracht.“ (Jes 53,2) Petrus – angeblich der „erste Papst“ – war arm: Er sagte einem Bittsteller: „Silber und Gold habe ich nicht!“ (Apg 3,6)

2. JESUS hat nie klerikale Kostüme getragen. Er trug eine zu seiner Zeit allgemein übliche und einfache Kleidung (Mt 11,8). Stattdessen warnte er vor Leuten in besonderen Gewändern: „Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die in langen Gewändern umhergehen.“ (Mk 12,38; Lk 20,46)

3. JESUS sprach verständlich. Er redete einfach und klar. Jedes Kind konnte ihn verstehen. Er benutzte weder Latein, noch theologische Phrasen, und so staunte man sehr: „Denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.“ (Mk 1,22)

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Brief an Frau Käßmann – Was ist zentral?

Ostern gibt es nicht ohne Jesus und nicht ohne Auferstehung! Ostern sind Eier, Häschen, Küken, Osterfeuer und Osterwasser nur Beiwerk. Zentral ist unser Glaube daran, dass Gott unser Leben über den Tod hinaus hält. Wie das aussehen wird, das wissen wir nicht. Darüber müssen wir auch nicht spekulieren. Aber wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns bei unserem Namen gerufen hat und dieser Name bei Gott geborgen sein wird, auch nach unserem Tod.

– Margot Käßmann, Ostern nicht ohne Jesus

Liebe Frau Käßmann,

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Bibelkritiker zum Opfertod Christi

Kreuz_1Bis heute setzen sich Vertreter der Bibelkritik dafür ein, die Sühnebedeutung des Todes Jesu aus der Verkündigung zu verbannen. Schon Rudolf Bultmann hatte mit seiner provokativen These behauptet: Die Aussage, »dass ein Mensch gewordenes Gotteswesen durch sein Blut die Sünden der Menschen sühnt«, sei »primitive Mythologie«. Diese könne nicht mehr hilfreich (existenzial) interpretiert werden, sondern müsse aus den Texten eliminiert (also entfernt) werden.

Mit ähnlichem Duktus schreibt der Benediktinerpater Anselm Grün: »Gott, der den Tod seines Sohnes braucht, um uns vergeben zu können, wäre ein sadistischer Gott … das Kreuz ist nicht die Bedingung, dass Gott uns vergibt.« Anselm Grün erfuhr auch in der evangelikalen Zeitschrift Aufatmen eine ausführliche Würdigung. Darin wird er mit folgender These zum Kreuz Jesu zitiert: »Der Kern der biblischen Botschaft ist: Gott vergibt uns die Schuld, weil er Gott ist, weil er barmherzig und gnädig ist. Und nicht, weil Jesus am Kreuz gestorben ist.«

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Theologieprofessor – ein grausamer Dienst

Unaufhaltsam ergießt sich eine Flut glaubensloser und oft pietätloser Kritik von den theologischen Lehrstühlen unserer deutschen Hochschulen über unsere arme theologische Jugend und rüttelt an der Grundlage unseres Glaubens, nämlich an der Heiligen Schrift. Viele junge Theologen ziehen fröhlich im Glauben auf die Universität und kommen mit gebrochenen Glauben zurück. Es schreien viele Vater- und Muttertränen gegen solche grausamen Seelenhirten auf evangelischen Lehrstühlen. Wer zwingt die Leute zu solchem grausamen Dienst? Um Glauben kämpfende, um Gewissheit ringende, wissenschaftlich fleißige und gründliche, nicht fertige, aber immer tiefer in die Wahrheit eindringende Männer der Schule kann ich gut leiden; aber nicht solche, die ihre leichtfertigen Zweifel und hoffärtigen Fündlein als sichere Resultate der Wissenschaft ihren Schülern darbieten.

– Friedrich von Bodelschwingh

Die Gerechtigkeitsbibel

GerechtigkeitsbibelGottes Leidenschaft für Gerechtigkeit erkennen

Die Micha-Initiative Deutschland hat in Zusammenarbeit mit christlichen Hilfswerken und weiteren Organisationen eine „Gerechtigkeitsbibel“ herausgegeben. In dieser besonderen Bibelausgabe der bekannten Übersetzung „Hoffnung für alle“ sind alle Stellen, die sich mit den Themen Armut und Gerechtigkeit beschäftigen, farbig hervorgehoben. Pfarrer Rolf Zwick, Vorsitzender des Arbeitskreises Micha-Initiative, erklärt dazu:

„Auch wenn es vielen Menschen vielleicht gar nicht bewusst ist, aber Armut und Gerechtigkeit sind zentrale Themen der Bibel. Mit über 3000 markierten Versen ist die ‚Gerechtigkeitsbibel‘ ein gutes Werkzeug für Gottesdienste, das persönliche Bibelstudium oder die Diskussion in Bibel- oder Hauskreisen.“

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Das Drama der heutigen Christenheit

„Zu jener Zeit gab es keinen König in Israel;
jeder tat, was recht war in seinen Augen.“
– Richter 17,6b (SLT 2000)

Ohne tatsächliche Wiedergeburt?

Von höchster Bedeutung, das Drama der heutigen so genannten Christenheit ist: die Menschen sind fromm und religiös, sie glauben an Gott und an Jesus Christus, sie tun gute Werke, sind sozial eingestellt, haben aber dennoch das »Evangelium« der Heiligen Schrift nie in letzter Konsequenz verstanden, geschweige denn angenommen. Die meisten von ihnen halten sich für »gläubige Christen«, hoffen auf ein ewiges Leben im Himmel und sind sich nicht bewusst, dass Gott eines Tages sagen wird: »Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter«! Wie ist das möglich?

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Wie entstand die katholische Kirche?

Petersdom

Wie entstand überhaupt die katholische Kirche? Das Wort „Katholisch“ kommt in der Bibel nicht vor, so muss die katholische Kirche außerhalb der Bibel entstanden sein. Das griechische Wort „katholikos“ bezeichnet einen Herrschaftsbereich, in dem Steuern eingehoben werden können, sagt Eusebius (Eusebios HE VII 10,5). 410 n. Chr. wurde es als Gebiet gebraucht von einem Patriarchen von Antiochia für den Bischof von Seleukeia in Babylonien, weil der Patriarch nicht überall hin konnte.

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Der Griff zur Macht – Rezension von Johannes Pflaum

Erdmann Griff zur MachtDer Griff zur Macht – frommes Phantomgebilde oder aufrüttelnde Realität? Eine Stellungnahme von Johannes Pflaum zu dem Buch von Martin Erdmann, Der Griff zur Macht, Dominionismus – Der Evangelikale Weg zu Globalem Einfluss, Bethanien 2011

Martin Erdmann behandelt in seinem Buch das immer deutlicher werdende Streben des Evangelikalismus nach Anerkennung und Einfluss in Gesellschaft und Politik. Dabei untersucht er verschiedene Strömungen und Personen, welche unter den Evangelikalen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Er zeigt, wie diesen verschiedenen Strömungen das Streben nach Einfluss und Macht zu eigen ist, welche Philosophie und Denkrichtung dahinter steht, und wie natürlich alles vermeintlich unter dem Vorzeichen des Evangeliums und der Missionierung geschieht. Dieses Streben soll die Kultur, Gesellschaft und Menschheit verändern und damit das sichtbare Reich Gottes auf Erden bringen, was Erdmann unter dem Begriff Dominionismus zusammenfasst.

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Meine Lebenswende – wie Gott mir Glauben schenkte

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Meine Bibelschulzeit und die Historisch-kritische Methode
von Anita Kupfermann

Durch die Erziehung meiner Eltern bin ich schon früh mit den Inhalten des christlichen Glaubens vertraut gemacht worden. Ich besuchte regelmäßig die Kindergottesdienste und ließ mich schließlich mit 14 Jahren taufen. Gut zehn Jahre später verspürte ich, während meiner Tätigkeit als Erzieherin, den starken Wunsch, mir eine sinnvolle Auszeit zu nehmen. Es war mir ein Anliegen, mich dem Wort Gottes zu widmen und über mein Glaubensleben nachzudenken. Denn obwohl ich mich hatte taufen lassen, merkte ich, dass mir die Bibel fremd war und mir eine lebendige Beziehung zu Gott fehlte. Ich sehnte mich danach, in meinem Glauben zu wachsen und wollte tiefer verstehen lernen, was es bedeutet, als Christ zu leben. So entschied ich mich dafür, eine zehnmonatige Bibelschule zu besuchen. Die vor mir liegenden Monate, so meine große Hoffnung, sollten mir in meinem Glaubensleben weiterhelfen.

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Jörg Zink: Alle Religionen beten zum gleichen Gott

joerg_zinkChristen, Juden und Muslime beten zum gleichen Gott, wie auch alle anderen Religionen. Davon ist Jörg Zink überzeugt. Der evangelische Pfarrer und Bestsellerautor (88) meint sogar, an dieser Gemeinsamkeit könne sich das Überleben der Menschheit entscheiden. In seinem Buch „Vom Geist des frühen Christentums“ ruft er die Christen zu mehr Zusammenarbeit mit den anderen Religionen auf.

Der 1922 geborene Zink, dessen rund 200 Bücher eine Gesamtauflage von 18 Millionen Exemplaren erreicht haben, kritisiert die Ahnungslosigkeit des modernen westlichen Menschen im Blick auf Gott und Religion. Die Religion des Abendländers sei „entschieden primitiver als die vermeintlich primitiven Stammesreligionen von Naturvölkern“. Seiner Ansicht nach hat selbst die Strenge der islamischen Botschaft und die religiöse Disziplin der Muslime „vermutlich mit Wahrheit mehr zu tun als die christliche, vor allem protestantische Schlamperei in Sachen des Glaubens“, fügte Zink hinzu.

Seine Aussagen bestätigt Jörg Zink in einem Interview:

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