Kategorie-Archiv: Lehre

Zum Sonntag – An die Stelle der Liebe trat das Gesetz

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Wichtig ist der Nächste, der Mitmensch, der Bruder: »Jeder von uns lebe dem Nächsten zu Gefallen für das Gute, zu (seiner) Auferbauung« (Römer 15, 2). Aus der Freiheit der Kinder Gottes heraus darf der Christ mit gesellschaftlichen Normen so umgehen, wie es seinem Mitmenschen am besten dient. Wie bei Jesus steht auch bei Paulus die Liebe des Menschen zum Menschen über allen gesellschaftlichen Normen, auch über jenen, die religiös begründet werden.

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Welche Krankheit hatte Paulus?

Paulus_Markus_DuererÜber die Krankheit von Paulus gibt es verschiedene Theorien. In dieser Abhandlung werde ich versuchen, einige darzustellen. Am Schluß werde ich eine These vertreten, die für mich die wahrscheinlichste ist.

Paulus spricht von seinem Augenleiden

Nach der Erscheinung auf dem Wege nach Damaskus war Paulus drei Tage blind: »Und er konnte drei Tage nicht sehen und aß nicht und trank nicht.« – Apostelgeschichte 9, 9

Vielleicht haben seine Augen sich seitdem nie wieder ganz gebessert. Paulus sagt von den Galatern: »Denn ich bezeuge euch, ihr hättet, wenn es möglich gewesen wäre, eure Augen ausgerissen und mir gegeben.« (Galater 4, 15) Am Schluß des Briefes an diese Gemeinden schreibt er: »Seht, mit wie großen Buchstaben ich euch schreibe mit eigener Hand!« (Galater 6, 11) Es sieht so aus, als spreche er von der großen Schrift eines Menschen, der kaum sehen kann.

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Der »Stall« war eine »Höhle«

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Wenige hundert Meter, nachdem die Umgehungsstraße die alte Straße erreicht hat, liegt zur Rechten ein kleines schmuckloses Gebäude, eines der zahllosen Heiligengräber Palästinas: Das Grab der Rahel, einer der Stammmütter Israels. Schon in neutestamentlicher Zeit hat man es an dieser Stelle gezeigt und verehrt. Gleich hinter dem Rahelgrab gabelt sich der Weg. Rechts geht es weiter nach Hebron, links hinauf zu der Bergkette, auf deren Höhe Bethlehem liegt. Diese linke Abzweigung endet auf dem großen Marktplatz von Bethlehem. Seine Ostseite wird durch eine hohe Mauer abgeschlossen, die nur durch eine niedrige Pforte durchbrochen wird, so niedrig, dass man sie nur gebückt durchschreiten kann. Sie verrät nicht, dass hinter der Mauer eine mächtige Basilika liegt. Als im Mittelalter muslimische Banden zur Verhöhnung der Christen zu Pferde in die Kirche geritten waren, sahen sich diese, so sagt man, gezwungen, das Portal der Kirche bis auf jenes kleine Pförtchen zuzumauern.

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Steuerschätzung

Mantelbögen

»Es begab sich aber …« An diesen Worten wird Gottes Eingreifen deutlich, der Neues entstehen lässt, schafft und setzt – so die Grundbedeutung dieses griechischen Wortes. Das Wort „aber“ unterstreicht, dass etwas ganz Neues, Unerwartetes geschieht: Gott greift ein in die Welt und handelt einzigartig in Raum und Zeit. Er setzt den Wendepunkt der Weltgeschichte, die nun ganz neu gezählt wird. Er bedient sich der Großen unserer Welt mit ihren strategischen Plänen – die dabei zu Statisten reduziert sind, um Gottes Heilsgeschichte zu wirken. Gott handelt in der Hauptstadt Rom und im letzten Winkel der Welt, und der Herr der Geschichte kommt zum Ziel!

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Die Kreuzesstrafe im »Antiken Palästina«

Kreuzigung-Jesus

Die antiken Verfahrensweisen bei der Kreuzigungsstrafe sind recht verschieden. Wir skizzieren hier nur kurz den Ablauf, der im römischen Palästina der üblichste war. Die Kreuzigung war – nach den Schilderungen des römischen Staatsmannes und Anwalts Cicero – die grausamste und fürchterlichste Todesstrafe. Die Römer hatten sie von den Karthagern übernommen. Sie wandten diese Form der Hinrichtung nur bei Sklaven und gemeinen Verbrechern an. Römische Bürger durften nicht gekreuzigt werden.

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Wo war die Auferweckung von Jesus Christus?

Grab Jesu

Wo befinden sich die Stätten von Kreuzigung und Auferweckung Jesu Christi? Immer wieder tauchen um die historischen Orte die verschiedensten Legenden und Theorien auf. Dabei stellt sich bei den neuesten Forschungen heraus, dass der neutestamentliche Bericht ein erstaunlich genauer Ausgangspunkt für die Suche ist: Demnach wurde Jesus nach einem Weg durch die Stadt außerhalb der Stadtmauer von den Römern ans Kreuz geschlagen. Die Lage wird vom Evangelisten Johannes genau benannt:

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Seelsorge an okkult belasteten Menschen

Handschellen

Auch der erfahrene Seelsorger begibt sich mit starker Zurückhaltung auf das Gebiet der okkulten Belastung. Einen wesentlichen Dienst hat uns der bekannte Evangelist Pfarrer Dr. Kurt Koch gegeben. Sein Buch »Seelsorge und Okkultismus« ist eine ausführliche Darstellung und Materialsammlung für diese Fragen. Wir benutzen im folgenden zu einer kurzen Obersicht für die Seelsorge an okkult Belasteten einen Aufsatz des Verfassers in »Deutsches Pfarrerblatt 58/561«.

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Selbstmord aus christlicher Sicht

Mapo Bridge

Ist das Selbstmord, wenn jemand in einem seelisch-krankhaften Zustand sein Leben selber beendet? Viele erschütternde Fälle dieser Art auch innerhalb der Gemeinde Jesu nötigen dazu, betend eine grundsätzliche Antwort auf diese Frage zu finden.

Jeder Prediger des Evangeliums kann plötzlich durch die Aufgabe bedrängt werden, in einem solchen Fall den hinterbliebenen Angehörigen und auch öffentlich am Grabe ein seelsorgerisches Wort zu sagen. Während durch viel falsches Urteilen im öffentlichen Gespräch die Not der Betroffenen noch vermehrt wird, erwartet man vom Prediger ein sachlich wahres und klärendes und ein seelsorgerisch aufrichtendes Wort.

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Der Urlaub ist eine Gabe Gottes

Urlaub

Es gibt Menschen, die nur für ihre Arbeit leben, für ihren Beruf. Andere finden nur das, was außerhalb des Berufes ist, die Freizeit, lebenswert. Beide Einstellungen sind ungesund, Arbeit und Pause, Urlaub und Beruf gehören in ein gesundes Verhältnis zueinander. Früher gab es noch den Feierabend. Nach der Arbeit klang der Tag aus in einer fröhlichen Atmosphäre. Der Abend wurde mit Gesprächen, Singen, Spielen zu einem Gegengewicht für den Tag. Der Mensch war im Gleichgewicht. Heute ist fast jeder Abend mit Veranstaltungen besetzt. Wir können nicht mehr richtig Pause machen. Aber nur ein Mensch, der richtig Pause machen kann, arbeitet auch richtig und leistet mehr.

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Der Teufel – Wie steht es mit dem Bösen?

Teufel

»Alle Leute sagen, es gäbe keinen Teufel, es gäbe keinen Teufel. Kannst du mir sagen, wo die Angst herkommt? Kannst du mir sagen, wo die Sucht herkommt? Kannst du mir sagen, wo die Lust herkommt?« In diesem Lied geht es um den Teufel und sein Wirken. Was findet sich in der Bibel zu dem Thema? Dort wird keine Lehre über den Teufel, auch Satan genannt, entfaltet, und über seinen Ursprung wird keine genaue Aussage gemacht.

Doch wer die Bibel liest, entdeckt, dass der Satan ein willentlich handelndes und zudem intelligentes Wesen ist. Zweifelsohne gibt es »das Böse«. Auch dass es seinen Sitz im Herzen des Menschen hat, wird von vielen gesehen, was unter anderem auch in der Bibel steht. Doch ist damit das Geheimnis gelüftet?

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Hölle: Ewige oder zeitlich begrenzte Strafe?

„Und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit…“

Offb 14,11 hatte uns mit der Frage nach der Dauer der Strafe im endzeitlichen Gericht konfrontiert. Die Formulierung dort lautet relativ kurz: Der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit. Hermann Sasse hat darauf hingewiesen, dass der Plural bei αἰών [aion] „den eigentlichen Begriff der Ewigkeit“ zum Ausdruck bringt. Normalerweise treffen wir hier in der Offenbarung auf die Wendung εἰς τοὺς αἰώνας τῶν αἰώνων [eis tus aionas ton aionon] (vgl. 1,18; 4,910, 5,13; 10,6; 15,7; 19,3, 20,10; 22,5). In Offb 14,11 ist diese Wendung jedoch leicht abgewandelt: εἰς αἰῶνας αἰώνων [eis aionas aionon]. In Offb 14,11 fehlen also die Artikel. Kann man daraus den Schluss ziehen, dass hier doch keine Ewigkeit im strengsten Sinn gemeint sei, also eine zeitlich begrenzte Strafe angedeutet sei? Bengel, der in seinem Kommentar für solche philologischen Einzelheiten äußerst sensibel war, hat auffallenderweise diese Konsequenz nicht gezogen. Er hielt daran fest, dass es „eine ewige und … ununterbrochene Qual“ sei.

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Wenn du aber öffentlich betest

Kirche_oeffentlichDie Predigt ist vorbei, und einige gute Gedanken klingen noch in mir nach. »Wir wollen jetzt eine Gebetsgemeinschaft haben«, sagt der Gottesdienstleiter. Ich bin damit einverstanden. Das freie, öffentliche Gebet von Schwestern und Brüdern gehört zu denjenigen Traditionen unseres freikirchlichen Gemeindelebens, die wir nicht preisgeben sollten. Ein Bruder betet. Er bittet Gott, dass wir nie vergessen mögen, mit vollem Einsatz gegen unsere Schwächen zu kämpfen. An und für sich ein berechtigtes Gebetsanliegen. Man kann nicht genug darum bitten. Allerdings hatte der Prediger heute davon gesprochen, dass unser Kampf gegen die Sünde nicht verbissen geschehen darf, damit er nicht zum Krampf ausartet. Blitzschnell wird mir bewusst: Der Beter will den Prediger korrigieren. Ich bin verstimmt. Darf so etwas in einem öffentlichen Gebet sein? Es darf nicht.

Ein öffentliches Gebet ist etwas anderes als das persönliche Gebet im stillen Kämmerlein. Das private Gebet geht nur den Beter und Gott etwas an. Das öffentliche Gebet aber hat Gemeinschaftscharakter. In ihm schließt sich ein einzelnes Glied der christlichen Gemeinde mit anderen Gliedern der Gemeinde zusammen, um Gott etwas zu sagen. Das ist der Sinn des öffentlichen Gebetes. Man hat dabei natürlich nicht nur an Gebetsgemeinschaften zu denken. Für alle öffentlichen Gebete, selbst für diejenigen, die nicht frei formuliert sind, gilt: Hier spricht eine Schwester oder ein Bruder im Namen der Gemeinschaft zu Gott. Und darum gelten für das öffentliche Gebet zwei Grundregeln.

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Gedanken zum Thema Krankheit und Heilung

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Die Bibel nennt vier Gründe für Krankheit:

1. Zur Verherrlichung Gottes (Johannes 9:3; Markus 16:17-20)
2. Zur Prüfung des Gläubigen (Hiob; Römer 3:5; Jakobus 1:1-2)
3. Zur Heiligung und Vorbeugung (Johannes 15:2; 2. Korinther 12:7)
4. Als Strafe für Sünde (3.Mose 26:15+16; 1.Korinther 11:30)

Gleichzeitig lehrt die Bibel, wir Christen sollen für die Kranken in der Gemeinde beten, „und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten.“ (Jakobus 5:15a)

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