Kategorie-Archiv: Predigt

Anfechtung beim Dienst der Wortverkündigung

Predigt-Notizen

Es gibt keinen Glauben ohne Anfechtung. Nicht anders ist es im Leben des Dienstes für unsern Herrn Jesus Christus, und im besonderen im Dienst der Wortverkündigung. Paulus bekennt beim Abschied von den Ältesten von Ephesus: »Ich habe dem Herrn gedient in aller Demut, ja unter Tränen und Anfechtungen…« Das ereignet sich überall, wo der aufgetragene Dienst zugleich als eine persönliche Glaubensführung verstanden wird. Beim Boten Jesu dürfen der Dienst und das persönliche Glaubensverhältnis zu Gott nicht getrennt voneinander existieren. Wo immer dies doch der Fall ist, wird man sich ein großes Teil der Anfechtung ersparen – aber wohl zum eigenen Schaden.

Die Jünger unseres Herrn Jesus waren Zeugen seiner großen Anfechtungen (Lukas 22, 28). Die galatischen Gemeinden hatten in Paulus einen manchmal wohl verzagten und deprimierten Boten Gottes vor sich (Galater 4, 14). Ähnlich war sein Eindruck in Korinth: »Wenn er selbst anwesend ist, ist er schwach und seine Rede ohne Gewicht« (2. Korinther 10, 10). Ähnlich muss es sich in Ephesus (Apostelgeschichte 20,19) und gewiss auch auf anderen Arbeitsfeldern zugetragen haben. Ferne davon zu behaupten, das Auftreten des Paulus sei ohne mitreißende Gewalt gewesen, wird doch in seinem Dienst da und dort das »irdene Gefäß« sichtbar, bisweilen in tiefen seelischen Erschütterungen. Die Gestalt seines Wortdienstes wies jedenfalls je und je Risse auf, die nach der Meinung der Menschen besser verdeckt geblieben wären. Wäre nicht eine glänzende Außenseite eine bessere Empfehlung für das Evangelium gewesen?

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Josef gehorcht – wie einst Abraham!

Pieter_Bruegel_der_Ältere_-_Landschaft_mit_der_Flucht_nach_Ägypten

Im Glauben ist das Gehorchen schon enthalten. Glauben heißt gehorchen. Im Gehorchen erweist sich die Wirklichkeit des Glaubens. Wie Josefs Hören und Glauben, so vollzog sich auch sein Gehorchen ohne jeden Aufwand. Weder geriet er ins Schwärmen noch versank er in Meditationen. Weder schlug er vor Überwältigung die Hände über dem Kopf zusammen noch begann er vor Freude zu tanzen. Er gehorchte, wie es seinem Wesen entsprach, still, unauffällig, nüchtern.

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Keinen Raum in der Herberge

Landschaft-Scene

Walter Bulling war gerade neun Jahre alt geworden und ging in die zweite Grundschulklasse, obwohl er eigentlich in der vierten hätte sein sollen. Er war groß und unbeholfen, langsam in seinen Bewegungen und im Denken, aber seine Klassenkameraden mochten ihn. Er war stets hilfsbereit, gutmütig und heiter und der geborene Beschützer der Jüngeren.

Eigentlich wäre Walter im Krippenspiel gern ein Schäfer mit einer Flöte gewesen, aber Frau Schmitt, seine Lehrerin, hatte ihm eine wichtigere Rolle zugedacht. Der Wirt hatte schließlich nur wenige Zeilen zu sprechen – so überlegte sie sich – und Walters Größe würde der Weigerung, Josef und Maria zu beherbergen, mehr Nachdruck verleihen.

So versammelte sich wie gewohnt, die zahlreiche Zuhörerschaft zu der alljährlichen Aufführung der Weihnachtsgeschichte mit Hirtenstäben und Krippe, Bärten, Kronen, Heiligenscheinen und einer ganzen Bühne voll heller Kinderstimmen.

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Gott schafft!

Angler-Fisch

»Seht, was ich schaffe!« murmelte der alte Mann, wenn er in sein Boot stieg. So jedenfalls erzählt es Ernest Hemingway in seinem Buch, das die Bilanz seines Lebens zieht. »Seht, was ich schaffe!« sagte der alte Mann, wenn er mit seinem kleinen Bordmotor auf das offene Meer hinausknatterte. »Seht, was ich schaffe!« rief der alte Mann, wenn er die Leine nach dem großen Fisch auswarf. Und wenn er dann wieder mit leeren Bottichen zurückkehrte und sein Boot am Kai verknotete, spotteten die rauhen Fischer: »He, alter Mann, nichts gefangen?« »Nur langsam«, bruddelte er, »nur die Hoffnung nicht aufgeben. Ich schaffe das schon noch.«

Und eines Tages hing der Fisch an dem Haken, ein Riesentier, ein Mordskaliber, ein Schwergewicht von eineinhalb Zentnern. Der Mann strahlte wie die aufgehende Sonne. Seine schwieligen Hände ließen dieses wild zappelnde Hoffnungsstück nicht mehr los. »Seht, was ich geschafft habe!« Aber auf der Heimfahrt tauchte ein Haifisch aus dem blauen Wasser, und dann noch einer und noch einer und noch einer. Ein ganzer Schwarm dieser gefährlichen Seeräuber war angelockt und zog den Kreis um die Beute immer enger. Schließlich gingen sie zum Angriff über und rissen dem harpunierten Fisch ein Fleischstück nach dem anderen aus dem Leib.

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Wie herrlich es ist, Mensch zu sein

Lilie-Lilien

»So denn Gott das Gras auf dem Feld also kleidet, sollte er das nicht vielmehr euch tun, o ihr Kleingläubigen?« Gott kleidet also das Gras; des Stengels schöne Form, des Blattes feine Linie, die lieblichen Abschattungen der Farbenmischung, der ganze Reichtum, wenn ich so sagen darf, von Bändern, Schleifen und Schmuck, all dies gehört zur Bekleidung der Lilie, und Gott ist es, der sie so kleidet. – »Sollte er nicht vielmehr euch kleiden, ihr Kleingläubigen?«

»Ihr Kleingläubigen!« Das ist der Ermahnung milder Tadel; so redet er zu dem, der unrecht hat, wenn die Liebe es nicht über das Herz bringt, streng zu reden; tadelnd droht sie ihm mit dem Finger und sagt, du Kleingläubiger, aber sagt es so mild, dass der Tadel nicht verletzt, nicht betrübt, nicht niederschlägt, sondern eher aufrichtet und Freimütigkeit gibt.

Aber so heißt es ja im Evangelium nicht bloß, der Mensch sei wie Gras bekleidet, sondern noch viel herrlicher. Durch den beigefügten Tadel: ihr Kleingläubigen! ist eigentlich gesagt: Sollte Gott nicht vielmehr euch gekleidet haben? so dass die Rede nicht von dem neuen Kleid ist, das man so gern am Sonntag haben will oder höchst nötig braucht, sondern von der Undankbarkeit, die vergessen will, wie herrlich der Mensch von Gottes Hand – gekleidet ist.

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Gott liebt verschwenderisch

Malbild

Vor ein paar Jahren bat ich eine befreundete Familie, mir von ihrer zweijährigen Tochter Alana ein Bild aus ihrem Malbuch ausmalen zu lassen. Wenn Alana Bilder ausmalte, kümmerte sie sich nicht um Linien, Farben oder Symmetrie. Es fiel ihr nie ein, dass mit ihrer Arbeit etwas nicht stimmen könnte. Für eine Freundin hatte sie auch schon ein Bild ausgemalt. Nun kam sie an einem Sonntagmorgen vor dem Gottesdienst zu mir und brachte mir das Bild.

Sie war sehr stolz und glücklich und wartete ungeduldig auf eine Reaktion von mir. Ich reagierte auch, und zwar so, wie die meisten Erwachsenen wohl reagieren würden: ich log. »Ach, Alana, danke für dieses wunderschöne Bild. Du musst sehr lange daran gesessen habe, es ist aber auch besonders hübsch geworden. Vielen Dank!«

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Von den Sünden der Frommen

Was die Pharisäer zur Zeit Jesu kennzeichnete, war ihre Sattheit. »Wir haben es, wir sind die Träger der Kirche, der Frömmigkeit, auf uns kann man sich verlassen.« Und das Merkwürdige war: Diese Leute waren wirklich großenteils »fromm«. Sie nahmen es sehr genau, sie waren sehr moralisch, sie ereiferten sich wirklich für Gott.

Um so auffallender ist es, wie leidenschaftlich Jesus sie bekämpft, wie hart er, der Sanftmütige, sie schilt. Weshalb? Er kann allen helfen, nur gerade ihnen nicht. Warum nicht? Weil sie »satt« sind, sie brauchen keinen Erlöser. Sie tun so, als seien sie schon erlöst oder als erlösten sie sich selbst. Er steht ihnen gegenüber wie der Arzt den Gesunden oder denen, die sich einbilden, es zu sein. Pharisäer – das ist beachtlich – wissen nicht, dass sie es sind. Sobald sie es erkannt haben, sind sie es nicht mehr.

Rechtgläubigkeit, bei der der Akzent auf der ersten Silbe des Wortes liegt, ist Sünde. Er muss auf der zweiten Silbe liegen. »Recht gläubig« sollen wir sein, d.h. vertrauend und gehorsam, kindlich und demütig. Neben der Rechtgläubigkeit lauert gleich eine zweite Silbe, die mit ihr verwandt ist: die Rechthaberei. Pharisäer haben Gott gegenüber Recht, und darum brauchen sie nicht mehr die »Rechtfertigung aus dem Glauben«, von der Paulus spricht. Sie brauchen sie nicht, selbst wenn sie sie noch so lebhaft vertreten. Pharisäer haben auch Menschen gegenüber recht. Die größere Liebe ist aber die, die unrecht haben kann.

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Jesus Christus ist der Herr deiner Lage

Vor vielen Jahren hielt der damalige Direktor der Berliner Stadtmission, Heinrich Giesen, die Abendandacht in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. Er sagte: »Hausfrauen! Küche, Nähen, Geschrei, Windeln, Abwasch, Dreck, Ärger – das ist ihre Lage.« Dann: »Manager! Vier Telefone, hübsche Sekretärin, Versuchung, Arbeit, 19 Stunden am Tag, gehetzt, gejagt, Termine, Konferenzen – das ist ihre Lage!« Danach kamen noch viele andere Gruppen an die Reihe. Jeweils am Schluss sagte Giesen: »Das ist ihre Lage.« Nach einer besonders langen Pause richtete er sich dann voll auf und rief: »Jesus aber spricht: Ich bin der Herr deiner Lage.«

Ein bemerkenswerter „ADAC-Test“

Auto-Unfall

‚Blutüberströmt und regungslos liegt der junge Mann am Straßenrand, dahinter ein umgestürzter, völlig demolierter Kadett. Dort, wo einmal die Frontscheibe war, hängen Arm und Oberkörper eines zweiten Verletzten heraus. In der Stille des heißen Sommertages wird Motorengeräusch hörbar.

Ein grauer Mercedes kommt um die langgezogene Kurve vor der Unfallstelle, beschleunigt auf der Geraden, wird wieder langsamer und fährt im Schritttempo heran. Fahrer und Beifahrerin schauen aus dem Fenster, sehen die Verletzten, die Frau spricht aufgeregt auf den Mann ein. Gleich werden sie anhalten, herausspringen, rufen, helfen… Doch der Wagen fährt vorbei, der Fahrer gibt Gas und verschwindet um die nächste Kurve. „Ich habe nichts gesehen“, wird er sagen, wenn ihn die 200 Meter weiter wartende Polizei heraus winkt und anhält.

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Von Tieren leben lernen – Zoologie für Christen

wolf-blick

»Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.« – Matthäus 10, 16

Ulrich Parzany hat einmal aus der Schule geplaudert und folgendes Erlebnis berichtet: »Als Schüler bekam ich einmal an einem heißen Sommertag im Griechischunterricht einen pubertären Anfall. Ich stand auf, ging hinter den Vorhang am Fenster des Klassenzimmers und brüllte wie ein Stier. Hinter mir wurde es ganz still. Als ich wieder auftauchte, meinte unser alter Griechischlehrer: ´So, Parzany, es gibt doch merkwürdige Rindviecher in Gottes Zoo.´ Er hat sich dann redlich bemüht mich zu dressieren.«

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Die entscheidende Frage

Herz-Strand

»Wer hat dich eigentlich lieb?« – Hast du schon einmal darüber nachgedacht? Friedel Pfeiffer, Geschäftsführer der Gefährdetenhilfe, hält aus seiner über 20-jährigen Erfahrung im Umgang mit Knackis und gefährdeten Menschen diese Frage für die entscheidende Frage. Viele wissen keine Antwort darauf. Eine Antwort gibt unser Predigttext: Johannes 3, 16.

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Wer sollte es wagen?

Amerika_Flagge

Vor langen Jahren wanderte ein Mann von England nach Amerika aus. Er war englischer Bürger, wurde dann aber in Amerika eingebürgert. Nach einiger Zeit gefiel es ihm in den Vereinigten Staaten nicht mehr, und er ging nach Kuba. Bald darauf brach dort ein Bürgerkrieg aus, und er wurde von der spanischen Regierung als Spion verhaftet und vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt. Die ganze Untersuchung wurde in spanischer Sprache geführt, die er nicht verstand.

Als man ihm das Urteil übersetzte, wandte er sich zum amerikanischen und englischen Konsulat und legte ihnen die Sache vor, bewies seine Unschuld und verlangte ihren Schutz. Sie untersuchten die Sache und fanden, dass der Mann tatsächlich unschuldig war. Sie gingen zum spanischen General und sagten: »Dieser Mann ist zu Unrecht verurteilt worden, er ist völlig unschuldig.« Aber der General erwiderte: »Er wurde nach unserem Gesetz für schuldig erklärt. Er muss sterben.« Es gab damals noch keine Überseekabel, daher konnten sich die Beamten nicht mit ihren Regierungen in Verbindung setzen.

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Was der Mensch sät, das wird er ernten!

Saat-Ernte

»Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen. Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.« – Galater 6:1-4

»Was der Mensch sät, das wird er ernten!« Dieses Bibelwort wird besonders verständlich, wenn wir uns nur die vier Worte bewusst machen: Das – wird – er – ernten! Dieses Grundgesetz gilt nicht für Gottlose, sondern auch für Gläubige!

»Was der Mensch sät, (1) das (2) wird (3) er (4) ernten!«

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Eine Predigt zur Hochzeit

Hochzeit-Trauung

Ansprache zur Trauung, die von Pastor Lothar Leese, Remscheid, gehalten wurde. – Bewusst wurden die Namen beibehalten, um zu zeigen, wie man am persönlichen Leben des Paares bezeugen kann, was Jesus Christus in ihrem Leben bewirkt hat! – Traupredigt für Thomas & Heike Eichin, geb. Meseck, am 29. 4. 1995.

»Falschheit und Lüge lass ferne von uns sein; Armut und Reichtum gib uns nicht; lass uns das Brot, das wir brauchen, genießen.« – Sprüche 30, 8

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