Christliche Gemeinde: Der dankbare alte Mann

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Der alte Mann ist dankbar für die Gemeinde. Dort trifft er Brüder und Schwestern, die mit ihm zusammen auf dem Weg zum Himmel sind. Diese Geschwister hätte er ohne die Gemeinde nie kennengelernt. In der Gemeinde geben Alte und Junge gemeinsam den Ton an und loben miteinander den Herrn.

In der Gemeinde ist er freundlich aufgenommen, da dient man einander. Dort hilft man sich. Durch Bibellesen und Hören auf das Evangelium wächst man im Glauben an den Sohn Gottes. Der alte Mann liebt den Herrn Jesus und die Glaubensgeschwister. Mit ihnen teilt er Freude und Leid. Man ist nicht immer einer Meinung, aber man hat einerlei Glauben. Man ist eines Geistes auf der Grundlage des Wortes Gottes.

Der alte Mann ist dankbar für die Leitung der Gemeinde. Als verantwortungsbewusste Hirten führen sie die Herde auf den rechten Weg. Sie sind geistliche Bauleute und halten sich exakt an Gottes Bauplan. Sie praktizieren biblische Leiterschaft und üben Gemeindezucht. Sie beurteilen Zeitströmungen anhand der Bibel und wenden Schaden von der Gemeinde ab. Sie opfern sich auf im Dienst. Der alte Mann ist froh, in der Gemeindeleitung tragfähige Führungspersonen zu wissen, die für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Der alte Mann ist dankbar, dass in der Gemeinde Gott ernst genommen wird. Es gibt Gottesfurcht statt Menschenfurcht. Man vertraut auf den Herrn der Gemeinde, und der sorgt dafür, dass die Gemeinde wächst, geistlich und auch zahlenmäßig. Die Gemeindeveranstaltungen sind gut besucht, alle haben das Bedürfnis, dabei zu sein. Weder schlechtes Wetter, Müdigkeit oder Gleichgültigkeit sind Gründe, der Gemeinde fern zu bleiben. Der Lohn ist Gottes reicher Segen.

Der alte Mann freut sich über den Chor und die Bläser der Gemeinde. Sie üben regelmäßig und gestalten sonntags die Gottesdienste aus. Der alte Mann ist dankbar für das ausgewogene Programm, es fehlen weder schöne alte gehaltvolle Choräle noch frische neuere Lieder. Auch bei Besuchen alter und kranker Geschwister sind Bläser und Sänger aktiv. Man bemüht sich in der Liebe Christi um die Menschen, doch der Mittelpunkt der Anbetung und des Lebens bleibt Gott.

Der alte Mann ist dankbar, dass die Bibel in der Gemeinde höchste Autorität hat. Die Geschwister glauben der Bibel und wissen, was in ihr geschrieben steht. Glauben ohne Bibelkenntnis ist ein schwankender Grund. Man muss wissen, was man glaubt. Die ganze Schrift, nicht nur das, was einem „wichtig“ geworden ist, nimmt man zur Kenntnis. Alle Schrift ist von Gott eingegeben.

Der alte Mann ist dankbar, dass in der Gemeinde gesunde biblische Lehre einen hohen Stellenwert hat. Es wird Lehre vermittelt und über Lehrfragen gesprochen. Die Wahrheiten über Gott, das Leben, den Tod, Himmel und Hölle, den Menschen, die Sünde, Jesus Christus und den Heiligen Geist werden erklärt. Niemand bleibt im Unklaren.

Der alte Mann ist dankbar, dass in der Gemeinde Evangelisation zur Tagesordnung gehört. Der Wahlspruch „Sammlung und Sendung“ wird vorbildlich verwirklicht. Das drückt sich auf allen Lebensgebieten aus. Persönliches Zeugnis wird genauso praktiziert wie die Einladung zu jährlichen Bibel- und Evangelisationstagen.

Der alte Mann ist dankbar, dass in der Gemeinde Gebet an vorderster Stelle steht. Man trägt füreinander Verantwortung. Gebet ist Arbeit. Gebet ist selbstlos. Es geht ums Reich Gottes. Es geht darum, Gottes Willen zu tun. Gebet richtet sich an Gott. Es geht nicht um Aufmerksamkeit oder Bestätigung der mitbetenden Glaubensgeschwister. Gebet kann harte Arbeit sein. Deshalb ist der alte Mann dankbar, dass die Gebetsstunden die meistbesuchten Stunden der Gemeinde sind.

Der alte Mann ist dankbar, dass in der Gemeinde viel Wert auf persönliche Kontakte gelegt wird. Osterfrühstück, Sommerfeste mit Kaffeetrinken und Grillfeste, verschiedene Weihnachtsfeiern für Senioren, Chor, Bläser und die ganze Gemeinde haben im Jahresablauf ihren festen Platz. Das stärkt die Zusammengehörigkeit und fördert das Kennenlernen der Geschwister untereinander.

Der alte Mann ist dankbar für die finanzielle Situation in der Gemeinde. Die verschiedenen Dankopfer erreichen stolze Summen, aber auch die sonntägliche Kollekte kann sich sehen lassen. Jeder gibt, was er kann. Alles geschieht nach dem Grundsatz: „Wer reichlich sät, wird auch reichlich ernten.“

Wenn man ein Fazit der Gemeinde ziehen will, kann man feststellen: Das Haupt der Gemeinde ist der Herr Jesus Christus. Er schenkt das Gelingen zu unserem Tun. Es ist ein großer Trost, zu wissen, dass ihm alles gelingt, auch wenn wir versagen. Jesus Christus ist unser Haupt, ohne ihn können wir nichts tun.

Wahrscheinlich möchten jetzt einige die Gemeinde, für die der alte Mann so dankbar ist, näher kennenlernen, vielleicht sogar die Gemeinde einmal besuchen. Vielleicht möchten Sie die Adresse wissen und sich mit der Gemeindeleitung in Verbindung setzen. Leider kann der alte Mann da nicht helfen. Er weiß auch nicht, wo diese Gemeinde wohnt. Er ist noch auf der Suche. Er meldet sich, wenn er sie gefunden hat. Vielleicht im Himmel?

– Rolf Müller // Bild: ©pixabay (CC0 1.0)