Der Beginn meiner Zeltmacher Mission

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In den letzten Tagen hatte ich die Ruhe nachzudenken. Drei Wochen Pause von der Zeltmacher Arbeit wollte ich mir nehmen und mein Gebet war, als Christ in dieser Zeit auch einen Schritt weiterzukommen. Es brauchte nicht so lange, hier mein Ergebnis:

Kommentare, Proteste, Petitionen: Es ist alles gesagt!

Kennen Sie das auch? Sie bemühen sich um ein gutes Gespräch, tauschen Meinungen aus, wollen überzeugen und die Beziehung bzw. Freundschaft stärken oder zumindest doch aufrecht erhalten, es klappt aber irgendwie nicht und sie drehen sich ständig im Kreis einer nie enden wollenden Diskussion? Keine Einigkeit, keine Veränderung, schon gar kein Fortschritt und auch überhaupt keine Konsequenzen trotz ernster Themen und zahlreicher Argumente? Kennen Sie das, wenn Sie dann endlich einen Punkt machen möchten und denken:

„Es ist alles gesagt!“

An diesem Punkt bin ich angekommen – online, hier bei Zeltmacher. Täglich grüßt das Murmeltier, es sind ständig dieselben Themen und dieselbe Kritik von gefühlt tausend Seiten, die am Ende doch nicht wirklich etwas ändert. Oder anders: Wenn unser aller Meinung von der Gegenseite bis hierhin nicht gehört wurde, dann würde sie auch in den kommenden Jahren ignoriert.

Soll der ERF weiter seine Empfehlungen für anzügliche Filme aussprechen, soll die SCM weiterhin Irrlehre und Volxbibel verbreiten, soll die Landeskirche ihre Homos trauen und die Scheidung genauso wie die Ehe „segnen“. Sollen die Machtgierigen sich gegenseitig zerfleischen und die Massen durch die Medien manipulieren, sollen die Linken versuchen unsere Familien zu schwächen und unsere Kinder zu erziehen, sollen sie doch alle hampeln und fauchen. Sollen die Muslime uns weiterhin provozieren und töten, sollen die Schulleiter uns in die Gefängnisse treiben. Sollen die Schulden doch endlich explodieren, der Euro zusammenbrechen und das Malzeichen uns zur Entscheidung zwingen. Sollen die Mütter ihre Kinder aus ihren Bäuchen zerren und die Kinder ihren Eltern zum Sterben verhelfen – es ist ihre eigene Verantwortung vor Gott dem Richter und uns kann nach drei Jahren Protest niemand vorwerfen, wir hätten nichts gesagt:

„Wer Unrecht tut, der tue weiter Unrecht, und wer unrein ist, der verunreinige sich weiter, und der Gerechte übe weiter Gerechtigkeit, und der Heilige heilige sich weiter!“ (Offenbarung 22:11) So steht es geschrieben. Und an anderer Stelle: „Darum muß der Kluge zu dieser Zeit schweigen; denn es ist eine böse Zeit.“ (Amos 5:13) Wer Wahres über die heutige Zeit lernen will, der lese 2. Timotheus 3.

Beziehungen sind wertvoller als Klicks und Fans

Hand aufs Herz: Wer freut sich denn nicht, wenn er bei Facebook oder Twitter einen Follower mehr gewonnen hat? Und wer einen Blog betreibt, beobachtet die Zahl der Aufrufe und nimmt sich umso wichtiger, je höher der Counter zählt. Dabei betrügen wir uns aber selbst, denn es ist unwichtig.

„Ich möchte lieber Diakon in meiner Gemeinde sein als Oberbürgermeister von London“, hat Spurgeon einmal gesagt und das sollte uns wachrütteln, auch heute Prioritäten zu setzen! Ich bin doch lieber guter Vater meiner Kinder als der coolste User meiner virtuellen Fangemeinde! Ich bin lieber ein treuer Prediger in unserer überschaubaren Versammlung als ein Meinungsmacher unter Millionen im unendlichen Mediensumpf. Ich bin lieber treuer Freund meines Bruders als ein Bild, das mit dem nächsten Klick entfernt werden kann. Und ab sofort helfe ich lieber meinen bedürftigen Nachbarn als dass ich mich weiterhin über die Ungerechtigkeiten dieser Welt empöre. Ich will mich nicht länger über Menschen ärgern, ich will mich an Gott erfreuen und ihm von Herzen dienen!

Facebook ist je intensiver die Nutzung, desto mehr eine virtuelle Müllhalde die durch den Bildschirm stinkt. Geschätzt sind sicher mehr als 80% für den Nutzer uninteressant bis unappetitlich, dazu kommt immer mehr Werbung und der Rest sind unverschämte Kommentare von links und rechts bei denen man sich fragt, aus welchem Loch ihre Urheber gekrochen kamen. Genauso ist Twitter im Großen und Ganzen ein einziger Meckerkasten. Hier und da ein wertvolles Wort, aber man muss schon suchen und in der Regel kommen die erbaulichen Zitate von den lange Verstorbenen. Kein Wunder, die hatten damals noch Zeit zum Nachdenken bevor sie mit dem Reden anfingen.

Vor Obama und seinen Spionen habe ich keine Angst, das muss dazu gesagt werden. Sollen Obama, Merkel & Co. doch kommen. Ich fürchte Gott allein. Schönen Gruß #NSA #BND

Du willst etwas verändern? Dann bete und diene!

Die allgemeine Informationsflut gab uns damals Anlass, die vielen Internetbeiträge zu filtern und in einem Pressespiegel gut dosiert in täglichen Portionen anzubieten. Das Internet ist nur leider nicht Zeltmacher sondern Facebook und Google. Wer die Disziplin besitzt, seinen Internetkonsum zu begrenzen, der wird auch auf Zeltmacher verzichten können. Wer nicht, dem ist auch mit Zeltmacher nicht gedient. Es ist dann nur eine weitere Seite unter den viel zu vielen:

»Das gedruckte Wort verliert langsam an Kraft, es wächst die Zahl derer, die durch zu viele Informationen nicht mehr informiert sind. … Es ist selten klar, ob uns Wissen orientiert oder verwirrt. Wir vergessen gern: Gemessen an der weltweiten Wissensexplosion werden auch die Wissbegierigsten und Lerneifrigsten unter uns täglich dümmer. Und wir denken selten daran, dass es auch eine Überdosis Wissen gibt, die giftig sein kann.« (Quelle)

Und hier ist der nächste Selbstbetrug: Der Blogbetreiber nimmt seine Beiträge viel zu ernst und denkt, sein Geschreibe würde nicht untergehen. Vielleicht wird es sogar gelesen aber morgen, spätestens übermorgen wird es von der Flut überrollt und vergessen sein. Jedenfalls außerhalb der „Medien für die Massen“. Nicht einmal die großen christlichen Dienste werden heute noch wirklich wahrgenommen. Wenn die Heiden eine christliche Meinung hören wollen, fragen sie Nikolaus Schneider oder Margot Käßmann. Von der Welt wurden sie eingesetzt und im Gegenzug erzählen sie der Welt, was sie hören will. Was wollen die Gottlosen noch mehr? Einen Popstar? Dazu haben sie den Papst.

In Korea habe ich gesehen und gelernt, was – und wer – wirklich Veränderung bewirken kann und auch tatsächlich bewirkt: Geschwister, wir müssen beten! Damit meine ich mehr als den täglichen Lotterie-Vers und zum Essen ein „Komm-Herr-Jesus-sei-unser-Gast“. Stattdessen Stunden und Zeiten in der Stille mit dem Höchsten, echte Konzentration auf sein Wesen, auf seine Macht und Herrlichkeit, seinen Ratschluss, seine Pläne und Möglichkeiten, auf seine Verheißungen und ein herzliches Ringen das mit Jakob spricht: „Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn.“

Dieser Segen möge dann im Kleinen zu unserem Nachbarn fließen. Durch den hingebungsvollen Dienst am Menschen, der auf Selbstlosigkeit anstatt auf Selbstdarstellung basiert. Sollen die Heiden sich doch versammeln und dann jeder für sich auf sein iPad glotzen, wir bewahren unseren Blick für den Sünder, bieten ihm Vergebung und das neue Leben in Christus.

Zum Schluss ein herzliches Danke!!

Die Zeltmacher Nachrichten sind damit – in der bisherigen Form – beendet. Ganz ausdrücklich möchte ich mich bei denen bedanken, die in Wort und Tat hinter dieser Arbeit standen und zum Gelingen mit beigetragen haben. Über jede auch noch so kleine Unterstützung haben wir uns sehr gefreut. Zwei haben sogar regelmäßig gespendet und wir bleiben in Kontakt, andere haben unregelmäßig gespendet und waren z.T. auch recht großzügig – DANKE, mir fehlen die Worte!!

Ich schreibe das auch weil es – anders als damals – mir hier wirklich nicht um die finanzielle Seite geht. Ich höre mit dem Pressespiegel nicht auf, weil wir etwa mehr Geld verdienen müssten und über Zeltmacher nicht viel zu verdienen ist. Letzteres stimmt zwar, aber über unseren Missionsverein und durch das Gewerbe nebenbei sind wir mittlerweile tatsächlich ausreichend versorgt und aufgrund prägender Erfahrungen mit Gott auch im tiefen Frieden in dieser Hinsicht.

Alles hat seine Zeit. Die Zeit ist gekommen, mich aus dem Internet zu verabschieden und mit aller Kraft und Liebe den Menschen das Evangelium zu predigen, sie zu lehren und zu taufen. Möge der HERR diese Entscheidung segnen.

Maranatha!

 

PS: Die besseren Beiträge bleiben langfristig erhalten, beide Webseiten (Nachrichten & Bücher) inkl. der vielen Links und Tags werden weiterhin gepflegt (Update: Seit 2014 zusammengefasst auf der einen Seite Zeltmacher.eu).

Rezensionen und theologische Artikel werden in unregelmäßigen Abständen ergänzt. Wer weiterhin für die verfolgten Christen beten möchte, der möge den Newsletter von Open Doors abonnieren. Wer sich für die Missionsbeiträge interessiert hat, der trage sich bei New Tribes Mission ein.