Der Tod des Gewissens in Gelsenkirchen

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Gelsenkirchen – Es sind Meldungen, die schockieren und nach Antworten schreien. Wer tut so etwas? Wie kann eine Gesellschaft dazu kommen, dass „drei kräftig gebaute Männer“ – am 01.12.2016, gegen 15:30 Uhr (!) – einer 84-jährigen Seniorin folgen, sie  von ihrem Rollator prügeln und dann ihre Tasche klauen? Waren es vielleicht dieselben drei, die bereits im Sommer – am 25.05.2016, um 14.00 Uhr (!) – eine 47-jährige Rollstuhlfahrerin bedrohten und ihr das Handy wegnahmen? Was sind das für Menschen? Mir fallen Bibelstellen dazu ein:

„Wenn die Grundfesten eingerissen werden, was soll der Gerechte tun?“

– Psalm 11:3

Grundfeste sind, Gott zu fürchten, den Menschen zu lieben oder ihn wenigstens in Ruhe zu lassen. Sogar das Kriegsrecht gebietet den Schutz von Zivilisten. Das sind ungeschriebene Gesetze, in unser Herz gepflanzt, eine Verbindung von Mensch zu Mensch durch Anstand und Gewissen. So etwas „tut man nicht“. Was aber soll man machen, wenn das nicht mehr gilt?

„Errette mich, Herr, von dem bösen Menschen; vor dem Gewalttätigen bewahre mich!“

– Psalm 140:2

Kein Mensch kann vor solcher Gewalt retten. Keine Polizei kann da schützen, keine noch so gute Kunst der Selbstverteidigung kann mich bewahren. Wer am hellichten Tag am öffentlichen Ort oder vor der eigenen Haustür derart überfallen wird, war schlicht „zur falschen Zeit am falschen Ort.“ Vor beidem kann nur Gott allein bewahren, wir leben in der Abhängigkeit von Ihm allein und stellen auch unsere völlig schutzlosen Kinder unter den alleinigen Schutz des Höchsten.

„So sann ich denn nach, um dies zu verstehen; aber es war vergebliche Mühe in meinen Augen – bis ich in das Heiligtum Gottes ging und auf ihr Ende achtgab.“

– Psalm 73:16f.

Es ist ein großer Trost, an einen gerechten Gott zu glauben. Nicht, dass wir schuldlos wären. Nein, wir brauchen alle Vergebung. Wer aber nicht umkehrt, seine Sünden nicht bekennt, sondern gewalttätig lebt bis zu seinem Tod, der wird schließlich vor dem höchsten Richter stehen, sich verantworten müssen und seine ewige Strafe bekommen. Nicht wir müssen uns rächen und auf Strafe sinnen, sondern bei Gott ist Gerechtigkeit, Strafe und Rache.

„Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: »Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr«. »Wenn nun dein Feind Hunger hat, so gib ihm zu essen; wenn er Durst hat, dann gib ihm zu trinken! Wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.« Laß dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse durch das Gute!“ – Römer 12:19-21

Beten wir für unsere Feinde, für diese Gewalttäter. Und vertrauen wir auf Gott.

 

Bild: Phantombild aus Jena, Symbolfoto // otz.de