Die Folgen der Abtreibung

Traene

Frauen trauern noch Jahre nach einer Abtreibung

Viele Frauen haben noch Jahre nach einer Abtreibung intensive Trauergefühle. Teilweise leiden die Betroffenen auch unter Depressionen und Angsterkrankungen. Das berichtet die Psychiaterin Prof. Anette Kersting, Direktorin der Leipziger Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Ausgabe 29. Juni). Die Wissenschaftlerin hat sich in mehreren Studien mit Frauen befasst, die ihr Kind aufgrund einer Fehlbildung oder eines genetischen Defekts abtreiben ließen.

Kersting zufolge können schmerzliche Verlustgefühle bei den Müttern mehrere Jahre nach dem Abbruch noch genauso stark sein wie direkt nach dem Eingriff. Viele Mütter entwickelten während der Schwangerschaft eine immer intensivere Beziehung zu ihrem Kind hielten und eine Art Zwiesprache mit dem Baby. Darum werde der Abbruch einer fortgeschrittenen Schwangerschaft traumatisierender empfunden als eine frühe Ausschabung unter Narkose.

Nach Kerstings Beobachtung spielt beim Trauerverlauf auch die Religiosität der Eltern eine Rolle. Die Verarbeitung der Trauer hänge beispielsweise davon ab, ob man „an einen eher milden und tröstenden Gott“ glaube oder an einen strengeren. Der größte Teil der Frauen gab auf spätere Nachfrage an, sich in einer ähnlichen Situation wieder für einen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden.

– Quelle: idea im Juli 2011

 

 

Die ZEIT warnt vor seelischen Folgen der Abtreibung

Unter dem Titel “Tabu Abtreibung” veröffentlichte die linksliberale Wochenzeitung ZEIT(-online) vom 3.8.2012 einen – für ihre Verhältnisse – erstaunlich kritischen Artikel über Abtreibung und ihre seelischen Folgen für betroffene Frauen. Schon eingangs wird festgestellt: “Schwangerschaftsabbrüche sind zwar möglich, aber längst nicht unproblematisch. Denn viele Frauen lassen der Trauer keinen Raum. Sie fühlen sich schuldig und allein.“

Die Redaktion berichtet von einer Susanne M., die vor sechs Jahren ihr Kind abtreiben ließ und wenig später in einer Art Panikattacke einen Selbstmordversuch unternahm. Auch danach litt die junge Frau unter ihrer Entscheidung: “Es ist ein kleiner Eingriff mit großen Folgen. Ich habe mich nach dem Abbruch sehr verändert. Ich hatte über Jahre Schlafstörungen, weinte aus heiterem Himmel, lebte wie ein Roboter.”

Zudem heißt es in dem Artikel der ZEIT: “Ein weiteres Problem ist, dass nach dem Abbruch die Frauen und Männer meist allein mit ihrer Entscheidung sind. Abtreibungen sind legal, und doch spricht fast niemand öffentlich darüber. Über Todesfälle in der Familie können Hinterbliebene reden. Für Eltern, die eine Fehl- oder Totgeburt erlebt haben, gibt es Hilfsgruppen. Gruppen für Abtreibungen gibt es so gut wie nicht. Und die, die existieren, werden kaum angenommen.”

Baby

Eine Betroffene schildert ihr Dilemma: “Meine Kinder haben mich danach immer wieder gefragt: Mama warum weinst Du? Ich konnte es ihnen nicht sagen”, berichtet sie. Erst der Kontakt zu anderen betroffenen Frauen in einem Verein, der Menschen zusammenbringt, die abgetrieben haben, bot ihr den Austausch, den sie brauchte.

Die Redaktion verlinkt in diesem Abschnitt sogar direkt zur Selbsthilfegruppe RAHEL, einer Initiative abtreibungsgeschädigter Frauen, die seit Jahrzehnten vor Abtreibungen warnt. Am Schluß kommt nochmal Susanne M. zu Wort: “Es ist etwas anderes als eine Fehlgeburt, ich habe die Entscheidung getroffen, ich habe Schuld am Tod meines Kindes”.

Die ZEIT fügt hinzu: Auch andere Frauen fühlen sich so nach der Abtreibung schuldig, viele schweigen deshalb. Susanne M. redet heute öffentlich über ihren Abbruch und engagiert sich dafür, dass auch in Schulen über das Thema gesprochen wird. “Abtreibungen gibt es überall, in jeder Schicht, in jeder Altersgruppe, in jeder Religion. Sie hinterlässt immer Spuren.”

– Quelle: Kultur und Medien // Bild: ©pixelio/Christian v.R.

 

Es ist was es ist – der Tod

Das Trauma der Frauen wird viel zu oft unter den Teppich gekehrt. Ich habe lange als Rettungssanitäter gearbeitet, und immer wieder Fälle erlebt, wo Frauen viele Jahre nach einer Abtreibung deswegen psychisch völlig im Eck waren. Und was ich von Kollegen gehört habe, waren das keineswegs nur statistische Ausreisser, dass nur zufällig ich diese Fälle hatte. Die meisten anderen hatten auch solche Fälle im Gedächtnis.

Wenn man einmal so eine Mitt- bis Endfünfzigerin erlebt hat, alleinstehend, geschieden… schwerste Depressionen, und die Rettung bringt sie dann mitten in der Nacht auf eigenen Wunsch wegen Suizidgefahr auf die Psychiatrie… die ganze Zeit redet sie von „ihrem Kleinen“, dass sie vor 25 Jahren „wegmachen“ hat lassen, wegen der Karriere, und weil der damalige Mann keine Kinder wollte… und in der Wohnung hängen überall irgendwelche Babybilder, die sie von Bekannten sammelt… das dreht einem als Sanitäter den Magen mehr um, als irgend ein Unfall, wo alles voller Blut ist. Mir zumindest. Blut ist vergleichsweise (fast) egal, dagegen kann man etwas tun. Dazu sind wir Sanis da. Verbände anlegen, Schienen, der Notarzt kann Schmerzmittel geben. Aber so etwas? Da blickt man dann in einen Abgrund, und in einen totgeschwiegenen auch noch. Denn offiziell gibt es das ja alles nicht wirklich. Abtreibung ist schliesslich cool, und für die moderne Frau eine Selbstverständlichkeit!

– Kommentar unter „USA: Die Horrorklinik des Doktor Gosnell