Die Lehre der Mormonen

Chor_Mormonen

„Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“

Unlängst kamen zwei gut gekleidete Menschen an meine Haustür, die mit mir ein Gespräch über geistliche Dinge anfingen. Nach einiger Zeit merkte ich, dass es Mormonen waren. Dieses Bild werden viele Leser wieder erkennen, die sich an eine solche Begegnung erinnern und sich seither fragen: Was sind die Mormonen genau und was lehren sie? Halten sie am Evangelium fest? Kann ich sie als Menschen betrachten, die errettet sind? Wir möchten gern versuchen, in gedrängter Kürze eine Antwort auf diese Fragen zu geben.

Die Mormonen stellen eine Sekte dar, die um 1830 in den Vereinigten Staaten entstanden ist. Einige Jahre später nannten sie sich „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“, was auch heute noch ihr offizieller Name ist. Den Namen „Mormonen“ haben sie dem „Buch Mormon“ zu verdanken, von dem ihr Begründer Joseph Smith behauptete, es auf mysteriöse Weise gefunden zu haben. Diese Schrift wird von ihnen als heilig und autoritativ betrachtet, mehr noch als die Bibel selbst!

Leider sind die groben Irrlehren und falschen Lehren dieser inzwischen beinahe überall verbreiteten Sekte so zahlreich, dass wir uns auf einige davon beschränken müssen.

1. Sie lehren, dass der Herr Jesus im Lauf der Zeiten ein Gott wurde und leugnen somit auf lästerliche Weise seine ewige Gottheit, die in der Heiligen Schrift viele Male bestätigt wird. Denken wir zum Beispiel an folgende bekannte Bibeltexte: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott … Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns“ (Johannes 1,1.14). Lies auch Johannes 8,58; Johannes 12,41 in Verbindung mit Jesaja 6,1-10; Matthäus 3,3 in Verbindung mit Jesaja 40,3; Römer 9,5; Hebräer 1,8-12; 1.Johannes 5,20; Offenbarung 22,12.13.20.

2. Sie lehren, dass Gott viele Söhne hat, unter denen der Herr Jesus einer ist, zu denen aber auch die Engel gehören, die „Söhne Gottes“. Hierbei sind auch die gefallenen Engel inbegriffen. Sie haben die abscheuliche, satanische Vermessenheit, zu behaupten, dass der Herr Jesus und die Engel in demselben Sinn „Söhne Gottes“ und daher Brüder seien! Kolosser 1,16 sagt jedoch: „Denn durch ihn sind alle Dinge geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alle Dinge sind durch ihn und für ihn geschaffen.“ Alle Engel sind also durch Ihn geschaffen und müssen Ihm als seine Diener gehorchen, Ihn loben und anbeten (Psalm 103,19-21; Hebräer 1,6.7.14).

3. Sie verkündigen, dass der Herr Jesus nicht von einer Jungfrau geboren sei und dass Er nicht vom Heiligen Geist, sondern von Gott dem Vater gezeugt worden sei. In Matthäus 1,20 sagt der Engel jedoch zu Joseph: „Fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen, denn das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geist.“

4. Sie behaupten, dass der Herr Jesus verheiratet gewesen sei; hierfür ziehen sie die Hochzeit in Kana heran (Johannes 2). Ja, was noch schlimmer ist: Sie lehren sogar, dass Er mehr als eine Frau gehabt hätte; hiermit verteidigen sie ihre Lehrauffassung der Polygamie, der gleichzeitigen Ehe mit mehr als einer Frau. In Johannes 2,2 steht: „Es war aber auch Jesus mit seinen Jüngern zu der Hochzeit geladen.“ Sehr deutlich sehen wir, dass der Herr Jesus als Gast eingeladen war. Auch lesen wir in 1. Mose 2,24; 5. Mose 17,17; Matthäus 19,4-6; 1. Tim. 3,2.12 usw., dass es widersprüchlich ist, mehrere Frauen zu haben.

5. Obwohl sie behaupten, an Jesus Christus als ihren Erlöser zu glauben, hängt ihre Errettung ihrer Lehre zu folge nicht ausschließlich und allein von Ihm und seinem Erlösungswerk ab; Letzteres sei vielmehr die Basis, aufgrund derer man hernach durch das Halten von Gesetzen und Satzungen errettet werden könne.

Die Schrift sagt jedoch: „Und es ist in keinem anderen das Heil, denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel, der unter den Menschen gegeben ist, in dem wir errettet werden müssen“ (Apostelgeschichte 4,12). „Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittels des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme“ (Epheser 2,8-9; lies den ganzen Abschnitt von Epheser 2, 1-10).

6. Joseph Smith, der Begründer dieser Sekte, beansprucht mindestens dieselbe Stellung wie der Herr Jesus. Ohne ihn und seine „Wiederentdeckung von Wahrheiten sei keine Rettung möglich. Die Schrift sagt jedoch: „Denn Gott ist einer, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gab als Lösegeld für alle“ (1. Timotheus 2,5-6)

7. Sie lehren, dass es bestimmte Sünden gebe, die „außerhalb der Reichweite“ des Sühnopfers Christi lägen; mit anderen Worten: Das Blut Jesu Christi reinigt nicht von allen Sünden. Die Schrift sagt jedoch: „Wenn wir aber in dem Licht wandeln, wie er in dem Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde“ (1.Johannes 1,7).

In der Tat können wir auch in Bezug auf die Mormonen die Worte des Apostels Paulus zitieren: „Wenn aber auch unser Evangelium verdeckt ist, so ist es in denen verdeckt, die verloren gehen, in denen der Gott dieser Welt den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit ihnen nicht ausstrahle der Lichtglanz des Evangeliums der Herrlichkeit des Christus, der das Bild Gottes ist.“ (2. Korinther 4,3-4).

Unserer Meinung nach wird aus dieser kurzen Untersuchung überdeutlich, dass die Mormonen in Wirklichkeit das Evangelium der Bibel nicht kennen und nicht verkündigen und dass sie die fundamentalen Wahrheiten des Christentums leugnen. Deshalb können wir sie nicht als Menschen betrachten, die errettet sind. Ja, was noch schlimmer ist: Wir müssen sie als Menschen sehen, die eine fundamentale Irrlehre bringen. Sie sind in Wirklichkeit leider falsche Propheten und Verführer und Antichristen. Für jeden wahren Christen gilt darum die ernste Ermahnung:

„Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, dieser hat sowohl den Vater als auch den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht. Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken“ (2. Johannes 9-11).

Verharren Sie im Gebet für diese gottlosen und ungläubigen Menschen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat. Geben Sie ihnen, wenn möglich, ein Traktat mit der deutlichen Botschaft des Evangeliums, damit sie durch die Gnade unseres großen Heiland-Gottes zur Erkenntnis der Herrlichkeit unseres Heilands und Herrn Jesus Christus kommen und auf ewig gerettet werden möchten. Aber in Bezug auf ihre Botschaft gilt mit Nachdruck: Wenden sie sich von diesen falschen Lehrern ab!

„Ihr nun, Geliebte, da ihr es vorher wisst, so hütet euch, dass ihr nicht, durch den Irrwahn der Frevler fortgerissen, aus eurer eigenen Festigkeit fallt. Wachst aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Ihm sei die Herrlichkeit, sowohl jetzt als auch auf den Tag der Ewigkeit! Amen.“ (2. Petrus 3,17-18).

 

– Text: VdHS // Bild: Chor der Mormonen, Wikimedia/Public Domain