Die Mormonen

Mormonen-Tempel

Frage: »Hat Gott einen Körper von Fleisch und Bein?« Erscheint diese Frage seltsam? Nun, es gehen in Deutschland Missionare einer Sekte von Haus zu Haus, die behaupten, dass Gott einen Körper von Fleisch und Bein habe. Womit sie das begründen? Sie sagen, in der Bibel stehe geschrieben, dass Gott den Menschen zu seinem Ebenbild geschaffen hat. (1. Mose 1, 27) – Da der Mensch einen Körper von Fleisch und Bein habe so schließen sie, müsse auch Gott einen solchen Körper hoben. Sie übersehen dabei, dass die Ebenbildhaftigkeit sich nicht auf den Leib des Menschen, sondern auf den Geist bezieht! 1. Mose 2, 7; Epheser 4, 23f.

»Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.«

– Johannes 4, 24

Zur Entstehungsgeschichte der Mormonen

Wer sind diese Leute, die mit solchen wunderlichen und typisch sektiererischen Behauptungen Verwirrung unter die Christen bringen? Es sind die Anhänger der sogenannten »Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage«. Sie bekannt unter dem Namen »Mormonen«.

Ihre »Kirche« wurde gegründet von dem Farmerssohn Jospeh Smith (1805 – 1844) aus Sharon (USA). Er behauptete, dass ihm 1823 ein Engel mit Namen Moroni erschienen sei, der ihm in einem Hügel Cumorah im Staate New York eine Anzahl goldener Platten zeigte, die – mit einer Art ägyptischer Hieroglyphen beschrieben – von der angeblichen Besiedlung Amerikas durch die Nachkommen des biblischen, israelitischen Stammes Joseph berichteten. Mit einer dabeiliegenden Prophetenbrille (»Urim und Thummim«) will er dann die ihm völlig unbekannte Schrift übersetzt haben.

Der Inhalt wurde zum »Buch Mormon«, das von den Mormonen als heiliges Buch der Bibel gleichgestellt wird. Am 6. April 1830 wurde die »wiederhergestellte Kirche Jesu Christi« gegründet, die 1838 den oben genannten Namen annahm. Verfolgungen zwangen die Gemeinschaft zum Ausweichen nach dem Westen der USA, wo sie nach mehreren Stationen am Großen Salzsee den Staat Utah mit der Hauptstadt Salt Lake City gründeten.

Joseph Smith hatte auf Grund einer angeblichen göttlichen Offenbarung die Vielehe eingeführt. – Sein Nachfolger Brigham Young hatte 28 Frauen und 56 Kinder. – Diese wurde jedoch im Jahre 1890 auf Verlangen der USA-Regierung offiziell aufgehoben. Fälle heimlicher Vielehe kommen jedoch immer wieder vor. Die Mormonen werben heute überall in der Welt für ihre Sache.

Was lehren die Mormonen?

Sie sehen ihre Gemeinschaft als die in den letzten Tagen vor der Wiederkunft von Jesus Christus erneuerte Urkirche an. Sie bekennen sich in ihren 13 Glaubensartikeln zu Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist; aber ihre Gottesvorstellung weicht von der der meisten anderen christlichen Konfessionen erheblich ab. Neben Gott gibt es viele Götter. – Das große Gesetz des Fortschritts ist das Zentrum ihres Glaubens. Alles hat sich entwickelt und wird sich in ständigem Fortschritt weiterentwickeln in Zeit und Ewigkeit. Auch Gott hat sich aus einem Keimzustand entwickelt, und der Mensch ist so entwicklungsfähig, dass er einmal werden kann wie Gott.

Der Fall Adams war notwendig; denn ohne ihn gäbe es nicht den ungeheuren Fortschritt in der Welt. – Das Sühnopfer von Jesus Christus erlöst ausnahmslos alle Menschen von Erbsünde und Tod. – Die Vergebung für die persönlich begangenen Sünden aber ist abhängig vom »Befolgen der Gesetze und Verordnungen des Evangeliums«. Diese Gesetze sind: Glaube, Buße, Taufe durch Untertauchen und Auflegen der Hände für den Empfang der Gabe des Heiligen Geistes. Die »Sieglung« durch den Mormonenpräsidenten bewirkt den Fortbestand der Ehe auch über den Tod hinaus.

Was sagt die Bibel zu den Lehren der Mormonen?

Eine kleine Gegenüberstellung mag zeigen, wie sehr der Geist der Mormonenlehren dem der Heiligen Schrift widerspricht

• So lehren die Mormonen:

»Gott hat einen Körper von Fleisch und Bein. Er ist ein gestaltetes Wesen wie wir, die wir jetzt im Fleische sind!«

– Joseph F. Smith, Evangeliumslehre, Seite 46

• Das bezeugt die Bibel:

»Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.«

– Johannes 4, 24

• So lehren die Mormonen:

»Gott selbst war einst, wie wir jetzt sind. Er ist ein erhöhter Mensch.«

– Lehren des Propheten J. Smith, Seite 241

• Das bezeugt die Bibel:

»Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.«

– Psalm 90, 2

»Dir (Gott) ist nichts gleich.«

– Psalm 40, 6

• So lehren die Mormonen:

»Die Lehren von der Mehrheit von Göttern ist genauso biblisch wie irgendeine andere.«

– Lehren des Propheten J. Smith, Seite 260

• Das bezeugt die Bibel:

»lch aber bin der Herr, dein Gott … und du solltest ja keinen andern Gott kennen denn mich und keinen Heiland als allein mich!«

– Hosea 13, 4

»… e i n Gott und Vater unser aller …«

– Epheser 4, 6

• So lehren die Mormonen:

»Durch die vollkommene Verordnung der Eheschließung, wie sie die Kirche vorschreibt, werden Mann und Frau unter Bund und Pflichten gegenseitiger Treue gestellt, nicht bloß ´bis der Tod euch scheidet´, sondern für Zeit und alle Ewigkeit.«

– Die Glaubensartikel, Seite 463

• Das bezeugt die Bibel:

Jesus Christus spricht: »Denn in der Auferstehung werden sie weder heiraten noch sich heiraten lassen, sondern sie sind wie Engel im Himmel!«

– Matthäus 22, 30

Erklärung: »Die Auferstehung bedeutet eine ganz neue Seinsweise… die Engel durchleben keine Geschichte nach irdisch-menschlichem Zeitverlauf, und so gibt es für sie keinen Wechsel der Generationen, keine Ehe, keine Nachkommen…« – Prof. Julius Schniewind

So lehren also die Mormonen gegen Wort und Geist der Bibel. Sie berufen sich dabei auf »göttlichen Offenbarungen«, welche ihr »Prophet« Smith gehabt haben will. Welcher Art diese angeblichen Offenbarungen sind, mag folgendes Beispiel zeigen.

• So lehren die Mormonen:

»Offenbarung, gegeben dem Propheten Joseph Smith, zu Nauvoo, Illinois, niedergeschrieben am 12. Juli 1843, betreffend den neuen und ewigen Bund, einschließlich der ewigen Dauer des Ehebündnisses und einer Mehrzahl von Frauen … Wenn ein Mann eine Jungfrau heiratet und wünscht noch eine andere zu heiraten, und die erste gibt ihre Einwilligung dazu, und wenn er dann auch die zweite heiratet und sie Jungfrauen sind und haben keinem andern Mann ein Gelübde gegeben, dann ist er gerechtfertigt … Und wenn ihm durch dieses Gesetz zehn Jungfrauen gegeben werden, so kann er doch keinen Ehebruch begehen, denn sie gehören ihm und sind ihm ergeben.«

– Lehre und Bündnisse, Abschnitt 132, 61 und 62

Da aber die Frau des »Propheten, Emma Smith, mit der Vielehe ihres Mannes anscheinend nicht einverstanden war, wurde ihr durch Joseph Smith folgende »göttliche Offenbarung« zuteil: »Und ich (Gott) gebiete meiner Magd Emma Smith, bei meinem Diener Joseph zu bleiben und ihm anzuhangen und keinem andern. Wenn sie aber dieses Gebot nicht befolgt, soll sie vernichtet werden, spricht der Herr; denn ich bin der Herr, dein Gott, und werde sie vernichten, wenn sie nicht in meinem Gesetz verbleibt!«

– Lehre und Bündnisse, ebd. 54

• Das bezeugt die Bibel:

Wir fragen: Ist das nicht Missbrauch des Namens Gottes? – Wenn das aber wirklich eine Offenbarung Gottes von ewiger Gültigkeit sein sollte, wie konnte dann der Mormonenpräsident Woodruff 1890 die Vielehe wieder aufheben? Müssen die Mormonen (wenn sie wirklich an die Gültigkeit der Offenbarung ihres »Propheten« Smith glaubten) hier nicht um jeden Preis Widerstand leisten, wenn der Staat etwas von ihnen forderte, was gegen den (angeblichen) Willen Gottes war, so wie es einst die Jünger des Herrn getan hatten: »Man muss Gott mehr gehorchen denn den Menschen!« (Apostelgeschichte 5, 29) So scheint ihr Glaube an die Echtheit und den Wert der Offenbarungen, die sie in so reichem Maße zu haben vorgeben, nicht allzu groß zu sein.

• So lehren die Mormonen:

Uns aber muten sie zu – von Haus zu Haus gehend -, ihre »Kirche« als die einzige wahre »Kirche« Jesu Christi anzusehen. Seit der Zeit der Urkirche gab es nach ihrer Ansicht überhaupt keine richtige Kirche Jesu Christi. Die ganze Christenheit war in Dunkel und Irrtum versunken, bis Joseph Smith kam:

»Joseph Smith, nun zum Prophetenamt berufen, empfing Offenbarungen auf Offenbarungen, welche die dunklen Irrtümer vertrieben, die sich in den christlichen Glauben eingeschlichen hatten während der langen Jahrhunderte, als keine göttliche Vollmacht auf Erden vorhanden war und keine Stimme aus dem Himmel sprach. Jetzt war die Menschheit wieder im Besitz des wahren Zweckes und der wahren Methoden des Evangeliums… Licht strahlte in die Finsternis hinaus und zeigte klar den Weg zur Glückseligkeit …«

– Flugblatt »Die Wahrheit wiederhergestellt«

• Das bezeugt die Bibel:

Nein, wir glauben nicht, dass uns die Mormonen »klar den Weg zur Glückseligkeit« zeigen können. Dieser Weg ist allein der biblische Jesus Christus, in dem uns die volle und ausreichende Offenbarung Gottes zum Heil und Frieden des Menschen gegeben ist.

Wer es wagen kann, gleichwertend neben die Bibel ein Buch wie das Buch »Mormon« zu stellen, hat gewiss wenig vom Geist Gottes empfangen! Im Buch »Mormon« finden wir ein Gemisch von verschiedenartigen Bestandteilen, die zum Teil aus der Bibel abgeschrieben wurden, zum anderen ungenießbare, langweilige Phantastereien sind, welche niemand ernst nehmen kann, der noch die Fähigkeit zu selbständigen Denken hat.

Wir dürfen uns nicht beeindrucken lassen durch das Auftreten der Mormonenmissionare, wenn sie an unsere Türen kommen! Jesus Christus hat gesagt: »Seht euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.« Matthäus 7, 15 – »Sehet zu, dass euch nicht jemand verführe!« Markus 13, 5

 

Literatur:
Pastor Günther Siedenschnur, in Verlag »Kirche und Mann«, Gütersloh