Erklärung zur „Volxbibel“ – Gott läßt sich nicht spotten

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„Irrt euch nicht: Gott läßt sich nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten.“

– Galater 6,7

Mitte September 2008 erschien laut TOPIC 10/2008 eine Neuausgabe der „Volxbibel“ (NT) mit über 8.000 Textänderungen. Inzwischen ist auch das Alte Testament in dieser lästerlichen Verfälschung erschienen. Der Herausgeber Martin Dreyer behauptete, inzwischen kämen keine kritischen Rückmeldungen mehr und er habe sich mit vielen Kritikern ausgesöhnt. Aus diesem Anlaß möchten wir die 2006 erschienene „Erklärung zur Volxbibel“ noch einmal bekräftigen und betonen, daß es viele gläubige Christen gibt, die – unabhängig von einzelnen kosmetischen Änderungen im Stil – das ganze Vorhaben einer „Bibel in der Jugendsprache“ ablehnen und nach wie vor dagegen protestieren. Wir werden gegebenenfalls auch auf die neue Ausgabe inhaltlich genauer eingehen, möchten aber deutlich machen, daß unser Protest gegen das ganze lästerliche Unternehmen „Volxbibel“ unverändert bestehen bleibt.

Im Dezember 2005 erschien ein Buch auf dem deutschsprachigen christlichen Buchmarkt, das keinem gläubigen Christen gleichgültig sein kann, der den Herrn Jesus und das Wort Gottes liebt. Es handelt sich um die sogenannte „Volxbibel“ – eine Übertragung des Neuen Testaments in den Jargon der modernen „Jugendszene“. Dieses Buch wurde hauptsächlich von Martin Dreyer verfaßt, dem Begründer der „Jesus Freaks“, einer charismatisch geprägten Jugendbewegung. Es geht u.a. auf „Weissagungen“ zurück, die Dreyer von Charismatikern bekam und nach denen er wie Matthäus berufen sei, die Bibel den Menschen von heute neu zu vermitteln. Die „Volxbibel“ wurde ursprünglich vom R. Brockhaus Verlag für die Veröffentlichung vorbereitet und dort im Herbst 2005 für den Buchhandel angekündigt. Als immer mehr Proteste gegen dieses Buch aufkamen, wurde dafür ein eig ener Verlag gegründet, um den Ruf des R. Brockhaus Verlages als „seriöser Bibelverlag“ nicht zu schädigen. Der „Volxbibel-Verlag“ ist aber unseres Wissens unter dem gemeinsamen Dach der „Stiftung Christliche Medien“ mit Brockhaus, Hänssler, Oncken, ERF und Bundesverlag zusammengeschlossen und z. T. auch personell verflochten.

Den Berichten zufolge entwickelt sich die „Volxbibel“ zu einem großen Verkaufserfolg. Dreyer bekam von Vertretern der „christlichen Popmusik“ einen Preis als „Künstlerpersönlichkeit des Jahres“. Einige Jugendliche scheinen von der „Volxbibel“ begeistert zu sein. Manche Christen beanstanden zwar die Sprache dieses Buches, meinen aber, es dennoch rechtfertigen zu können, weil damit angeblich fernstehende Menschen aus der Jugendszene für das Evangelium gewonnen werden könnten.

Doch unserer Überzeugung nach geht es hier um etwas ganz anderes. Mit der „Volxbibel“ ist ein geistlicher Dammbruch geschehen, der schwerwiegende Folgen haben wird, wenn wir uns dem nicht entschlossen entgegenstellen. Schon zuvor sind verschiedene moderne Übertragungen der Bibel „in die Sprache der Gegenwart“ erschienen, die eine bedenkliche Verflachung und Verwässerung der biblischen Botschaft mit sich brachten und Gottes Wort nicht mehr getreu und angemessen wiedergaben. Nun aber sind mit der „Volxbibel“ letzte, heilige Grenzen überschritten worden. Unter dem Vorwand einer „jugendgemäßen Sprache“ wurden bisher unvorstellbare Verzerrungen, Verfälschungen und Lästerungen in einem Buch veröffentlicht, das sich als „Bibel“ bezeichnet – und das von einer Verlagsgruppe, die als „evangelikal“ gilt.

Wir möchten hier nur einige wenige Beispiele anführen, um zu zeigen, wie Dreyer – und die für dieses Buch verantwortliche „Stiftung Christliche Medien“ – mit Gottes heiligem Wort und dem heiligen Gott selbst umspringen. Dabei können wir die schlimmsten Formulierungen gar nicht anführen, weil wir uns davor fürchten müßten, solche Lästerungen überhaupt wiederzugeben und damit die Leser zu beschmutzen und zu belasten.

** Aus den Seligpreisungen der „Bergpredigt“: „Gut drauf kommen die Leute, die abgehen, wenn Gott sein Ding durchzieht, weil Gott genau das tun wird. … Gut drauf kommen die Leute, die deshalb Ärger kriegen, weil sie das tun, was Gott von ihnen will. Sie werden mit Gott in seinem Land abhängen. Wenn ihr verar…t oder gelinkt werdet oder man Gerüchte über euch verbreitet wegen mir, dann könnt ihr darüber froh sein. Feiert und habt keine Angst, denn nach dem Leben werdet ihr dafür ganz fett absahnen.“

** Aus dem „Vaterunser“ in Mt 6,9-13: „Hey, unser Papa da oben! Du allein sollst auf dieser Welt ganz groß rauskommen! Du sollst hier das Sagen haben, auf der Erde genauso, wie es ja schon da oben im Himmel der Fall ist. … Und verzeih uns die Sachen, wo wir mal wieder Mist gebaut haben. … Denn dir ist doch nichts unmöglich, du hast die ganze Power und du sollst für immer unser Held sein. So passt es!“ Überall werden in ähnlicher Weise dem heiligen Sohn Gottes schmutzige, vulgäre, verkehrte Worte in den Mund gelegt, die sowohl Ihn als auch den Vater verlästern. Das schließt fast jede Spielart der Fäkalsprache ein.

** Aus dem Heilandsruf in Mt 11,25: „Und Jesus fing an vor allen mit Gott zu reden: ‚Hey Papa, du regierst über das ganze Universum. … Yes, Daddy, du hast Bock, daß es so passiert und nicht anders. Mein Papa hat mir den Joystick für diese Welt in die Hand gegeben. … Lasst mich der Boss in eurem Leben sein …’“. An ungezählten Stellen wird der heilige Gott entheiligt und jede Gottesfurcht zerstört und mit Füßen getreten. Die Worte, die dem Herrn in den Mund gelegt werden, sind flapsig, unrein, verdreht. Es ist ein anderer Jesus, der in der „Volxbibel“ unheimliche und perverse Aussprüche tut, die mit der heiligen, reinen Sprache der Bibel und des echten Herrn Jesus Christus nichts mehr zu tun haben.

** Immer wieder werden dem Herrn Jesus Verhaltensweisen unterschoben, die den Eindruck erwecken, unser Herr sei ein sündiger Mensch gewesen. So wird von Ihm behauptet, Er sei „sichtlich genervt“ (Joh 2,4) oder „super genervt“ (Mt 16,23) gewesen. In Joh 2,15 behauptet Dreyer: „Jesus rastete plötzlich total aus.“ In Joh 11,38 behauptet er. „Jetzt wurde Jesus erst richtig sauer … und dann brüllte er: ‚Lazarus, komm jetzt raus!’“. Auch hier sehen wir, daß es sich in der gefälschten „Volxbibel“ um einen anderen Jesus handelt als um den vollkommenen, sündlosen Sohn Gottes, den die echte Bibel bezeugt.

** Es ist nur folgerichtig, daß die ganze biblische Lehre vor allem der neutestamentlichen Briefe völlig verdreht und verfälscht wird. Es entsteht das Zerrbild eines perversen modernen Christentums, das mit dem biblischen, echten Glauben nichts mehr zu tun hat. Nur wenige Beispiele seien genannt: „Alle, die nach dem neuen Programm laufen, haben das Ticket in der Tasche, um in Gottes Familie dabei zu sein“ (Röm 8,14). „Und wen Gott dazu ausgecheckt hat, den hat er auch dazu gerufen, mit ihm ewig abzuhängen … Und wen er von seinem Dreck befreit hat, der weiß schon jetzt sicher, daß er mal ganz groß rauskommen wird“ (Röm 8,30). „Hey, eins muß euch doch echt klar sein: In Gottes Land hat keiner Platz, der nur auf Partyleben aus ist, der ständig feiern geht, ohne eine Grenze einzuhalten. Auch für Pornofans oder Geizkragen ist da nichts zu holen …“ (Eph 5,5). „Wir kämpfen ja nicht gegen Menschen … sondern gegen übernatürliche Mächte, gegen böse Geister, linke Bazillen aus einer parallelen Dimension, gegen die dunkle Seite der Macht, die diese Welt beherrscht“ (Eph 6,12). Hier verwendet Dreyer mit „parallele Dimension“ und „die dunkle Seite der Macht“ übrigens Begriffe, die aus dem Okkultismus und New Age abgeleitet sind und der Bibel völlig widersprechen!

Angesichts solcher dreisten Gotteslästerungen und Verkehrungen von Gottes heiligem Wort sind alle, die wirklich noch Gott fürchten und den Herrn Jesus lieben, aufgefordert, Stellung zu beziehen. Dieser Angriff auf Gott und Sein Wort darf niemand gleichgültig lassen, der noch bibeltreu ist. Der Herr achtet darauf, wie die Seinen reagieren, wenn solche frevlerischen Dinge in Seiner Gemeinde aufkommen. Wenn wir dies schweigend und gleichgültig hinnehmen, dann wird das Gericht am Haus Gottes (1Pt 4,17) nur noch schwerer ausfallen. Dieses Gericht äußert sich heute vor allem in einem Dahingeben früher bibeltreuer, klar stehender Gemeinden und Bewegungen in Lauheit, Weltförmigkeit und Verführung.

Wir sind der Überzeugung, daß die „Volxbibel“ das Werk eines irreführenden Geistes aus dem Abgrund ist, und daß diese lästerliche gefälschte Bibel einen anderen Jesus bezeugt als den, der sich in der echten Bibel offenbart hat (2Kor 11,4). Durch ein solches verfälschtes Werk kann nach unserer Überzeugung niemand zum wahren Glauben an den Herrn Jesus Christus geführt werden. Der wahre Heilige Geist, der den Herrn Jesus Christus verherrlicht, wird sich niemals mit solchen unheiligen, schmutzigen Abartigkeiten verbinden. Es ist für uns undenkbar, daß jemand, der den Heiligen Geist in sich hat, solche Perversitäten verfassen könnte. Aber in der heutigen, an Irreführungen reichen letzten Zeit gibt es leider viele, die sich „wiedergeborene Christen“ nennen und gar nicht wirklich wiedergeboren sind. Wir müssen erleben, wie ein verkehrtes, falsches „Christentum“ o hne Gottesfurcht und Heiligkeit sich ausbreitet, geprägt von Weltlichkeit, Unreinheit und ungehemmter Selbstverwirklichung. Hier müssen sich die Geister scheiden.

Wir sind entsetzt und empört darüber, daß eine angesehene, als „evangelikal“ geltende Verlagsgruppe dieses verdorbene Machwerk veröffentlicht hat. Letztlich trägt die geistliche Verantwortung für die Veröffentlichung der „Volxbibel“ wohl der kleine Kreis von Führungskräften, der die Verlagspolitik der „Stiftung Christliche Medien“ (SCM) leitet und trotz vieler Proteste beschlossen hat, diese Bibelverfälschung gewinnbringend zu vermarkten. Wir erinnern uns, daß schon vor einigen Jahren das ebenfalls offen gotteslästerliche Werk „Das Buch von Gott. Die Bibel als Roman“ herauskam. Die Verantwortlichen, die mit solchen Bestsellerprojekten die Abkehr vom biblischen Glauben und die Verführung zahlloser Leser fördern, sollen wissen, daß es noch viele Gläubige gibt, die so etwas entschieden mißbilligen.

Es sollte das Anliegen aller bibeltreuen Gläubigen sein, daß noch viele vor der „Volxbibel“ gewarnt werden und die geistlichen Gefahren erkennen, die insbesondere für die christlichen Jugendlichen entstehen, wenn sie darin lesen. Christliche Buchhändler und Büchertischverantwortliche sollten darauf hingewiesen werden, welche üblen Inhalte in diesem Werk vermittelt werden. Sie sollten auch wissen, daß es noch zahlreiche Gläubige gibt, die nicht mit der Verbreitung dieses verführerischen Machwerks einverstanden sind und es vorziehen, dort einzukaufen, wo noch gewisse geistliche Maßstäbe beim Vertrieb von Büchern beachtet werden.

Einige Christen haben bereits erklärt, daß sie nichts mehr von den Verlagen der „Stiftung Christliche Medien“ beziehen wollen, so lange dieser einflußreiche Verlagskonzern sich an der „Volxbibel“ bereichert. Andere haben ihren Protest gegen die „Volxbibel“ durch Briefe an den R. Brockhaus Verlag und die Stiftung Christliche Medien in Witten zum Ausdruck gebracht. Auch Unterschriftensammlungen an die SCM sind eine Möglichkeit. Wie auch immer der Einzelne sich in seinem Gewissen geleitet sieht, wir sollten auf besonnene, aber entschiedene Art deutlich machen, daß hier Grenzen überschritten wurden.

Insbesondere sehen wir die große Gefahr, daß durch den Einsatz der „Volxbibel“ in der Jugendarbeit Verführung und Glaubenszerstörung unter christlichen Jugendlichen verbreitet wird. Wir rufen alle Verantwortlichen für die christliche Jugendarbeit ernstlich auf, dieses Machwerk nicht zu empfehlen oder einzusetzen, sondern davor zu warnen. Dasselbe gilt für Gemeindeälteste, Prediger und Verantwortliche in christlichen Werken.

Möge der Herr uns noch die Kraft geben, dem Bösen zu widerstehen und Sein heiliges Wort noch mutig zu bezeugen, auch durch die Verbreitung guter wortgetreuer Bibelausgaben! Möge der Herr noch viele aufwachen lassen, damit sie erkennen, was in der heutigen Zeit Not tut!

 

1500 Unterschriften gegen die Volxbibel an SCM versandt

Brief_Volxbibel_SCM

Verflachung und Anpassung – Ein Leserbrief zur Aktion

Der Artikel zur Volxbibel und eure Unterschriftenaktion trifft ins Schwarze. Ich unterschreibe diese Liste hiermit auch. Selbst ohne Kritik an der Sprache ist es nicht angebracht, einem Volk durch Verflachung des Wortes Gottes entgegenzukommen, nur weil es die Sprache der Bibel angeblich nicht mehr versteht. Ich persönlich liebe die Luther-Übersetzung über alles und würde sie auch noch lesen, wenn sie in Frakturschrift geschrieben wäre.

Die Absurdität der Dreyerschen Argumentation, dass man das Wort Gottes der Jugend anpassen muss, nur damit sie es noch liest, wurde mir unlängst selbst klar: Wenn die Jugend mediengeschädigt ist und sich deswegen vom Wort Gottes abwendet, dann ist das Problem nicht die Bibel, sondern die Jugend. Was sich dann ändern muss, ist nicht die Bibel, sondern der Umgang der Jugend mit den Medien – und auch der Bibel. Dann sollen sie mal ihre Verflachungsgeräte abstellen und sich mal mehr mit dem Wort Gottes beschäftigen. Das hat Jesus auch getan. Er hatte übrigens keinen Fernseher, kein iPhone und kein Internet. Er hat gelebt was in Psalm 1 steht und hat Tag und Nacht über dem Wort Gottes verbracht – sonst hätte er die Kämpfe mit den Pharisäern und den Schriftgelehrten gar nicht führen können! Er kannte das Wort, und damals gab es noch keine Kapitel- und keine Verszählung! Die Bibel nun an das Niveau von Endzeit-Verführten anzupassen, ist einfach eine unglaubliche Sünde.

Der Glaube an Jesus ist ein Wort-Glaube. Aus dem Wort kommt die Kraft und das Wort Gottes hat Kraft – durch dieses Wort wurde das Universum geschaffen! Dieses Wort Gottes kann auch nicht zeitlich angepasst werden, wie viele behaupten, denn es bezieht seine Gültigkeit von jenseits der Zeit her. Allerdings kenne ich gute christliche Freunde, die auch das gerne relativieren. Meiner Ansicht nach muss aber die jeweilige Zeit versuchen, seine ursprüngliche Bedeutung jeweils zu wahren. Dreyer geht genau den entgegengesetzen Weg! Wollte man versuchen, die Bibel in möglichst flapsiger und despektierlicher Weise zu übersetzen, käme die Volxbibel heraus. Es ist der Versuch, dieses Wort eben nicht mehr in seiner Ursprünglichkeit zu belassen, sondern, so gut es nur geht, alles Normale aus ihr zu entfernen und es zu einer Sensationslektüre zu machen; weil die so schnell gelangweilte und durch die Medien verführte, sensationsgierige Jugend von heute sich sonst abwenden könnte. Zu deutsch: In ihr wird das heilige Wort Gottes zum unheiligen Menschenwort – und das angeblich nur, damit die Menschen wieder glauben lernen. Was für eine Verdrehung – aber sie liegt völlig auf der Linie unserer Zeit!

Es kann nur einen Weg geben, wie man die Bibel übersetzt oder ggf. überträgt: Mit höchstem Respekt vor diesem Wort, mit dem Anspruch, das geschriebene Wort möglichst unverfälscht wiederzugeben – was auch über Jahrtausende von vielen Menschen versucht wurde (Gott habe sie selig, wir sind heute die Nutznießer) – und zugleich mit dem Wunsch, bei jeder Übersetzung höchstmögliche Texttreue walten zu lassen (also ohne den Sinn zu verzerren). Selbst gottlose Theologen versuchen ja noch mittels Exegese zumindest die Lebenswelt und die Entstehung der Bibel nachzuvollziehen, damit man sie wenigstens von ihren Ursprüngen her verstehen kann. Nicht einmal das tut Martin Dreyer noch. Er geht über all diese Dinge hinweg, als hätte er es mit der Übersetzung eines Komiks zu tun.

Um es kurz zu machen: Unterhalb des sprachlichen Niveaus der Volxbibel kommt nur noch die reine Fäkal- und Gossensprache. Das aber ist eine unheilige Sprache.

– Tilman Striebel, per Email