Ein Kopte berichtet über Folter

Es gab eine zwanzigminütige Diskussion unter den Folterknechten darüber, wie jetzt mit mir verfahren werden sollte, weil sie sich nicht einig waren. Eine Gruppe wollte mich einfach töten und die anderen wollten mir noch einige Knochen brechen und mir diverse Wunden verpassen, damit man die Narben sehen könne. Dies solle ein Exempel für diejenigen statuieren, die gegen die Muslimbruderschaft demonstrieren wollen. Letztlich waren nur noch zwei Folterer im Raum und während diese anderweitig beschäftigt waren, gelang es mir, durch das Fenster zu fliehen. Ich kroch ungefähr eine halbe Stunde lang voran, bis ich wieder auf Menschen traf. Dann verlor ich das Bewusstsein und fand mich später im El-Hilal-Krankenhaus in Kairo wieder.

– Amir Ayad über seine Flucht nach 6 Stunden Folter / Berliner Gebetskreis