Homosexualität: Was sagt die Bibel?

Menschwerdung

Kann man Christ und homosexuell sein? Was sagt die Bibel zum Thema Homosexualität?

Homosexualität – ein Reizthema für die einen, Anlass zum Selbstmord für manche Betroffene, Profilierungsthema für Politiker und Nachfolger der ’68er Weltveränderergeneration. Das Spektrum der Meinungen reicht von bedingungsloser Verdammung über „Spielart der Sexualität“ bis zur Durchsetzung als gesetzlich anerkannte Lebensgemeinschaft. Sogar mit dem, was die Bibel über das Thema sagt, können sich „Seelsorger“ hoffnungslos verrennen und mit rohen, unverarbeiteten Bibelzitaten großen Schaden anrichten.

(1) Was ist mit „homosexuell“ gemeint?

Es ist wie mit den „zwei Paar Schuhen“: Das eine Paar wird gekauft und getragen, das andere Paar bleibt im Laden im Karton. Das erste Paar ist bei einer Wanderung schmutzig geworden. Das andere Paar im Karton ist noch tadellos. Es sind eben „zwei Paar Schuhe“.

Es gibt einen wichtigen Unterschied bei der Bezeichnung homosexuell, der durch diesen Begriff nicht erkennbar wird – nämlich, ob die Person sexuell enthaltsam lebt oder nicht. Im Folgenden nennen wir die sexuell Aktiven „homosexuell“, die Enthaltsamen „homophil“ – dem gleichen Geschlecht zuneigend, jedoch sexuell nicht aktiv.

Bei Jesus zählen Herz, Gedanken und Taten

Sowohl in der Bibel als auch im täglichen Leben gilt: der Mensch wird an seinen Taten und an seinen Worten gemessen. Jesus zählt auch die Gedanken, die Einstellung des Herzens hinzu. Die „Homophilen“ können deswegen nicht anders beurteilt werden als jeder andere Mensch mit irgendwelchen Besonderheiten oder Gebrechen.

(2) Was sagt die Bibel zur Homosexualität?

Was die Bibel zum Thema „Homosexualität“ sagt, lässt sich im Rahmen einer kurzen Stellungnahme sicher nicht umfassend beantworten. Wenn wir jedoch aus dem reichen Schatz der Bibel schöpfen, bekommen wir gleichzeitig auch eine Ahnung von der Liebe, die der Schöpfer für jedes einzelne seiner Geschöpfe empfindet. Ganz gleich, wie verbogen wir sind durch Missachtung der Gebrauchsanweisung, die unser Erfinder uns in unserem Gewissen, unserem Verstand und in seinen guten Geboten mitgegeben hat – Gott hat Mittel und Wege, „alles neu“ zu machen.

„Und der Herr redete zu Mose: […] wenn ein Mann bei einem Mann liegt wie man bei einer Frau liegt, dann haben beide einen Gräuel verübt. Sie müssen getötet werden. Ihr Blut ist auf ihnen […]“ – 3.Mose 20,13

Wenn du den Text im Zusammenhang liest, kannst du sehen, dass dieser Vers 13 der fünfte von insgesamt zehn Fällen ist, für die Todesstrafe vorgeschrieben ist. Es ist nach dem Wort Gottes also nicht so, wie es manche Eiferer gern darstellen, dass zwischen ausgelebter Homosexualität und „normalem“ Ehebruch Welten liegen. Beides ist vor Gott todeswürdige Übertretung seines Willens.

Bei diesem Text geht es um Leben und Tod! Um „Liebe“, wie körperliche Lust oft etikettiert wird, um Träume von Lebenserfüllung durch Zuwendung, Nähe und Bestätigung. Ein Männer-Liebhaber sagte zu mir: „Gott hat mich doch so gemacht!“ – Gemacht hat er dich im Mutterleib. Schwul geworden bist du jedoch später unter dem Einfluss fehlerhafter Erzieher oder ungünstiger Lebensumstände. Und Gott hat es zugelassen!

In Psalm 139 sagt König David:

„…du hast mich geformt im Leib meiner Mutter. Ich preise dich, weil ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt es sehr wohl … in dein Buch waren alle Tage eingeschrieben, die noch kommen sollten, als noch keiner von ihnen da war.“ – Psalm 139,13-16

(3) Meine Beziehung zu Gott – Knackpunkt aber auch Basis zur Heilung

Wenn ich akzeptiert habe, dass Gott das Sagen hat, bin ich erschrocken und sprachlos über sein Urteil. Und wenn ich glaube, dass er es ist, der allein weiß, wo es lang geht – denn er ist der „Erfinder“ der Menschen – dann merke ich aufgrund meiner deprimierenden Erfahrungen mit falschem Sex und der damit verbundenen furchtbaren Gewissheit, von Gott getrennt zu sein, dass sein Urteil richtig ist und nehme es an. Für die Natur des Menschen ist es ein hartes, vernichtendes Urteil. Doch es ist das Urteil dessen, der mich gemacht hat und der mich mehr liebt als sein eigenes Leben. Ihm beuge ich mich.

Wie selten sind Menschen mit echtem Erbarmen! Jesus war einer von ihnen. Er antwortet auf die Frage des Aussätzigen, ob er ihn heilen wolle: „Ich will – sei rein.“ (Matthäus 8,3) Und er berührt den Aussätzigen, wie dieser es schon immer ersehnt hat. Der Schöpfer selbst – wurde ganz Mensch. Weil er alles gemacht hat, alles aus seiner Hand kommt, kann er geben: „Alles, was dein Herz wirklich begehrt.“ (Psalm 37,4)

Sind denn die schönen Gefühle, die heute da sind und morgen vergehen, die Wünsche, Sehnsüchte, die eigenen Vorstellungen und Gedanken wirklich so großartig und wichtig, dass ich den Schöpfer herunterziehen muss auf diese Ebene? Befriedigender ist es zu sagen: „Mein Herr und mein Gott“ (Johannes 20,28 ) und mich ihm zu ergeben. Im Alten Testament wird von Gott gesagt: „Die Augen des Herrn durchstreifen die ganze Erde, um sich an denen mächtig zu erweisen (oder – denen treu beizustehen), deren Herz ungeteilt ihm ergeben ist.“ (2.Chronik 16,9)

Das Urteil eines Gottes, der uns so sehr liebt, dass er für uns stirbt

Das Urteil Gottes über praktizierte Homosexualität in 3.Mose 20,13 steht fest. Wohlgemerkt – es ist nicht das Urteil eines Menschen. Gottes Liebe jedoch – die in seinem Sohn Jesus, dem Messias, für uns sichtbar wurde – ist regelrecht verzweifelt über den Tod des Sünders, so dass er in Jesus sich selbst für diese und alle Sünden bestrafen und hinrichten lässt. Deswegen dürfen wir für immer und ewig frei sein, wie Jesus an der beim Ehebruch ertappten Frau zeigt (Johannes 8,2-11). Wenn er zu ihr sagt, „Sündige nicht mehr“, dann ist mit diesem Wort auch dir die Kraft gegeben, den Retter mehr zu lieben als den Betrug der Sünde.

(4) Darf ein wiedergeborener Christ homosexuell sein?

Meine absichtlich etwas provokative Antwort auf die Frage am Anfang, ob ein wiedergeborener Christ homosexuell sein kann, lautet unter bestimmten Bedingungen dreimal „ja“:

Ja, als Christ, der seine Neigung nicht praktiziert.

Ja, als Christ, der noch ganz am Anfang seines Ringens um ein Leben in Gemeinschaft mit Jesus steht. Er fällt am Anfang – und weil Gott sein Herz sieht, wird er so oft wieder aufgerichtet, bis die Liebe zu Jesus endgültig gesiegt hat. Geduld tut not. Ich kenne einen Christen, der von Jesus bereits als sein Jünger angenommen worden war. Der lag auf den Knien und sagte zu Jesus: „Ich kann nicht! Wenn ich frei werden soll von der Sucht nach Männern, dann musst Du es tun.“ Das Wunder geschah. Jesus handelte in seiner Seele und er hat gelernt, Jesus zuliebe zu unterlassen, was Gott kränkt.

Ja, es gibt Christen, die noch nicht einsehen können, warum sie ihren schönen Körper nicht auf den „Markt der Eitelkeiten“ werfen und auf die aufregende Gabe der Sexualität verzichten sollen. Gott hat mit manchen Menschen einen langen Weg und gibt sie nicht auf. Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, könnte ich es nicht glauben. Er ist so ganz anders als die Menschen. Er sieht das Herz an. Und Aufrichtigkeit ist ihm angenehm (1.Chronik 29,17).

– Quelle: christsein.com / nikodemus.net // Bild: ©pixelio/Gabi Schoenemann