Jay Adams, Geborene Gewinner

Geborene_Gewinner„Wie man das Böse überwindet“, so der Untertitel. Damit sollte klar sein, dass Adams den Leser nicht im weltlichen Sinn dazu anleiten will, ein „Gewinner“ zu sein. In der Welt setzt man die Ellbogen ein. Der Christ, so lehrt die Bibel, besiegt seinen Feind durch Gutestun: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römer 12:21) Dabei ist das Wort „überwinden“ eine „Vokabel aus der Militärsprache“ und bedeutet nichts anderes, als den Feind zu besiegen. Wer „überwunden“ ist, der ist besiegt. „Das Leben des Christen ist ein Kampf.“ (S.17f.)

Adams beschönigt nichts, sondern sieht der Realität ins Auge. Jeder Christ wird persönlich und konkret angegriffen, praktisch und nicht bloß theoretisch. Von bestimmten Personen in bestimmten Beziehungen und nicht selten von solchen, die ihm nahestehen – auch von Christen, die gegen ihn sündigen. Dabei ist das Ziel immer Christus selbst und der Grund, warum uns Unrecht getan wird, eher nebensächlich. Kämpfen wir aktiv gegen das Böse, dann tun wir das zur Ehre Gottes und stehen auf seiner Seite. Faule Kompromisse hingegen verunehren Gott.

Zentrales Thema des Buches sind nun die Grundsätze, d.h. Gottes Methode, wie wir kämpfen sollen. Adams stellt klar: „Man kann das Böse doch nicht dadurch überwinden, indem man es tut.“ (S. 22) Stattdessen sollen wir die andere Wange hinhalten und den Angreifer segnen:

„Der Gegner ist an Ihnen schuldig geworden, und weil Sie das Böse auch im Leben Ihres Mitmenschen nicht dulden wollen, geben Sie ihm Gelegenheit, sein Verhalten zu korrigieren. Sie wenden sich nicht von ihm ab. Im Gegenteil, Sie weigern sich bewusst und energisch, sein sündiges Verhalten zu akzeptieren, und erwarten beim zweiten Mal eher einen Kuss als einen Schlag. Dadurch segnen Sie den Bedränger, statt ihn zu verfluchen. Statt Schluss mit ihm zu machen, bleiben Sie. Das ist eine der denkbar schärfsten Attacken auf die Grundeinstellung des anderen Ihnen und letztlich Gott gegenüber (in dessen Namen Sie segnen).“ (S.25f.)

Was wäre das Gegenteil? Was tun wir, wenn wir fluchen? „Wenn Sie fluchen, rufen Sie Gottes Gericht auf einen Menschen herab. Wenn Sie sagen: »Verdammt noch mal!«, dann bitten Sie Gott, die Person, der Sie geflucht haben, zur Hölle zu schicken.“ (S.27) Nun ist der Christ selbst allein aus Gnade errettet. Wie kann er sich dann wünschen, dass andere verdammt werden?

Die einleitenden Gedanken sind die wertvollsten und legen die Grundlage für den Rest des Büchleins. Der Autor geht noch viel auf die Praxis ein – wir sollen auf die Worte und Gedanken achten, Böses durch Gutes ersetzen, Gewohnheiten entwickeln, Ichsucht aufgeben, klug und sorgfältig planen, in der Gemeinschaft leben, Friedensstifter statt Unruhestifter sein.

Fazit: Relevante Seelsorge, zur Verherrlichung Gottes im christlichen Alltag.