Mit Jesus erwarten wir das Unerwartete

HonigEs ist heute dasselbe wie damals. Es kommen Menschen zu Jesus, die Hilfe brauchen. Damals waren es die Kranken oder Besessene und ihre Angehörigen, heute leiden die Schwachen vielfach unter der Knechtschaft des Kapitalismus. Die Menschen brauchen neben ihrer Gesundheit vor allem Arbeit, eine Wohnung und Hilfe mit den Behörden im Kampf ums Überleben.

Jesus hat den Menschen schon immer geholfen, es ist jeder eingeladen. Doch was, wenn es ihnen dann besser geht? Welche Erwartung haben wir in unserer Gottesbeziehung? Und was, wenn unsere Erwartung nicht eintrifft?

Die einen haben eine falsche Vorstellung von Gottes Heilsplan. Sie hören, dass Jesus nicht nur äußerlich heilt und sättigt, sondern selbst das Brot ist, an dem wir teilhaben müssen. Und so „zogen sich viele seiner Jünger (!) zurück und gingen nicht mehr mit ihm.“ (Joh 6:66) Auch Petrus musste lernen und annehmen, dass nach Gottes Plan entgegen seiner menschlichen Vorstellungen Jesus leiden und getötet werden musste. (Mt 16:23) Vor Ostern kommt Karfreitag, vor dem Leben das Sterben, vor dem Festmahl das Kreuz. Das gilt noch heute in der Nachfolge.

Die anderen haben – zurecht und voller Glaubensmut – die Verheißungen vor Augen. Wir denken an Hiob, der unschuldig leiden musste. War es nicht so, dass Gott den Gerechten belohnt und den Gottlosen straft? So ein Schicksal hatte Hiob nicht erwartet. Und Abraham? Er vertraute seinem Gott und leidete dann Hunger in Kanaan, dass er nach Ägypten fliehen musste. Ob er das erwartet hatte? Und was sagte seine Gefolgschaft? Was sagte Israel zu Mose, der ihnen Milch und Honig versprach und nicht das harte Leben in der Wüste? Auch Joseph träumte von Herrschaft und ging dann ins Gefängnis.

Christen sind großen Prüfungen ausgesetzt, sie fangen an zu zweifeln. „Waren meine Entscheidungen richtig? Ist Gott noch mit mir?“ Ja, es ist alles i.O. Unsere Glaubensväter hatten ähnliche Erfahrungen, das ist ein großer Trost. Und große Hoffnung haben wir, wenn wir auf ihr Ende sehen. Joseph regierte in Ägypten, Petrus sah die Auferstehung Jesu und wurde Apostel, Abraham und Hiob starben alt und lebenssatt.

„Siehe, wir preisen die glückselig, welche standhaft ausharren! Von Hiobs standhaftem Ausharren habt ihr gehört, und ihr habt das Ende gesehen, das der Herr für ihn bereitet hat; denn der Herr ist voll Mitleid und Erbarmen. “ – Jakobus 5:11

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