Nachrichten – ich halte sie nicht mehr aus

Schlechte_Nachrichten

Jeden Tag befasse ich mich mit Nachrichten. Newsletter gehen ein, auf Facebook wird gepostet, per Twitter wird auf Beiträge und Videos verwiesen. Es sind schreckliche Beiträge. Ich nehme sie zur Kenntnis mit tendenziell abnehmendem Interesse und abgestumpften Emotionen. Wahrscheinlich ist es Selbstschutz, denn die Fülle des Bösen erschlägt mich mehr und mehr.

Ich öffne meinen Facebook Account und ein junger Hund schaut mich an mit weggesprengter Schnauze. Den Anblick erspare ich Euch hier. Statt einem Knochen hat man ihm einen Feuerwerkskörper ins Maul gelegt – angezündet. Was hat der Mensch davon, den armen Hund zu zerstümmeln? Das Böse freut sich. Ein anderer Link verweist auf einen Artikel über die Muslime in Thailand, die in den letzten 7 Jahren etwa 4000 „Ungläubige“ getötet haben. Das Bild zeigt einen Leichnam in seinem Blut. Der Kopf liegt abgetrennt etwa einen Meter vor ihm. Das also ist die Realität, die man im Fernsehen nicht sieht. Soll ich sie Euch nun zeigen? Nein, es wird wohl reichen wenn der Zeltmacher Leser mit den Tötungen im Mutterleib konfrontiert wird.

Ich öffne den nächsten Newsletter. Die Krise schreitet voran. Der eine macht Geschäfte damit. Seine „Krisenvorsorgeartikel“ werden knapper und steigen im Preis, man solle also zuschlagen. Im anderen Newsletter darf man zur politischen Lage Unterschriften leisten. Politiker wurden gefragt, wie man „bei Fällig-Werden die Bürgschaften zur Euro-„Rettung“ finanzieren will“. Frau Hasselfeldt beruhigt, „die in Anspruch genommenen Bürgschaften werden bei ihrer Fälligkeit im Haushalt abgebildet.“ Soso. Mein Vertrauen in die Politik sinkt weiter. Dazu trägt auch Schäuble bei, der nun seine Vorstellungen zur „europäischen Finanzunion“ langsam aber sicher nach außen trägt. Nationale Souveränität hätte es nie gegeben. Ich verstehe. Frage mich aber, wenn schon der Staat in dem ich lebe nicht mehr souverän ist, bin ich dann eigentlich noch „souverän“?

Womit wir schon wieder beim Thema Geld wären. Ich öffne den nächsten Newsletter. Eine Bloggerin fragt nach Unterstützung und schämt sich dabei. Kann ich verstehen, das Gefühl kenne ich. Sie ist nicht die Erste, vielleicht kann das ja trösten. Wer nähere Infos braucht und sie gerne unterstützen möchte, kann sich gerne melden. Es würde mich überraschen. Auch deshalb, weil die Christen sich streiten. Ich bekomme Mails von ihnen, schaue mir die RSS-Feeds an. Schon wieder ein Video über falsche Hirten. Entertainment statt Auslegungspredigt. Soll ich darüber berichten? Die Leserschaft warnen? Die Klickrate erhöhen? „Bipolares Dreckmarketing“ nennt man das: „die Kommunikation ist so stark polarisiert, dass sie sofort Gegner und Fans auf den Plan ruft.“ Pragmatischer Ansatz, der die christliche Einheit aber nicht gerade fördern wird.

John MacArthur zeigt uns den Weg. Seine Gemeinde weiß nicht einmal, dass es die liberale Theologie gibt, sagt er im Interview. Er erwähnt sie nicht um dann vor ihr zu warnen. MacArthur zeigt nur auf den Hirten. Vorbildlich. Es erinnert mich stark an eine Predigt, die mir damals schon geholfen hat: Wir sollen nicht als Schafe gegen die Wölfe kämpfen, sondern dem Hirten folgen. Was heisst das für mich? Nicht viele schreckliche Nachrichten, sondern die frohe Botschaft brauchen wir: „Richtet euch auf und erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht.“ (Lukas 21:28)

Ich bete um eine Oase. Um Schutz vor der Krise, auch emotional. Um Zusammenhalt unter den Christen. Um Freude an den Dingen, die der HERR uns geschenkt hat. Wir sollten „Die Vorhänge wegziehen, das Fenster öffnen und dem Gesang der Vögel zuhören“, steht in der Andacht für unsere Kinder. Genau. Es ist Zeit, die Prioritäten wieder zu ordnen und den Blick freizubekommen für die Güte Gottes und die Verheißungen in Jesus Christus.

– Bild: ©pixelio/Gerd Altmann