Notgeld der Stadt Gräfenhainichen

Notgeld-Graefenhainichen

Eine Frau, die auch in Gräfenhainichen geboren ist, schenkte mir (Pst. Priebe) diesen Geldschein aus dem Jahr 1921. Als Bewohner des Ortes hatte sie ihn aufbewahrt. Sie wies mich darauf hin, dass auf diesem Schein das Geburtshaus von Paul Gerhardt abgedruckt ist!

Paul Gerhardt musste in seinem Leben durch sehr viel Not gehen. Seinen Vater verlor er im Alter von sieben Jahren, seine Mutter zog ihn unter den Lasten des endlosen »Dreißigjährigen Krieges« auf.

Als er als 15jähriger auf der Fürstenschule zu Grimma war, brach die Pest in dieser Gegend aus; die wallensteinischen Soldaten hatten sie dorthin geschleppt. Unter dem Lärm der Waffen musste Paul Gerhardt in Wittenberg seine theologischen Studien durchführen.

Und kaum war er als angehender Kandidat nach Gräfenhainichen heimgekehrt, brannte die Hälfte seiner Vaterstadt ab. Auch das Geburtshaus von Paul Gerhardt, die Pfarre und die Kirche wurden mit allen Papieren von den Flammen verzehrt.

Viel Not erlebte er auch in der eigenen Familie. Einige seiner Kinder wurden ihm im frühen Kindesalter genommen. Als seine Frau starb, hinterließ sie ihm einen einzigen kleinen sechsjährigen Sohn.

Dieses Lied ist eines der 131 Lieder, die Paul Gerhardt (1607-1676) der Kirche hinterließ:

Geh aus mein Herz
und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.

– Paul Gerhardt, 1653