Passen Eiszeiten zur Bibel?

Eiszeit

Eindeutige Indizien gibt es nur für eine einzige Eiszeit. Deren Spuren sehen wir heute noch in solchen Strukturen wie den Gletschern und den U-förmigen Tälern, die sie ausgeformt hat. Die Vertreter der Evolutionslehre sagen, diese Eiszeit habe vor etwa zwei Millionen Jahren begonnen und sei vor etwa 11.000 Jahren zu Ende gegangen. Sie sei von relativ milden „interglazialen Perioden“ unterbrochen worden, die etwa 10 % der Zeit ausmachten.

Die meisten Schöpfungswissenschaftler glauben dagegen, dass die Eiszeit sehr bald nach der Sintflut begann und weniger als 1.000 Jahre dauerte. Tatsächlich bietet die biblische Sintflut, wie wir später noch sehen werden, eine gute Grundlage um zu verstehen, wie die eine Eiszeit entstanden ist. Vertretern der Evolutionslehre bereitet es jedoch große Schwierigkeiten, eine Eiszeit zu erklären. Nach ihrem Verständnis gab es viele Eiszeiten mit Abständen von jeweils 20 bis 30 Millionen Jahren. …

Die Auswirkungen der Eiszeit sind auch heute noch zu beobachten, insbesondere die gigantischen Eisdecken der Antarktis und Grönlands, die alpinen Gletscher und die glazialen Landschaftsstrukturen und Sedimente. Weil wir diese Spuren auf der heutigen Landoberfläche beobachten können, ist es klar, dass die Eiszeit nach der Sintflut stattfand.

Während der Eiszeit bildeten sich die mächtigen Eisdecken über Grönland und Nordamerika (südlich bis zum nördlichen Teil der USA) und in Nordeuropa von Skandinavien bis Deutschland und England (siehe Karte). In den Rocky Mountains Nordamerikas, den europäischen Alpen und anderen Gebirgszügen ruhten dauerhafte Eiskappen auf den Gipfeln, und ausgedehnte Talgletscher erstreckten sich fast bis in die Ebenen jenseits dieser Gebirge.

In der südlichen Hemisphäre bedeckte eine weitere Eisdecke den größten Teil der Antarktis. Alpine Eiskappen bildeten sich auf den Bergen von Neuseeland, Tasmanien, Teilen des südöstlichen australischen Festlands und in Südchile. In den südlichen Alpen Neuseelands und in den Anden sind einige Gletscher bis heute erhalten, doch in den Snowy Mountains in Neusüdwales und in Tasmanien sind glaziale Landschaftsstrukturen alles, was uns als Erinnerung an die Auswirkungen der Eiszeit geblieben ist.

Gewöhnlich behaupten nahezu alle Lehrbücher, dass die Eiszeit mindestens vier Vorstöße und Rückzüge des Eises umfasste und jeweils relativ milde Perioden (interglaziale Phasen) dazwischen lagen. Ausgehend von der Suche nach einem zyklischen Muster ist die Anzahl der Eiszeiten, die es im Laufe der letzten zwei Millionen Jahre geologischer Zeitrechnung gegeben haben soll, auf über 20 angewachsen. Die dichten Lehmböden, urzeitlichen Flussterrassen und andere Phänomene, die als Hinweise auf viele Eiszeiten gedeutet werden, können jedoch besser als Resultate von Vorstößen und Rückzügen einer einzigen Eiszeit verstanden werden, die auf die Sintflut folgte.

Die Eiszeit und der Lebensraum der Menschen

Es ist wichtig zu bedenken, dass das Eis zu keiner Zeit – selbst nicht auf seinem Ausdehnungshöhepunkt – mehr als ein Drittel der Oberfläche des Festlandes bedeckte. Parallel zur Vergletscherung der höheren Breitengrade gab es wahrscheinlich eine Zeit erhöhten Regenfalls in den unteren Breiten. Ein solcher in Richtung auf den Äquator gesteigerter Niederschlag hätte selbst in solchen Gegenden wie in der heutigen Sahara, in der Wüste Gobi und in Arabien eine reichhaltige Wasserversorgung bereitgestellt.

Und tatsächlich haben archäologische Ausgrabungen in diesen heutigen Wüstengebieten viele Hinweise auf eine üppige Vegetation, eine Bewohnung durch Menschen und auf komplexe Bewässerungssysteme freigelegt. Es gibt auch Hinweise darauf, dass in Westeuropa die ganze Eiszeit hindurch Menschen nahe dem Rand der Eisdecke lebten, z. B. die Neandertaler. Viele Anthropologen haben nunmehr festgestellt, dass die recht derbe Gestalt der Neandertaler zumindest zum Teil auf Krankheiten (Rachitis, Arthritis) zurückgeht, die durch das dunkle, kalte und feuchte Klima der damaligen Region verursacht wurden. Weil sie zu wenig Sonnenlicht bekamen, was zur Synthese von Vitamin D und damit zur normalen Knochenentwicklung nötig ist und aufgrund einer schlechten Ernährung, bekamen sie Rachitis.“

Abgesehen von höchst fragwürdigen Datierungsmethoden gibt es keinen Grund, weshalb Neandertaler nicht zur selben Zeit wie die fortgeschrittenen Zivilisationen Ägyptens, Babyloniens und anderer Völker gelebt haben sollen, die sich in den südlicheren Gebieten ungehindert entwickeln konnten. Die Eiszeit ist besser zu verstehen, wenn man von einer Dauer von etwa 700 Jahren ausgeht als von zwei Millionen Jahren.

Die Sintflut als Auslöser für die Eiszeit

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Damit es zu einer Eiszeit kommen kann, bei der sich Eis auf dem Festland ansammelt, müssen die Ozeane in mittleren und höheren Breitengraden warm und die Landmassen kalt sein, insbesondere im Sommer.“ Warme Ozeane verdunsten große Mengen Wasser, welches sich dann auf dem Land niederschlägt. Kalte Kontinente veranlassen das Wasser, sich eher als Schnee denn als Regen niederzuschlagen und verhindern ebenfalls das Abtauen des Schnees im Sommer. Somit häuft sich das Eis rasch an. Ein langsames und allmähliches evolutionsartiges Szenario zur Erklärung der Eiszeit funktioniert nicht. Die Theorien der langen Zeitalter beinhalten ein langsames Abkühlen der Erde, aber dadurch würde keine Eiszeit entstehen.

Wenn sich die Ozeane gemeinsam mit dem Festland allmählich abkühlten, wäre zu der Zeit, als alles kalt genug war, dass der Schnee im Sommer nicht schmolz, die Verdunstung von den Ozeanen zu gering gewesen, als dass es genug Schneefall zur Bildung der massiven Eisdecken hätte geben können. Daraus würde keine Eiszeit, sondern eine Frostwüste resultieren.

Die in der Bibel beschriebene weltweite Sintflut bietet hingegen einen einleuchtenden Mechanismus für die Entstehung einer Eiszeit. Aufgrund der Zufuhr von heißem unterirdischen Wasser in den vorsintflutlichen Ozean und der Wärmeenergie, die durch vulkanische Aktivität freigesetzt wird, würden wir am Ende der weltweiten Flut warme Ozeane erwarten. Oard und Vardiman zeigen Hinweise dafür auf, dass das Ozeanwasser unmittelbar vor der Eiszeit tatsächlich wärmer war. …

Wie lange dauerte die Eiszeit?

Der Meteorologe Michael Oard schätzte, dass es nur etwa 700 Jahre gedauert hat, bis die polaren Ozeane von einer einheitlichen Temperatur von 30° C am Ende der Sintflut bis auf heutige Temperaturen (im Durchschnitt 4° C) abgekühlt waren. Diese Zeit von 700 Jahren entspräche dann der Dauer der Eiszeit. Die Anhäufung des Eises muss bald nach der Sintflut begonnen haben. Etwa 500 Jahre nach der Sintflut wäre die weltweite Durchschnittstemperatur der Ozeane auf etwa 10° C gesunken und die daraus resultierende reduzierte Verdunstung hätte zu einer weniger dichten Wolkendecke geführt. „Dieser Faktor, zusammen mit dem Abzug des vulkanischen Staubs aus der Atmosphäre, hätte mehr Sonneneinstrahlung auf die Erdoberfläche durchgelassen, sodass die Eisdecke immer weiter abgeschmolzen wäre. Somit wäre der Höhepunkt der Eiszeit etwa 500 Jahre nach der Sintflut erreicht gewesen.

Interessanterweise scheint es im sehr alten Buch Hiob einige Hinweise auf diese Eiszeit zugeben (Hiob 37,9-10; 38,22-23.29-30). Hiob lebte wahrscheinlich in der ausklingenden Eiszeit (er lebte im Land Uz; Uz war ein Nachkomme Sems – 1. Mose 10,23 -, sodass die meisten konservativen Bibelausleger darin übereinstimmen, dass Hiob wahrscheinlich irgendwann zwischen dem Turmbau zu Babel und Abraham lebte). Gott fragte Hiob aus einem Sturm heraus: „Aus wessen Schoß geht das Eis hervor, und wer hat den Reif unter dem Himmels gezeugt, dass Wasser sich zusammenzieht wie Stein und der Wasserspiegel gefriert?“ (Hiob 38,29-30).

Das Nachspiel der Sintflut

Die Tiere aus der Arche vermehrten sich sehr rasch in den Jahrhunderten nach der Sintfiut. Doch viele Tiere konnten die Entstehung der Eiszeit und das Einsetzen eines dauerhaften Klimawechsels am Ende der Eiszeit nicht bewältigen und starben aus. Einige von ihnen, wie das zottelige Mammut, starben bei Katastrophen, die mit diesen drastischen Veränderungen einhergingen.

Als das Eis zurückging und sich das Niederschlagsmuster abermals änderte, wurden viele der zuvor gut bewässerten Gebiete trocken, und so starben noch mehr Tiere aus. Die folgenschwere Sintflutkatastrophe und ihre darauf folgenden kleineren Katastrophen in Form von Vereisung, Vulkanismus und schließlich Verdürrung veränderten auf drastische Weise nicht nur die Erde, sondern auch ihre Bewohner in jenes Aussehen, das sie heute haben.

– Quelle: Fragen an den Anfang, S.206-217