Ronsdorf, Und die Toten leben doch

Und-die-Toten-leben-dochSchon der Titel „Und die Toten leben doch“ zeigt, dass das Buch sich als Antwort versteht. Ronsdorf definiert zunächst die Irrlehre, der er begegnet ist. Danach sei der Mensch nach seinem Tod nicht mehr existent – entweder sofort und für immer, oder bis zur Auferstehung. Später geht er auf die Ansicht ein, die Gottlosen werden nach einer gewissen Zeit der Strafe in der Hölle schließlich völlig und für immer „vernichtet“. Solchen Theorien stehen viele Bibelstellen entgegen.

Zu Beginn in Kapitel 1 wird das Thema eingebettet in die (dispensationalistische) Eschatologie des Autors und die Bedeutung des Alten Testaments im Vergleich zum Neuen. Ronsdorf stellt heraus, dass erst die Auferstehung Jesu tiefere Erkenntnis über das Leben nach dem Tod gebracht hat. Relevante Texte aus dem Alten Testament werden in ihrem jeweiligen Kontext betrachtet und dann ins Licht des Neuen Testaments gestellt. Insbesondere das Buch Prediger betrachtet die Welt „unter der Sonne“ und bleibt in seinen Aussagen bei der diesseitigen Perspektive. Ronsdorf schreibt weiter über Herkunft und Wesen des Todes, Schöpfung, Sünde und Erlösung, um schließlich im großen Kapitel 2 (S.37-145) auf die Frage einzugehen: Was kommt nach dem Tod?

Folgende Bibelstellen helfen ihm bei der Suche nach einer Antwort:

1. Lazarus und der Reiche (Lk 16:19-31 / S.37-55)
2. Der Gott der Lebenden (Lk 20:27-40 / S.56-61)
3. Der Verbrecher am Kreuz (Lk 23:43 / S.61-69)
4. Die ewige Herrlichkeit (2 Kor 4:16-5:10 / S.91-97)
5. Das Sterben als Gewinn (Phil 1:21-24 / S.85-91)
6. Die „Entschlafenen“ (1 Kor 15:20; 1 Thess 4:13-15)
7. Herrschaft auch über die Toten (Röm 14:7-9 / S.97-101)
8. Die Seelen unter dem Altar (Offb 6:9-11 / S.102-109; vgl. Randy Alcorn)
9. Der Begriff „ewiges Leben“ (Mt 19:29 u.v.a. / S.109-118)
10. Die Geister im Gefängnis (1 Petr 3:18-20 / S.118-132)

In allen Studien zieht der Autor viele weitere Bibelstellen hinzu. Letzter Punkt in Kapitel 2 sind die kursierenden Berichte von Sterbeerlebnissen im Vergleich zum biblischen Zeugnis.

Kapitel 3 und 4 gehen auf das Menschenbild der Bibel ein und verdeutlicht, dass der personenhafte Geist als „innerstes Wesen des Menschen“ (S.152) sehr wohl bei Bewusstsein bleibt, auch nach dem Tod und noch vor der Auferstehung. Auch der Stellenwert des menschlichen Körpers wird herausgearbeitet: „Der Tod führt eine vorläufige Trennung von Leib und Geist-Seele herbei. Durch die Auferstehung wird diese Einheit des Menschen wiederhergestellt.“ (S.160)

Kapitel 5 und 6 schreiben über die – ewige – „Zukunft der Toten“. Schon unmittelbar nach dem Sterben wird es eine Scheidung zwischen den Gläubigen und den Gottlosen geben – die einen gehen ins Paradies, die anderen in den Hades. (Während der hebräische »Scheol« im AT eher eine neutrale Bedeutung hat, wird der griechische »Hades« im NT durchweg negativ gebraucht.) Die Identität der Personen bleibt dabei kontinuierlich erhalten. Die einen werden dann in den Himmel auferstehen, die anderen zum ewigen Gericht in der Hölle.

Das Thema ist komplex und diese Zusammenfassung wird der vorliegenden Arbeit sicher nicht gerecht. Wer sich mit dem »Zwischenzustand« ernsthaft beschäftigen will, wird an diesem Buch nicht vorbeikommen. Nicht in allem müssen wir zustimmen, einige Fragen werden offen bleiben, aber insgesamt wird aus der Bibel klar: Die Toten leben tatsächlich.