Tschanz, Angst – von verfolgten Christen lernen

Tschanz Angst„Jede Angst, die dazu dient, den Menschen vom Gehorsam gegen Gott abzubringen, muss im geistlichen Kampf als satanischen Ursprungs betrachtet werden. Und der Widersacher scheut sich nicht, sie in allen möglichen Lagen virtuos zu nutzen.“ (S.16)

Wer Angst hat, gehorcht in seinem Denken und mit seinem Verhalten nicht mehr Gott, sondern seiner Angst. Das obige Zitat macht deutlich, dass „Angst“ ein Thema für alle Christen ist, auch in Deutschland. Vielleicht wird die Angst vor möglichem Leiden mit zunehmender Gefahr größer. Das Wesen der Angst, ihre Folgen und die Wege zu ihrer Überwindung bleiben jedoch gleich.

Das Buch ist Ergebnis zahlreicher Vorträge des Autors unter verfolgten Christen. Tschanz bereichert seine zum Thema passenden Bibelauslegungen durch packende Berichte und starke Zeugnisse von verfolgten Christen. Als jahrzehntelanger Mitarbeiter in der Leitung von Open Doors kennt er so manche siegreiche Geschichte, aber auch Niederlagen. Tschanz erzählt aus der Sowjetunion, dem Sudan, Eritrea, Albanien, Algerien, Rumänien, Laos, China, Indien, Bulgarien, Pakistan, Peru, Ägypten, aus den Geschichtsbüchern und von eigenen Erfahrungen.

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Nun leben wir nicht unter der Scharia oder im Kommunismus, sondern in Deutschland. Angesichts der Zeugnisarmut im Land sollte sich dem Leser jedoch die Frage ins Herz bohren: „Wie soll man von der Liebe von Jesus zeugen, wenn man Angst hat?“ (S.17) Ist es bei vielen nicht tatsächlich Menschenfurcht und die Angst vor Ablehnung und Spott die uns daran hindert, auf die Straße zu gehen, die Menschen einfach mal anzusprechen und von Jesus Christus zu erzählen?

„Der gefährlichste Ort auf dieser Welt ist dort, wo man fern vom Willen Gottes ist.“ (S.77)

Fazit: Ein gutes Buch, schnell gelesen, von Angst befreiend, zum fröhlichen Zeugnis.