Wenn Sünder sich das Ja-Wort geben

Wenn-Suender-sich-das-Ja-Wort-geben„Eine gute Ehe beruht auf der Überzeugung, dass wir Sünder sind.“ (S. 13) Diese Erkenntnis ist Dave Harvey so wichtig, dass er das erste Drittel seines Buchs darin investiert. Nur als Sünder sind wir offen für das Evangelium, und nur im Evangelium finden wir die Lösung für all unsere Eheprobleme. Das Buch ist an Sünder geschrieben – an die Kranken, die den Arzt brauchen.

Richtige bzw. falsche Theologie bestimmt unser Eheleben positiv bzw. negativ. Auf Grundlage gesunder biblischer Lehre und der Kraft des Evangeliums kann die Ehe gelingen und dem Schöpfer die Ehre geben, der die Ehe erfunden hat und dem sie gehört. (Eph 5:32) Der Blick richtet sich also zuerst in den Spiegel, dann nach oben und erst zuletzt auf den Ehepartner.

Nach der Sündenerkenntnis triumphieren Gnade und Vergebung in Kapitel fünf und sechs. Wer solches empfangen hat, kann es auch an den Partner weitergeben. Eigene Erfahrungen des Autors und zahlreiche Lebensgeschichten beweisen, dass dies nicht bloß Theorie und fromme Sprüche sind. Gnade Gottes ist erfahrbar, im eigenen Leben und im Leben des anderen. Dabei ersetzt „Gnade nicht die Notwendigkeit, Wahrheit auszusprechen. Sie verwandelt aber unser Verlangen, einen Streit zu gewinnen, in den Wunsch, Christus ähnlich zu werden.“ (S. 90)

Durch das Lebensbeispiel von Davids Freund Nathan leitet uns Harvey schließlich an, den Splitter aus dem Auge unseres Partners zu ziehen, nachdem wir unseren eigenen Balken entfernt haben. Nathan trat David mutig entgegen, aber auch weise und milde. (2. Samuel 12) Viele praktische Ermahnungen helfen hier, den schwierigen Weg zu finden und dem anderen tatsächlich ein Segen zu sein.

Das Buch macht Mut, an der Gnade auch nach unserer Errettung festzuhalten und darauf zu vertrauen, dass sie uns und unsere Ehe heiligt. Gnade ist im positiven Sinn „hartnäckig“ anhaltend. „Eine konstante Kraft, die im Leben eines jeden Christen wirkt.“ (S. 161) Aber auch dieser Abschnitt bleibt nicht Theorie, sondern endet mit praktischen Schritten in dieser Gnade.

In Kapitel neun geht es um Sex. Wer das Buch bis dorthin mit Gewinn gelesen hat, darf darauf vertrauen, dass er auch hier nicht enttäuscht wird. Es tut gut, in einer sexualisierten Gesellschaft die biblischen Grundlagen zum Thema zu erkennen.

Im letzten Kapitel ruft der Autor uns dazu auf, auch im gemeinsamen Alter und in der Sterbebegleitung Gott zu verherrlichen. Während das Äußere zerfällt, wird unser Inneres täglich erneuert. (2 Kor 4:16) Auch das ist erfahrbar.

Nicht das Buch als solches, aber die darin gepredigte Botschaft von der Gnade Gottes hat die Kraft, sündige, kaputte und bereits zerbrochene Ehen zu retten. Mögen sich viele Herzen für diese Botschaft öffnen, das Buch lesen und zu einem gottgefälligen Leben durchdringen.