C.S. Lewis Biographien

CS LewisC.S. Lewis hat unter den – konservativen – Christen keinen leichten Stand. Die einen zitieren ihn gerne und ohne Scheu (z.B. Piper und Carson), die anderen meiden ihn (und seine Leser) konsequent und unnachgiebig. Von Letzteren sind solche am unangenehmsten, die weder Lewis‘ Werke tatsächlich gelesen noch ihn als Person kennengelernt haben. Vor mir liegen drei Kurzbiographien, die helfen wollen, mehr Sympathie für Lewis zu entwickeln, ihn wenigstens fair einzuordnen.

Michael Corens Buch mit zahlreichen Bildern aus Kindheit, Jugend und späteren Jahren sowohl von Lewis selbst als auch von denen, die ihn im Leben begleitet haben, umfasst 140 Seiten und ist das ausführlichere Werk. Es gelingt Coren, die Werke von Lewis chronologisch in seine außergewöhnliche Lebensgeschichte einzubetten und Hintergründe nicht vergessen zu lassen. Der Untertitel legt wohl ein zu großes Gewicht auf „Narnia“, welches das bekannteste Werk sein dürfte, aber bei weitem nicht der wichtigste Schaffensbereich des Autors war. Viel bedeutender war seine apologetische Arbeit als scharfsinniger Christ in Radio, Literatur und im Debattierklub. Lewis‘ persönliche Geschichte von Freud und Leid mit seiner späten Liebe formte ihn gegen Ende seines Lebens und führte zu weiteren Werken. Die Beschreibung von Charakter und Umfeld des C.S. Lewis ist wertvoll, sowohl in der Gesamtschau als auch durch den Hinweis auf so manches interessante Detail.

CS-Lewis

Lewis‘ persönlichen Weg des Glaubens, ausgehend vom kindlichen Kleinglauben über die atheistische Prägung durch seinen Privatlehrer hin zu einer Bekehrung, die dem logischen Argument folgte, beschreibt Steinackers kürzeres Buch etwas besser. Ein zweites Lob verdient es für die detaillierte Vorstellung von Lewis‘ Büchern im hinteren Teil. Das Buch hat nur 60 Seiten und ist im ansprechenden Stil geschrieben.

Alleinige Betonung auf Lewis‘ Glaubensweg legt Dr. Spieß, der unter Studenten apologetisch arbeitet und die besondere Lebensgeschichte evangelistisch einsetzt. Erfrischend gerade für diejenigen die meinen, der Glaube sei mit dem Denken unvereinbar. Der Weg von C.S. Lewis beweist das genaue Gegenteil.

Jede der drei Biographien lässt sich an einem Tag durchlesen. Den Kritikern wird man zustimmen, dass Lewis nicht in jedem Punkt Vorbild ist. Sein apologetischer Scharfsinn aber hat bleibenden Wert bis heute, und Freunde von guter Literatur und tiefen Argumenten werden bei Lewis finden, was sie suchen.