Was sagt die Bibel über die Hölle?

Salvation

(1) Was sagt die Bibel über die Hölle?
(2) Wer kommt in die Hölle?
(3) Müssen diese Menschen ewig leiden?
(4) Ist das gerecht?

(1) Was sagt die Bibel über die Hölle?

Eigentlich gibt es in der Bibel drei verschiedene Wörter, die im Deutschen mit „Hölle“ übersetzt werden, in ihrer Bedeutung aber durchaus verschieden sind:

1. „Scheol“

Im Alten Testament finden wir den Scheol (Unterwelt / Grab / Grube = die Welt der Geister der Verstorbenen) als Aufenthaltsort aller Toten (z.B. 1.Mose 37,35; 5.Mose 32,22): Jesaja berichtet von dem König Hiskia, dessen Lebenszeit von Gott ein Ende gesetzt war:

„Ich sprach: Nun muss ich zu der Höllen [Scheol] Pforten fahren in der Mitte meines Lebens, da ich gedachte, noch länger zu leben.“ – Jesaja 38,10

Bereits im Alten Testament finden wir die Perspektive, dass die Gerechten nicht im Scheol bleiben werden, sondern dass Gott sie retten (d.h. auferwecken) wird:

„Aber Gott wird meine Seele erlösen aus der Hölle [Scheol] Gewalt; denn er hat mich angenommen.“ – Psalm 49,15

Auch die Sünder werden auferweckt werden:

„Und viele, so unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen: etliche zum ewigen Leben, etliche zu ewiger Schmach und Schande.“ – Daniel 12,2

2. „Hades“

Diese Zweiteilung im Scheol spiegelt sich auch in den Aussagen Jesu im Neuen Testament wider, am deutlichsten im bekannten Gleichnis von Lazarus und dem Reichen in Lukas 16,20-31. Demnach gibt es in der Totenwelt „Scheol“ eine Zweiteilung zwischen dem Aufenthaltsort der Gerechten („Paradies“, Lukas 23,43) und dem Aufenthaltsort der Sünder („Hades“, Matthäus 11,23). Hades, benannt nach dem griechischen Gott der Unterwelt, geht auf den „Orkus“ der griechischen Mythologie zurück (eigentlich ein „neutraler“ Aufenthaltsort für die Toten, analog zum hebräischen „Scheol“), wird im Neuen Testament üblicherweise meist für den Aufenthaltsort der Sünder verwendet.

3. „Gehenna“

Dieses Wort ist eigentlich eine Bezeichnung für das Hinnomtal südlich von Jerusalem, die „Müllkippe“ und „Kadaververbrennungsanlage“ der Stadt. Hier gingen die Feuer über den Bergen von Müll und den verwesenden toten Tieren niemals aus. Deshalb redet Jesus von der Hölle höchst eindrücklich als dem Ort gleich dem „ewigen Feuer, da ihr Wurm nicht stirbt und ihr Feuer nicht verlöscht.“ (Markus 9,43-44). Er bezeichnet die Hölle auch als „äußerste Finsternis“ (Matthäus 22,13), an dem es nur „Heulen und Zähneknirschen“ gibt (Matthäus 13,42).

Gehenna ist also ein Ort der fortschreitenden Verwesung und des andauernden Verfalls, an dem man von Gott völlig entfernt ist und den Segen, den wir im Leben selbst als sündige Menschen von Gott empfangen, nicht mehr bekommt. Es ist ein Ort voll von Bitterkeit, Reue, Trauer, Wut, Angst und Zorn (Römer 2,8-9).

Wenn man über „die Hölle“ redet, meint man eigentlich immer die „Gehenna“.

(2) Wer kommt in die Hölle?

C.S. Lewis schreibt, dass es letztlich nur zwei Arten von Menschen auf der Welt gibt: Die einen sagen zu Gott: „Dein Wille geschehe“, und zu den anderen sagt Gott [!]: „Dein Wille geschehe“.

Wir Menschen sind alle ohne Ausnahme Sünder und leben als solche erst einmal – bewusst oder unbewusst – ohne oder sogar gegen Gott. Nun kommt Gott in Jesus Christus zu uns und bietet uns seine Versöhnung an, möchte uns wieder in die liebevolle Beziehung zu ihm zurückholen. Manche Menschen stimmen Gottes Sicht der Dinge zu und geben ihr selbstsüchtiges, sündhaftes Leben auf. Sie sagen damit zu Gott: „Du bist Herr in meinem Leben. Dein Wille geschehe.“

Andere Menschen schlagen dieses Angebot der Liebe Gottes aus und bestehen weiterhin auf ihrem selbstbestimmten, gottlosen Leben. Gott lässt ihnen ein ganzes Leben lang Zeit zur Entscheidung, aber nach dem Tod sagt er: „Du wolltest ohne mich leben – jetzt musst du auch ohne mich leben. Dein Wille geschehe.“ Und dann entzieht Gott den Menschen, die ihr Leben lang ohne ihn leben wollten, alle Vorzüge seiner Gegenwart. Das Resultat davon nennt die Bibel Hölle.

„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ – Johannes 3,16

Jesus kam, um uns Menschen von unserem Weg in Richtung Hölle zu retten und das ewige Leben zu schenken.

„Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn selig werde.“ – Johannes 3,17

Als Jesus sichtbar auf unserer Erde war, ging es ihm noch nicht um das Gericht über uns Menschen, sondern er schuf durch Tod & Auferstehung eine Möglichkeit für uns, mit Gott versöhnt zu werden.

„Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.“ – Johannes 3,18

Dabei steht und fällt die spätere Entscheidung des göttlichen Gerichts – und damit auch die Entscheidung, ob wir in die Hölle kommen oder nicht – mit unserer Beziehung zu Jesus Christus.

Und auch der Teufel und die gefallenen Engel kommen in die Hölle (Matthäus 25,41). Die Bibel steht also im Widerspruch zur volkstümlichen Auffassung, in der Hölle regiere der Teufel so wie Gott im Himmel regiert. Die Hölle ist vielmehr ein Ort, an dem der Teufel zusammen mit den gefallenen Engeln bestraft wird.

(3) Müssen diese Menschen ewig leiden?

Die Bibel redet über die Hölle als einem Ort einer ewigen Bestrafung bei vollem Bewusstsein:

In der Hölle leiden die Gottlosen bei vollem Bewusstsein:

in der äußersten Finsternis werden die Menschen weinen und mit den Zähnen knirschen (Matthäus 25,30), d.h. Leid und Wut werden gegenwärtig sein.
im Gleichnis von Lazarus und dem Reichen spricht Jesus von einem bewussten Leiden in der Hölle (Lukas 16,22-24)

In der Hölle dauert dieser Zustand ewig:

im Gleichnis von den Schafen und den Böcken gehen die Gottlosen ins ewige Feuer, so wie die Gerechten das ewige Leben erhalten (Matthäus 25,41+46)
Jesus redet über die Hölle als den Ort, an dem das Feuer nie ausgeht und ihr Wurm [der der Gottlosen] nie stirbt (Markus 9,43-44+4
die Qual derjenigen, die das [endzeitliche] widergöttliche Tier und sein Bild angebetet haben, wird kein Ende und keine Unterbrechung haben (Offenbarung 14,9-11)

(4) Ist das gerecht?

Ist es nicht unverhältnismäßig hart, Menschen, die während ihrer Lebenszeit (vielleicht 70 oder 80 Jahre) gottlos gelebt haben, ewig zu bestrafen?

Ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor über das Ausmaß und das Gewicht, das Sünde (als Rebellion gegen Gott) eigentlich besitzt. Es geht ja nicht um ein, zwei kleine Schwächen! Wie aus Matthäus 25,41 hervorgeht, dient die Hölle vor allem auch zur Bestrafung des Teufels und der gefallenen Engel, die durch ihre Rebellion Gottes gesamte gute Schöpfung und Milliarden von Menschen quer durch die Menschheitsgeschichte von Gott getrennt und in ihren Einflussbereich gebracht haben.

In der Bibel ist Sünde nicht ein kleines moralisches Vergehen, das eigentlich keinem wehtut. Sünde ist eine Macht in dieser Welt, die uns Menschen unter ihrer Kontrolle hat und dazu bringt, ohne oder gegen Gott zu leben, wenn wir nicht durch Jesus aus ihrem Einflussbereich herausgeholt werden. Wir Menschen können wohl kaum ermessen, wie abgrundtief böse Sünde eigentlich ist. Noch weniger können wir unserem Schöpfer vorschreiben, wie er mit Menschen umzugehen hat, die ihr ganzes Leben gottlos leben und Jesu Angebot auf Versöhnung und ewiges Leben ausschlagen.

Offenbarung 22,11 deutet an, dass es vielleicht möglich ist, dass die gottlosen Menschen in der Hölle immer wieder und immer weiter gegen Gott aufbegehren, so dass die ewige Strafe letztlich durch eine ewige Rebellion gegen Gott verursacht wird.

Konsequenzen

Es ist wirklich ein schwieriges Thema, weil es überhaupt nicht in unsere Zeit passt, und weil es uns wehtut, wenn wir daran denken, dass Familienangehörige und Freunde vielleicht die Hölle werden erleben müssen. Aber deshalb dürfen wir nicht die Hölle wegdiskutieren oder verstecken.

Niemand hat jeden einzelnen von uns Menschen jemals so sehr geliebt wie Jesus Christus. Und doch stammen einige der deutlichsten Worte in der Bibel zum Thema Hölle und ewige Bestrafung von ihm. Gottes Liebe, die uns vergeben und zu ihm zurückbringen möchte, ist eben kein Widerspruch zu seiner Gerechtigkeit, die uns in der Hölle enden lässt, wenn wir an unserer Gottlosigkeit um jeden Preis festhalten wollen.

 

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