Sonntag – Der erste Tag der Woche

Abendmahl-Last-Supper

Die Woche hat sieben Tage: Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag und Mittwoch. Ob Sie sich schon gefragt haben, weshalb die Aufzählung mit Donnerstag beginnt? Nun, sie wurde willkürlich gewählt. Zunächst muss wohl geklärt werden, welcher der sieben Wochentage denn nun der erste ist.

1. Welcher Tag ist es?

a) Die Obrigkeit sagt: Es ist der Montag!

Die UNO hat es vor einigen Jahren so beschlossen. (Wie sich jetzt wohl der Mittwoch fühlt, der nicht mehr in der Mitte der Woche steht?) Wenn Sie einen Kalender zur Hand nehmen, werden Sie sich sehr schnell von der Richtigkeit überzeugen können. Am Anfang der Wocheneinteilung erscheint jeweils der Montag. So ist es jedenfalls bei allen offiziellen Veröffentlichungen.

b) Die Bibel bezeugt: Es ist der Sonntag!

Für einen entschiedenen Christen, dem die Bibel Richtschnur ist für alle Fragen des Glaubens und des Lebens, wird sich auch dann nichts daran ändern, wenn die Obrigkeit ein weiteres Mal etwas anderes verfügen sollte. In geistlicher Hinsicht ist und bleibt für ihn der Sonntag der 1. Wochentag.

2. Wo wird er im NT bezeugt?

a) In den Evangelien

Alle vier Evangelien beschreiben das Geschehen am Ostermorgen in ausführlicher Weise. Frauen sind es, die zum Grab Jesu kommen und es leer vorfinden. Jesus Christus ist auferstanden von den Toten, wie er es zuvor gesagt hatte. Und diese Auferstehung fand am 1. Wochentag statt: »An dem ersten Wochentag aber, ganz in der Frühe, kamen sie zu der Gruft und brachten die Spezereien, die sie bereitet hatten. Sie fanden aber den Stein von der Gruft weggewälzt; und als sie hineingingen, fanden sie den Leib des Herrn Jesus nicht.« (Lukas, 24, 1-3)

Nach seiner Auferstehung war Jesus noch 40 Tage auf dieser Erde und erschien den Seinen verschiedene Male. Bemerkenswert ist, dass die einzelnen Erscheinungen des auferstandenen Herrn fast alle am 1. Wochentag waren. Lassen wir drei Beispiele zu uns sprechen:

Lukas 24 berichtet darüber, wie sich zwei Jünger auf dem Wege nach Emmaus befanden, von Jesus begleitet wurden und wie sie ihn beim gemeinsamen Mahl erkannten. In diesem Bericht heißt es in Vers 13: »… zwei von ihnen gingen an diesem Tag nach einem Dorf mit Namen Emmaus…« An »diesem Tag«, das war der Auferstehungstag, also der 1. der Woche.

In Johannes 20, 19 und 26 stehen die beiden Begebenheiten, wo sich der Herr den Seinen offenbarte, als sie aus Angst vor den Juden hinter verschlossenen Türen saßen. Das erste Mal fehlte Thomas; das zweite Mal war er jedoch mit dabei. In Vers 19 steht: »Als es nun Abend war an jenem Tag, dem ersten der Woche…« Und eine Woche später, als Thomas dabei war, zeigte sich Jesus das zweite Mal: wieder am ersten Wochentag.

b) In der Apostelgeschichte

Kapitel 2 berichtet vom Kommen des Heiligen Geistes auf diese Erde. Es war zu Pfingsten, dem 50. Tag nach Ostern, und somit wieder an einem Wochenanfang, Der «Geburtstag» der Gemeinde fand somit an einem Sonntag statt.

Auf seiner 3. Missionsreise kam Paulus u.a. nach Troas. Von der Gemeinde dort heißt es: »Am ersten Tag der Woche, als wir versammelt waren, um Brot zu brechen, unterredete sich Paulus mit ihnen…« (Apg. 20,7). Somit war es schon am Anfang der Gemeindezeit zu einer guten Gewohnheit geworden, sich am ersten Wochentag zu versammeln.

c) In den Briefen

Paulus schreibt den Christen in Korinth: »An jedem ersten Wochentag lege ein jeder von euch bei sich zurück…« (1. Korinther 16, 2). Sie sollten also an dem Tag, an dem sie sich als Gemeinde versammelten – eben an jedem ersten Wochentag -, für die notleidenden Heiligen in Jerusalem zusammenlegen. Und diese Anordnung erging nicht nur an Korinth, sondern auch an die Gemeinden von Galatien (Vers 1). Was stand nun bei diesen Versammlungen der Gläubigen im Zentrum? Dass sie u.a. Gaben für andere zusammenlegten, haben wir bereits gesehen.

3. Was stand im Zentrum?

Apostelgeschichte 2, 42: »Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.«

Angeführt wurde bereits Apg. 20,7. Wenn Sie den Vers ganz lesen, stellen Sie zwei Dinge fest:

a) Sie brachen das Brot

Der erste und zentrale Grund ihrer Zusammenkünfte war demnach das gemeinsame Brotbrechen (bekannter unter dem Begriff «Abendmahl»). Als Glieder des Leibes Jesu Christi auf Erden gedachten sie des Leidens und Sterbens, der Auferstehung und Verherrlichung des Sohnes Gottes. Auf ihn hin waren sie ausgerichtet, zu ihm hin versammelt. Ihm brachten sie gemeinsam Lob, Preis und Anbetung dar für sein großes Erlösungswerk. Als Glieder des Leibes wussten sie sich verbunden mit ihrem Haupt im Himmel. Sie hatten mit ihm und untereinander Gemeinschaft.

Können wir uns überhaupt noch vorstellen, dass das einmal das Hauptanliegen bei den Zusammenkünften der Gläubigen gewesen sein soll? Und wie ist es dabei um die Absonderung von allem Bösen bestellt? Wird noch darauf geachtet, dass zum Tisch des Herrn nur solche zugelassen sind, die gewaschen wurden im Blut des Lammes und sich von allem lehrhaft und sittlich Bösen fernhalten? Wir tun gut daran, wenn wir zu dem zurückkehren, was die erste Gemeinde als das Zentrale sah und praktizierte: die Gemeinschaft am Tisch des Herrn.

b) Sie hörten das Wort Gottes

Der Apostel Paulus unterwies die Gläubigen im Wort Gottes. Das, was ihm anvertraut war, gab er den anderen weiter. Sie waren jung im Glauben und hatten es nötig, gestärkt und gefestigt zu werden. So ist es von großer Wichtigkeit, dass jeder Gläubige neben dem persönlichen Umgang mit der Bibel das Wort Gottes hört und darin unterwiesen wird. Verkündigt wird heute viel. Aber die Quantität alleine macht es nicht. Die Verkündigung muss den ganzen Ratschluss Gottes entfalten und besonders die Dringlichkeit der Bekehrung des von Gott getrennten Menschen herausstellen. Der Tisch des Herrn und das Wort Gottes standen somit im Zentrum der Zusammenkünfte.

Apostelgeschichte 2, 42 nennt uns daneben noch zwei weitere »Säulen«: die Gemeinschaft und das Gebet. »Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.« Das möchte der erhöhte Herr auch in unseren Gemeinden, wenn wir am 1. Wochentag zusammenkommen, im Zentrum sehen.