Schlagwort-Archiv: Anbetung

Wenn du aber öffentlich betest

Kirche_oeffentlichDie Predigt ist vorbei, und einige gute Gedanken klingen noch in mir nach. »Wir wollen jetzt eine Gebetsgemeinschaft haben«, sagt der Gottesdienstleiter. Ich bin damit einverstanden. Das freie, öffentliche Gebet von Schwestern und Brüdern gehört zu denjenigen Traditionen unseres freikirchlichen Gemeindelebens, die wir nicht preisgeben sollten. Ein Bruder betet. Er bittet Gott, dass wir nie vergessen mögen, mit vollem Einsatz gegen unsere Schwächen zu kämpfen. An und für sich ein berechtigtes Gebetsanliegen. Man kann nicht genug darum bitten. Allerdings hatte der Prediger heute davon gesprochen, dass unser Kampf gegen die Sünde nicht verbissen geschehen darf, damit er nicht zum Krampf ausartet. Blitzschnell wird mir bewusst: Der Beter will den Prediger korrigieren. Ich bin verstimmt. Darf so etwas in einem öffentlichen Gebet sein? Es darf nicht.

Ein öffentliches Gebet ist etwas anderes als das persönliche Gebet im stillen Kämmerlein. Das private Gebet geht nur den Beter und Gott etwas an. Das öffentliche Gebet aber hat Gemeinschaftscharakter. In ihm schließt sich ein einzelnes Glied der christlichen Gemeinde mit anderen Gliedern der Gemeinde zusammen, um Gott etwas zu sagen. Das ist der Sinn des öffentlichen Gebetes. Man hat dabei natürlich nicht nur an Gebetsgemeinschaften zu denken. Für alle öffentlichen Gebete, selbst für diejenigen, die nicht frei formuliert sind, gilt: Hier spricht eine Schwester oder ein Bruder im Namen der Gemeinschaft zu Gott. Und darum gelten für das öffentliche Gebet zwei Grundregeln.

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Christlicher Lobpreis: »Seid ihr glücklich?!?!?!«

Kind_mit_GitarreDer Lobpreisleiter fing schon mit diesem Grinsen an, für das man eigentlich einen chirurgischen Eingriff bräuchte, um es an einem Sonntagmorgen zustande zu bringen. Dann schlug er einen fröhlichen Akkord auf seiner Gitarre an und rief: »Seid ihr glücklich?!« Die Gemeinde grummelte irgend etwas Undefinierbares. Der Lobpreisleiter zog seine genetisch abgewandelten Mundwinkel noch ein Stückchen höher, ließ noch einen fröhlichen Akkord von seiner Gitarre erklingen und rief wieder: »Seid ihr wirklich glücklich?!?!« »Ja…«, antwortete die Gemeinde gedehnt und gab sich wirklich alle Mühe, diesmal einigermaßen überzeugend zu klingen. Aber auch das war noch nicht gut genug. »Das reicht noch nicht«, rief der Lobpreisleiter, »Los – schließlich sind wir in der Kirche! Also: Seid ihr glücklich?!?!?!« – »JA!!!«

An dieser Stelle des Gottesdienstes stand ich auf und schrie: »Ich bin NICHT glücklich. Und das Einzige, was mich jetzt glücklich machen würde wäre, Dir die Gitarre in den Hals zu rammen!«

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Das Herz der Anbetung – eine Exegese

Im Alten Testament lautet das hebräische Wort für Anbetung schachah, was die Strong’s Concordance definiert als „herabdrücken, sich niederwerfen (insbesondere in Verehrung vor einem König oder vor Gott), sich niederbeugen, ducken, niederfallen, flach auf den Boden fallen, demütig anflehen.“ Im Neuen Testament wurde das Wort proskyneo meistens mit „Anbeten“ übersetzt. Es bedeutet so viel wie „küssen, wie ein Hund die Hand seines Herrn leckt, kuschen, ducken, sich in Ehrerbietung niederwerfen.“

– Dan Lucarini in Worship bis zum Abwinken, S. 45