Schlagwort-Archiv: Charismatik

Gesichter und Geschichten der Reformation

Gesichter-und-Geschichten-der-ReformationDiese Stellungnahme war wirklich nicht geplant. Zunächst freute ich mich über diese „dicke“ Weihnachtsgabe »Gesichter und Geschichten der Reformation«, Fontis – Brunnen Basel. Dieses umfangreiche Werk enthält der Anzahl der Tage eines Jahres entsprechend 366 Kurzbiographien chronologisch zusammengestellt, die unter dem obigen Titel subsumiert sind.

Das Buch ist lesefreundlich aufgemacht und täglich vermag man dem Umfang ca. einer Seite entsprechend etwas über Männer und Frauen sowie herausragende Persönlichkeiten der Kirchengeschichte zu erfahren. Das ist eine empfehlenswerte Idee. Es sind viele Beiträge inspirierend und glaubensstärkend. Es ist ermutigend, wenn man liest, wie unser großer Gott und Heiland Jesus Christus sich oft genug durch schwache Werkzeuge verherrlicht hat.

Doch je mehr ich hineinschaute und erkennen musste, wer hier aller als Vorbild und Beispiel porträtiert wurde, desto frustrierter, um nicht zu sagen entsetzter, wurde ich. Es finden sich in dieser Zusammenstellung nicht nur die klassischen Reformatoren und so begnadete Missionare und geistliche Vorbilder wie Adoniram Judson, Hudson Taylor, David Livingstone, Georg Müller usw., sondern auch Mystiker, Schwärmer und Bibelkritiker.

So habe ich mir nun schweren Herzens vorgenommen, auf einige Beispiele in diesem Buch hinzuweisen, wo man meiner Erkenntnis nach Licht mit verkleideter Finsternis verwechselt hat.

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Gaben in der Gemeinde

Die einen haben die Gabe der Zungenrede, die anderen die Gabe der Geisterunterscheidung. Die einen brabbeln unverständliches Kauderwelsch, die anderen warnen in klaren Worten vor Wölfen im Schafspelz. Die einen fühlen sich toll und werden geehrt, die anderen leiden und werden gemieden. So ist das heute mit den Geistesgaben.

Gemeinde zwischen Erstarrung und Schwärmerei

Odysseus

In der Odysseussage wird berichtet, wie der griechische Held mit seinen Leuten auf der sturmreichen Heimfahrt in seinem Schiff viele Gefahren zu bestehen hatte. In der Meerenge von Messina musste er zwischen zwei Felsen hindurchfahren, der »Skylla« und der »Charybdis«. In der Skylla wartete ein Meeresungeheuer mit sechs Hälsen und zwölf Füßen, um das Schiff zu verschlingen, und gegenüber in der Charybdis ein anderes, das täglich dreimal die Flut einsog und wieder ausspie.

Eine gefährliche Fahrt zwischen Skylla und Charybdis ist auch der Weg der Gemeinde. Wie diese beiden Strudel, so sind es zwei große Gefahren, die die Gemeinde heute bedrohen. Auf der einen Seite die Gefahr der Erstarrung, auf der anderen die Gefahr der Schwärmerei: Gemeinde zwischen Erstarrung und Schwärmerei.

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Licht, nicht Feuerwerk

Feuerwerk

Auf einer Tagung versammelten sich einige junge Leute, um die ganze Nacht im Gebet zu verbringen. Am nächsten Morgen fragte der ältere Pfarrer, was sie gemacht hätten. Sie berichteten: »Sehen Sie nur, wie unsere Gesichter strahlen!« – Sie wollten damit auf ihre »geistlichen Höhenerlebnisse« angesprochen werden. – Die freundliche, hilfreiche Antwort des Pfarrers auf diese »Art von Bekenntnis«: »Mose wusste nichts davon, dass sein Gesicht strahlte!«

– 2. Mose 34,29

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Christlicher Lobpreis: »Seid ihr glücklich?!?!?!«

Kind_mit_GitarreDer Lobpreisleiter fing schon mit diesem Grinsen an, für das man eigentlich einen chirurgischen Eingriff bräuchte, um es an einem Sonntagmorgen zustande zu bringen. Dann schlug er einen fröhlichen Akkord auf seiner Gitarre an und rief: »Seid ihr glücklich?!« Die Gemeinde grummelte irgend etwas Undefinierbares. Der Lobpreisleiter zog seine genetisch abgewandelten Mundwinkel noch ein Stückchen höher, ließ noch einen fröhlichen Akkord von seiner Gitarre erklingen und rief wieder: »Seid ihr wirklich glücklich?!?!« »Ja…«, antwortete die Gemeinde gedehnt und gab sich wirklich alle Mühe, diesmal einigermaßen überzeugend zu klingen. Aber auch das war noch nicht gut genug. »Das reicht noch nicht«, rief der Lobpreisleiter, »Los – schließlich sind wir in der Kirche! Also: Seid ihr glücklich?!?!?!« – »JA!!!«

An dieser Stelle des Gottesdienstes stand ich auf und schrie: »Ich bin NICHT glücklich. Und das Einzige, was mich jetzt glücklich machen würde wäre, Dir die Gitarre in den Hals zu rammen!«

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Ebertshäuser, Die Pfingst- und Charismatische Bewegung

Pingst und Charismatische Bewegung4.5.indd„Die Pfingst- und Charismatische Bewegung. Eine biblische Orientierung“ von Rudolf Ebertshäuser, Edition Nehemia. Eine Buchbesprechung von Pfarrer Dr. Tobias Eißler.

Der Klappentext informiert darüber, dass der Autor selbst Mitglied einer charismatischen Gemeinde gewesen ist, sich dann aber von der charismatischen Bewegung gelöst hat. In mehreren Veröffentlichungen hat er sich kritisch mit der Charismatik auseinandergesetzt. Weil die charismatische Bewegung eine einflussreiche Bewegung weltweit und in Deutschland ist und insbesondere jüngere Christen, die wenig über sie wissen, mit ihr in Berührung kommen und oft fasziniert oder befremdet von ihr sind, müsste die Beschäftigung mit dem Phänomen wohl zur Bildungsarbeit jeder Kirchengemeinde gehören. Ob das 200-Seiten-Taschenbuch von Ebertshäuser nicht einen hilfreichen Beitrag dazu leisten kann? Seine kritische Betrachtungsweise kommt sachlich daher, ist in einem knappen, guten Stil vorgetragen und lässt Bibelstellen unter einem Aspekt aufleuchten, den man bisher nicht unbedingt so gesehen hat.

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Kathryn Kuhlman

KATHRYN_KUHLMAN

Stellungnahme zu dem Buch Kathryn Kuhlman von Jamie Buckingham, Fix-Verlag, 1979.

Obwohl von Menschen geschrieben bzw. herausgegeben, die diese Frau liebten und verehrten, ist es ein erschütterndes Zeugnis für die Macht der Verführung bzw. Unwahrhaftigkeit dieser letzten Tage. Es wird offen zugegeben, dass Kuhlman, sie lebte von 1906 bis 1976, ihr Alter nie preisgegeben hat und deswegen etlichen Leuten einfach Falsches sagte: Es war für sie ein besonderes Vergnügen, wenn sie die Presse hereinlegen konnte … Sie hatte, obwohl bereits sterbenskrank, den Arzt in bezug auf ihr Alter angeschwindelt. Bis zu ihrem Ende blieb dieser Stolz bestimmend in ihrem Leben,… (Seite 16). Das war ein unerklärlicher Zug an ihr, den sie bis zu ihrem Tod beibehielt. Selbst als sie schon Endsechzigerin war, bestand sie noch darauf dass ihr Radioansager sie mit den Worten ankündigte: „Und nun Kathryn Kuhlman, die junge Frau, auf die sie alle gewartet haben „ (Seite 83).

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Wer sich alles ‚Christ‘ nennt

Heute kann man in charismatischen Kreisen ein christlicher Gangster sein – oder zumindest ein in Zungen sprechendes, verführerisches Sternchen unter den Stars, oder ein christliches Model für Damenunterwäsche, oder ein Rapper, der Strip-Clubs aufsucht. Und schließlich werden wir Tag und Nacht daran erinnert: „Wer bist du, dass du andere richtest?“

– Michael Brown, Quelle: Sex Symbols

Legrand, Ich rede mehr in Zungen als ihr alle

LegrandAls ich die euphorischen Zeilen der Herausgeber am Anfang des Buches las, dachte ich mir, dass hier zu dick aufgetragen würde. Nach dem Lesen des Buches muss ich zugeben, dass dem nicht so ist.

Das 2010 wieder neu aufgelegte Werk von Fernand Legrand ist eine biblisch fundierte Studie zum umstrittenen Phänomen des Sprachen- bzw. Zungenredens. Der Autor schreibt kurzweilig, interessant und trotzdem theologisch fundiert. Es fiel mir schwer das Buch aus der Hand zu legen. Fernand Legrand selber erfuhr aufgrund seines Forschens in der Bibel einen Wandel seiner Ansicht über den Zweck, die Bedeutung und das Wesen des Zungenredens.

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Pfingstpastor stirbt durch Snake-Handling

SnakehandlingMark Wolford, 44 Jahre alter Pfingstpastor aus West-Virginia, gehört zu den Serpent-Handlers, jene extrempfingstliche Gruppierung, die das Wort aus Markus 16,18 und sie werden „Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird’s ihnen nicht schaden; auf Kranke werden sie die Hände legen, so wird’s besser mit ihnen werden“ wörtlich nehmen. Am Pfingstsonntag, 27. Mai 2012, hielt Wolford einen Gottesdienst, den er auf Facebook mit den euphorischen Worten ankündigte: „Ich freue mich auf eine wunderbare Zeit an diesem Sonntag. Es wird wie in den alten Zeiten sein… Heilig Geist erfüllte, in Zungen sprechende Gläubige.“

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Charismatische Frömmigkeit kommt von Afrika nach Europa

die-neuen-halbgoetterIn Afrika breitet sich das Christentum pfingstkirchlich-charismatischer Prägung rasant aus. Auch ein „Wohlstandsevangelium“, das eine Verbesserung der materiellen Lebensbedingungen ins Zentrum stellt, findet vielfach Anklang. Durch die Migration wandert die lebendige und farbenfrohe Form des afrikanischen Christentums auch nach Europa aus. Vor allem in Ballungsräumen entstehen Migrantengemeinden, die meist pfingstkirchlich oder charismatisch geprägt sind. Das hat Auswirkungen auf das Leben der hiesigen evangelischen Kirchen, stellt der Direktor des Evangelischen Missionswerks (EMW), Christoph Anders (Hamburg), in seinem Bericht für die EKD-Synode in Magdeburg fest.

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Erfahrungen eines Pastors mit Gabenträgern

Gabentraeger

Ich bin der Pastor einer Kirche, die das Zungenreden nicht betont. Jedoch habe ich mein Bestes versucht, um eine Atmosphäre von christlicher Gemeinschaft und Anbetung zu schaffen, die denen, die in Zungen reden und denen, die nicht in Zungen reden, gefällt. Meine Absicht war, jedem die Türen zu öffnen, der den Herrn Jesus Christus als Retter lieb hat.

Nachdem ich etwa ein Dutzend Zungenredner in der Gemeinde gehabt habe, kam ich nach einem anstrengenden Jahr zu gewichtigen Ergebnissen. Diese Ergebnisse waren herzzerbrechend für mich. Ich erwartete viel mehr von Zungenrednern als ihr Leben zeigte. Meine Enttäuschung hat die folgenden Gründe:

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