Schlagwort-Archiv: Christliche Bücher

Wenn Sünder sich das Ja-Wort geben

Wenn-Suender-sich-das-Ja-Wort-geben„Eine gute Ehe beruht auf der Überzeugung, dass wir Sünder sind.“ (S. 13) Diese Erkenntnis ist Dave Harvey so wichtig, dass er das erste Drittel seines Buchs darin investiert. Nur als Sünder sind wir offen für das Evangelium, und nur im Evangelium finden wir die Lösung für all unsere Eheprobleme. Das Buch ist an Sünder geschrieben – an die Kranken, die den Arzt brauchen.

Richtige bzw. falsche Theologie bestimmt unser Eheleben positiv bzw. negativ. Auf Grundlage gesunder biblischer Lehre und der Kraft des Evangeliums kann die Ehe gelingen und dem Schöpfer die Ehre geben, der die Ehe erfunden hat und dem sie gehört. (Eph 5:32) Der Blick richtet sich also zuerst in den Spiegel, dann nach oben und erst zuletzt auf den Ehepartner.

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Gesichter und Geschichten der Reformation

Gesichter-und-Geschichten-der-ReformationDiese Stellungnahme war wirklich nicht geplant. Zunächst freute ich mich über diese „dicke“ Weihnachtsgabe »Gesichter und Geschichten der Reformation«, Fontis – Brunnen Basel. Dieses umfangreiche Werk enthält der Anzahl der Tage eines Jahres entsprechend 366 Kurzbiographien chronologisch zusammengestellt, die unter dem obigen Titel subsumiert sind.

Das Buch ist lesefreundlich aufgemacht und täglich vermag man dem Umfang ca. einer Seite entsprechend etwas über Männer und Frauen sowie herausragende Persönlichkeiten der Kirchengeschichte zu erfahren. Das ist eine empfehlenswerte Idee. Es sind viele Beiträge inspirierend und glaubensstärkend. Es ist ermutigend, wenn man liest, wie unser großer Gott und Heiland Jesus Christus sich oft genug durch schwache Werkzeuge verherrlicht hat.

Doch je mehr ich hineinschaute und erkennen musste, wer hier aller als Vorbild und Beispiel porträtiert wurde, desto frustrierter, um nicht zu sagen entsetzter, wurde ich. Es finden sich in dieser Zusammenstellung nicht nur die klassischen Reformatoren und so begnadete Missionare und geistliche Vorbilder wie Adoniram Judson, Hudson Taylor, David Livingstone, Georg Müller usw., sondern auch Mystiker, Schwärmer und Bibelkritiker.

So habe ich mir nun schweren Herzens vorgenommen, auf einige Beispiele in diesem Buch hinzuweisen, wo man meiner Erkenntnis nach Licht mit verkleideter Finsternis verwechselt hat.

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Ronsdorf, Und die Toten leben doch

Und-die-Toten-leben-dochSchon der Titel „Und die Toten leben doch“ zeigt, dass das Buch sich als Antwort versteht. Ronsdorf definiert zunächst die Irrlehre, der er begegnet ist. Danach sei der Mensch nach seinem Tod nicht mehr existent – entweder sofort und für immer, oder bis zur Auferstehung. Später geht er auf die Ansicht ein, die Gottlosen werden nach einer gewissen Zeit der Strafe in der Hölle schließlich völlig und für immer „vernichtet“. Solchen Theorien stehen viele Bibelstellen entgegen.

Zu Beginn in Kapitel 1 wird das Thema eingebettet in die (dispensationalistische) Eschatologie des Autors und die Bedeutung des Alten Testaments im Vergleich zum Neuen. Ronsdorf stellt heraus, dass erst die Auferstehung Jesu tiefere Erkenntnis über das Leben nach dem Tod gebracht hat. Relevante Texte aus dem Alten Testament werden in ihrem jeweiligen Kontext betrachtet und dann ins Licht des Neuen Testaments gestellt. Insbesondere das Buch Prediger betrachtet die Welt „unter der Sonne“ und bleibt in seinen Aussagen bei der diesseitigen Perspektive. Ronsdorf schreibt weiter über Herkunft und Wesen des Todes, Schöpfung, Sünde und Erlösung, um schließlich im großen Kapitel 2 (S.37-145) auf die Frage einzugehen: Was kommt nach dem Tod?

Folgende Bibelstellen helfen ihm bei der Suche nach einer Antwort:

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Wie wird es in der Hölle sein?

Deppe_Hoelle„Früher hatten die Leute Angst vor der Hölle; heute haben die Pfarrer Angst, über die Hölle zu predigen.“ (S. 20) Das vorliegende Buch ist ein Gegenpol dieser Entwicklung. Es behandelt die Aussagen der Bibel zu dem Thema, zum Großteil davon die Überlieferungen von Jesus Christus. Dabei wird die Existenz der Hölle nicht diskutiert, sondern vorausgesetzt, denn Jesus hat das ebenso getan. Im Umkehrschluss gilt: „Wer die Hölle leugnet, macht Jesus zum Lügner.“ (S.13)

Im Innersten wissen die Menschen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Dieses Wissen um die Ewigkeit wurde ihnen von ihrem Schöpfer „ins Herz gelegt“. (Prediger 3:11) So erklären sich auch die Lehren von einer Hölle in den anderen Religionen, worauf der Autor kurz eingeht. Der Abschnitt zum Islam ist interessant: „In der islamischen Hölle gibt es sieben verschiedene Grade der Bestrafung, unter anderem wird man so lange herumgedreht, bis die ganze Haut abgeschürft ist, und dann bekommt man eine neue Hülle, damit der ganze Prozess von vorn beginnen kann. Im Koran wird die Hölle beschrieben als Feuer, dessen Brennstoff die Verdammten sind und das siebzig Mal so heiß ist wie irdisches Feuer. Die Verdammten werden gequält mit Speisen und Getränken, die heiß sind wie geschmolzenes Erz und mit Kleidern aus flüssigem Kupfer und Teer.“

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John MacArthur, Die Liebe Gottes

Die-Liebe-GottesWenn Gott Liebe ist, warum erleben wir dann in der Welt soviel Böses, Leiden und Schmerz? Warum müssen Menschen in die Hölle? Warum fiel die Menschheit überhaupt in Sünde? Antworten auf solch schwierige theologische Fragen finden wir nur, wenn wir die Lehre von der Liebe Gottes – ausgewogen, systematisch – verstehen und Gott besser kennenlernen. John MacArthur möchte mit dem Buch dazu beitragen und betont schon in der Einleitung: „Gottes Liebe und Gottes Heiligkeit müssen im Licht seines Zornes gegen die Sünde tiefgründig verstanden werden.“ (S.10)

Etwas jüngere Kirchengeschichte zum Thema „Liebe und Zorn“ liefert Kapitel 1 – angefangen bei Jonathan Edwards, Charles Finney, D.L. Moody bis hin zur liberalen Theologie heute. MacArthur schreibt über die heutige Situation: „Wir müssen etwas von diesem heiligen Schrecken zurückerlangen, der mit einem richtigen Verständnis von Gottes gerechtem Zorn einhergeht. … Nur vor dem Hintergrund des Zornes Gottes kann die volle Bedeutung der Liebe Gottes wirklich verstanden werden. … Nur wer sich selbst als Sünder in den Händen eines zornigen Gottes ansieht, kann die Größe und Faszination seiner Liebe wirklich wertschätzen.“ (S.24) Eine hilfreiche und nötige Korrektur in die eine Richtung.

Aber auch in die andere Richtung korrigiert MacArthur. Einerseits dürfen wir Gottes Zorn nicht vergessen, andererseits aber auch nicht seine Liebe (gerade unter reformierten Christen). Hier wird der Anlass für das Buch noch deutlicher und der Blick auf „Die Liebe Gottes“ langsam aber sicher schärfer. Ergänzend und detaillierter dann die Unterscheidung zwischen der Liebe Gottes zur ganzen Menschheit inkl. der allgemeinen Zusage für alle Menschen (Kapitel 6) und der besonderen Liebe zu den Erwählten inkl. der Lehre von der ewigen Sicherheit (Kapitel 7 und 8).

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Gespräche mit der „oberen Schar“

Wolken-Himmel

Jetzt habe ich, Johannes Busch, eine ganz persönliche und sehr herzliche Einladung. Wir wollen unser Stilles Gespräch hier in meinem Zimmer in Witten halten. Unterbrecht einmal eure Geschäftigkeit. Macht mir die Freude und nehmt euch wirklich einmal Zeit, zu mir in meine Studierstube hereinzukommen. Hier waren schon viele Leute zu stillem Gespräch. Jetzt möchte ich einmal euch alle hier haben.

Es ist sehr gemütlich in diesem Zimmer. Das haben schon viele empfunden, die bei mir zu Gast waren. Aber vielleicht erschreckt ihr, wenn euer Blick über die Wände hin gleitet. Rundum durch das ganze Zimmer läuft eine lange Reihe von Bildern. Wie ein Fries ziehen diese Bilder an den Wänden entlang. Dieser Fries beginnt vorn am Fenster, klettert über den ersten Bücherständer, geht über die Tür hinweg, umrahmt die übrigen Bücher, bis er wieder an der anderen Seite am Fenster ankommt. Erschreckt bitte nicht, es sind 117 Bilder.

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Roland Antholzer, Trauern & Trösten

Antholzer_Trauern„Kaum irgendwo erleben wir unsere Hilflosigkeit so bedrängend wie da, wo wir einem Trauernden Trost vermitteln sollen.“ (S. 7) Ist das vielleicht auch Ihre Erfahrung? Das kleine Buch „Trauern & Trösten“ von Roland Antholzer gibt uns zur Hilfe einen guten Einblick in den üblichen Trauerprozess und die Möglichkeiten (und Grenzen) der Begleitung und Seelsorge.

Antholzer erklärt zunächst das Wesen von Trauer ganz allgemein als Reaktion auf eine Verlusterfahrung. Das kann ein Todesfall sein, eine Krankheit oder der Verlust des Arbeitsplatzes. Dem Trauerfall folgen in der Regel vier Phasen: Schock, Kontrolle, Regression und Adaption. Solch ein Trauerprozess – auch Weinen – ist wichtig, um das Erlebte angemessen verarbeiten zu können. Auch unter Christen sollte die Trauer nicht verwehrt werden. Auf die besonderen Punkte „Glaube, Sinn des Leidens, Selbstverleugnung und Hingabe“ geht der Autor in späteren Kapiteln ein.

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Glaube wächst an Widerständen

Glaube-waechst-an-Widerstaenden„Wie gehen wir in unserer «freien Gesellschaft» mit persönlichen Krisen, Widerständen oder Nachteilen im Beruf um? Wie hoch ist uns die Hürde geworden, anderen zu vergeben, und welche Bedeutung hat Christus in unserem Leben, wenn es schwierig wird?“ Die Fragen von Markus Rode in seinem Vorwort gehen ans Herz und fordern heraus.

Zum Selbststudium und zur Gruppenarbeit in der Gemeinde, im Hauskreis oder in der Familie hat das bekannte Werk Open Doors ein schmales Heft herausgebracht, das wir nur empfehlen können. Im eigenen Bibelkreis haben wir damit gearbeitet und viel darüber nachgedacht. Lernt man sonst aus dicken Büchern meist eher Theorie als Praxis, steht hier die persönlich erlebte Erfahrung und das vorgelebte Beispiel des Christen im Vordergrund.

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Jay Adams, Geborene Gewinner

Geborene_Gewinner„Wie man das Böse überwindet“, so der Untertitel. Damit sollte klar sein, dass Adams den Leser nicht im weltlichen Sinn dazu anleiten will, ein „Gewinner“ zu sein. In der Welt setzt man die Ellbogen ein. Der Christ, so lehrt die Bibel, besiegt seinen Feind durch Gutestun: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römer 12:21) Dabei ist das Wort „überwinden“ eine „Vokabel aus der Militärsprache“ und bedeutet nichts anderes, als den Feind zu besiegen. Wer „überwunden“ ist, der ist besiegt. „Das Leben des Christen ist ein Kampf.“ (S.17f.)

Adams beschönigt nichts, sondern sieht der Realität ins Auge. Jeder Christ wird persönlich und konkret angegriffen, praktisch und nicht bloß theoretisch. Von bestimmten Personen in bestimmten Beziehungen und nicht selten von solchen, die ihm nahestehen – auch von Christen, die gegen ihn sündigen. Dabei ist das Ziel immer Christus selbst und der Grund, warum uns Unrecht getan wird, eher nebensächlich. Kämpfen wir aktiv gegen das Böse, dann tun wir das zur Ehre Gottes und stehen auf seiner Seite. Faule Kompromisse hingegen verunehren Gott.

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Thomas Lange, Zorn

Lange_Zorn„Wenn jemand sich im Wort nicht verfehlt, so ist er ein vollkommener Mann.“ (Jakobus 3:2) Wer von uns kann das schon von sich behaupten? Unangebrachter, sündiger Zorn ist ein Problem in unserem Leben und eine Schande für unser christliches Zeugnis. Das vorliegende Buch hilft, ihn als solchen bei sich zu erkennen, seine Ursachen zu erforschen und auf dem biblischen Weg der Heiligung davon frei zu werden.

Dies geschieht zunächst in Abgrenzung vom gerechten Zorn. „Jesus war auch zornig“, hört man oft unter Christen. Das stimmt, doch blieb er dabei ohne Sünde. Der Autor zeichnet im ersten Kapitel den wichtigen Unterschied zwischen dem ungerechten, sündigen Zorn und dem heiligen, gerechten, sogar nötigen und gebotenen Zorn gegen alles, was die Ehre Gottes angreift, ja gegen Satan selbst. Dem Zorn Gottes ist anschließend ein eigenes Kapitel gewidmet.

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Francis und Lisa Chan, Du und Ich in Ewigkeit

Chan_Du_und_ich_in_Ewigkeit‚Du + Ich in Ewigkeit – Wie der Himmel unsere Ehe revolutioniert‘ zeichnet die Ehe der Autoren und hinterfragt dabei unsere eigene christliche Ehe, immer mit dem Blick auf Gott und die Ewigkeit. Francis Chan ist vielen bereits bekannt als Redner (live oder per Video) und Autor von Büchern wie ‚Der unterschätzte Gott‘ und ‚Ein Leben als Volltreffer‘. Zusammen mit seiner Frau hat er nun mit ‚Du + Ich in Ewigkeit‘ ein Buch geschrieben, das wieder ins Herz trifft und zu einem kompromisslosen Leben mit Jesus aufruft, dieses Mal zu zweit bzw. als ganze Familie.

Die Seiten lassen sich leicht lesen, bieten Pausen zum Nachdenken an, statt trockener Theologie liefern sie treffende Bibelverse und seelsorgerliche Ermahnung für die Praxis. Jeder Abschnitt schließt mit Fragen, denen Mann und Frau sich stellen müssen. Dabei ist das Werk kein Ratgeber für die Ehe im zu erwartenden Sinn, sondern eine Ausrichtung auf das Wesentliche mit dem wunderbaren Nebeneffekt, dass dadurch auch die Ehe, das Familienleben und die Kindererziehung (wieder) gesegnet sind. Aus Erfahrung beschreibt Chan die heuchlerische Ist-Situation:

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Ernest Klassen, Man trifft sich nie von ungefähr

Onkel_Ernie„Ist das wirklich etwas für Intellektuelle? Ich bin Professor an der Universität in Trier. Ich habe meine Doktorarbeit in den Fächern Philosophie und Theologie gemacht. Ich bin römisch-katholisch. Ist das etwas für solche?“ So war einst die Frage nach einer Predigt von Onkel Ernie, der dann antwortete: „Ja, es ist etwas für Intellektuelle, wenn Sie bereit sind, zu werden wie ein Kind. Jesus sagt: ‚Es sei denn, daß ihr werdet wie die Kinder, so könnt ihr nicht ins Reich Gottes kommen.‘“ (S.92)

Was für seine einfachen Predigten gilt, gilt genauso für das vorliegende Buch. Es ist sehr locker geschrieben, eine Erzählung reiht sich an die nächste. Ernest Klassen, Jahrgang 1917, gründete zusammen mit anderen die Bibelschule Brake. „Man trifft sich nicht von ungefähr“ wird einer seiner Aussprüche gewesen sein. Vielleicht haben auch Sie ihn sogar – nicht zufällig – getroffen? Dann wird er Ihnen wahrscheinlich von Jesus erzählt haben. Wie er das so oft getan hat, davon berichtet Klassen in diesem kleinen Buch. Seine Botschaft war immer über Jesus Christus als den einzigen Weg in den Himmel. Das Evangelium ist ganz einfach und für jeden leicht verständlich. Manche Theologen werden die Nase rümpfen, aber stattdessen sollten sie von Klassen lernen.

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Nur ein einziges Buch ist unentbehrlich

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Ich besitze eine Menge Bücher. Manche lese ich nie, manche manchmal, eins täglich: die Bibel. Sie ist die große Ausnahme. Denn sie ist nicht Menschenwort, sondern Gottes Wort. Und dieses Wort ist nicht nur manchmal wahr, sondern immer. Nicht nur an einigen Stellen, sondern an allen. Nicht nur am Sonntag, auch im Alltag. Nicht nur in besonderen Augenblicken, sondern für alle Zeit, für alle Fälle, für alle Menschen: ganz durchläutert, lauter und rein. Und selbst, wo die Bibel von Sünde spricht, tut sie es nicht in dem schmierigen Ton, den andere Bücher bei diesem Thema haben. Dabei spricht sie von der Sünde radikaler als jedes andere Buch.

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Martyn Lloyd-Jones, Schritt für Schritt

Schritt fuer Schritt„Schritt für Schritt – Raus aus der Resignation“ von D. Martyn Lloyd-Jones ist kein Seelsorge-Buch im herkömmlichen Sinn und schon gar keins aus der Sparte ‚moderne Psychotherapie im christlichen Gewand‘. Umso mehr hilft es tatsächlich „raus aus der Resignation“ – durch gesunde, gründliche Exegese von Psalm 73, eingebettet in systematischer Theologie und durchtränkt mit Bibelversen. Im Anhang findet sich dazu ein dreiseitiger Index!

Die Wahrheit macht den Christen frei, hier mit Hilfe der Schrift des bekannten Predigers. Die vorliegend überlieferte Predigtreihe ist eine liebevolle, aber deutliche Korrektur der heutzutage weit verbreiteten Denkmuster vieler Christen und ihrer damit verbundenen Leiden. Ausgangspunkt ist die Frage des Psalms 73, warum die Frommen so oft leiden müssen, während die Gottlosen häufig so erfolgreich scheinen. Der Prediger geht auf die Frage ein, besonders auf den Seiten 71 bis 75. Daneben bleibt er allgemein, so dass man das Buch auch für jedes andere Ringen mit Gott empfehlen kann.

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Nachfolge ohne Überempfindlichkeit

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Wir können unser Herz selbst überempfindlich machen. Wir können es hätscheln und verwöhnen; und je mehr wir das tun, desto lieber mag es das Herz und desto stärker bemitleiden wir uns selbst. Wir können uns so in etwas hineinsteigern, dass schon der geringste Anlass genügt, um riesige Probleme aufzuwerfen. Wenn wir in einem Dynamitfass ein Streichholz – nur eines – anzünden, dann gibt es eine fürchterliche Explosion. Aber das liegt nicht in erster Linie an dem Streichholz, sondern an dem Fass Dynamit.

Das erkannte der Psalmist (Psalm 73). Er hatte sich in seiner Meinung über die Gottlosen vollkommen geirrt. Er hatte gedacht, sie allein seien die Ursache seiner Probleme. Nun entdeckte er, dass das nicht stimmte. Er selbst hatte sein Herz in diesen törichten Zustand hineingesteigert; er war überempfindlich geworden. Und wenn man in solch einer Verfassung ist, dann genügt schon der kleinste Anlass, um eine Explosion auszulösen. Wir alle wissen, wovon ich rede. Aber erkennen wir auch, wo wir selbst genauso reagieren? Wenn wir mit uns selbst reden, empfinden wir dann auch jedes Mal Mitleid? Wenn ja, dann begehen wir den gleichen Fehler wie der Psalmist. Wir vergrößern die krankhafte Überempfindlichkeit nur noch und können dann mit Sicherheit auf schmerzhafte Erfahrungen gefasst sein.

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