Schlagwort-Archiv: CS Lewis

Gottes Stimme

Gott flüstert in unseren Freuden, er spricht in unserem Gewissen, in unseren Schmerzen ruft er laut. Sie sind sein Megaphon, eine taube Welt aufzuwecken.

– C.S. Lewis

C.S. Lewis zur Evolutionstheorie

Vorurteil

Lange bevor ich glaubte, daß die Theologie recht hat, war ich zu dem Schluß gekommen, daß das gängige Bild der Wissenschaft auf jeden Fall falsch ist. Es ist nämlich mit einem ganz entscheidenden inneren Widerspruch behaftet: Das gesamte Bild behauptet, auf Rückschlüssen aus gemachten Beobachtungen zu basieren. Wenn kein Rückschluß möglich ist, löst sich das Bild auf. Solange wir uns nicht darauf verlassen können, daß die Wirklichkeit im entferntesten Nebelfleck, im entferntesten Teil des Universums den Gedanken und Gesetzen des menschlichen Wissenschaftlers hier und jetzt in seinem Labor gehorcht – das heißt, solange die Vernunft nicht absolut ist -, liegt alles in Scherben.

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C.S. Lewis, Überrascht von Freude

Lewis_Freude„Ich habe dieses Buch … geschrieben, um dem Wunsch nachzukommen, ich möge berichten, wie ich vom Atheismus zum Christentum gekommen bin“, so der erste Satz des Autors in seinem Vorwort. Und noch einmal: „Das Buch soll die Geschichte meiner Bekehrung berichten; es stellt keine Autobiographie im herkömmlichen Sinn dar“, so der Beginn des zweiten Absatzes. Entsprechend wird es vom Verlag angepriesen: „Spannend beschreibt C.S. Lewis seinen Weg vom erklärten Atheisten zum überzeugten Christen. Eine außergewöhnlich tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Christentum und ein sehr ehrliches Buch.“

Dem Otto-Normal-Leser fällt es schwer, im Verlauf des Buches dieser Linie zu folgen. Lewis beschreibt ausführlich seinen Lebensweg in jungen Jahren, aber nur selten mit klarem Bezug zu seiner Bekehrung. Das Buch ähnelt eher einer Autobiographie mit Beschränkung auf die ersten zwei Lebensjahrzehnte als einer christlichen Bekehrungsgeschichte, wie wir sie heute allgemein kennen und erwarten würden. Lewis erzählt so viel von Kindheit und Jugend und spannt damit, in seinen Worten, „das Netz“ so weit aus, wie vor ihm und nach ihm wohl kein Christ je Zeugnis gegeben hat. Nur wer den Autor bereits kennt, wird wenig überrascht und enttäuscht sein.

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Warum C.S. Lewis keine Zeitung liest

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Ich sagte letztlich zu meinem Land: »Du sollst mich an einem bestimmten Tag bekommen, aber nicht vorher. Ich werde in deinen Kriegen sterben, wenn es sein muß, aber bis dahin werde ich mein eigenes Leben führen. Du kannst meinen Körper haben, aber nicht meinen Geist. Ich werde an Schlachten teilnehmen, aber nicht über sie lesen.«

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Lewis, Pardon ich bin Christ

Pardon_ich_bin_Christ„Jeder Mensch hat schon einmal zugehört, wie andere sich streiten. … Dabei scheint es, als wüssten beide Seiten um eine Art Gesetz oder Regel von Fair play, von anständigem Benehmen oder Sittlichkeit oder wie man es nennen will.“ (S.20,21) Mit diesem Verweis auf das Gewissen beginnt C.S. Lewis seine Argumentation für den christlichen Glauben und folgt damit – gewollt oder ungewollt – der Struktur des Römerbriefs. Wie geschrieben steht, ist dem Menschen das Gesetz ins Herz geschrieben und wenn er im Streit den anderen richtet, verurteilt er sich ebenso selbst: „Denn du, der du richtest, verübst ja dasselbe!“ (Römer 2:1, vgl. 2:15)

Dass auch der Leser nicht ohne Schuld ist, darauf zielt Lewis erst im zweiten Schritt. Lange hält er sich mit der Frage nach Recht und Unrecht auf. Was genau ist das „Naturrecht“, das „Sittengesetz“, das „Gesetz der menschlichen Natur“ – und woher kommt es? „… von einem unbestimmten Etwas, das die Welt lenkt und in mir als Gesetz sichtbar wird, das mich zum rechten Handeln anhält und mich mit Schuldbewusstsein und Unbehagen erfüllt, wenn ich Böses getan habe.“ (S.39) Lewis setzt nur kleine, dafür aber feste Schritte nacheinander in Richtung christlicher Glaube.

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Lewis, Die Abschaffung des Menschen (II)

die-abschaffung-des-menschenColeridge betrachtet einen Wasserfall, zwei Touristen unterhalten sich über den Anblick. Der eine bezeichnet ihn als «erhaben», der andere als «hübsch». Coleridge schließt sich dem ersten an und weist «hübsch» zurück. Was sagen Sie zu einem Wasserfall? Wem schließen Sie sich an? Oder sind die Aussagen der Touristen tatsächlich «nur» als jeweiliger Ausdruck ihrer eigenen Gefühle zu verstehen? Bejahen wir, so Lewis, betreten wir den Weg zur Abschaffung des Menschen.

Ausgangspunkt seiner (Literatur-)Kritik ist ein Schulbuch, in dem gelehrt wird: „Wir scheinen sehr Wichtiges zu sagen, während wir in Wirklichkeit nur etwas über unsre eigenen Gefühle äußern.“ Damit stellt das Schulbuch die Vernunft über das Gefühl und trennt beides voneinander. Die Vernunft wird gepriesen, das Gefühl als minderwertig heruntergestuft: Es sind «nur» Gefühle.

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C.S. Lewis Biographien

CS LewisC.S. Lewis hat unter den – konservativen – Christen keinen leichten Stand. Die einen zitieren ihn gerne und ohne Scheu (z.B. Piper und Carson), die anderen meiden ihn (und seine Leser) konsequent und unnachgiebig. Von Letzteren sind solche am unangenehmsten, die weder Lewis‘ Werke tatsächlich gelesen noch ihn als Person kennengelernt haben. Vor mir liegen drei Kurzbiographien, die helfen wollen, mehr Sympathie für Lewis zu entwickeln, ihn wenigstens fair einzuordnen.

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C.S. Lewis – Die große Scheidung

BischofIn seinem Buch „Die große Scheidung“ karikiert Lewis in der Person eines anglikanischen Bischofs den, wie der Philosoph Helmut Kuhn es ausgedrückt hat, „Jargon des modernen Intellektuellen“, der zwar lautstark behauptet, die Wahrheit zu suchen, sie aber im Ernst gar nicht finden will, der vielmehr in der Suche nach Wahrheit, aber nicht im Finden, seine selbstgewählte Lebensbestimmung sieht. Hören wir für einen Moment in den Dialog des Bischofs mit einem Geistwesen hinein, das ihn zur ewigen Wahrheit führen will.

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Lewis, Die Abschaffung des Menschen (I)

die-abschaffung-des-menschenVor 50 Jahren starb C. S. Lewis. Es war der 22. November 1963, derselbe Tag, an dem auch John F. Kennedy und Aldous Huxley starben. Lewis ist neben J.R.R. Tolkien sicherlich der bekannteste christliche Autor des 20. Jahrhunderts. Vor allem auf Grund seiner „Narnia“-Kinderbuchreihe ist er auch vielen Nichtgläubigen ein Begriff. Erst vor ein paar Jahren kam ja eine spektakuläre Neuverfilmung ins Kino. Doch Clive Staples Lewis ist weitaus mehr als ein Fantasy-Autor. Wer englische Literatur ernsthaft studiert, kommt kaum an seinen theoretischen Werken vorbei. Er lehrte in der Mitte des 20. Jahrhunderts sowohl in Oxford, als auch in Cambridge englische Literatur des Mittelalters und der Renaissance. Mit Leidenschaft setzte er sich als ehemaliger Atheist mit den Strömungen seiner Zeit und den Angriffen auf den christlichen Glauben auseinander.

Vor 70 Jahren erschien in diesem Zusammenhang das Buch „The Abolition of Man“ („Die Abschaffung des Menschen“). Der Schweizer Theologe Hans Urs von Balthasar meint, es sei „das Ernsteste wohl, was Lewis je verfasst hat“. Eigentlich handelt es sich in der „Abschaffung des Menschen“ um eine Zusammenfassung von drei Vorlesungen, die Lewis vom 24. Bis 26. Februar im Rahmen der „Riddell Memorial Lectures“ an der Universität Durham gehalten hat. Darin kritisiert er ein Schulbuch, in welchem ein Mann zitiert wird, der den Anblick eines Wasserfalls als „erhaben“ beschreibt. Die Autoren des Lehrwerks machen nun den Schülern klar, der Wasserfall sei gar nicht erhaben. Lediglich die subjektive Empfindung des Sprechers mache ihn „erhaben“.

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Sind die Berichte über Jesus nicht einfach Legenden?

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Als Literaturhistoriker bin ich restlos davon überzeugt, daß die Evangelien keine Legenden sind – was immer sie auch sonst sein mögen. Ich habe sehr viele Legenden gelesen, und es ist für mich eindeutig, daß die Jesusgeschichten nicht in diese Gattung passen. Sie sind nicht kunstvoll genug, um Legenden zu sein. In der Darstellung ihrer Inhalte sind sie unbeholfen, sie arbeiten die Dinge nicht sauber heraus. Der größte Teil des Lebens Jesu bleibt uns genauso unbekannt wie das Leben irgendeines seiner Zeitgenossen. Kein Volk, das einen seiner Helden zum legendären Heiligen erheben wollte, würde so etwas zulassen.

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C.S. Lewis über Jesus Christus

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Doch dann geschieht das Schockierende. Unter diesen Juden taucht plötzlich ein Mensch auf, der redet, als wäre er Gott. Er behauptet, Sünden vergeben zu können. Er sagt, er sei von Ewigkeit an gewesen. Er sagt, er werde am Ende der Zeiten kommen, um die Welt zu richten. Überlegen wir einmal, was das heißt: Unter Pantheisten, etwa den Indern, könnte jeder sagen, er sei ein Teil Gottes oder er sei eins mit Gott; das wäre nichts Besonderes. Aber da dieser Mann Jude war, konnte er einen solchen Gott nicht meinen. In seiner Sprache bedeutete Gott jenes Wesen außerhalb der Welt, das die Welt erschaffen hat und mit nichts anderem zu vergleichen ist. Haben wir begriffen, was das heißt, dann wird klar: Was dieser Mann sagte, war schlechthin das Schockierendste, was je über menschliche Lippen gekommen ist.

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Der König von Narnia

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An alle Herr-der-Ringe-Fans: Geht nicht in diesen Film! Ihr kriegt weder Nervenkitzel noch Gänsehaut für eurer Geld. Da fliesst kein Blut, da fliegt kein Kopf und die Leichen sind alle versteinert. Die Story? Ist voraussehbar. „Narnia“ ist weder der bombastisch-fantastische „Herr der Ringe“ noch der postmoderne Billig-Zauberer „Harry Potter“. „Narnia“ hat zwar Anteile von beidem, ist aber über weite Strecken wunderbar altmodisches Disney-Kino mit zwei putzigen Bibern im Vordergrund. Regisseur Andrew Adamson hielt sich eng an die Kinderbuch-Vorlage des Autors.

Im Mittelpunkt stehen vier Kinder, die im England des Zweiten Weltkriegs in einem Kleiderschrank den Zugang zu einem magischen Paralleluniversum finden: der Wunderwelt von Narnia. Familienfilm? Nun – da sind eben noch die Dämonen aus der Höllenwelt der weissen Hexe Jadis, die geifernd lästern und spotten, als sich der Löwe Aslan aus freien Stücken und anstelle des Jungen Edmund auf den steinernen Altar schleifen und wehrlos töten lässt. Erwachsene sind als Kino-Begleitung durchaus erwünscht. So kann man nachher über die Fratzen der Grusel-Zentauren, Riesen und Faune mitreden.

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Apologetik – Theorie und Praxis

Apologetik Lewis„Jeder Beitrag dieser berühmten, in unzählige Sprachen übersetzten Essaysammlung ist eine Perle für sich. Zeugnis des ungemein reichen, vielfältigen Schaffens des genialen Autors, dessen Werke heute zur Weltliteratur gehören.“ So steht es auf dem Buchdeckel hinten und der ehrliche Leser wird nicht sagen können, es sei übertriebene Werbung für das Buch.

C.S. Lewis begrüßt den Leser höflich aber scharf mit seinem Titel: „Pardon, ich bin Christ.“ Schritt für Schritt erklärt er dann, warum er das ist. Auffällig sind nicht nur seine zwingenden Argumente, sondern auch sein einladender Schreibstil. Er nimmt den skeptischen Leser ernst und begegnet ihm respektvoll, denn er war selbst lange Zeit Skeptiker.

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