Schlagwort-Archiv: Demokratie

Schirrmacher, Islam und Demokratie – ein Gegensatz?

KuB_Islam_DemokratieBQ: Frau Professor Schirrmacher, die Arabellion macht Ihr neues Buch „Islam und Demokratie – ein Gegensatz?“ höchst aktuell. Welche Antworten geben heutige muslimische Theologen darauf?

Schirrmacher: Etliche muslimische Meinungsführer und Theologen lehnen die Demokratie rundheraus ab. Sie halten sie nicht nur für „unislamisch“, sondern warnen auch Muslime in westlichen Gesellschaften vor einer zu weitgehenden Integration. Sie rufen sie dazu auf, sich abzuschotten und sich ihrer endgültigen Beheimatung in Europa zu verweigern. Besonders die in die Schlagzeilen geratenen Salafisten fallen durch ihre lautstarke Ablehnung der Demokratie und westlichen Gesellschaft auf.

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Islamische Welt: „Demokratie wollen sie alle“

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Sind Islam und demokratischer Rechtsstaat miteinander vereinbar? Führt der Sturz der Diktatoren in der arabischen Welt zum Aufbruch in eine moderne Zivilgesellschaft mit gleichen Rechten für alle Bürger? Diese Fragen stellen sich vielen Beobachtern angesichts der aktuellen Entwicklungen in Tunesien, Libyen, Ägypten und anderen arabischen Ländern. Laut dem Islamwissenschaftler Carsten Polanz vom Institut für Islamfragen lassen sich drei verschiedene Strömungen ausmachen, die von der totalen Ablehnung der Demokratie als einer verderblichen Erfindung des Westens über die Nutzung demokratischer Rechte und Freiheiten zur schrittweisen Islamisierung der Gesellschaft bis hin zur Forderung nach einer klaren Trennung von Staat und Religion reichen. Vertreter dieser Forderung leben allerdings bis heute in vielen islamischen Ländern gefährlich und haben bisher an den großen theologischen Institutionen keinerlei Einfluss.
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Sprache ist Macht

DDR-VorzimmerUnter dem oberflächlichen Mediengeschnatter zeichnet sich allmählich der Frontverlauf ab: Hier der – aktuell in Thilo Sarrazin personifizierte – Versuch, Klartext über die Lage des Landes und seine Zukunft zu reden; dort das Festhalten der politisch-medialen Klasse an der Vision einer „bunten Republik“ unter Aussparung der Fakten. Das bedeutet: Sprache ist Macht! Wer bestimmen kann, welche Ereignisse, Entwicklungen, politischen Entscheidungen diskutiert werden dürfen und welche nicht, der darf sich als Inhaber realer Macht fühlen. Gewiß, die Kompetenz, Sprecherlaubnisse zu erteilen und Sprechverbote zu verhängen, findet man in reiner Form nur in Diktaturen vor.

In Demokratien verläuft die Informations- und Meinungssteuerung subtiler. Vordergründig darf hier alles gemeint, gesagt und veröffentlicht werden. Weil in modernen, partikularisierten Gesellschaften die Verständigung über Massenmedien stattfindet, können diejenigen, die sie in den Händen halten, jedoch ihre eigenen Sprachregelungen durchsetzen.

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