Schlagwort-Archiv: Hölle

Ronsdorf, Und die Toten leben doch

Und-die-Toten-leben-dochSchon der Titel „Und die Toten leben doch“ zeigt, dass das Buch sich als Antwort versteht. Ronsdorf definiert zunächst die Irrlehre, der er begegnet ist. Danach sei der Mensch nach seinem Tod nicht mehr existent – entweder sofort und für immer, oder bis zur Auferstehung. Später geht er auf die Ansicht ein, die Gottlosen werden nach einer gewissen Zeit der Strafe in der Hölle schließlich völlig und für immer „vernichtet“. Solchen Theorien stehen viele Bibelstellen entgegen.

Zu Beginn in Kapitel 1 wird das Thema eingebettet in die (dispensationalistische) Eschatologie des Autors und die Bedeutung des Alten Testaments im Vergleich zum Neuen. Ronsdorf stellt heraus, dass erst die Auferstehung Jesu tiefere Erkenntnis über das Leben nach dem Tod gebracht hat. Relevante Texte aus dem Alten Testament werden in ihrem jeweiligen Kontext betrachtet und dann ins Licht des Neuen Testaments gestellt. Insbesondere das Buch Prediger betrachtet die Welt „unter der Sonne“ und bleibt in seinen Aussagen bei der diesseitigen Perspektive. Ronsdorf schreibt weiter über Herkunft und Wesen des Todes, Schöpfung, Sünde und Erlösung, um schließlich im großen Kapitel 2 (S.37-145) auf die Frage einzugehen: Was kommt nach dem Tod?

Folgende Bibelstellen helfen ihm bei der Suche nach einer Antwort:

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Wie wird es in der Hölle sein?

Deppe_Hoelle„Früher hatten die Leute Angst vor der Hölle; heute haben die Pfarrer Angst, über die Hölle zu predigen.“ (S. 20) Das vorliegende Buch ist ein Gegenpol dieser Entwicklung. Es behandelt die Aussagen der Bibel zu dem Thema, zum Großteil davon die Überlieferungen von Jesus Christus. Dabei wird die Existenz der Hölle nicht diskutiert, sondern vorausgesetzt, denn Jesus hat das ebenso getan. Im Umkehrschluss gilt: „Wer die Hölle leugnet, macht Jesus zum Lügner.“ (S.13)

Im Innersten wissen die Menschen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Dieses Wissen um die Ewigkeit wurde ihnen von ihrem Schöpfer „ins Herz gelegt“. (Prediger 3:11) So erklären sich auch die Lehren von einer Hölle in den anderen Religionen, worauf der Autor kurz eingeht. Der Abschnitt zum Islam ist interessant: „In der islamischen Hölle gibt es sieben verschiedene Grade der Bestrafung, unter anderem wird man so lange herumgedreht, bis die ganze Haut abgeschürft ist, und dann bekommt man eine neue Hülle, damit der ganze Prozess von vorn beginnen kann. Im Koran wird die Hölle beschrieben als Feuer, dessen Brennstoff die Verdammten sind und das siebzig Mal so heiß ist wie irdisches Feuer. Die Verdammten werden gequält mit Speisen und Getränken, die heiß sind wie geschmolzenes Erz und mit Kleidern aus flüssigem Kupfer und Teer.“

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Warnungen vor der Hölle

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„Fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle!“

– Matthäus 10:28

Das »Feuer« ist eine der ersten Beschreibungen, die Johannes und der Herr Jesus für die Hölle gebrauchten (Matthäus 3,12; 7,19). Bevor wir in diesem Kapitel einige von Jesu weiteren Schilderungen der Hölle näher untersuchen, verschaffen wir uns einen Überblick, welche Wörter und Umschreibungen er für die unerlöste Existenz nach Tod und Auferstehung verwendete:

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Der Scheol – Grab, Totenreich oder Hölle?

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Das Alte Testament lehrt aber nicht nur, dass es nach dem Tod weitergeht, sondern enthüllt auch ansatzweise wie. Im AT kommt 65 Mal das hebräische Wort »Scheol« vor, und die Gelehrten diskutieren noch heute darüber, ob Scheol nun ausschließlich »Grab«, oder auch »Totenreich« oder sogar »Hölle« bedeutet. Das erste Mal kommt das Wort vor, als Jakob über seinen angeblich toten Sohn Josef trauert: »Leidtragend werde ich zu meinem Sohn hinabfahren in den Scheol!« (1. Mose 37,35). Da Jakob jedoch dachte, Josef sei nicht begraben, sondern von einem wilden Tier gefressen worden, konnte er hier wohl kaum ein Familiengrab meinen. Außerdem gibt es im Alten Testament ein anderes Wort für Grab (qeber), das ausschließlich für Begräbnisstätten verwendet wird.

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Hölle: Ewige oder zeitlich begrenzte Strafe?

„Und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit…“

Offb 14,11 hatte uns mit der Frage nach der Dauer der Strafe im endzeitlichen Gericht konfrontiert. Die Formulierung dort lautet relativ kurz: Der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit. Hermann Sasse hat darauf hingewiesen, dass der Plural bei αἰών [aion] „den eigentlichen Begriff der Ewigkeit“ zum Ausdruck bringt. Normalerweise treffen wir hier in der Offenbarung auf die Wendung εἰς τοὺς αἰώνας τῶν αἰώνων [eis tus aionas ton aionon] (vgl. 1,18; 4,910, 5,13; 10,6; 15,7; 19,3, 20,10; 22,5). In Offb 14,11 ist diese Wendung jedoch leicht abgewandelt: εἰς αἰῶνας αἰώνων [eis aionas aionon]. In Offb 14,11 fehlen also die Artikel. Kann man daraus den Schluss ziehen, dass hier doch keine Ewigkeit im strengsten Sinn gemeint sei, also eine zeitlich begrenzte Strafe angedeutet sei? Bengel, der in seinem Kommentar für solche philologischen Einzelheiten äußerst sensibel war, hat auffallenderweise diese Konsequenz nicht gezogen. Er hielt daran fest, dass es „eine ewige und … ununterbrochene Qual“ sei.

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Zur Beerdigung: «Der Nächste, bitte!»

Grab_NaechsteWährend einer Beerdigung wurde den Trauergästen ein Handzettel mit folgendem Inhalt gegeben: «Freust du dich über Blumen? – Dein Grab wird voll davon sein.» «Der Nächste, bitte! – Bist du der Nächste?» «Heute Trauergast – morgen Gastgeber?» «Liegst womöglich du bei der nächsten Trauerfeier im Mittelpunkt?»

Makaber, nicht wahr? Rabenschwarzer britischer Humor oder einfach nur geschmacklos? Der eine mag schmunzeln, vielleicht sogar lachen; der andere ist einfach nur entsetzt. Aber gehen wir doch einmal ganz nüchtern an diese ernste Angelegenheit heran.

Anstatt sich «totzulachen» oder uns über diese Pietätlosigkeit aufzuregen, sollten wir uns vielmehr über das Leben, wie auch über den Tod, Gedanken machen. Wir sollten so darauf reagieren, wie es der Schreiber des Römerbriefes getan hat: «Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?» (Röm 7,24).

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„Die Hölle der anderen?“

Hölle

Wer sich in den letzten Monaten über Zeltmacher oder anderswo mit dem Thema „Emerging Church“ befasst hat wird mitbekommen haben, dass eine solche auch in Deutschland bereits Fuß gefasst hat. Bekennender „Emergenter“ ist per Banner auf seinem Blog peregrinatio, der regelmäßig über Links von jesus.de zur Popularität gefördert wird. Seinen aktuellen Beitrag „Die Hölle der anderen?“ kann jeder – mit kritischem Blick und bitte mit Bibel in der Hand – selbst lesen, wir brechen ihn hier der Einfachheit halber auf den Satz herunter:

Christen sind zum Festhalten an der Hoffnung gerufen, dass Gottes Heil am Ende alle Menschen erreicht.

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Brief an Frau Käßmann – Was ist zentral?

Ostern gibt es nicht ohne Jesus und nicht ohne Auferstehung! Ostern sind Eier, Häschen, Küken, Osterfeuer und Osterwasser nur Beiwerk. Zentral ist unser Glaube daran, dass Gott unser Leben über den Tod hinaus hält. Wie das aussehen wird, das wissen wir nicht. Darüber müssen wir auch nicht spekulieren. Aber wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns bei unserem Namen gerufen hat und dieser Name bei Gott geborgen sein wird, auch nach unserem Tod.

– Margot Käßmann, Ostern nicht ohne Jesus

Liebe Frau Käßmann,

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Das Drama der heutigen Christenheit

„Zu jener Zeit gab es keinen König in Israel;
jeder tat, was recht war in seinen Augen.“
– Richter 17,6b (SLT 2000)

Ohne tatsächliche Wiedergeburt?

Von höchster Bedeutung, das Drama der heutigen so genannten Christenheit ist: die Menschen sind fromm und religiös, sie glauben an Gott und an Jesus Christus, sie tun gute Werke, sind sozial eingestellt, haben aber dennoch das »Evangelium« der Heiligen Schrift nie in letzter Konsequenz verstanden, geschweige denn angenommen. Die meisten von ihnen halten sich für »gläubige Christen«, hoffen auf ein ewiges Leben im Himmel und sind sich nicht bewusst, dass Gott eines Tages sagen wird: »Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter«! Wie ist das möglich?

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Greuel und Götzendienst im Heiligtum Gottes

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«Und es geschah im sechsten Jahr, am fünften Tag des sechsten Monats, als ich in meinem Haus saß, und die Ältesten Judas saßen vor mir; da fiel dort die Hand Gottes, des Herrn, auf mich.Und ich schaute, und siehe, eine Gestalt, die aussah wie Feuer; von seinen Lenden abwärts war er anzusehen wie Feuer, von seinen Lenden aufwärts aber war er anzusehen wie ein Lichtglanz, gleich dem Anblick von Goldschimmer. Und er streckte etwas wie eine Hand aus und ergriff mich bei dem Haar meines Hauptes, und der Geist hob mich empor zwischen Himmel und Erde und brachte mich in Gesichten Gottes nach <Deutschland>, an den Eingang des inneren Tores, das nach Norden schaut, wo ein Götzenbild der Eifersucht, das die Eifersucht [Gottes] erregt, seinen Standort hatte.

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