Schlagwort-Archiv: Jesus

Karfreitag – Der Weg ans Kreuz

Kreuz-INRI

Nach etwa drei Jahren Predigt und Wundern – zuletzt hatte er Lazarus von den Toten auferweckt – zog Jesus Christus auf einem Esel in Jerusalem ein. „Hosianna dem Sohn Davids“ riefen die Menschen, das war am Palmsonntag. Am Montag war der „Sohn Davids“ im Jerusalemer Tempel, im Bethaus seines Vaters. Wieder tat er Wunder, heilte Blinde und Lahme.

In seiner Vollmacht heilte er die einen, die anderen aber trieb er aus dem Bethaus hinaus: „Alle, die im Tempel kauften und verkauften.“ Und so setzte sich der Machtkampf fort zwischen Jesus Christus auf der einen Seite und denen, die bisher die Macht im Tempel hatten. Am Dienstag und Mittwoch kamen die Ältesten mit Fangfragen und suchten Streit, Jesus antwortete in Gleichnissen und warnte sie. Allein mit seinen Jüngern hielt er auf dem Ölberg seine bekannte Rede über die Endzeit. Zurück im Nachbarort Bethanien salbte Maria Jesus, aus Liebe zu ihm. Judas aber beschloss, ihn zu verraten, und ging zu den obersten Priestern. Die einen waren mit Jesus, die anderen gegen ihn.

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Kann das Christentum auf die Wunderberichte verzichten?

Krippe-Weihnachten

Sehr oft hört man heute die Frage, ob zeitgemäßes Christentum nicht besser auf die Elemente des Wunders verzichten würde, oder, wie die Fragesteller es formulieren, ob das Christentum nicht von viel Ballast „befreit“ würde, wenn man die Wunder aus der christlichen Verkündigung stillschweigend wegließe.

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Hat Jesus Christus wirklich gelebt?

Jesus Banner

Entgegen der landläufigen Meinung und den Ergebnissen der historisch-kritischen Theologie stellen die Texte des Neuen Testaments aus Sicht der Historiker sehr gute Belege für die Authentizität der damaligen Ereignisse dar. Vielfach wurde und wird behauptet, die Schreiber des Neuen Testamentes hatten gar kein Interesse an der historischen Genauigkeit ihrer Werke gehabt. Vielmehr sei es ihnen darum gegangen, allein die Inhalte der »Christus-Botschaft« anhand von fassbaren Beispielen zu vermitteln. Dass dies nicht so ist, möchte ich am Beispiel des Lukas zeigen:

»Im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter von Judäa war und Herodes Vierfürst von Galiläa und sein Bruder Philippus Vierfürst von Ituräa …« (Lukas 3,1). Jesus Christus lebte also in einer bestimmten Zeit und nicht unbestimmt an irgendeinem Ort zu irgendeiner Zeit wie etwa in einem Märchen. Tiberius regierte in den Jahren 14-37 n. Chr. Das fünfzehnte Jahr seiner Regierung war also 28. bzw. 29. n. Chr. Man kann nicht sagen, Lukas habe kein Interesse an konkreten historischen Aussagen gehabt. Helga Botermann, Professorin für Alte Geschichte in Göttingen, schreibt über Lukas:

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Was verstehen wir unter »Glaube«?

Haende-Vertrauen

Gibt es in der deutschen Sprache wohl einen Begriff, der eine größere Breite von Bedeutungen erreicht als das Wort »Glaube«? Ohne Frage: »Glaube« ist heute ein in vielen Farben schillernder Begriff geworden. Je nach seinem Zusammenhang kann er einen positiven oder einen negativen Sachverhalt ausdrücken: Ein Hoffen und Befürchten, etwas, das Freude bringt oder in Angst stürzt.

Wenn wir tiefer graben und nach seinem Bedeutungsgehalt fragen, stoßen wir darauf, dass der Begriff »Glaube« immer mit dem Grund unseres Seins zu tun hat, mit dem Halt, den man fürs Leben braucht, mit Vergewisserung. Nun kann man diesen Halt auf sehr verschiedenen Wegen und an ganz unterschiedlichen Orten suchen. Man kann vieles »»Glauben««, vieles zum Inhalt seines »Glaubens« machen: materielle Werte, eine philosophische Überzeugung, eine politische Ideologie, natürlich auch eine Religion.

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Josef gehorcht – wie einst Abraham!

Pieter_Bruegel_der_Ältere_-_Landschaft_mit_der_Flucht_nach_Ägypten

Im Glauben ist das Gehorchen schon enthalten. Glauben heißt gehorchen. Im Gehorchen erweist sich die Wirklichkeit des Glaubens. Wie Josefs Hören und Glauben, so vollzog sich auch sein Gehorchen ohne jeden Aufwand. Weder geriet er ins Schwärmen noch versank er in Meditationen. Weder schlug er vor Überwältigung die Hände über dem Kopf zusammen noch begann er vor Freude zu tanzen. Er gehorchte, wie es seinem Wesen entsprach, still, unauffällig, nüchtern.

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Der »Stall« war eine »Höhle«

Hoehle-Stall

Wenige hundert Meter, nachdem die Umgehungsstraße die alte Straße erreicht hat, liegt zur Rechten ein kleines schmuckloses Gebäude, eines der zahllosen Heiligengräber Palästinas: Das Grab der Rahel, einer der Stammmütter Israels. Schon in neutestamentlicher Zeit hat man es an dieser Stelle gezeigt und verehrt. Gleich hinter dem Rahelgrab gabelt sich der Weg. Rechts geht es weiter nach Hebron, links hinauf zu der Bergkette, auf deren Höhe Bethlehem liegt. Diese linke Abzweigung endet auf dem großen Marktplatz von Bethlehem. Seine Ostseite wird durch eine hohe Mauer abgeschlossen, die nur durch eine niedrige Pforte durchbrochen wird, so niedrig, dass man sie nur gebückt durchschreiten kann. Sie verrät nicht, dass hinter der Mauer eine mächtige Basilika liegt. Als im Mittelalter muslimische Banden zur Verhöhnung der Christen zu Pferde in die Kirche geritten waren, sahen sich diese, so sagt man, gezwungen, das Portal der Kirche bis auf jenes kleine Pförtchen zuzumauern.

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Steuerschätzung

Mantelbögen

»Es begab sich aber …« An diesen Worten wird Gottes Eingreifen deutlich, der Neues entstehen lässt, schafft und setzt – so die Grundbedeutung dieses griechischen Wortes. Das Wort „aber“ unterstreicht, dass etwas ganz Neues, Unerwartetes geschieht: Gott greift ein in die Welt und handelt einzigartig in Raum und Zeit. Er setzt den Wendepunkt der Weltgeschichte, die nun ganz neu gezählt wird. Er bedient sich der Großen unserer Welt mit ihren strategischen Plänen – die dabei zu Statisten reduziert sind, um Gottes Heilsgeschichte zu wirken. Gott handelt in der Hauptstadt Rom und im letzten Winkel der Welt, und der Herr der Geschichte kommt zum Ziel!

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Der Prozess von Jesus Christus

»Was geht hier vor? Kein gewaltiger Kampf wird geführt; keine erschütternden Antworten werden gegeben; keine geheimnisvolle Größe bricht durch, welche die Gegner bezwänge oder auf ihr Verhalten wirklich Einfluss hätte und wäre es nur so, dass sie aus der Fassung kämen. Der Prozess geht genau den beabsichtigten Gang, erzielt das vorgesehene Ergebnis und Jesus kämpft nicht. Er beweist nicht. Er widerlegt nicht. Er greift nicht an. Er lässt dem Geschehen freien Lauf. Sein Schweigen macht, dass geschieht, was geschehen soll.«

– Romano Guardini

Die Kreuzesstrafe im »Antiken Palästina«

Kreuzigung-Jesus

Die antiken Verfahrensweisen bei der Kreuzigungsstrafe sind recht verschieden. Wir skizzieren hier nur kurz den Ablauf, der im römischen Palästina der üblichste war. Die Kreuzigung war – nach den Schilderungen des römischen Staatsmannes und Anwalts Cicero – die grausamste und fürchterlichste Todesstrafe. Die Römer hatten sie von den Karthagern übernommen. Sie wandten diese Form der Hinrichtung nur bei Sklaven und gemeinen Verbrechern an. Römische Bürger durften nicht gekreuzigt werden.

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Wo war die Auferweckung von Jesus Christus?

Grab Jesu

Wo befinden sich die Stätten von Kreuzigung und Auferweckung Jesu Christi? Immer wieder tauchen um die historischen Orte die verschiedensten Legenden und Theorien auf. Dabei stellt sich bei den neuesten Forschungen heraus, dass der neutestamentliche Bericht ein erstaunlich genauer Ausgangspunkt für die Suche ist: Demnach wurde Jesus nach einem Weg durch die Stadt außerhalb der Stadtmauer von den Römern ans Kreuz geschlagen. Die Lage wird vom Evangelisten Johannes genau benannt:

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Wer sollte es wagen?

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Vor langen Jahren wanderte ein Mann von England nach Amerika aus. Er war englischer Bürger, wurde dann aber in Amerika eingebürgert. Nach einiger Zeit gefiel es ihm in den Vereinigten Staaten nicht mehr, und er ging nach Kuba. Bald darauf brach dort ein Bürgerkrieg aus, und er wurde von der spanischen Regierung als Spion verhaftet und vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt. Die ganze Untersuchung wurde in spanischer Sprache geführt, die er nicht verstand.

Als man ihm das Urteil übersetzte, wandte er sich zum amerikanischen und englischen Konsulat und legte ihnen die Sache vor, bewies seine Unschuld und verlangte ihren Schutz. Sie untersuchten die Sache und fanden, dass der Mann tatsächlich unschuldig war. Sie gingen zum spanischen General und sagten: »Dieser Mann ist zu Unrecht verurteilt worden, er ist völlig unschuldig.« Aber der General erwiderte: »Er wurde nach unserem Gesetz für schuldig erklärt. Er muss sterben.« Es gab damals noch keine Überseekabel, daher konnten sich die Beamten nicht mit ihren Regierungen in Verbindung setzen.

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Wie konnte Gott Mensch werden?

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Wunder – unmöglich? Die Jungfrauengeburt – ein Witz? „Unsere eigentliche Skepsis gilt gar nicht den Wundern, der Jungfrauengeburt oder der Auferstehung“, sagt Professor James Packer, „sondern der Behauptung, dass Gott in einem Baby in diese Welt kam.“ Warum er die Menschwerdung Gottes für das wichtigste Ereignis der Geschichte hält und was sie in unserem Alltag auslösen kann, erklärt der Theologe im folgenden Interview.

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