Schlagwort-Archiv: Mensch

Der Auftrag des Menschen

Space-Shuttle

»Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan: Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere, die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht.« – Psalm 8:7-8

Auch hier fühlt man sich wieder deutlich an die Schöpfungsgeschichte erinnert: »Und Gott segnete die Menschen und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über das Getier, das auf Erden kriecht.« – 1. Mose 1, 28

Der Mensch ist Statthalter Gottes in dieser Welt. Schafe, Rinder, wilde Tiere, Vögel, Fische – das ist der Herrschaftsbereich der damaligen Welt. Inzwischen hat sich das Gesichtsfeld des Menschen fast ins Uferlose geweitet. Schafe und Rinder – heute müssten wir sagen: Physik und Chemie, Medizin und Psychologie, Technik und Biochemie, Atom- und Astrophysik – alles hast du unter seine Füße getan.

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Wie herrlich es ist, Mensch zu sein

Lilie-Lilien

»So denn Gott das Gras auf dem Feld also kleidet, sollte er das nicht vielmehr euch tun, o ihr Kleingläubigen?« Gott kleidet also das Gras; des Stengels schöne Form, des Blattes feine Linie, die lieblichen Abschattungen der Farbenmischung, der ganze Reichtum, wenn ich so sagen darf, von Bändern, Schleifen und Schmuck, all dies gehört zur Bekleidung der Lilie, und Gott ist es, der sie so kleidet. – »Sollte er nicht vielmehr euch kleiden, ihr Kleingläubigen?«

»Ihr Kleingläubigen!« Das ist der Ermahnung milder Tadel; so redet er zu dem, der unrecht hat, wenn die Liebe es nicht über das Herz bringt, streng zu reden; tadelnd droht sie ihm mit dem Finger und sagt, du Kleingläubiger, aber sagt es so mild, dass der Tadel nicht verletzt, nicht betrübt, nicht niederschlägt, sondern eher aufrichtet und Freimütigkeit gibt.

Aber so heißt es ja im Evangelium nicht bloß, der Mensch sei wie Gras bekleidet, sondern noch viel herrlicher. Durch den beigefügten Tadel: ihr Kleingläubigen! ist eigentlich gesagt: Sollte Gott nicht vielmehr euch gekleidet haben? so dass die Rede nicht von dem neuen Kleid ist, das man so gern am Sonntag haben will oder höchst nötig braucht, sondern von der Undankbarkeit, die vergessen will, wie herrlich der Mensch von Gottes Hand – gekleidet ist.

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Unverständlich

»Sie fürchten die allerleichtesten Dinge, sie sehen sie voraus, sie ahnen sie. Und derselbe Mensch, der so viele Tage und Nächte hinbringt in Wut und Verzweiflung über den Verlust eines Amtes, über irgendeine eingebildete Beleidigung seiner Ehre – er ist der gleiche, der ohne Unruhe und Erregung weiß, dass er durch den Tod alles verlieren wird.«

– Blaise Pascal

Die Sprache der Professionals

Redner-SpracheJede Berufssparte hat ihren Jargon, jede Zeit ihre Modeausdrücke. Aus beiden Elementen mischt sich zuweilen eine Redeweise, die geradezu das lebensnotwendige Handwerkszeug für »Öffentlichkeitsarbeiter« zu sein scheint. Politiker, Pfarrer, Public-Relations-Referenten, Akademie- und Seminarleiter, Berater und Gutachter kommen ohne gewisse Redewendungen nicht aus.

Sind es denn solch klare, präzise oder inhaltsschwere Begriffe, auf deren ständige Wiederholung wir nicht verzichten können? Keineswegs – es handelt sich um unbestimmte, eher ausweichende Floskeln: »Ich würde meinen…« – das an sich schon vorsichtige Verb auch noch im Konjunktiv gebraucht: Zeigt es nicht die Scheu, zu einer Sache Stellung zu beziehen?

»Ich sehe das so…« – ebenfalls eine von vornherein entschärfende Art der Argumentation. »Ich gehe zunächst davon aus…« – man möchte ja gern prophezeien, traut sich aber nicht die Urteilssicherheit eines Propheten zu.

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Vom Umgang mit dem Menschen

Gespraech

Begegnungen gehören zu den Selbstverständlichkeiten des Lebens, und in der Regel erleben wir sie tagtäglich in verschiedener Art. Wir nehmen sie auch sehr unterschiedlich als wichtig oder unwichtig, als erfreulich oder unerfreulich, als ergebnisreich oder bedeutungslos. Immer aber sind wir als der ganze Mensch dabei, auch wenn das nicht ausdrücklich bewußt wird. Immer gehen Ströme von einem zum anderen, und wenn wir darauf achten, tut es uns oft wohl, eine Art Wertung zu vollziehen. Wir tun das aber nicht nur vom Resultat aus, sondern – wenn auch nicht immer so ausdrücklich es uns klar machend – von dem Gesamtgefühl, von der Stimmung her, in der die Begegnung stattfand, und von der atmosphärischen Wirkung her, die sie auf uns ausübt.

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Wie konnte Gott Mensch werden?

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Wunder – unmöglich? Die Jungfrauengeburt – ein Witz? „Unsere eigentliche Skepsis gilt gar nicht den Wundern, der Jungfrauengeburt oder der Auferstehung“, sagt Professor James Packer, „sondern der Behauptung, dass Gott in einem Baby in diese Welt kam.“ Warum er die Menschwerdung Gottes für das wichtigste Ereignis der Geschichte hält und was sie in unserem Alltag auslösen kann, erklärt der Theologe im folgenden Interview.

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