Schlagwort-Archiv: Menschenbild

Wie herrlich es ist, Mensch zu sein

Lilie-Lilien

»So denn Gott das Gras auf dem Feld also kleidet, sollte er das nicht vielmehr euch tun, o ihr Kleingläubigen?« Gott kleidet also das Gras; des Stengels schöne Form, des Blattes feine Linie, die lieblichen Abschattungen der Farbenmischung, der ganze Reichtum, wenn ich so sagen darf, von Bändern, Schleifen und Schmuck, all dies gehört zur Bekleidung der Lilie, und Gott ist es, der sie so kleidet. – »Sollte er nicht vielmehr euch kleiden, ihr Kleingläubigen?«

»Ihr Kleingläubigen!« Das ist der Ermahnung milder Tadel; so redet er zu dem, der unrecht hat, wenn die Liebe es nicht über das Herz bringt, streng zu reden; tadelnd droht sie ihm mit dem Finger und sagt, du Kleingläubiger, aber sagt es so mild, dass der Tadel nicht verletzt, nicht betrübt, nicht niederschlägt, sondern eher aufrichtet und Freimütigkeit gibt.

Aber so heißt es ja im Evangelium nicht bloß, der Mensch sei wie Gras bekleidet, sondern noch viel herrlicher. Durch den beigefügten Tadel: ihr Kleingläubigen! ist eigentlich gesagt: Sollte Gott nicht vielmehr euch gekleidet haben? so dass die Rede nicht von dem neuen Kleid ist, das man so gern am Sonntag haben will oder höchst nötig braucht, sondern von der Undankbarkeit, die vergessen will, wie herrlich der Mensch von Gottes Hand – gekleidet ist.

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Ein bemerkenswerter „ADAC-Test“

Auto-Unfall

‚Blutüberströmt und regungslos liegt der junge Mann am Straßenrand, dahinter ein umgestürzter, völlig demolierter Kadett. Dort, wo einmal die Frontscheibe war, hängen Arm und Oberkörper eines zweiten Verletzten heraus. In der Stille des heißen Sommertages wird Motorengeräusch hörbar.

Ein grauer Mercedes kommt um die langgezogene Kurve vor der Unfallstelle, beschleunigt auf der Geraden, wird wieder langsamer und fährt im Schritttempo heran. Fahrer und Beifahrerin schauen aus dem Fenster, sehen die Verletzten, die Frau spricht aufgeregt auf den Mann ein. Gleich werden sie anhalten, herausspringen, rufen, helfen… Doch der Wagen fährt vorbei, der Fahrer gibt Gas und verschwindet um die nächste Kurve. „Ich habe nichts gesehen“, wird er sagen, wenn ihn die 200 Meter weiter wartende Polizei heraus winkt und anhält.

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Klaus Berger zur Dämonologie

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Ein Plädoyer für die Auseinandersetzung mit den biblischen Texten

Die Kirchen haben sich keinen Gefallen getan, als sie Teufel und Dämonen ad acta legten. Denn der Heiligen Schrift sind sie durchaus wichtig.

Mit dem Teufel ist es manchmal wie mit einem Wrack vor einer Insel, das nur bei extremer Ebbe sichtbar wird. Dann kondensiert sich die Erfahrung auf eine fast personenhafte Figur – auch übrigens angesichts überragender Heiligkeit wie bei Jesus, jedenfalls also in extremen Situationen. Nach Ansicht der Bibel ist der Teufel am ehesten dort erfahrbar, wo sich Menschen zu einem gemeinsamen und sinnlosen Mord hinreißen lassen. Man kann die Wirkung des Teufels auch mit einer Seuche oder Sucht vergleichen, denn oft ist das Teuflische mehr als nur ein individuelles Vergehen.

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Das Leid mit dem Neid

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»Der Neidische ist sein eigener Quälgeist. Er hat zu seinem eigenen Leid und Unglück noch den Kummer zu tragen, dass er Erfolg und Glück des anderen mit ansehen muss!«

– Charles Haddon Spurgeon

Neidisch sind angeblich immer nur die anderen. Niemand spricht gern über das quälende Gefühl, das heftig am eigenen Selbstwert nagt. »Neid wächst in der Nähe«, sagt Leo Montada, Psychologie-Professor an der Universität Trier. Distanz zur beneideten Person verschafft dagegen Linderung. Wer die Emotion als Herausforderung sieht, ist der Neidfalle entgangen.

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500 Facebook Freunde: Postmoderne Selbstverwirklichung

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Jawohl, künftig muss wahr sein, was allen einleuchtet. Niemand kommt gegen den gesunden Menschenverstand an. Die Vernunft wird die Menschheit endlich zur Vernunft bringen! Schön wär’s gewesen. Gerade mal zweihundert Jahre nach der Aufklärung erschüttern zwei Weltkriege den Globus. Moderne Kriege. Mit vernünftigen Argumenten und sachlichen Hintergründen. Wer hätte dem Ansinnen Deutschlands rational widersprechen wollen, den eigenen Lebensraum zu erweitern? Wer hätte bestritten, dass es unterentwickelte Völker gibt, die nur zu niederen Diensten tauglich sind? Wer hätte in Frage gestellt, dass sich der Stärkere gegen den Schwächeren durchsetzt – die Natur macht es uns doch täglich vor!

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Der Glaube an Gut und Böse

Seit langer Zeit hoffe ich nicht mehr auf positive Veränderungen, die durch Revolutionen bewirkt werden könnten. Ich habe überhaupt kaum noch Hoffnungen, was die Zukunft der Menschheit angeht. Ich frage mich, ob die Apokalypse nicht schon morgen anbricht… Die Raserei, in der die Menschen sich gegenseitig abschlachten, ist vielleicht ein Anzeichen für eine in kurzer Zeit bevorstehende kollektive Selbstvernichtung … All das, was sich gegenwärtig abspielt, hat übrigens Johannes in der Apokalypse sehr klar vorausgesagt. Die Ideologien, so unterschiedlich sie sein mögen, setzen alle unterschwellig die selbstmörderischen Impulse in uns frei. Man denkt – bewußt – ‘Paradies’, unbewußt aber installiert man ‘die Hölle’ auf Erden… Weiterlesen

Abtreibungsarzt Kermit Gosnell wegen Mordes verurteilt

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Kermit Gosnell, Abtreibungsarzt aus Philadelphia, wurde gestern des Mordes in drei Fällen sowie der fahrlässigen Tötung einer Patientin schuldig gesprochen. Das Strafmaß wurde noch nicht festgelegt, die Staatsanwaltschaft hat die Todesstrafe beantragt. Blutverschmierte Flure und Uringestank: Gosnell hatte jahrzehntelang ungehindert eine Abtreibungsklinik betrieben, in der unbeschreibliche Zustände geherrscht hatten. Aufgeflogen ist er im Februar 2010 mehr oder weniger zufällig nach einer Kontrolle wegen des Verdachtes unzulässiger Medikamentenabgabe, nachdem seine Klinik 17 Jahre lang überhaupt nicht behördlich kontrolliert worden war, obwohl es schon seit 1989 Beschwerden gab.

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Barbie am Morgen

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„Euer Schmuck soll nicht der äußerliche sein, Haarflechten und Anlegen von Goldgeschmeide oder Kleidung, sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck eines sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist.“

– 1. Petrus 3:3f

Exil-Iraker im Interview über den Kampf gegen Israel

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factum: Sehr geehrter Herr Husain, Sie haben ein besonderes Verhältnis zu Juden und Israel. War das immer schon so?

Sami Husain: Nein, gar nicht. Ich bin in den Fünfzigerjahren in einer offenen muslimischen Familie in Bagdad im jüdischen Viertel aufgewachsen. Von einst 150 000 Juden waren zu dieser Zeit nur noch etwa 6000 im Land. Als 19-Jähriger war ich ein Produkt der Gehirnwäsche unseres Systems. Ich glaubte, Israel bekämpfen zu müssen, und schloss mich im Süden Syriens der Volksfront zur Befreiung Palästinas an. Die Gruppe stand unter der Leitung des christlichen Marxisten George Habash. Damals dachte ich, wir seien Freiheitskämpfer.

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Deutsche Waffen für die Welt

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Deutschland ist der drittgrösste Exporteur von Kriegswaffen auf der ganzen Welt. Kein europäisches Land verdient mehr Geld an den zahlreichen Kriegen in der Welt als Deutschland. Die meisten deutschen Kriegswaffenexporte gehen in Länder, in denen die Menschenrechte nicht beachtet werden – vor allem an die arabischen Diktaturen.

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„Deutschland ist Eldorado für Menschenhandel“

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Tausende Mädchen werden jährlich in Europa versklavt und zur Prostitution gezwungen – auch in Deutschland. ARD-Reporter haben Frauen begleitet, die aus christlicher Nächstenliebe helfen. Sie fordern unter anderem ein Ende des Prostitutionsgesetzes.

Ioana aus Rumänien war 16 Jahre alt, als sie nach der Schule entführt, verprügelt und zur Prostitution gezwungen wurde. „Die Zuhälter ließen uns nie aus den Augen“, berichtet sie. „Sie haben gedroht, meine Mutter umzubringen, falls ich nicht mache, was sie sagen.“ Eine Polizistin, die an Ioanas Befreiung beteiligt war, erzählt: „Der Zuhälter hielt vier minderjährige Mädchen in seiner Wohnung fest. Er schlief mit seiner Freundin im Bett, eine 17-jährige Gefangene musste daneben auf dem Boden schlafen.“

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Auf den Verstand verzichten?

Denker„Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen. Dünke dich nicht weise zu sein, sondern fürchte den HERRN und weiche vom Bösen.“

– Sprüche 3, Verse 5 bis 7

Unseren Verstand halten wir, und das völlig zu Recht, für etwas sehr Wichtiges, Wertvolles und Unverzichtbares. Von jemandem zu sagen, dass er unverständig ist und ohne Verstand handelt, ist ein geradezu vernichtendes Urteil. Fordern die heutigen Verse dazu auf, unseren Verstand aufzugeben und damit unverständig zu handeln?

Das ganz gewiss nicht, aber Verstand ist nicht gleich Verstand. Die heutigen Verse warnen davor, den eigenen menschlichen Verstand absolut zu setzen und damit zum Maß aller Dingen zu machen. Diese Warnung ist umso dringlicher, als durch die Aufklärung die Vernunft zur Göttin erklärt wurde und man sich nach wie vor, wenn auch mehr unbewusst, an dieser Göttin orientiert. Und das ist Götzendienst.

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