Schlagwort-Archiv: Seelsorge

Wie wird man mit Versuchung fertig?

Weisse-Schokolade

Es ist noch kein Unrecht, in Versuchung zu kommen, aber es ist Sünde, der Versuchung nachzugeben. »Du kannst nichts dafür, dass Vögel über deinen Kopf fliegen, aber du kannst verhindern, dass sie in deinem Haar nisten!« Dieses bedeutsame Wort sagt zweierlei über die Versuchung: dass jeder versucht wird, aber dass man der Versuchung widerstehen und sie überwinden kann. Da wir uns in diesem Kapitel hauptsächlich mit der Überwindung der Versuchung beschäftigen wollen, sei zunächst ein Wort über die Tatsache der Versuchung gesagt.

Versuchung ist eine allgemeine Erfahrung. Kein Mensch ist davon ausgenommen. »Sie sind allzumal Sünder« (Römer 5, 25), das schließt ein, dass sie alle versucht worden sind, – und alle werden versucht werden, denn »es ist unmöglich, dass nicht Ärgernisse kommen« (Lukas 17, 1). Niemand hat also die Wahl, ob er versucht werden will oder nicht. Daraus folgt, dass Versuchung keine Sünde sein kann, denn für das Unvermeidliche können wir wirklich nicht verantwortlich gemacht werden. Aber es ist Sünde, der Versuchung nachzugeben. Diese wichtige Unterscheidung müssen wir begreifen. Unser Herr selber war in schweren Versuchungen, nicht nur am Anfang, sondern auch während Seines ganzen Wirkens (Matthäus 16, 23; 22, 18; Lukas 22, 28), aber Er war völlig sündlos.

Wir müssen damit rechnen, dass auch wir versucht werden, und gewarnt sein heißt gerüstet sein, denn eine erkannte Gefahr ist schon halb überwunden. Wir können über die Versuchung Herr werden durch Ihn, »der versucht ist allenthalben gleichwie wir, doch ohne Sünde« (Hebräer 4, 15), »denn worin Er gelitten hat und versucht ist, kann Er helfen denen, die versucht werden« (Hebräer 2, 18). Wie werden wir nun Sieger in der Versuchung?

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Vom Umgang mit (entstehenden) Ehekrisen

Ehe-Krise-Scheidung

Zwei Menschen, die heiraten, möchten eine harmonische Ehe. Sie wollen keinen Streit, keine Auseinandersetzungen, sie streben ein friedliches und partnerschaftliches Miteinander an. Sie unterschätzen, daß zur Ehe Schwierigkeiten, Probleme und Konflikte gehören, auch Krisen. Das griechische Wort Krise meint »Schwierigkeiten« und »Klemme«. Es beinhaltet auch die Begriffe: Höhepunkt, Wende und Entscheidungssituation.

Viele Menschen sehen in der Krise eine Sackgasse, eine Katastrophe. Das ist ein Irrtum. Krisen sind notwendig, lebensnotwendig. Krisen sind Lebens- und Reifungshilfen. Krisen sind Herausforderungen Gottes. Sie verhelfen zur Enttäuschung, zur Aufhebung der Täuschung. Die namhafte Analytikerin Heigl-Evers kann sogar formulieren: »Keine Krisen – keine Reifung.« Und wenn solche Klemmen und Schwierigkeiten vorliegen, was können Eheleute selbst tun? Ich möchte in einigen Punkten konkrete Schritte beschreiben, die den Partnern helfen – in der Verantwortung vor Gott – die Krisen zu meistern.

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Gott schafft!

Angler-Fisch

»Seht, was ich schaffe!« murmelte der alte Mann, wenn er in sein Boot stieg. So jedenfalls erzählt es Ernest Hemingway in seinem Buch, das die Bilanz seines Lebens zieht. »Seht, was ich schaffe!« sagte der alte Mann, wenn er mit seinem kleinen Bordmotor auf das offene Meer hinausknatterte. »Seht, was ich schaffe!« rief der alte Mann, wenn er die Leine nach dem großen Fisch auswarf. Und wenn er dann wieder mit leeren Bottichen zurückkehrte und sein Boot am Kai verknotete, spotteten die rauhen Fischer: »He, alter Mann, nichts gefangen?« »Nur langsam«, bruddelte er, »nur die Hoffnung nicht aufgeben. Ich schaffe das schon noch.«

Und eines Tages hing der Fisch an dem Haken, ein Riesentier, ein Mordskaliber, ein Schwergewicht von eineinhalb Zentnern. Der Mann strahlte wie die aufgehende Sonne. Seine schwieligen Hände ließen dieses wild zappelnde Hoffnungsstück nicht mehr los. »Seht, was ich geschafft habe!« Aber auf der Heimfahrt tauchte ein Haifisch aus dem blauen Wasser, und dann noch einer und noch einer und noch einer. Ein ganzer Schwarm dieser gefährlichen Seeräuber war angelockt und zog den Kreis um die Beute immer enger. Schließlich gingen sie zum Angriff über und rissen dem harpunierten Fisch ein Fleischstück nach dem anderen aus dem Leib.

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Von Tieren leben lernen – Zoologie für Christen

wolf-blick

»Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.« – Matthäus 10, 16

Ulrich Parzany hat einmal aus der Schule geplaudert und folgendes Erlebnis berichtet: »Als Schüler bekam ich einmal an einem heißen Sommertag im Griechischunterricht einen pubertären Anfall. Ich stand auf, ging hinter den Vorhang am Fenster des Klassenzimmers und brüllte wie ein Stier. Hinter mir wurde es ganz still. Als ich wieder auftauchte, meinte unser alter Griechischlehrer: ´So, Parzany, es gibt doch merkwürdige Rindviecher in Gottes Zoo.´ Er hat sich dann redlich bemüht mich zu dressieren.«

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Seelsorge an okkult belasteten Menschen

Handschellen

Auch der erfahrene Seelsorger begibt sich mit starker Zurückhaltung auf das Gebiet der okkulten Belastung. Einen wesentlichen Dienst hat uns der bekannte Evangelist Pfarrer Dr. Kurt Koch gegeben. Sein Buch »Seelsorge und Okkultismus« ist eine ausführliche Darstellung und Materialsammlung für diese Fragen. Wir benutzen im folgenden zu einer kurzen Obersicht für die Seelsorge an okkult Belasteten einen Aufsatz des Verfassers in »Deutsches Pfarrerblatt 58/561«.

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Vom Umgang mit dem Menschen

Gespraech

Begegnungen gehören zu den Selbstverständlichkeiten des Lebens, und in der Regel erleben wir sie tagtäglich in verschiedener Art. Wir nehmen sie auch sehr unterschiedlich als wichtig oder unwichtig, als erfreulich oder unerfreulich, als ergebnisreich oder bedeutungslos. Immer aber sind wir als der ganze Mensch dabei, auch wenn das nicht ausdrücklich bewußt wird. Immer gehen Ströme von einem zum anderen, und wenn wir darauf achten, tut es uns oft wohl, eine Art Wertung zu vollziehen. Wir tun das aber nicht nur vom Resultat aus, sondern – wenn auch nicht immer so ausdrücklich es uns klar machend – von dem Gesamtgefühl, von der Stimmung her, in der die Begegnung stattfand, und von der atmosphärischen Wirkung her, die sie auf uns ausübt.

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Selbstmord aus christlicher Sicht

Mapo Bridge

Ist das Selbstmord, wenn jemand in einem seelisch-krankhaften Zustand sein Leben selber beendet? Viele erschütternde Fälle dieser Art auch innerhalb der Gemeinde Jesu nötigen dazu, betend eine grundsätzliche Antwort auf diese Frage zu finden.

Jeder Prediger des Evangeliums kann plötzlich durch die Aufgabe bedrängt werden, in einem solchen Fall den hinterbliebenen Angehörigen und auch öffentlich am Grabe ein seelsorgerisches Wort zu sagen. Während durch viel falsches Urteilen im öffentlichen Gespräch die Not der Betroffenen noch vermehrt wird, erwartet man vom Prediger ein sachlich wahres und klärendes und ein seelsorgerisch aufrichtendes Wort.

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Der Urlaub ist eine Gabe Gottes

Urlaub

Es gibt Menschen, die nur für ihre Arbeit leben, für ihren Beruf. Andere finden nur das, was außerhalb des Berufes ist, die Freizeit, lebenswert. Beide Einstellungen sind ungesund, Arbeit und Pause, Urlaub und Beruf gehören in ein gesundes Verhältnis zueinander. Früher gab es noch den Feierabend. Nach der Arbeit klang der Tag aus in einer fröhlichen Atmosphäre. Der Abend wurde mit Gesprächen, Singen, Spielen zu einem Gegengewicht für den Tag. Der Mensch war im Gleichgewicht. Heute ist fast jeder Abend mit Veranstaltungen besetzt. Wir können nicht mehr richtig Pause machen. Aber nur ein Mensch, der richtig Pause machen kann, arbeitet auch richtig und leistet mehr.

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Wie man es allen Menschen Recht machen kann

EselEin Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und läßt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen.

Kommt ein Wanderer und sagt: »Das ist nicht recht, Vater, daß Ihr reitet und laßt Euren Sohn laufen: Ihr habt stärkere Glieder!« Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten.

Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: »Das ist nicht recht, Bursche, daß du reitest und lassest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine!« Da saßen beide auf und ritten eine Strecke.

Kommt ein dritter Wandersmann und sagt: »Was ist das für ein Unverstand, zwei Kerle auf einem schwachen Tiere? Sollte man nicht einen Stock nehmen und euch beide hinabjagen?« Da stiegen beide ab und gingen selbdritt zu Fuß, rechts und links der Vater und Sohn und in der Mitte der Esel.

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Roland Antholzer, Trauern & Trösten

Antholzer_Trauern„Kaum irgendwo erleben wir unsere Hilflosigkeit so bedrängend wie da, wo wir einem Trauernden Trost vermitteln sollen.“ (S. 7) Ist das vielleicht auch Ihre Erfahrung? Das kleine Buch „Trauern & Trösten“ von Roland Antholzer gibt uns zur Hilfe einen guten Einblick in den üblichen Trauerprozess und die Möglichkeiten (und Grenzen) der Begleitung und Seelsorge.

Antholzer erklärt zunächst das Wesen von Trauer ganz allgemein als Reaktion auf eine Verlusterfahrung. Das kann ein Todesfall sein, eine Krankheit oder der Verlust des Arbeitsplatzes. Dem Trauerfall folgen in der Regel vier Phasen: Schock, Kontrolle, Regression und Adaption. Solch ein Trauerprozess – auch Weinen – ist wichtig, um das Erlebte angemessen verarbeiten zu können. Auch unter Christen sollte die Trauer nicht verwehrt werden. Auf die besonderen Punkte „Glaube, Sinn des Leidens, Selbstverleugnung und Hingabe“ geht der Autor in späteren Kapiteln ein.

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Die 4 Phasen des Burnout-Syndroms

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Dieses Syndrom ist gekennzeichnet durch längere körperliche Erschöpfung, chronisches emotionales Ausgelaugtsein und die Enttäuschung darüber, dass die Arbeit nicht mehr die Erwartungen des Helfenkönnens erfüllt, die man in sie gesetzt hat. Es werden vier typische Phasen in der Entwicklung dieses Syndroms beschrieben.

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Jay Adams, Geborene Gewinner

Geborene_Gewinner„Wie man das Böse überwindet“, so der Untertitel. Damit sollte klar sein, dass Adams den Leser nicht im weltlichen Sinn dazu anleiten will, ein „Gewinner“ zu sein. In der Welt setzt man die Ellbogen ein. Der Christ, so lehrt die Bibel, besiegt seinen Feind durch Gutestun: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römer 12:21) Dabei ist das Wort „überwinden“ eine „Vokabel aus der Militärsprache“ und bedeutet nichts anderes, als den Feind zu besiegen. Wer „überwunden“ ist, der ist besiegt. „Das Leben des Christen ist ein Kampf.“ (S.17f.)

Adams beschönigt nichts, sondern sieht der Realität ins Auge. Jeder Christ wird persönlich und konkret angegriffen, praktisch und nicht bloß theoretisch. Von bestimmten Personen in bestimmten Beziehungen und nicht selten von solchen, die ihm nahestehen – auch von Christen, die gegen ihn sündigen. Dabei ist das Ziel immer Christus selbst und der Grund, warum uns Unrecht getan wird, eher nebensächlich. Kämpfen wir aktiv gegen das Böse, dann tun wir das zur Ehre Gottes und stehen auf seiner Seite. Faule Kompromisse hingegen verunehren Gott.

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Tu etwas für dein Gesicht

Gesicht_Frau

Vergiss nicht, dass dein Gesicht für andere bestimmt ist,
dass andere es anschauen müssen
und dass nichts so widerwärtig ist,
als stundenlang und tagelang ein muffiges, missmutiges
Gesicht zu sehen.

Dein Gesicht ist mehr als eine schöne Fassade,
mehr als ein Aushängeschild, mehr als eine Visitenkarte.

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Thomas Lange, Zorn

Lange_Zorn„Wenn jemand sich im Wort nicht verfehlt, so ist er ein vollkommener Mann.“ (Jakobus 3:2) Wer von uns kann das schon von sich behaupten? Unangebrachter, sündiger Zorn ist ein Problem in unserem Leben und eine Schande für unser christliches Zeugnis. Das vorliegende Buch hilft, ihn als solchen bei sich zu erkennen, seine Ursachen zu erforschen und auf dem biblischen Weg der Heiligung davon frei zu werden.

Dies geschieht zunächst in Abgrenzung vom gerechten Zorn. „Jesus war auch zornig“, hört man oft unter Christen. Das stimmt, doch blieb er dabei ohne Sünde. Der Autor zeichnet im ersten Kapitel den wichtigen Unterschied zwischen dem ungerechten, sündigen Zorn und dem heiligen, gerechten, sogar nötigen und gebotenen Zorn gegen alles, was die Ehre Gottes angreift, ja gegen Satan selbst. Dem Zorn Gottes ist anschließend ein eigenes Kapitel gewidmet.

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