Schlagwort-Archiv: Sterbehilfe

Aktive Sterbehilfe – Ausweg oder Irrweg?

glas

Ein Gesetzesentwurf der Bundesregierung zum Thema Sterbehilfe sorgt derzeit für Aufruhr. Demzufolge würde gewerbliche Sterbehilfe mit bis zu drei Jahren Haft bestraft. Ungeahndet bliebe hingegen die Beihilfe durch Angehörige und Nahestehende. Die Ethiker Stephan Holthaus und Timo Jahnke vom Institut für Ethik & Werte in Gießen plädieren für die Beibehaltung des deutschen Komplett-Verbots der aktiven Sterbehilfe.

Unter aktiver Sterbehilfe versteht man die Tötung eines alten oder kranken Menschen auf Verlangen oder seine Selbsttötung unter Begleitung eines Arztes, der ein Medikament zur Verfügung stellt („ärztlich assistierter Suizid“). Beides ist in Deutschland verboten. Öffentliche Debatten um aktive Sterbehilfe werden aber seit Jahren geführt – meist auf sehr emotionale Weise. Hinter der Forderung nach Freigabe der aktiven Sterbehilfe steht häufig der Wunsch, sein Leben selbständig gestalten zu wollen. Viele Menschen empfinden Fremdbestimmung als Einengung und manchmal gar als Bedrohung. Beim Sterben nicht frei entscheiden zu können und durch Gesetze eingeengt zu werden, erzeugt Unmut. Daher fordert man für das Sterben völlige Entscheidungsfreiheit, seinem Leben mit Hilfe anderer oder alleine ein Ende setzen zu dürfen.
Weiterlesen

Sterbehilfe: Dammbruch in Belgien

Gnadentod

Die vor zehn Jahren in Belgien erfolgte Legalisierung der Sterbehilfe hat einen Dammbruch bewirkt. Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl der Getöteten. Im vergangenen Jahr gab es einen Anstieg von 25 Prozent auf 1432 Fälle. Im Jahr 2003 wurden 236 Fälle gemeldet, 2008 waren es mit 704 Fällen bereits mehr als doppelt so viele. Die Zahl der tatsächlichen Tötungen liegt höher, in der Statistik sind die Fälle nicht enthalten, bei denen eine Überdosis Morphium verabreicht wurde. Enthalten sind nur die streng nach den Gesetzesvorlagen vorgenommenen Tötungen – sofern sie gemeldet wurden. Die belgische Behörde zur Überwachung der Euthanasie (Commission fédérale de contrôle et d’évaluation de l’euthanasie – FCEE) erwägt nunmehr, die Sterbehilfe auch bei Krankheiten wie Alzheimer und bei Kindern zu erlauben.

Weiterlesen

Euthanasie: Barrieren zur Tötung Schwerstkranker fallen

Krankenhaus

Die Barrieren zur Tötung schwerstkranker Menschen mit oder auch ohne ihr Verlangen bröckeln in Europa immer mehr. Wie die Aktion „Lebensrecht für Alle“ (Augsburg) jetzt in ihrem Magazin „Lebensforum“ berichtet, ist im vergangenen Jahr in den Niederlanden erstmals eine Alzheimer-Patientin ohne Einwilligung getötet worden.

Weiterlesen

Carine, 43, lässt sich töten

Totenkopf

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit ereignete sich in Belgien eine Weltpremiere: Ärzte leisteten bei einer 43 Jahre alte Patientin auf deren Wunsch hin aktive Sterbehilfe. Sofort danach entnahmen andere Mediziner ihr die Nieren, die Leber und die Bauchspeicheldrüse. Wie üblich nach einer Tötung auf Verlangen wird auf Carmens Totenschein »natürlicher Tod« vermerkt. Willkommen in der Welt der utilitaristischen Ethik in der Kultur des Todes, mitten im (noch) reichen Europa:

Weiterlesen