Schlagwort-Archiv: Sünde

Der alte Mann und die falsche Toleranz

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Toleranz kann eine Tugend sein. Wenn keine Grundsätze auf dem Spiel stehen, muss man nicht streiten. Toleranz erlaubt eine große Vielfalt in unwichtigen Standpunkten. Für belanglose Nebensächlichkeiten muss man nicht zum Märtyrer werden.

Dem alten Mann ist bekannt, dass Toleranz auch eine Charakterschwäche sein kann, die unentschuldbar ist. Falsche Toleranz schweigt, wenn der Name Gottes gelästert wird. Sie bleibt stumm, wenn Christus entehrt wird. Wenn die Wahrheit auf dem Spiel steht, ist ein feiges, und trügerisches Schweigen verabscheuungswürdig. Man ist zu feige, sich gegen Böses zur Wehr zu setzen. Eine Toleranz, die Betrug und Ungerechtigkeit duldet, ist Sünde.

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Wenn Sünder sich das Ja-Wort geben

Wenn-Suender-sich-das-Ja-Wort-geben„Eine gute Ehe beruht auf der Überzeugung, dass wir Sünder sind.“ (S. 13) Diese Erkenntnis ist Dave Harvey so wichtig, dass er das erste Drittel seines Buchs darin investiert. Nur als Sünder sind wir offen für das Evangelium, und nur im Evangelium finden wir die Lösung für all unsere Eheprobleme. Das Buch ist an Sünder geschrieben – an die Kranken, die den Arzt brauchen.

Richtige bzw. falsche Theologie bestimmt unser Eheleben positiv bzw. negativ. Auf Grundlage gesunder biblischer Lehre und der Kraft des Evangeliums kann die Ehe gelingen und dem Schöpfer die Ehre geben, der die Ehe erfunden hat und dem sie gehört. (Eph 5:32) Der Blick richtet sich also zuerst in den Spiegel, dann nach oben und erst zuletzt auf den Ehepartner.

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Terrorismus und Europas geistiges Vakuum

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Viele Menschen waren fassungslos angesichts der Medienberichte, die nach der ruchlosen Mordserie islamischer Terroristen am 13. November 2015 in Paris veröffentlicht wurden. Nur wenige Menschen haben aber wahrscheinlich die Aussagen der I.S.-Organisation gelesen, die sich zu den Attentaten bekannte, und die ihre Attentate begründete. Dies scheint in den Medien ignoriert zu werden. Das hat wahrscheinlich zum Teil seine Ursache darin, dass man nicht willens ist, an der Verbreitung derartiger Propoganda mitzuhelfen. Ich glaube aber, dass es noch einen anderen Grund gibt. Es ist nämlich einfach unangenehm, den Aussagen der I.S. recht zu geben, deren Beschreibung eines zunehmend dekadenter werdenden Westens den Nagel ziemlich genau auf den Kopf trifft. Lassen Sie mich eines vollkommen klarstellen: Im Folgenden will ich nicht im Geringsten den Eindruck erwecken, dass die Täter dieser Verbrechen ihre Aktionen rechtfertigen können. Und dennoch gibt es eine klare Verbindung zwischen der Säkularisierung Europas und der zunehmenden Gefährdung der Sicherheit ihrer Bürger.

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Anfechtung beim Dienst der Wortverkündigung

Predigt-Notizen

Es gibt keinen Glauben ohne Anfechtung. Nicht anders ist es im Leben des Dienstes für unsern Herrn Jesus Christus, und im besonderen im Dienst der Wortverkündigung. Paulus bekennt beim Abschied von den Ältesten von Ephesus: »Ich habe dem Herrn gedient in aller Demut, ja unter Tränen und Anfechtungen…« Das ereignet sich überall, wo der aufgetragene Dienst zugleich als eine persönliche Glaubensführung verstanden wird. Beim Boten Jesu dürfen der Dienst und das persönliche Glaubensverhältnis zu Gott nicht getrennt voneinander existieren. Wo immer dies doch der Fall ist, wird man sich ein großes Teil der Anfechtung ersparen – aber wohl zum eigenen Schaden.

Die Jünger unseres Herrn Jesus waren Zeugen seiner großen Anfechtungen (Lukas 22, 28). Die galatischen Gemeinden hatten in Paulus einen manchmal wohl verzagten und deprimierten Boten Gottes vor sich (Galater 4, 14). Ähnlich war sein Eindruck in Korinth: »Wenn er selbst anwesend ist, ist er schwach und seine Rede ohne Gewicht« (2. Korinther 10, 10). Ähnlich muss es sich in Ephesus (Apostelgeschichte 20,19) und gewiss auch auf anderen Arbeitsfeldern zugetragen haben. Ferne davon zu behaupten, das Auftreten des Paulus sei ohne mitreißende Gewalt gewesen, wird doch in seinem Dienst da und dort das »irdene Gefäß« sichtbar, bisweilen in tiefen seelischen Erschütterungen. Die Gestalt seines Wortdienstes wies jedenfalls je und je Risse auf, die nach der Meinung der Menschen besser verdeckt geblieben wären. Wäre nicht eine glänzende Außenseite eine bessere Empfehlung für das Evangelium gewesen?

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Wie wird man mit Versuchung fertig?

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Es ist noch kein Unrecht, in Versuchung zu kommen, aber es ist Sünde, der Versuchung nachzugeben. »Du kannst nichts dafür, dass Vögel über deinen Kopf fliegen, aber du kannst verhindern, dass sie in deinem Haar nisten!« Dieses bedeutsame Wort sagt zweierlei über die Versuchung: dass jeder versucht wird, aber dass man der Versuchung widerstehen und sie überwinden kann. Da wir uns in diesem Kapitel hauptsächlich mit der Überwindung der Versuchung beschäftigen wollen, sei zunächst ein Wort über die Tatsache der Versuchung gesagt.

Versuchung ist eine allgemeine Erfahrung. Kein Mensch ist davon ausgenommen. »Sie sind allzumal Sünder« (Römer 5, 25), das schließt ein, dass sie alle versucht worden sind, – und alle werden versucht werden, denn »es ist unmöglich, dass nicht Ärgernisse kommen« (Lukas 17, 1). Niemand hat also die Wahl, ob er versucht werden will oder nicht. Daraus folgt, dass Versuchung keine Sünde sein kann, denn für das Unvermeidliche können wir wirklich nicht verantwortlich gemacht werden. Aber es ist Sünde, der Versuchung nachzugeben. Diese wichtige Unterscheidung müssen wir begreifen. Unser Herr selber war in schweren Versuchungen, nicht nur am Anfang, sondern auch während Seines ganzen Wirkens (Matthäus 16, 23; 22, 18; Lukas 22, 28), aber Er war völlig sündlos.

Wir müssen damit rechnen, dass auch wir versucht werden, und gewarnt sein heißt gerüstet sein, denn eine erkannte Gefahr ist schon halb überwunden. Wir können über die Versuchung Herr werden durch Ihn, »der versucht ist allenthalben gleichwie wir, doch ohne Sünde« (Hebräer 4, 15), »denn worin Er gelitten hat und versucht ist, kann Er helfen denen, die versucht werden« (Hebräer 2, 18). Wie werden wir nun Sieger in der Versuchung?

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Von den Sünden der Frommen

Was die Pharisäer zur Zeit Jesu kennzeichnete, war ihre Sattheit. »Wir haben es, wir sind die Träger der Kirche, der Frömmigkeit, auf uns kann man sich verlassen.« Und das Merkwürdige war: Diese Leute waren wirklich großenteils »fromm«. Sie nahmen es sehr genau, sie waren sehr moralisch, sie ereiferten sich wirklich für Gott.

Um so auffallender ist es, wie leidenschaftlich Jesus sie bekämpft, wie hart er, der Sanftmütige, sie schilt. Weshalb? Er kann allen helfen, nur gerade ihnen nicht. Warum nicht? Weil sie »satt« sind, sie brauchen keinen Erlöser. Sie tun so, als seien sie schon erlöst oder als erlösten sie sich selbst. Er steht ihnen gegenüber wie der Arzt den Gesunden oder denen, die sich einbilden, es zu sein. Pharisäer – das ist beachtlich – wissen nicht, dass sie es sind. Sobald sie es erkannt haben, sind sie es nicht mehr.

Rechtgläubigkeit, bei der der Akzent auf der ersten Silbe des Wortes liegt, ist Sünde. Er muss auf der zweiten Silbe liegen. »Recht gläubig« sollen wir sein, d.h. vertrauend und gehorsam, kindlich und demütig. Neben der Rechtgläubigkeit lauert gleich eine zweite Silbe, die mit ihr verwandt ist: die Rechthaberei. Pharisäer haben Gott gegenüber Recht, und darum brauchen sie nicht mehr die »Rechtfertigung aus dem Glauben«, von der Paulus spricht. Sie brauchen sie nicht, selbst wenn sie sie noch so lebhaft vertreten. Pharisäer haben auch Menschen gegenüber recht. Die größere Liebe ist aber die, die unrecht haben kann.

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Wie konnte Gott das zulassen?

»Der Mensch des Altertums nahte sich Gott (und selbst auch den Göttern) in der Haltung des Angeklagten, der vor seinen Richter tritt. Für der modernen Menschen sind die Rollen vertauscht. Er ist der Richter – Gott sitzt auf der Anklagebank. Gewiss, er ist ein wohlwollender Richter. Falls Gott einen vernünftigen Verteidigungsgrund dafür haben sollte, dass er der Gott ist, der Kriege, Armut und Seuchen zulässt – dann ist der Mensch bereit, ihn anzuhören. Die Verhandlung könnte sogar mit einem Freispruch Gottes enden. Aber das Entscheidende ist: Der Mensch sitzt auf dem Richterstuhl und Gott auf der Anklagebank.«

– C.S. Lewis

Wir begehen nicht nur Sünden, wir sind Sünder

Hieronymus Bosch

Diejenigen, die glauben, dass die Bibel Gottes Wort ist, sagen oft: »Alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes« (Römer 3,23). Das ist eine tiefgründige und überaus wichtige Wahrheit. Aber das ist noch nicht alles. N.P. Williams hat es mit den folgenden Worten ausgedrückt:

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Seelsorge: „Dir sind deine Sünden vergeben.“

Vergebung SündenPsychotherapeutische Aspekte des Vergebungszuspruchs

Vergebung ist das große Thema in der Seelsorge. Jeder Christ braucht einen Seelsorger. Manchmal ist es der Mensch, der bei der Bekehrung den „Hebammendienst“ geleistet hat und mit dem der neue Christ dann verbunden bleibt während seines wachsenden Lebens mit Jesus. Der Seelsorger erklärt ihm den Glauben, ist ihm Vorbild im Leben und im Glauben und beantwortet alle Fragen. Immer wieder bekennt der Christ vor seinem Seelsorger Gott seine Sünden und bekommt die Vergebung zugesprochen. Das sind heilige Stunden, in denen man die eigenen Sünden deutlich sieht und schonungslos beim Namen nennt. Erlöst, befreit und gereinigt geht man von seinem Seelsorger nach Hause. Die göttliche Vergebung hat man handgreiflich erlebt. Manchmal merken das die Lieben, wenn man nach Hause zurückkommt.

Ich bin froh, seit vielen Jahren meine Seelsorgerin zu haben. Wir kennen uns inzwischen sehr gut, sind Freundinnen. Aber immer kann ich sie anrufen oder besuchen, wenn ich eine Not habe. Sie hört meiner Beichte zu und sagt mir im Namen Jesu Vergebung zu. Wohl den Pfarrern und anderen Mitarbeitern in der Gemeinde, die gewohnt sind, Beichten anzuhören und im Namen Gottes Vergebung zuzusprechen.

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“Sagen Sie mir nichts von Jesus!”

HirteEin vornehmer sächsischer Staatsmann wurde einmal ernstlich krank. Da schickte er zum Hofprediger und ließ um seinen Besuch bitten. Als dieser zu ihm kam, redete er ihn folgendermaßen an: “Ich bin sehr krank und fürchte, ich könnte sterben; ich bitte Sie daher, mir etwas Erbauliches zu sagen; eins aber muss ich mir von vorne herein ausbitten: dass Sie mir nichts von Jesus sagen, denn davon will ich nichts hören.”

Der Prediger antwortete ganz ruhig: “Es ist mit lieb, dass Sie mir das gleich gesagt haben, denn das wäre allerdings das erste gewesen, wovon ich zu Ihnen geredet haben würde. Indes gibt es ja sonst noch viel Erbauliches, wovon wir uns unterhalten können. Darf ich von Gott mit Ihnen reden?” Der hohe Patient antwortete: “O, gewiss, davon will ich gerne hören, denn vor Gott hatte ich immer viel Hochachtung von Jugend auf.” Da sprach denn der Prediger von der Liebe Gottes zu den Menschen, was dem Kranken so angenehm war, dass er ihn beim Abschied bat, doch recht bald wiederzukommen.

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Brief an Frau Käßmann – Was ist zentral?

Ostern gibt es nicht ohne Jesus und nicht ohne Auferstehung! Ostern sind Eier, Häschen, Küken, Osterfeuer und Osterwasser nur Beiwerk. Zentral ist unser Glaube daran, dass Gott unser Leben über den Tod hinaus hält. Wie das aussehen wird, das wissen wir nicht. Darüber müssen wir auch nicht spekulieren. Aber wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns bei unserem Namen gerufen hat und dieser Name bei Gott geborgen sein wird, auch nach unserem Tod.

– Margot Käßmann, Ostern nicht ohne Jesus

Liebe Frau Käßmann,

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Wo liegt deine Sünde?

Die Sünde hat nur zwei Orte, wo sie ist. Entweder ist sie bei dir, dass sie dir auf dem Halse liegt, oder sie liegt auf Christus, dem Lamm Gottes. Wenn sie nun dir auf dem Rücken liegt, so bist du verloren; wenn sie aber auf Christus ruhet, so bist du frei und wirst selig. Nun greife zu, welches du willst.

– Martin Luther