Schlagwort-Archiv: Textkritik

Vulgata

hieronymus

Auch im Westen des Römischen Reiches stießen die Missionare auf Sprachgrenzen. In Rom sprachen die Gebildeten seltsamerweise Griechisch, deshalb konnte Paulus den Römerbrief auf griechisch abfassen. Aber in Spanien und Nordafrika war Latein die Umgangssprache. So entstanden schon um das Jahr 150 erste Übersetzungen ins Lateinische. Bald war das Problem nicht mehr das Fehlen einer Übersetzung, sondern zu viele Übersetzungen, die voneinander abwichen und teilweise auch fehlerhaft waren.

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Septuaginta

septuaginta

Die Juden von Alexandria hatten ein Problem. Seit Generationen gab es bereits eine ansehnliche Kolonie von ihnen in der Metropole am Nildelta. Im zweiten Jahrhundert vor Christus lebten sie als geachtete Minderheit unter den Ägyptern. Wie die meisten Bürger der Stadt sprachen sie Griechisch; nur wenige beherrschten noch Hebräisch, die Sprache der Väter. So gingen auch die Lesungen am Sabbat in der Synagoge über ihre Köpfe hinweg. Sollte die Heilige Schrift nicht jegliche Bedeutung für sie verlieren, dann mußte eine Übersetzung her. Eine Anzahl jüdischer Gelehrter stellte sich dieser Aufgabe.

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Biblische Manuskripte – die Chester-Beatty-Papyri

Chester_Beatty_P45Im Jahr 1930 kam es zu einem Fund von biblischen Manuskripten, der in seiner großen Bedeutung nur dem Fund des „Codex Sinaiticus“ zu vergleichen ist. Nördlich vom Memphis, gegenüber Fayum, an der Ostseite des Nils, wurden auf einem koptischen Friedhof bei Aphroditopolis von einigen Arabern verschiedene Krüge gefunden, die antike Papyri in griechischer Sprache enthielten. Sie wurden über Antiquitätenhändler in Kairo zum Verkauf angeboten. Sofort war das Interesse der großen Museen und Institute wach, aber die Händler verlangten derart unverschämte Preise, daß an den Erwerb zunächst nicht zu denken war.

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