Schlagwort-Archiv: Theologie

Biblische Manuskripte – die Chester-Beatty-Papyri

Chester_Beatty_P45Im Jahr 1930 kam es zu einem Fund von biblischen Manuskripten, der in seiner großen Bedeutung nur dem Fund des „Codex Sinaiticus“ zu vergleichen ist. Nördlich vom Memphis, gegenüber Fayum, an der Ostseite des Nils, wurden auf einem koptischen Friedhof bei Aphroditopolis von einigen Arabern verschiedene Krüge gefunden, die antike Papyri in griechischer Sprache enthielten. Sie wurden über Antiquitätenhändler in Kairo zum Verkauf angeboten. Sofort war das Interesse der großen Museen und Institute wach, aber die Händler verlangten derart unverschämte Preise, daß an den Erwerb zunächst nicht zu denken war.

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Charles Hodge, Systematische Theologie

Hodge

In jeder Wissenschaft gibt es zwei Faktoren: Fakten und Ideen; oder, Fakten und den Verstand. Wissenschaft ist mehr als Wissen. Wissen ist die Überzeugung darüber, was aufgrund von adäquaten Beweisen wahr ist. Aber die Fakten der Astronomie, Chemie, oder Geschichte bilden nicht die Wissenschaft solcher Wissensbereiche. Auch die bloße Anordnung von Fakten ist noch keine Wissenschaft. Historische Fakten in chronologischer Reihenfolge sind bloße Jahrbücher. Die Geschichtsphilosophie nimmt an, solche Fakten in ihrem kausalen Zusammenhang zu verstehen.

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Die Lehre vom Heiligen Geist

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Eine kurze Einführung in die biblische Lehre vom Heiligen Geist

1.) Der Heilige Geist ist eine Person

Nach dem biblischen Zeugnis ist der Heilige Geist eine göttliche Person und lebt zusammen mit Gott dem Vater und Gott dem Sohn in unlösbarer Gemeinschaft. Obwohl einige biblische Hinweise die Vorstellung einer unpersönlichen Kraft nahezulegen scheinen (Joh. 20,22: „er blies sie an“; Ag. 1,8 und 1. Kor. 2,4: „Kraft“; Eph. 5,18b: „laßt euch erfüllen“), trägt der Heilige Geist eindeutig personale Wesenszüge. Er lehrt und erinnert (Joh. 14,26), er spricht, er offenbart (Ag. 8,29; 10,15; 13,2; 16,6ff; 1.Kor. 2,10), er liebt (Röm. 15,30), er ist schöpferisch (1.Mose 1,2; Luk. 1,35; Röm. 8,11), er kann betrübt werden (Eph. 4,30).

2.) Der Heilige Geist im Alten Testament

Der Geist Gottes ist als göttliche Person bei der Schöpfung beteiligt (1. Mose 1,26; 2,7; Hiob 33,4). Er wird einzelnen Personen für besondere Aufgaben erteilt (4. Mose 11,25; Ri. 6,34; 1. Sam. 10,9; Micha 3,8). Er kann wieder entzogen werden (1. Sam. 16,14; vgl. Ps. 51,13). Das Volk Israel als Ganzes hatte ihn nicht (vgl. Jes. 63,10). Es gibt im Alten Testament drei Verheißungslinien für den dauerhaften Empfang des Heiligen Geistes:

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Kaiser, Christus allein

Christus_alleinBernhard Kaiser, Leiter des „Instituts für reformatorische Theologie“ (IRT) und Professor für Systematische Theologie an der Selye-János-Universität in Komárno/SLK legt hier eine überarbeitete Neuausgabe einer bereits 1996 erschienenen Schrift vor. Das Buch besteht aus 2 großen Teilen; „Das Heil in Christus“ und „Die Auseinandersetzung“.

Im ersten Teil erörtert Kaiser das in Christus vollbrachte Heil und dessen Zueignung an den Menschen. Er zeigt auf, dass sowohl die Rechtfertigung als auch die Heiligung im Opfertod Christi wurzeln und nur dort zu finden sind. Er stellt in einem Unterkapitel die Frage „Was ist biblischer Glaube?“. Darin arbeitet er die absolute Wichtigkeit des Wortes Gottes heraus. In einem weiteren Abschnitt fragt er „Wiedergeburt durch den Heiligen Geist – was ist das?“ Hier zeigt er auf, dass die Wiedergeburt völlig außerhalb menschlicher Möglichkeiten besteht. Er beschäftigt sich auch mit der Innewohnung Christi und versteht diese nicht wie die meisten Evangelikalen, also dass Christus in uns Wohnung macht, sondern als Rechtskategorie. Der Satz „Jesus lebt in meinem Herzen“, sei eine falsche Vorstellung physischer Innewohnung und läge der Heiligen Schrift völlig fern.

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Der neue fundamentalistische Liberalismus

pfr-hermann-traubÜber den neuen „fundamentalistischen Liberalismus“ hat Pfarrer Hermann Traub am 16. Juni 2012 anlässlich des Jahrestreffens der Mitglieder und Freunde des Gemeindehilfsbundes in Walsrode-Düshorn einen Vortrag gehalten.

Seiner Meinung nach zeigen sich „christliche Fundamentalisten“ in „extremen Gemeindegruppen“ dadurch, dass sie ihr Bibelverständnis über die Bibel stellen und so ihre Festlegungen treffen. Was man früher und heute solchen „frommen“ Fundamentalisten mit Recht vorwirft, geschieht heute durch liberale und bibelkritische Kräfte in gleichem Verhaltensmuster. Das eigene Bibelverständnis wird über das sich selbst auslegende Bibelwort gestellt.

Es hat sich mit dieser Haltung ein Fundamentalismus herausgebildet, der andere Meinungen, Kritik und Ermahnung der glaubenden Gemeinde unbeirrt ignoriert und teilweise mit autoritären Mitteln bekämpft. In folgenden sieben Feldern sieht Pfarrer Traub diesen „neuen“ liberalen Fundamentalismus, hier eine Zusammenfassung:
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Wenig Wis­sen ist eine gefähr­li­che Sache

„Gott­lose Kon­tro­ver­sen ent­ste­hen oft nicht, weil die Strei­ten­den zu viel von Theo­lo­gie ver­ste­hen, son­dern weil sie zu wenig davon ver­ste­hen. Sie schei­tern daran, den Unter­schied nicht aus­ma­chen zu kön­nen zwi­schen gewich­ti­gen Dis­kus­si­ons­punk­ten und weni­ger bedeu­ten­den Punk­ten, die nie­mals dazu die­nen soll­ten, uns zu tren­nen. Wir haben eine andere Maxime: «Wenig Wis­sen ist eine gefähr­li­che Sache.»

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