Schlagwort-Archiv: Tod

Ronsdorf, Und die Toten leben doch

Und-die-Toten-leben-dochSchon der Titel „Und die Toten leben doch“ zeigt, dass das Buch sich als Antwort versteht. Ronsdorf definiert zunächst die Irrlehre, der er begegnet ist. Danach sei der Mensch nach seinem Tod nicht mehr existent – entweder sofort und für immer, oder bis zur Auferstehung. Später geht er auf die Ansicht ein, die Gottlosen werden nach einer gewissen Zeit der Strafe in der Hölle schließlich völlig und für immer „vernichtet“. Solchen Theorien stehen viele Bibelstellen entgegen.

Zu Beginn in Kapitel 1 wird das Thema eingebettet in die (dispensationalistische) Eschatologie des Autors und die Bedeutung des Alten Testaments im Vergleich zum Neuen. Ronsdorf stellt heraus, dass erst die Auferstehung Jesu tiefere Erkenntnis über das Leben nach dem Tod gebracht hat. Relevante Texte aus dem Alten Testament werden in ihrem jeweiligen Kontext betrachtet und dann ins Licht des Neuen Testaments gestellt. Insbesondere das Buch Prediger betrachtet die Welt „unter der Sonne“ und bleibt in seinen Aussagen bei der diesseitigen Perspektive. Ronsdorf schreibt weiter über Herkunft und Wesen des Todes, Schöpfung, Sünde und Erlösung, um schließlich im großen Kapitel 2 (S.37-145) auf die Frage einzugehen: Was kommt nach dem Tod?

Folgende Bibelstellen helfen ihm bei der Suche nach einer Antwort:

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Der Scheol – Grab, Totenreich oder Hölle?

Skeletons

Das Alte Testament lehrt aber nicht nur, dass es nach dem Tod weitergeht, sondern enthüllt auch ansatzweise wie. Im AT kommt 65 Mal das hebräische Wort »Scheol« vor, und die Gelehrten diskutieren noch heute darüber, ob Scheol nun ausschließlich »Grab«, oder auch »Totenreich« oder sogar »Hölle« bedeutet. Das erste Mal kommt das Wort vor, als Jakob über seinen angeblich toten Sohn Josef trauert: »Leidtragend werde ich zu meinem Sohn hinabfahren in den Scheol!« (1. Mose 37,35). Da Jakob jedoch dachte, Josef sei nicht begraben, sondern von einem wilden Tier gefressen worden, konnte er hier wohl kaum ein Familiengrab meinen. Außerdem gibt es im Alten Testament ein anderes Wort für Grab (qeber), das ausschließlich für Begräbnisstätten verwendet wird.

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Der Prozess von Jesus Christus

»Was geht hier vor? Kein gewaltiger Kampf wird geführt; keine erschütternden Antworten werden gegeben; keine geheimnisvolle Größe bricht durch, welche die Gegner bezwänge oder auf ihr Verhalten wirklich Einfluss hätte und wäre es nur so, dass sie aus der Fassung kämen. Der Prozess geht genau den beabsichtigten Gang, erzielt das vorgesehene Ergebnis und Jesus kämpft nicht. Er beweist nicht. Er widerlegt nicht. Er greift nicht an. Er lässt dem Geschehen freien Lauf. Sein Schweigen macht, dass geschieht, was geschehen soll.«

– Romano Guardini

Wer sollte es wagen?

Amerika_Flagge

Vor langen Jahren wanderte ein Mann von England nach Amerika aus. Er war englischer Bürger, wurde dann aber in Amerika eingebürgert. Nach einiger Zeit gefiel es ihm in den Vereinigten Staaten nicht mehr, und er ging nach Kuba. Bald darauf brach dort ein Bürgerkrieg aus, und er wurde von der spanischen Regierung als Spion verhaftet und vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt. Die ganze Untersuchung wurde in spanischer Sprache geführt, die er nicht verstand.

Als man ihm das Urteil übersetzte, wandte er sich zum amerikanischen und englischen Konsulat und legte ihnen die Sache vor, bewies seine Unschuld und verlangte ihren Schutz. Sie untersuchten die Sache und fanden, dass der Mann tatsächlich unschuldig war. Sie gingen zum spanischen General und sagten: »Dieser Mann ist zu Unrecht verurteilt worden, er ist völlig unschuldig.« Aber der General erwiderte: »Er wurde nach unserem Gesetz für schuldig erklärt. Er muss sterben.« Es gab damals noch keine Überseekabel, daher konnten sich die Beamten nicht mit ihren Regierungen in Verbindung setzen.

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Unverständlich

»Sie fürchten die allerleichtesten Dinge, sie sehen sie voraus, sie ahnen sie. Und derselbe Mensch, der so viele Tage und Nächte hinbringt in Wut und Verzweiflung über den Verlust eines Amtes, über irgendeine eingebildete Beleidigung seiner Ehre – er ist der gleiche, der ohne Unruhe und Erregung weiß, dass er durch den Tod alles verlieren wird.«

– Blaise Pascal

Zur Beerdigung: «Der Nächste, bitte!»

Grab_NaechsteWährend einer Beerdigung wurde den Trauergästen ein Handzettel mit folgendem Inhalt gegeben: «Freust du dich über Blumen? – Dein Grab wird voll davon sein.» «Der Nächste, bitte! – Bist du der Nächste?» «Heute Trauergast – morgen Gastgeber?» «Liegst womöglich du bei der nächsten Trauerfeier im Mittelpunkt?»

Makaber, nicht wahr? Rabenschwarzer britischer Humor oder einfach nur geschmacklos? Der eine mag schmunzeln, vielleicht sogar lachen; der andere ist einfach nur entsetzt. Aber gehen wir doch einmal ganz nüchtern an diese ernste Angelegenheit heran.

Anstatt sich «totzulachen» oder uns über diese Pietätlosigkeit aufzuregen, sollten wir uns vielmehr über das Leben, wie auch über den Tod, Gedanken machen. Wir sollten so darauf reagieren, wie es der Schreiber des Römerbriefes getan hat: «Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?» (Röm 7,24).

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Aktive Sterbehilfe – Ausweg oder Irrweg?

glas

Ein Gesetzesentwurf der Bundesregierung zum Thema Sterbehilfe sorgt derzeit für Aufruhr. Demzufolge würde gewerbliche Sterbehilfe mit bis zu drei Jahren Haft bestraft. Ungeahndet bliebe hingegen die Beihilfe durch Angehörige und Nahestehende. Die Ethiker Stephan Holthaus und Timo Jahnke vom Institut für Ethik & Werte in Gießen plädieren für die Beibehaltung des deutschen Komplett-Verbots der aktiven Sterbehilfe.

Unter aktiver Sterbehilfe versteht man die Tötung eines alten oder kranken Menschen auf Verlangen oder seine Selbsttötung unter Begleitung eines Arztes, der ein Medikament zur Verfügung stellt („ärztlich assistierter Suizid“). Beides ist in Deutschland verboten. Öffentliche Debatten um aktive Sterbehilfe werden aber seit Jahren geführt – meist auf sehr emotionale Weise. Hinter der Forderung nach Freigabe der aktiven Sterbehilfe steht häufig der Wunsch, sein Leben selbständig gestalten zu wollen. Viele Menschen empfinden Fremdbestimmung als Einengung und manchmal gar als Bedrohung. Beim Sterben nicht frei entscheiden zu können und durch Gesetze eingeengt zu werden, erzeugt Unmut. Daher fordert man für das Sterben völlige Entscheidungsfreiheit, seinem Leben mit Hilfe anderer oder alleine ein Ende setzen zu dürfen.
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Carine, 43, lässt sich töten

Totenkopf

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit ereignete sich in Belgien eine Weltpremiere: Ärzte leisteten bei einer 43 Jahre alte Patientin auf deren Wunsch hin aktive Sterbehilfe. Sofort danach entnahmen andere Mediziner ihr die Nieren, die Leber und die Bauchspeicheldrüse. Wie üblich nach einer Tötung auf Verlangen wird auf Carmens Totenschein »natürlicher Tod« vermerkt. Willkommen in der Welt der utilitaristischen Ethik in der Kultur des Todes, mitten im (noch) reichen Europa:

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