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Postmoderne: „Jeder hat recht“ ist unlogisch

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Postmodernes Denken prägt die gegenwärtige Politik, Theologie und öffentliche Debatten, meint der Religionsphilosoph Daniel von Wachter: Wahrheit gibt es nicht, alle haben recht, wer Wahrheit beansprucht, gilt als intolerant. Deshalb sorgt er sich um die freie Meinungsäußerung und die Zukunft des Christentums. Im Gespräch mit pro übt er Zeitkritik.

Daniel von Wachter ist 1970 in München geboren und dort aufgewachsen. Zunächst hat er Maschinenbau, dann Theologie, danach Philosophie studiert. Heute ist von Wachter Direktor der Internationalen Akademie für Philosophie im Fürstentum Liechtenstein, einer privaten Hochschule für Philosophie. Seine Forschungsschwerpunkte sind Metaphysik, analytische Religionsphilosophie, Ontologie und Kausalität.

pro: Was kennzeichnet postmodernes Denken?

Daniel von Wachter: Postmodernismus ist nicht eine Analyse des Denkens der Mehrheit der heutigen Menschen, sondern besteht aus bestimmten Behauptungen bestimmter Autoren. Zum Beispiel: Es gibt keine objektive Wahrheit; es gibt keine Wirklichkeit, die von uns unabhängig ist; Vernunft und Wissenschaft sind nur Herrschaftsinstrumente; Texte haben keine zu entdeckende Bedeutung. Interessant ist, dass die vier Hauptautoren dieser Art von Rhetorik – Lyotard, Derrida, Rorty, Foucault – alle einen sozialistischen Hintergrund haben.

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Der Wille zur Macht

Der Antrieb, der zur Wahrsagerei, zum Kartenlegen, zum Handlinienlesen, zur magischen Besprechung führt, ist immer der Wille zur Macht, ist das Wissend-Sein-Wollen wie Gott. Der Mensch erzwingt sich seine Wünsche. Er durchbricht mit Gewalt die ihm von Gott gesetzten Schranken. Er erreicht vielleicht auch sein Ziel, verliert aber darüber das höchste Gut, dessen der Mensch fähig ist, die Gemeinschaft mit Gott.

– Prof. Dr. A. Köberle // Facebook

Ist Liebe größer als Wahrheit?

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Eine der grundlegenden Vorstellungen der modernen Philosophie des ökumenischen Evangelikalismus ist, dass Liebe wichtiger als Lehre ist. Neoevangelikale Leiter sagen uns, dass Lehre trennt, während Liebe vereint.

In dem sogenannten „Kapitel über die Liebe“ in 1.Korinther 13 wird uns gesagt: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.“ Einige Leute argumentieren, dass damit der Fall erledigt sei! Die Liebe ist das Höchste. Aber das gleiche Kapitel sagt uns, dass die Liebe „sich an der Wahrheit freut“. Mit anderen Worten, Glaube, Liebe und Hoffnung sind Tugenden, aber die Wahrheit ist eine ganz andere Kategorie. Wahrheit ist die Grundlage oder der Bezugsrahmen, ohne die keine der Tugenden wirklich existieren kann.

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Google kennt die Wahrheit nicht

Wenn ich Seminare zum Thema Web-Glaubwürdigkeit gebe, sage ich immer: Interpretieren Sie Treffer nicht als Antworten – das sind unterschiedliche Dinge. Google befreit nicht von der Verantwortung zu denken. Das können wir nicht übernehmen. Wir haben bisher keinen Weg gefunden, Nutzern zu sagen, was die Wahrheit ist. Wir können nur urteilen: Das ist eine von Nutzern sehr gut angenommene Quelle.

– Google-Forscher Dan Russell im Interview // Bing

Zweifelhaftes auf dem christlichen Buchmarkt

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Das ist eine Meldung wert: In christlichen Büchern wird gelogen. Die Verantwortung liegt zuerst beim Autor der lügt, dann auch beim Verlag der sie verbreitet, zudem beim Buchhändler der die Verbreitung fördert und zuletzt auch beim Leser, der solche Lügengeschichten vielleicht sogar lesen will und mit seinem Kauf letztlich finanziert.

Bibelkommentare und Lehrbücher kann man exegetisch prüfen. Schwieriger wird es bei Erlebnisberichten und Zeugnisbüchern, die im Zuge der heutigen Erfahrungstheologie große Popularität genießen. Ins Visier kamen nun laut TOPIC (04/2011) „Der Neonazi“ und „Den Tiger zähmen“. Letzteres erzählt die Bekehrungsgeschichte von Tony Anthony. Ob er wirklich Kung-Fu-Meister war bezweifeln diejenigen aus der Szene, die seinen Namen noch nie gehört haben. Auch seine Begegnung mit einem weißen Tiger in Südchina erscheint mysteriös. Einzelheiten in dem Buch werfen Fragen auf, der CLV will weiter recherchieren bevor es zu einer Neuauflage kommen sollte.

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Datenschutz adé

Wir können heute riesige Datenbestände mit dem Budget durchsuchen, das ein Student monatlich zur Verfügung hat. Früher mussten sie dafür Unsummen aufwenden. Und wir haben immer mehr Daten, nicht nur von Unternehmen, sondern auch von staatlicher Seite. Es wäre naiv und verantwortungslos zu sagen, das macht mir keine Sorgen.

– Stephan Noller, Wie vorhersagbar unser Verhalten ist