Schlagwort-Archiv: Zeugnis

Gespräche mit der „oberen Schar“

Wolken-Himmel

Jetzt habe ich, Johannes Busch, eine ganz persönliche und sehr herzliche Einladung. Wir wollen unser Stilles Gespräch hier in meinem Zimmer in Witten halten. Unterbrecht einmal eure Geschäftigkeit. Macht mir die Freude und nehmt euch wirklich einmal Zeit, zu mir in meine Studierstube hereinzukommen. Hier waren schon viele Leute zu stillem Gespräch. Jetzt möchte ich einmal euch alle hier haben.

Es ist sehr gemütlich in diesem Zimmer. Das haben schon viele empfunden, die bei mir zu Gast waren. Aber vielleicht erschreckt ihr, wenn euer Blick über die Wände hin gleitet. Rundum durch das ganze Zimmer läuft eine lange Reihe von Bildern. Wie ein Fries ziehen diese Bilder an den Wänden entlang. Dieser Fries beginnt vorn am Fenster, klettert über den ersten Bücherständer, geht über die Tür hinweg, umrahmt die übrigen Bücher, bis er wieder an der anderen Seite am Fenster ankommt. Erschreckt bitte nicht, es sind 117 Bilder.

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Das Lebensbild von Josua Stegmann

Josua_StegmannDr. Josua Stegmann wurde 1621 zum Professor an die neugegründete lutherische Theologische Hochschule in Rinteln an der Porta Westfalica berufen. Er stammte aus Thüringen und war ein treuer Seelsorger. Er ahnte schon die kommenden Bedrängnisse und Verfolgungen. So bekümmerte ihn in den schrecklichen Wirren des Dreißigjährigen Krieges am meisten, ob die Gläubigen auch unter Druck und Verfolgung im Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes standhart bleiben könnten.

Unermüdlich mahnte er, dass der Glaube nur durch das Gebet gefestigt werden kann. So dichtete er das Gebetslied:

»Ach, bleib mit deiner Gnade bei uns …«

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Domenico Feti – Ecce Homo

Domenico Feti Ecce Homo

Im Jahre 1719 wurde Graf Zinzendorf auf die sogenannte Kavaliersreise geschickt. Sein Vormund, ein alter Generalfeldzeugmeister, hatte es schriftlich so formuliert: »Der Junge braucht Bewegung, dass ihm die frommen (pietistischen) Flausen aus dem Kopf getrieben werden«. Auf der Anreise nach Holland besuchte er in Düsseldorf eine Gemäldegalerie. Ein italienischer Meister, Domenico Feti, hatte ein Bild dort hängen, das ihn besonders fesselte. Es stellt den dornengekrönten Christus, den Gekreuzigten dar.

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Was hat Ihr Unglaube für Sie getan?

Oma-GrossmutterPfarrer Wilhelm Busch berichtet: Als ich noch ein junger Pastor war, geschah bei uns im Ruhrgebiet etwas Seltsames: Da war eine große Versammlung. Ein gelehrter Mann wies zwei Stunden lang nach, dass es gar keinen Gott gibt. Er hatte seine ganze Gelehrsamkeit auf den Tisch gelegt. – Der Saal war voll mit Menschen. Die Luft war getrübt durch Tabaksqualm. An Beifall wurde nicht gespart: »Hurra! Es gibt keinen Gott! Wir können tun und lassen, was wir wollen!«

Als der Redner nach zwei Stunden fertig war, stand der Leiter der Versammlung auf und sagte: »Jetzt ist Diskussion. Wer etwas sagen will, kann sich melden!« Natürlich hatte keiner den Mut dazu. Jeder dachte: »So einem gelehrten Mann kann man jetzt nicht widersprechen!« Sicher waren viele da, die ihm nicht zustimmten. Aber wer hat schon den Mut, nach vorne aufs Podium zu gehen, wenn da tausend Menschen sitzen die tosend Beifall brüllen!

Doch! Eine Stimme meldet sich! Im Hintergrund macht sich eine alte Oma – es gibt auch junge – bemerkbar. Es war so eine richtige ostpreußische Großmutter mit schwarzem Häubchen, von denen es im Ruhrgebiet viele gibt. – Auf ihre Meldung hin fragt der Vorsitzende: »Oma, Sie wollen etwas sagen?« – »Ja«, antwortet die Oma, »ich wollte etwas sagen!« – »Nun, dann müssen Sie aber nach vorne kommen!« – »Ja«, sagt die Oma, »keine Angst, ich komme!« – Eine tapfere Frau! Das ist so um das Jahr 1925 herum geschehen! – Die mutige Oma marschiert also nach vorne aufs Podium, stellt sich ans Rednerpult und fängt an:

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Blaise Pascals Weg zur Glaubensgewissheit

Pascal_Blaise

Am 19. August 1662 starb in Paris BIaise Pascal, der Naturwissenschaftler und entschiedene Christ. Nach seinem Tod machte sein Diener eine merkwürdige Entdeckung. Im Futter des Rockes, den der Gelehrte täglich trug, fand er ein Pergament eingenäht. Darauf standen in unzusammenhängender Folge Sätze, die von Pascals Bekehrung Zeugnis ablegten. In der Tat hatte der berühmte Mathematiker – ähnlich wie Paulus, Augustin oder Luther -eine bewußte innere Umkehr erlebt. Das Dokument dieses Ereignisses, das sogenannte Memorial, trug er stets bei sich.

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Wilhelm Busch – Deutschlands erfolgreichster Prediger

Wilhelm_Busch

„Es kann sein, dass Sie heute abend friedlich ins Bett gehen und morgen früh in der Hölle aufwachen. Ich möchte Sie warnen!“

Verbale Zaunlatten zu schwingen und anderen an den Kopf zu knallen, das liebte Wilhelm Busch, der Essener Pastor und pietistische Evangelist. „Wir leben doch nicht im Mittelalter“, entgegneten darauf seine Kritiker. Derlei Höllen-Rhetorik sei schlicht, eifernd und nichts für moderne Menschen. Um so rätselhafter, dass nicht seine liberalen Kritiker, sondern der strenggläubige Busch mit seiner Predigtsammlung „Jesus unser Schicksal“ zum Auflagenstarksten gehört, was die christliche Literaturszene Deutschlands je hervorgebracht hat. Jüngst erschien die 42. Auflage, mit inzwischen 2,2 Millionen verkauften Exemplaren allein in Deutschland. Durch die 32 fremdsprachigen Ausgaben steigert sich die Gesamtauflage sogar auf geschätzte fünf Millionen. Was also ist das Geheimnis dieser 20 Predigten, die Busch zwischen 1958 und 1966 hielt?

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Dazu braucht Gott keinen Engel schicken

Hufschmied

Zu Beginn des Jahrhunderts lebte im Schwabenland ein Grobschmied mit dem Namen Huschwadel. Der war stark wie ein Bär und hatte große Hände. Wenn er mit leeren Händen durch die Straßen ging, meinte man, er trüge zwei Handkoffer.

Als Geselle begab er sich auf die Wanderschaft und kam in ein kleines Städtchen in Thüringen. Dort suchte er sich Arbeit, und auf dem Weg zur Herberge sah er ein Plakat: »Heute abend um 20 Uhr spricht Herr Professor X aus Berlin im Hinterstübchen des ‚Ochsen‘ zu dem Thema: Warum es Gott nicht geben kann!« Huschwadel denkt bei sich: »Warum es Gott nicht geben kann? Ich habe doch eben mit ihm gesprochen!«

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Mit Jesus im Herzen sind Arbeit und Position egal

Zeugnis_China

Eine Ärztin in China fasste dieses vollkommene Vertrauen auf Gott in folgendem Satz zusammen: „Wenn du Jesus in deinem Herzen hast, dann ist es egal, welche Arbeit du machst oder welche Position du innehast. Das Einzige, was zählt, ist, dass du ihn liebst und ihm treu bist!” Das sagte sie, obwohl sie während der Kulturrevolution massiv wegen ihres Glaubens gelitten hatte.

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C.S. Lewis, Überrascht von Freude

Lewis_Freude„Ich habe dieses Buch … geschrieben, um dem Wunsch nachzukommen, ich möge berichten, wie ich vom Atheismus zum Christentum gekommen bin“, so der erste Satz des Autors in seinem Vorwort. Und noch einmal: „Das Buch soll die Geschichte meiner Bekehrung berichten; es stellt keine Autobiographie im herkömmlichen Sinn dar“, so der Beginn des zweiten Absatzes. Entsprechend wird es vom Verlag angepriesen: „Spannend beschreibt C.S. Lewis seinen Weg vom erklärten Atheisten zum überzeugten Christen. Eine außergewöhnlich tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Christentum und ein sehr ehrliches Buch.“

Dem Otto-Normal-Leser fällt es schwer, im Verlauf des Buches dieser Linie zu folgen. Lewis beschreibt ausführlich seinen Lebensweg in jungen Jahren, aber nur selten mit klarem Bezug zu seiner Bekehrung. Das Buch ähnelt eher einer Autobiographie mit Beschränkung auf die ersten zwei Lebensjahrzehnte als einer christlichen Bekehrungsgeschichte, wie wir sie heute allgemein kennen und erwarten würden. Lewis erzählt so viel von Kindheit und Jugend und spannt damit, in seinen Worten, „das Netz“ so weit aus, wie vor ihm und nach ihm wohl kein Christ je Zeugnis gegeben hat. Nur wer den Autor bereits kennt, wird wenig überrascht und enttäuscht sein.

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Francis Chan, Der unterschätzte Gott

Chan_unterschaetzte_GottBekanntlich kann man in 15 Minuten mehr Wahrheit predigen, als der Zuhörer sein Leben lang befolgen kann. Ganz ähnlich ist das Buch „Der unterschätzte Gott“ von Francis Chan ein kurzer, aber herausfordernder Aufruf zu einem radikalen, geisterfüllten Glauben, dem nicht alle Leser folgen werden und zwar auch dann nicht, wenn das Buch mehr als 125 Seiten hätte.

Der Autor schreibt aus einer Unzufriedenheit über den gegenwärtigen Zustand der christlichen Gemeinden in der westlichen Welt heraus. Grund für die zunehmende Erbärmlichkeit ist die fehlende Leitung des Heiligen Geistes, schreibt Chan. Stattdessen leitet der Christ sich selbst und flüchtet sich in falsche Traditions- und Denkmuster, auch und besonders über den Heiligen Geist. Daher beginnt das Buch mit einem Aufruf, dem Thema offen und angstfrei zu begegnen. Chan bemüht sich dabei sehr, nicht aus einer charismatischen Schublade zu schöpfen, sondern verweist auf die Bibel und überzeugt den Leser exegetisch, mit Zitaten. So manche Festung wird dabei durchbrochen inkl. die der charismatischen Egozentrik.

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Esther Ahn Kim

esther-ahn-kimEsther Ahn Kims Biografie ist eines der kraftvollsten Zeugnisse, die ich jemals gelesen habe. Während des Zweiten Weltkriegs und der japanischen Besatzung Koreas begann Esthers Glaubensreise. Sie lehnte es ab, sich vor den Schreinen zu verneigen, die an jeder Ecke ihres Landes aufgestellt worden waren, und kam schließlich für sechs Jahre hinter Gitter, von 1939 bis 1945.

Da sie wusste, dass sie für ihre Weigerung, sich vor den Götzen zu verbeugen, mit Sicherheit inhaftiert werden würde, verbrachte Esther einige Zeit damit, sich darauf körperlich und geistlich vorzubereiten. Jeden Tag fand und aß sie Essen, das am Verwesen war, weil sie wusste, dass sie im Gefängnis nichts anderes bekommen würde. Die Disziplin, die sie darin an den Tag legte, ist demütigend; wie viele von uns würden sich dafür entscheiden, verrottete Nahrung zu essen?

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Berija und die Bibel

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Ehe am 23. Dezember 1953 Berija, der langjährige Polizeiminister und Gestapochef Russlands, vor die Wand gestellt wurde, verlangte er nach einer Bibel. Diese Meldung des Vatikansenders, die zuverlässig zu sein scheint, erweckt die zwiespältigsten Gedanken. Der große Christenverfolger – und Berija ist einer gewesen – suchte seinen letzten Trost in einem Buch, das er zuvor millionenfach getreten und zerstampft hatte. Er hatte zehntausende Gläubige in die Zwangslager geschickt, er hatte um ihres Glaubens willen Millionen das Kreuz der Verfolgung und Pein aufgeladen, nun suchte er in letzter Stunde selbst die Hilfe des Gekreuzigten. Einer der Mächtigsten dieser Erde – und Berija gehörte zu den Mächtigsten – war bereit, zum letzten Gang das Bußhemd anzuziehen.

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Taylor, Diszipliniert leben – aber wie?

Taylor_DiszipliniertDas vorliegende Buch zeigt dem Leser den „Weg zur Disziplin im Leben christlicher Nachfolge“, wie der Untertitel es beschreibt. Der werbende Kommentar auf dem Cover bezeichnet es als „aufrüttelnden Appell zur Disziplin in einem Zeitalter der mangelnden Selbstverleugnung.“ Beides trifft es ganz gut, ist aber unvollständig. Der Autor lehrt den Leser auf nur 122 Seiten präzise, aber doch fundiert und umfassend über Theorie und Praxis der Disziplin aus christlicher Sicht. Einleitend über die Notwendigkeit von Disziplin (Kapitel 1+2), schützend über mögliche Gefahren (Kapitel 3), abgrenzend in Beziehung zur Heiligkeit (Kapitel 4). Schließlich liefert Kapitel 5 Argumente über auferlegte Disziplin in der Erziehung von Kindern, aber auch von Erwachsenen.

Erst in Teil II des Buches wird Taylor konkreter und ebnet den praktischen Weg im Blick auf so viele Themen wie Fleiß, Ordnung, Gewohnheiten, Prioritäten, Gedanken, Kritik, Beziehungen, körperliche Begierden, Geduld, Verantwortung, Gebet, Selbstverleugnung. Am Ende gibt es Fragen zu den jeweiligen Kapiteln zur weiteren Diskussion bzw. zum Selbststudium. Gewürzt ist das Buch mit zahlreichen interessanten (Lebens-)Beispielen, die den Lesefluss fördern und die Materie auflockern.

Der Gedanken sind zu viele, um sie hier alle ausreichend würdigen zu können. Deshalb hier nur wenige Akzente aus dem Buch, die mir selbst geholfen haben:

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