Taylor, Diszipliniert leben – aber wie?

Taylor_DiszipliniertDas vorliegende Buch zeigt dem Leser den „Weg zur Disziplin im Leben christlicher Nachfolge“, wie der Untertitel es beschreibt. Der werbende Kommentar auf dem Cover bezeichnet es als „aufrüttelnden Appell zur Disziplin in einem Zeitalter der mangelnden Selbstverleugnung.“ Beides trifft es ganz gut, ist aber unvollständig. Der Autor lehrt den Leser auf nur 122 Seiten präzise, aber doch fundiert und umfassend über Theorie und Praxis der Disziplin aus christlicher Sicht. Einleitend über die Notwendigkeit von Disziplin (Kapitel 1+2), schützend über mögliche Gefahren (Kapitel 3), abgrenzend in Beziehung zur Heiligkeit (Kapitel 4). Schließlich liefert Kapitel 5 Argumente über auferlegte Disziplin in der Erziehung von Kindern, aber auch von Erwachsenen.

Erst in Teil II des Buches wird Taylor konkreter und ebnet den praktischen Weg im Blick auf so viele Themen wie Fleiß, Ordnung, Gewohnheiten, Prioritäten, Gedanken, Kritik, Beziehungen, körperliche Begierden, Geduld, Verantwortung, Gebet, Selbstverleugnung. Am Ende gibt es Fragen zu den jeweiligen Kapiteln zur weiteren Diskussion bzw. zum Selbststudium. Gewürzt ist das Buch mit zahlreichen interessanten (Lebens-)Beispielen, die den Lesefluss fördern und die Materie auflockern.

Der Gedanken sind zu viele, um sie hier alle ausreichend würdigen zu können. Deshalb hier nur wenige Akzente aus dem Buch, die mir selbst geholfen haben:

Um etwas im Leben zu erreichen, ist ohne Zweifel Disziplin nötig. Dem Christen gilt aber nicht das Ziel der Selbstverwirklichung, sondern das der Verherrlichung Gottes. Bekanntlich ist Selbstverwirklichung der falsche Weg, einerseits. Andererseits wird ein – diszipliniertes – Leben zur Ehre Gottes viel zu wenig gepredigt. Liegt es daran, dass es heute immer weniger Vorbilder gibt, die es reinen Gewissens predigen können? Oder daran, dass Disziplin oft missverstanden und mit gesetzlicher Strenge oder Askese verwechselt wird?

Der praktische Teil weist mich darauf hin, dass auch meine Gedanken diszipliniert werden müssen. Im weiteren Schritt ist Disziplin die Vorsicht beim Reden, auch Pflichterfüllung im Kleinen wie im Großen, ganz unabhängig von Umständen, Launen und Gefühlen. Aber selbst wenn ich das alles beachte und richtig mache, schafft mir das immer noch kein reines Herz. Zu tief sitzt die Sünde in mir, von der mich allein Gott befreien kann. Heiligkeit ist Fundament, nicht aber Ziel von Disziplin. Nur in dieser Reihenfolge dient Disziplin der Ehre Gottes.

Wieder einmal hat der impact-Verlag ein Buch herausgebracht, dass für den Christen an praktischer Relevanz nur schwer zu übertreffen ist. Ein absolutes Muss, auch für meinen Sohn, und hoffentlich ein bleibender Gewinn nicht nur für uns beide.