Terrorismus und Europas geistiges Vakuum

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Viele Menschen waren fassungslos angesichts der Medienberichte, die nach der ruchlosen Mordserie islamischer Terroristen am 13. November 2015 in Paris veröffentlicht wurden. Nur wenige Menschen haben aber wahrscheinlich die Aussagen der I.S.-Organisation gelesen, die sich zu den Attentaten bekannte, und die ihre Attentate begründete. Dies scheint in den Medien ignoriert zu werden. Das hat wahrscheinlich zum Teil seine Ursache darin, dass man nicht willens ist, an der Verbreitung derartiger Propoganda mitzuhelfen. Ich glaube aber, dass es noch einen anderen Grund gibt. Es ist nämlich einfach unangenehm, den Aussagen der I.S. recht zu geben, deren Beschreibung eines zunehmend dekadenter werdenden Westens den Nagel ziemlich genau auf den Kopf trifft. Lassen Sie mich eines vollkommen klarstellen: Im Folgenden will ich nicht im Geringsten den Eindruck erwecken, dass die Täter dieser Verbrechen ihre Aktionen rechtfertigen können. Und dennoch gibt es eine klare Verbindung zwischen der Säkularisierung Europas und der zunehmenden Gefährdung der Sicherheit ihrer Bürger.

Wenn man das Rechtfertigungsschreiben der ISIS-Organisation für terroristische Aktionen gegen europäische Nationen liest, bleibt kein Zweifel mehr bestehen über ihre Motive und die Ideologie, die sie antreibt. Das Schreiben beginnt mit „Im Namen Allahs…“, und dieser Name wird im ganzen Schreiben immer wieder angeführt. Es wird gesagt, dass Paris als Ziel der Aktionen ausgewählt wurde, da es „die Hauptstadt der Prostitution und des Lasters, und die Leitfigur des Kreuzes in Europa“ sei. Mit anderen Worten, ISIS führt die moralische Dekadenz, die die europäischen Nationen in zunehmendem Maß charakterisiert, auf „Christen“ zurück, weil dies in „christlichen“ Nationen geschehe. Der Ort, an dem man die meisten Todesopfer zu beklagen hatte, das Bataclan Theater, wurde nach Aussage der ISIS ausgewählt, weil sich dort „hunderte von Heiden versammelten, um ein Konzert der Prostitution und des Lasters aufzuführen“.

Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

In unseren Tagen gibt es immer einen Medienrummel, wenn viele Menschenleben zu beklagen sind, wie zum Beispiel im Fall von Naturkatastrophen, Flugzeugabstürzen, Kriegsereignissen oder terroristischen Aktionen, und jeder Aspekt wird mit peinlicher Genauigkeit beleuchtet. Das trifft auch besonders zu auf die Gräueltaten in Paris; und doch wurden die Motive der Täter fast vollständig ignoriert. Eine bemerkenswerte Ausnahme ist ein Artikel von Iben Thranholm. Diese Leitartikelschreiberin und preisgekrönte dänische Journalistin, die früher für die dänische Nachrichtengesellschaft – ähnlich der BBC in England – arbeitete, schlug alle Warnungen in den Wind, und sprach offen ihre Meinung aus.

Beispielsweise berichteten die Medien zwar, dass sich die Musikgruppe, die im Bataclan Theater spielte, „Die Adler des Todesstahls“ nannte („The Eagles of Death Metal“); die Medien verschwiegen aber die Tatsache, dass die Mordserie in genau dem Augenblick stattfand, als die Musikgruppe ihren beliebten Song „Küsse den Teufel“ („Kiss the Devil“) spielte. Dass das Massaker religiöser Extremisten in genau dem Moment stattfand, als die Menschen in das Lied „Ich werde den Teufel lieben, Ich werde sein Lied singen“ einstimmten, ist, um Thranholm zu zitieren „eine teuflische Ironie“. Der Tod so vieler Menschen, viele davon in den besten Jahren, ist absolut tragisch. Wenn man aber einigen politischen Führern und Medienexperten Gehör schenkt, könnte man meinen, dass die ideologische Motivation der „Dschihadisten“ (wie man sie oft nennt) nichts mit ihrem islamischen Glauben zu tun habe. Sie selbst aber sagen, dass es so ist, und die Tatsachen sprechen ebenfalls dafür. Dies zu verleugnen, kann man eigentlich nur noch als extreme politische Korrektheit bezeichnen. Was aber hat das alles mit der Rechtfertigung des christlichen Glaubens zu tun?

Die Wurzel des Problems

Warum ist es ein Tabu, die Verbindung zwischen solchen terroristischen Aktionen und der dahinterstehenden religiösen Ideologie zu erwähnen? Warum vermieden es die Medien, die Aufmerksamkeit auf den satanischen Mumpitz in dem Bataclan Rock-Konzert zu lenken? Der Grund ist: Sie halten verzweifelt an dem Glauben fest, dass der „Krieg gegen den Terror“, den die westlichen Nationen kämpfen, überhaupt nichts mit Religion zu tun hat! Nachdem sie in den letzten Jahrzehnten so hart daran gearbeitet haben, den biblisch-christlichen Glauben in der Öffentlichkeit als unbedeutende Randerscheinung abzustempeln, ist das letzte, was sie wollen, zuzugeben, dass dies nicht möglich war, ohne einen Preis dafür zu bezahlen. Tief in ihrem Herzen dämmert es jedoch zumindest einigen Leuten, dass dies der Fall sein könnte. Hören wir, was der Darwinist und „Apostel des Atheismus“, Richard Dawkins, sagt:

„Soweit ich weiß, gibt es keine Christen, die Gebäude in die Luft sprengen. Ich kenne keinen christlichen Selbstmordattentäter. Und ich kenne keine größere christliche Glaubensrichtung, die glaubt, dass die Strafe für Abfall der Tod ist. Ich habe gemischte Gefühle zum Niedergang des Christentums, und zwar insofern, als dass das Christentum ein Bollwerk gegen etwas noch Schlimmeres sein könnte.“

Ist das Christentum ein Bollwerk – eine starke Verteidigung, ein Schutz – gegen die Gefahren einer Ideologie, die Terrorakte unterstützt? Selbstverständlich ja, und das aus den verschiedensten Gründen, die wir aber in einem kurzem Artikel wie diesem hier nicht erörtern können. Nichtsdestotrotz können aber die folgenden Zusammenhänge als unzweifelhaft wahr erkannt werden, ganz egal, ob jemand die gesellschaftlichen Änderungen als gut oder schlecht bewertet:

  • Die sich weiter unkontrolliert ausbreitende Säkularisierung ging Hand in Hand mit einer „Evolutionisierung“ unserer Gesellschaft.
  • Der unverblümte – ja sogar militante – Atheismus hat zugenommen, sowie eine wachsende Intoleranz gegenüber dem biblischen Bericht über die Schöpfung, den Sündenfall und die Sintflut.
  • Die Gesellschaft hat in zunehmendem Maß eine moralische Gesinnung angenommen, die dem Christentum entgegensteht, wie zum Beispiel im Fall sexueller Keuschheit und homosexuellem Verhalten.
  • Die christliche Ethik, wie die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens, wird ständig weiter ausgehöhlt – dafür zeugt die andauernde Debatte über Abtreibung, embryonische Stammzellen-Forschung und verschiedene Formen von Sterbehilfe.

Man könnte noch viel mehr aufzählen.

Über all diesem steht der zunehmende Trend, die Kirchen nicht mehr zu besuchen; gäbe es nicht so viele Immigranten, die in die Gottesdienste gehen, und die den zahlenmäßigen Abfall wieder kompensieren, so wäre der Trend – zumindest in Großbritannien – noch viel stärker ausgeprägt. Nachdem viele in der Bevölkerung der Bibel und Gott den Rücken zugedreht haben, bleibt eine klaffende Lücke zurück. Ich kann es nicht besser ausdrücken als mit einem Zitat von Thranholm:

„In Europa ist wenig Sensibilität gegenüber Religion und Spiritualität zu spüren – und wenig bis gar keine mehr in der politischen Elite. Das ist die Wurzel des Problems. … Der Niedergang des Christentums im Westen hat ein spirituelles und moralisches Vakuum kolossalen Ausmaßes hinterlassen.“

Sie fährt damit fort, einige sichere Kennzeichen für das Aufgeben des Christentums aufzuzählen, wie zum Beispiel die Entfernung „aller religiösen Symbole aus öffentlichen Bereichen“ von Seiten mehrerer EU-Mitgliedsländer. Dies sind Dinge, mit denen wir alle mehr und mehr vertraut werden. Die „Wurzel des Problems“ ist, wie Thranholm klarstellt, das spirituelle und moralische Vakuum, das sich als Folge der Ablehnung des Christentums einstellte. Was bei dieser absichtlichen Erblindung manch einen zur Verzweiflung bringen kann, ist die Tatsache, dass das Christentum in jeder Gesellschaft die „Kraft zum Guten“ ist, und dass wir ernten, was wir säen, wenn wir seine Wahrheit unterdrücken. Peter Hitchens (der ältere Bruder des prominenten und verstorbenen Atheisten Christopher Hitchens) hat dies erkannt:

„Es gibt nur eine zuverlässige Kraft, die dem Machtanspruch des Starken gegenüber dem Schwachen im Weg steht … Nur eine zuverlässige Kraft hält die Hand des Machtmenschen zurück. Und in einem Zeitalter, in dem man die Macht anbetet, ist die christliche Religion das Haupthindernis geworden für alle diejenigen, die ein mit absoluter Gewalt ausgestattetes irdisches Utopia anstreben.“

All dies sollte für jeden Christen intuitiv klar sein, denn die Bibel lehrt uns „Gerechtigkeit erhöht ein Volk, die Sünde aber ist die Schande der Völker“ (Sprüche 14, 34). Das ist eine Wahrheit, die sich im Lauf der menschlichen Geschichte immer wieder bewahrheitet hat, und die genauso relevant ist für uns heute.

Sägen wir an dem Ast, auf dem wir sitzen?

Wenn sich die Menschen vom Christentum abwenden, und stattdessen an den Altären des Materialismus und säkularen Humanismus „anbeten“ – gottlose Religionen, die keine absoluten moralischen oder ethischen Ansprüche haben – verliert unsere Gesellschaft ihre moralische Stärke. Wenn auch viele Menschen erzürnt darüber sind, so sollten die destruktiven Kräfte der I.S., die sich gegenwärtig gegen die westlichen Demokratien wenden, dennoch bei vielen zu einer ernsthaften Gewissensprüfung führen; die Situation, in der wir uns befinden, schreit geradezu danach, dass wir das tiefe Unbehagen in der westlichen Kultur erkennen. Wir haben die Grundfesten unserer Gesellschaft schon viel zu lange attackiert. Das ist auch von großer Relevanz für eine Organisation wie CMI, die sich für biblische Schöpfung einsetzt. Im Jahr 2014 schrieben wir einen Artikel über eine Zusammenkunft zur europäischen Verfassung, in der die Zusammenkommenden behaupteten:

„Es ist unmöglich Wissenschaft und Glaube miteinander zu vereinen“; dabei stellten sie alle Ideen, die Gott involvieren (und die sie alle als „absurd“ bezeichneten), Evolution gegenüber, von der sie behaupteten, dass sie „die zentrale Theorie zum Verständnis des Lebens auf der Erde und für die Neubewertung der Grundlage unserer Gesellschaften“ sei (Hervorhebung durch den Autor).

Nein, die einzig sichere Grundlage unserer westlichen Gesellschaften ist der biblisch-christliche Glaube. Evolutionistisches Denken hat dabei mitgeholfen, diesen Glauben auszuhöhlen, mit den uns bekannten tragischen Konsequenzen. Diesen Glauben müssen wir wiederherstellen. Wir haben das dringende Bedürfnis, unsere christlichen Wurzeln neu zu entdecken, und zu diesem Zweck sollten alle Christen anhaltend um geistige Wiederbelebung beten.

 

Quelle: Creation.com / pdf-Dokument / Copyright Policy |  Bild: Eagles of Death Metal Concert // (c) Kmeron at Flickr, no changes made (CC BY-NC-ND 2.0)