Theologengeschwätz

Theologengeschwaetz

Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied reißende Wölfe zu euch kommen, die die Herde nicht verschonen werden. Auch aus eurer Mitte werden Männer aufstehen, die Verkehrtes lehren, um die Jünger an sich zu ziehen.

– Apostelgeschichte 20, 29.30

Gesagt ist gesagt! Was alles so geredet wird.

Anmerkung: Welche Motive bewegen einen alten Mann dazu, solche Zitate zusammenzustellen? Könnte man nicht besser biblische und glaubensstärkende Aussagen in den Vordergrund stellen? Das ist richtig und ich habe das an anderer Stelle unter der Überschrift „Das Erbe der Väter“ getan. Leider zeigt die Praxis, dass die Realität in der evangelischen Welt beunruhigend ist. Es handelt sich ja nicht um vereinzelte „durchgeknallte“ Theologen, die Verwirrung stiften und über die Stränge schlagen. Es sind im Gegenteil Führungsgremien und maßgebliche Amtsträger, die sich als Vorreiter beim Kurs „weg von der Heiligen Schrift“ profilieren.

Es sind Leute, die ihre Ansichten vom Christentum nicht irgendwo im Winkel unter vorgehaltener Hand verbreiten, sondern die im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen und in den Medien präsent sind. Es sind Leute, die mit ihren Thesen auf den Büchertischen der christlichen Gemeinden Gehör finden und deren Werke in christlichen Buchhandlungen die Bestsellerlisten anführen. Sie decken das gesamte Spektrum von Schwärmerei, Bibelkritik bis hin zur Blasphemie ab und die wenigsten finden etwas dabei. Der für die letzte Zeit vorausgesagte Sog in Richtung Verführung ist so stark geworden, dass lehrmäßige Unterschiede mit dem Begriff „Frömmigkeitsstile“ verharmlost und unter den Teppich gekehrt werden.

Es bietet sich ein verwirrendes widersprüchliches Bild. Aus der Kirche des Wortes wurde die Kirche der Worte. Das Abrücken von der Autorität der Bibel ist der Vorbote des geistlichen Bankrotts. Jesus Christus ist kein Chamäleon, das sich beliebig den Zeitströmungen anpasst. Die gesammelten Zitate sind eine willkürliche Auswahl und könnten noch beliebig erweitert werden. Sie sind gewissermaßen nur die Spitze des Eisberges.

Man wird mir wahrscheinlich von manchen Seiten Nestbeschmutzung und mangelnde Liebe vorwerfen. Viele der Zitierten, so wird man einwenden, haben doch auch manches Richtige gesagt. Dazu ein Beispiel: Ein Pfarrer bei uns im Ort hat öffentlich bekannt, dass er nicht an die Himmelfahrt Jesu und folgerichtig auch nicht an die Wiederkunft Jesu glaubt. Die Weihnachtsgeschichte in der Bibel hält er lediglich für schöne Poesie. Das hat manche Christen in meinem Umfeld sehr umgetrieben und beunruhigt. Die Lage hat sich dann wieder entspannt, weil derselbe Pfarrer an andere Stelle eine „gute Predigt über den Philipperbrief“ gehalten hat. Wiegt das eine das andere wieder auf? Ist nicht gerade die Vermischung von Lüge und Wahrheit die Verführung, vor der Jesus in seinen Endzeitreden gewarnt hat? Soll man um des (faulen) Friedens willen besser schweigen? Prälat Rolf Scheffbuch hat treffend darauf hingewiesen:

„Die Gesellschaft im Kernland der Reformation hat sich mit vielem abgefunden. Es müsste komisch zugehen, wenn nicht in ein paar Jahren auch als normal und segnungswürdig angesehen würde, dass Bruder und Schwester und dass Vater und Tochter in eheähnlicher Gemeinschaft zusammenleben. Parallel zum moralischen Zerfall wird in der Kirche ein Christentumsverständnis voll weltverändernder Utopien genährt, das ohne lebendigen Christus auskommt und keinen Anhalt an biblischen Grundlinien hat. Wen wundert`s, dass einige resignieren, schwermütig oder gar katholisch werden?“

 

„Die Christenheit hat das Christentum beseitigt, ohne es selbst recht entdeckt zu haben.“

– Sören Kierkegaard

„Die Homosexualität berührt nicht das christliche Bekenntnis. Evangelische Christen müssen sich immer um das Schriftverständnis mühen. Die Bibel enthält sowohl veränderliches Menschenwort als auch unveränderbares Gotteswort. Wir müssen immer wieder neu herausfinden, was Gotteswort ist.“

– Bischof Jochen Bohl, Freie Presse Zwickau, 23.4.2012

„Ich empfinde es als tiefe Bereicherung wenn ich bei einer multireligiösen Feier auch Musik, Texte und Gebete anderer Religionen höre und dabei erfahre, was anderen in ihrem Glauben und Leben wertvoll ist. Die Begegnung mit anderen Glaubenstraditionen macht mich zu einem glücklicheren Menschen.“

– Landesbischof Bedford Strohm, „Glauben bewahren“ Freundesbrief 36 S.3

„Keines der Evangelien geht auf einen Apostel zurück und sechs der sieben Paulusbriefe stammen gar nicht von Paulus selbst, sondern von späteren Schülern.“

– Kim Strübind, idea 18/2008

„Der Islam ist eine großartige Religion. Manche aus meiner christlichen Kirche sind mit mir überzeugt: Der Islam hat viel Segen über die Welt gebracht. Für mich sind alle Religionen gleich großartig und segensreich.“

– Superintendent Burkhard Müller, ARD, „Wort zum Sonntag“ 19. 2. 2006

„Keine Religion kann mehr davon ausgehen, dass sie für sich allein existiert und eine absolute Wahrheit nur für sich beanspruchen kann.“

– Bischof Wolfgang Huber, idea 12/2009

„Die Religionen müssen sich von dem Gedanken verabschieden, die Wahrheit allein zu besitzen. Als gemeinsame Wahrheitssucher können Muslime und Christen gemeinsam handeln.“

– Nikolaus Schneider, EKD-Ratsvorsitzender idea 23/2011

„Meine Zweifel am christlichen Glauben sind während des Theologiestudiums gewachsen. Dort habe ich gelernt, dass die Welt nicht in sieben Tagen und Adam nicht als Erdenkloß erschaffen wurde. Nach dem Studium konnte ich keinen Satz des Glaubensbekenntnisses mehr sprechen.“

– Christian Nürnberger, idea 23/2011

„Ich kann ungefähr dreiviertel des Glaubensbekenntnisses nicht mitsprechen. Das ist für mich eine fundamentalistische Zumutung. Die Jungfrauengeburt Jesu ist eine fromme spätere Legende, zudem ist Jesus Analphabet gewesen. Ich rechne nicht mit der Wiederkunft Jesu zum Jüngsten Gericht. Die Kirche rechnet sicher mit allerlei, aber auf keinen Fall mit der Wiederkunft Jesu.“

– Superintendent Herbert Koch, idea 23/2011

„Die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes ist ein Produkt der menschlichen Vernunft. Da die Welt durch Evolution entstanden ist, muss man das Reden über den Schöpfer und die Schöpfung ändern. Ich glaube nicht an den Allmächtigen.“

– Superintendent Burkhard Müller, idea 23/2011

„Die Ordination homosexueller Theologen ins Pfarrhaus ist nicht mehr umstritten. Aber es gibt auf dem Land vereinzelt noch ganz naive Gemeindeglieder, die das anders sehen.“

– Bischöfin Maria Jepsen, idea 25/1999

„Die Bibel ist von Menschen geschrieben, sie ist ein menschliches Buch, und darum kann sie nicht anders gelesen und verstanden werden und nicht nach anderen Methoden ausgelegt werden als jedes andere Buch.“

– Heinz Zahrnt, idea Doku 12/2003

„Die Bibel verbietet nicht Sex vor der Ehe. Genießt eure Liebe, eure Leidenschaft. Solange ihr alles miteinander in Liebe geschehen lasst, braucht ihr keine Angst zu haben, einen Fehler zu machen oder eine Sünde zu begehen.“

– Pfarrer Helwig Wagner-Nord, „Aufblick und Ausblick“ 1/2011

„Die Antibaby-Pille ist ein Gottesgeschenk. Sie ermöglicht Liebe ohne Angst und verantwortliche Elternschaft.“

– Bischöfin Margot Käßmann, „Aufblick und Ausblick“ 4/2010

„Kern der biblischen Botschaft ist: Gott vergibt uns unsere Schuld, weil er barmherzig und gnädig ist und nicht, weil Jesus am Kreuz gestorben ist. Jesus darf nicht als der große Retter verstanden werden. In manchen Köpfen schwirrt immer noch die Idee herum, dass Gott seinen Sohn sterben lässt, um unsere Sünden zu vergeben. Doch was ist das für ein Gott, der den Tod seines Sohnes nötig hat, um uns vergeben zu können?“

– Anselm Grün, topic 7/2009

„Das Gebot „Du sollst nicht ehebrechen“ hat keinen normativen Charakter mehr. Es hat einst nur zur Sicherung von Sippe und Familie im antiken Judentum gegolten.“

– Pfarrerin Kathrin Jahns, idea 25/1999

„Es gibt in unserem Land keine Rückkehr zu einer christlichen Einheitskultur. Es gibt in Deutschland eine verbreitete Angst vor dem Islam. Auch Christen disqualifizieren islamische Frömmigkeit als Götzendienst und trauen dem Vater Jesu Christi nicht zu, dass er auch Gebete der Menschen anderer Religionen hört.“

– Präses Manfred Kock, idea 2/1999

„Ich lege meine Hände auf die Maschine, in der die Essenz hergestellt wird. Ich spreche das Vaterunser und 1. Korinther 13. Wahrscheinlich ist der Mensch, der diese Essenz kauft, einsam. Wenn er sie dreimal am Tag nimmt und dabei sagt: „Ich liebe, ich glaube, ich will zuversichtlich sein“, ist das wie Meditation, wie Selbsthypnose. Wenn Kamps morgen fragen würde, ob ich seine Brote segne, würde ich das machen. Ich würde über der Hefe beten.“

– Pfarrer Jürgen Fliege, „Bild am Sonntag“ 14. August 2011 S.20

„Gott braucht kein Sühnopfer. Es muss ja nicht sein Zorn durch unschuldiges Leiden besänftigt werden. Pfarrer sind frei, den Kreuzestod Jesu in ihren Predigten unterschiedlich zu deuten, sofern sie sich im Rahmen der Heiligen Schrift bewegen. Wir finden dort verschiedene Interpretationen des Kreuzes und des Zusammenhanges von Kreuz und Auferstehung. Nicht veränderbar allerdings sind die Worte in der Abendmahlsliturgie: „Jesu Blut – für mich vergossen“. An diese Einsetzungsworte ist man auch um der ökumenischen Gemeinschaft willen gebunden.“

– Präses Nikolaus Schneider, idea 14/2009

„Homosexualität ist etwas Normales wie das Linkshänder sein und muss von Christen akzeptiert werden. Zwar gibt es Bibelstellen, die Homosexualität ablehnen, allerdings gilt Gottes Liebe jedem Menschen.“

– Präses Alfred Buß, idea 26/2009 S.35

„Homosexualität ist nicht bibelwidrig. Es hilft nicht, Bibelzitate aneinander zu reihen, wenn es um Sachverhalte geht, die zu biblischer Zeit ganz anders gesehen wurden als heute. Auf die Dauer werden sich alle Landeskirchen für Pfarrer in homosexuellen Partnerschaften öffnen. Das wird nicht aufzuhalten sein. Gut so, sage ich.“

– Präses Manfred Kock, idea 3/2011, S.7

„Die Bibel steckt voller Widersprüche, sie enthält Fälschungen und deutlich über hundert Irrtümer. Von den Jesus-Worten im Neuen Testament sind etwa 15 Prozent echt. Jesus hat kein Wunder vollbracht und die Bergpredigt nicht gehalten. Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist für mich das Murmeln einer antiken Religion. Ich würde es sofort abschaffen.“

– Theologe Gerd Lüdemann, idea 8/1996 S.6

„Wenn Jesus heute leben würde, wäre wahrscheinlich auch sein Verständnis von Sexualität das von heute. Insofern nehme ich an, dass er nicht gegen Homosexualität wäre. Er hat uns das Doppelgebot der Liebe, der Gottes- und der Nächstenliebe gegeben, von daher würde er wohl den Synodenbeschluss nicht ablehnen.“

– Kirchenpräsident Peter Steinacker, idea 1,2/2003 S.20

„Es ist mir doch egal, wovor die Bibel warnt. Sie warnt ja auch davor, dass Frauen sich die Haare abschneiden müssen. Es ist doch nicht entscheidend was in der Bibel steht. Entscheidend ist, was Christus sagt. Sie wissen auch nicht, ob er sich die Haare abgeschnitten hat. Sie wissen auch nicht, welche Krankheit er gehabt hat. Also war er nie krank? An dieser Stelle wissen wir nichts über Jesus. Das heißt doch nicht, dass es das, was wir nicht von ihm wissen, nicht gibt.“

– Pfarrer Jürgen Fliege, idea 49/2002 S.23

„Die Heilige Schrift ist von Gott inspiriert, aber nicht diktiert. Biblische Texte halten es aus, wenn sie kritisch, auch historisch-kritisch betrachtet werden. Getrost können einzelne Aussagen in Frage gestellt werden. Aber wir müssen auch bereit sein, uns selbst zuerst durch die Schriften in Frage stellen zu lassen. Im Umgang mit den Texten merkt man immer wieder, wie schwer bzw. unmöglich es ist, eine eindeutige Trennlinie zu ziehen zwischen Menschenwort und Gotteswort.“

– Präses Nikolaus Schneider, idea 2/2006 S.8

„Gott schaut nicht darauf, ob wir in die Kirche gehen oder regelmäßig beten. Gott interessiert es auch nicht, ob wir Christ, Muslim oder Hindu sind. Wichtig ist nur, wie man mit den Mitmenschen umgeht. Es gibt viele, die sagen, der Islam ist böse und gewalttätig, aber das stimmt nicht. Im Koran steht nicht, töten und stehlen ist gut.“

– Erzbischof Desmond Tutu, idea 24/2007 S.13

„Ich habe mich von dem Gedanken verabschiedet, dass die Bibel von Gott hervorgebracht wurde. Mir wurde klar, dass es sich bei der Bibel um ein Produkt der menschlichen Kultur handelt – um das Produkt zweier antiker Gesellschaften, dem biblischen Israel und der frühen Christenheit. Als solches findet man in der Bibel die Gedankenwelt und Überzeugungen dieser Gesellschaften wieder, indes aber keine Aussagen, die direkt oder indirekt von Gott stammen. Die Bibel ist kein göttliches Produkt mit göttlicher Autorität.“

– Professor Marcus Borg „The God We Never Knew“ 1998 S.25

„Die Einführung der Frauenordination 1975 war keine Anpassung an den Zeitgeist, sondern Ausdruck eines besseren Verständnisses des Evangeliums.“

– Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, idea 22/2012 S.30

„Die Bestimmung, dass die Ehe und Familie Leitbild bleiben sollen, ist zu eng gefasst. Hier wird ein Leitbild von gestern zur Norm erhoben. Dann kann der evangelische Theologe Joachim Gauck, der von seiner Ehefrau Gerhild getrennt mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt zusammenlebt, zwar Bundespräsident sein, aber keine Pfarrstelle bekommen. Dieses Dienstrecht ist ideologisch und verletzend. Wenn es angenommen wird, werden wir die Menschen genauso wenig erreichen wie ein katholischer Priester im Zölibat, weil wir nicht mehr über genügend Lebenserfahrung verfügen.“

– Pastor Bernd Klingbiel-Jahr, Bremen, idea 22/2012 S.33

„Jesus hielt sich selbst nicht für den Sohn Gottes, auch verstand er seinen Tod nicht als Sühnetod für die Sünden der Menschen. Er hat weder die Bergpredigt gehalten noch das Abendmahl eingesetzt noch den Missionsbefehl erteilt. Das leere Grab, die Begegnungen mit dem Auferstandenen und die Himmelfahrt sind Legenden. Was man über den Menschen Jesus weiß, steht dem Glauben im Wege.“

– Prof. Andreas Lindemann, Spiegel 50/1999 S.130

„Dass die Jungfrauengeburt nicht historisch ist, ist feste protestantische Überzeugung. Aber es ist kein Problem, einerseits überzeugt zu sein, dass es keine Jungfrauengeburt gegeben hat und andererseits das Glaubensbekenntnis zu sprechen geboren von der Jungfrau Maria.“

– Prof. Andreas Lindemann, Spiegel 50/1999 S.134

„Die Bibel ist nicht Gottes Wort, aber sie enthält Gottes Wort. Ich warne vor einem naiven Biblizismus, der das Wort Gottes mit den Worten der Bibel gleichsetzt. Vielmehr lässt sich in einem mehrstufigen Verfahren aus theologischen, historischen und soziologischen Einsichten ein ethisches Urteil gewinnen, das beanspruchen kann, an dem aus der Bibel zu uns sprechenden Wort Gottes orientiert zu sein.“

– Landesbischof Ulrich Fischer, Badische Synode April 2012

„Der Kreis derjenigen, die die Bibel Wort für Wort als vom Heiligen Geist inspiriert betrachten, ist in der Allianz nicht allzu groß. Die meisten Evangelikalen befinden sich innerhalb der Landeskirchen. Ihre Positionen haben sich inzwischen denen der Landeskirchen angenähert. Die evangelische Allianz ist eine bunte, breite Bewegung.“

– Jürgen Werth, ERF, idea 41/2007 S.30

„Dass sich Teile der Evangelikalen dafür aussprechen, den biblischen Schöpfungsbericht wörtlich zu verstehen und an eine Sechs-Tage-Schöpfung zu glauben, ist ein Verrennen in falsche Alternativen zwischen Bibel und Naturwissenschaft. Es ist ein Denkfehler, die biblischen Schöpfungsberichte als Weltentstehungsmodelle zu lesen.“

– Kirchenpräsident Hermann Barth, EiNS Dezember 2006 S.20

„Fundamentalisten legen die Heilige Schrift in einer ganz bestimmten Weise aus, indem man sagt, sie sei irrtumslos und unfehlbar. Das ist Wortterror. Wortterror betreibt, wer am Buchstaben klebt, von dem dann solche Sachen kommen wie Sechs-Tage-Schöpfung. Man muss deutlich machen, welcher Unsinn hinter dem Kreationismus steckt.“

– Baptisten-Professor Erich Geldbach in der Fernsehsendung am 7. 10. 2007 in der ARD

„Zwischen dem Gottesbild des Alten Testaments und dem Koran bestehen sehr viele Gemeinsamkeiten. Muslime und Christen haben ein fast identisches Gottesbild. Allah und der alttestamentliche Elohim sind ein und derselbe. Der einzige wesentliche Unterschied besteht nur darin, dass Muslime zu dem gnädigen und barmherzigen Allah im Islam keine persönliche Beziehung aufbauen können.“

– Johannes Reimer, topic Juni 2012 S.3

„Der lebendige Christus ist für mich wichtiger als der ans Kreuz genagelte. Für mich ist der nicht ans Kreuz gegangen. Und er nimmt auch nicht alle meine Sünden. Die will ich behalten. Die Sünden sind die Misthaufen meines Lebens, daraus wächst etwas. Wer über Jesu Blut predigt, wird auch Blut ernten. Was wir brauchen, ist eine Frömmigkeit des dritten Jahrtausends.“

– Pfarrer Jürgen Fliege, topic September 2010, S.1

„Der Kern der biblischen Botschaft ist: Gott vergibt uns die Schuld, weil er Gott ist, weil er barmherzig und gnädig ist. Und nicht, weil Jesus am Kreuz gestorben ist.“

– Pater Anselm Grün, topic September 2010 S.1

„Ich schätze einen friedlichen, ruhigen Gott mit Selbstbeherrschung. Einen Gott, der nicht bei der geringsten Provokation hochgeht. Wenn ich jedoch meine Bibel lese, stoße ich beständig auf einen anderen Gott und es gefällt mir nicht. Dieser Gott sagt, er hasse Sünde. Nun, üblicherweise brüllt er das. Und wenn das Brüllen vorüber ist, kommt das Schmollen. Er ist alles andere als ruhig und gefasst, beruhigend und vernünftig. Er ist so launig, wie Götter sein können. Ich möchte lieber einen Gott, der Sünde leicht nimmt. Warum kann er sich nicht entspannen und anerkennen, dass Irren menschlich ist?“

– Mark Galli, Chefredakteur von „Christenheit heute“, topic September 2010, S.1

„Was der Autor des 119. Psalms bei der Abfassung dieser 176 Verse im Auge gehabt hat, weiß ich nicht. Jedenfalls ist dieser Psalm das inhaltsloseste Produkt, das jemals Papier schwarz gemacht hat. Auch in schriftstellerischer Hinsicht wird es schwer sein, ein Schriftstück nachzuweisen, das es an Ungeschicklichkeit und Gedankenlosigkeit mit diesem Psalm aufnehmen könnte.“

– Professor Bernhard Duhm, Fundamentum 3/2001 S.6

„Wir lehnen eine Bibelsicht ab, derzufolge die Schöpfungszeugnisse den gleichen Stellenwert wie die Jesusbotschaft haben.“

– Christoph Morgner, Präsesbericht 1995 S.29

„Das Neue Testament ist nicht der exklusive Weg zum Heil. Vielmehr kann ein Mensch, der nach seinem Gewissen handelt, auch ohne Religion sein Heil erlangen.“

– Theologieprofessor Hans Küng, idea 25/1999 S.14

„Ich bete hin und wieder den Rosenkranz. Er bereichert mein Gebetsleben. Auch evangelische Christen können Maria um Fürbitte anrufen. Genauso wie wir hier auf Erden Mitchristen um Fürbitte ersuchen, können wir auch die Heiligen im Himmel anrufen.“

– Pfarrer Wolfgang Hering, idea 38/2000 S.10

„Das Wirken des Geistes bezeugt sich durch ein starkes Empfinden der Gegenwart des Heiligen Geistes, sehr oft von Manifestationen begleitet wie Umfallen, anhaltendes Lachen, Schluchzen, Weinen, Heulen, Schütteln wie wenn Stromstöße durch den Körper gehen, ruckartiges Zucken, Zusammenklappen wie ein Taschenmesser, Schreien, Gebrüll, Trunkensein und prophetisches Reden.“

– Pastor Jakob Zopfi, idea Doku 10/95 S.34

„In den ersten Reihen fingen einige Menschen an zu lachen. Die gelacht hatten, wurden still, bis auf mich. Ich konnte einfach nicht aufhören. Und schließlich konnte ich auch nicht mehr stehen. Ich fiel zuerst nach vorne, dann nach hinten, und am Schluss lag ich auf dem Boden, rollte hin und her und hielt mir vor Lachen die Seite. Ich lachte etwa eine dreiviertel Stunde lang. Als ich schließlich aufhörte, kam ein sehr guter Freund von mir, legte mir die Hand auf den Kopf und sagte: „Herr, gib ihm noch mehr davon“ – und ich musste noch einmal eine dreiviertel Stunde lachen! Dann flehte ich ihn an, nicht mehr für mich zu beten, meine Rippen schmerzten schon von all dem Lachen!“

– Murray Robertson idea Doku 1/93 S.7

„Es gibt ein Gebet aus dem Herzen. Versuchen Sie einmal, ohne sinnvolle Worte zu beten. Murmeln Sie vor sich hin, drücken Sie sich mit ihrer Stimme, aber sozusagen ohne Gehirn aus. Spüren Sie, dass nicht Sie beten, sondern es in Ihnen betet.“

– Werner Tiki Küstenmacher, simplify your life, Sonderdruck S.2

„Jesus war offensichtlich nicht in der Lage, sich von den volkstümlichen Vorstellungen von Hölle und Gericht zu lösen. Seine Botschaft ist deshalb auch nur eingeschränkt eine gute Botschaft, ein Evangelium.“

– Dr. theol. Heinz-Werner Kubitza idea 10/13

„Ich habe keine persönliche Gottesvorstellung mehr. Gott ist weder Vater noch Mutter, und sogar dass er ein Schöpfer ist, ist nur eine Metapher.“

– Pfarrer Werner Tiki Küstenmacher, idea 5/13

„Ob Maria eine Jungfrau war oder nicht, ist für meinen Glauben nicht entscheidend. Viel wesentlicher ist für mich, dass Jesus für meine Sünden gekreuzigt wurde und wieder auferstanden ist. Die Bibel überliefert die Jungfrauengeburt sehr unterschiedlich. Zum Beispiel spricht der Apostel Paulus nicht davon. Wenn ihm die Jungfrauengeburt wichtig gewesen wäre, hätte er sie thematisiert. Vernünftige Menschen fragen sich, was in Glaubensfragen mehr oder weniger wichtig ist. Wer alles gleich wichtig nimmt, ist ein Fundamentalist!“

– EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider idea 26/2010 S.23

„Und dies ist es, was Gott heute tut, er ruft um seines Namens willen Menschen aus der Welt. Ob sie nun aus der moslemischen oder der buddhistischen oder der christlichen oder der atheistischen Welt kommen, sie sind Glieder am Leib Christi, weil sie von Gott gerufen worden sind. Sie mögen den Namen Jesus nicht einmal kennen, wissen aber in ihrem Herzen, dass sie etwas, was ihnen fehlt, bedürfen, und sie wenden sich dem einzigen Licht zu, das sie haben, und ich denke, sie sind errettet, und sie werden mit uns im Himmel sein.“

– Billy Graham, zitiert von Martin Erdmann „Der Griff zur Macht“ S.51

„Die im Neuen Testament gesammelten Schriften sind ihrer geschichtlichen Art nach ja Urkunden antiker Religionsgeschichte, in einer toten Sprache und einer uns nicht mehr ohne weiteres verständlichen Begrifflichkeit und Vorstellungswelt geschrieben; sie können darum nur auf dem Wege geschichtlicher Forschung zum Reden gebracht, und es kann nur auf diesem Wege ein Verstehen des vom Verfasser Gemeinten annähernd erreicht werden.“

– Theologe Werner Georg Kümmel, in Eta Linnemann „Original oder Fälschung“ S. 49

„Ich sehe zwischen Evolution und Schöpfung wie sie in der Bibel steht, keinen Unterschied. Die biblische Schöpfungsgeschichte ist eine Erzählung, die den Menschen sagt, dass sie sich vor Gott verantworten müssen. Die biblischen Geschichten sind kein naturwissenschaftliches Programm.“

– Bischöfin Margot Käßmann, idea 25/2008

„Auch bei Gott lässt die Bibel Veränderungen und Entwicklung erkennen. Wir dürfen Gott nicht verstehen nach den Maßgaben der platonischen Philosophie, nach denen er der Unwandelbare war. (…) Der Teufel hat theologisch gesehen, gar keine Funktion. Es existiert keine „Person“, die man Teufel nennen könnte.“

– Kirchenpräsident Peter Steinacker, idea 25/2008

„Der Tod Jesu war nicht notwendig, damit Gott sich mit uns versöhnt und uns vergibt. Die Behauptung einer solchen Notwendigkeit ist eines der größten Missverständnisse der christlichen Geschichte. Versöhnung kann auch aus Liebe und in einem Akt der Zuwendung geschehen.“

– Propst Horst Gorski, idea 23/ 2008

„Die Sonderstellung des Christentums sollte abgeschafft werden. Die Erwählungsvorstellung halte ich für sehr gefährlich. Der ganze Absolutheitsanspruch wirkt lebensfeindlich und nicht lebensdienlich! Der Sühnetod Jesu ist nicht hinnehmbar. Tod und Auferstehung sind schwer vermittelbar.“

– Professor Klaus-Peter Jörns, Zeitjournal 3/2007

„Nach Erkenntnissen der historisch-kritischen Forschung gibt es nur 21 Sätze, die tatsächlich von Jesus stammen. Alles andere kann man auf die Seite legen, unter anderem die theologischen Deutungen des Apostels Paulus.“

– Pfarrer Claus Petersen, idea 12/2000

„Es gibt keinen richtigen Glauben. Wer sagt: „Mein Gott ist wahr und dein Gott ist falsch“ ist nicht besser als Bin Laden und Co. Ich rede Gott nicht mehr mit Herr an, denn ich weiß, dass er das nicht ist.“

– Pfarrer Jürgen Fliege, topic 6/2005

„Wir sind überglücklich. Wir wollten den Segen, weil wir glauben, dass der Mensch nicht allein durchs Leben gehen soll, sondern jemanden braucht, der auf ihn aufpasst. Dass wir als lesbisches Paar in unserem Umfeld weithin anerkannt sind, erfüllt uns mit Dankbarkeit. Dass wir so selbstverständlich zusammenleben können und sowohl in unserer Familie als auch in beruflichen Zusammenhängen als Paar anerkannt sind, ist nicht unser Verdienst. Wir haben das Glück, in diese Zeit in diesem Land zu leben.“

– Pfarrerin Daniela Loster und ihre Lebenspartnerin Angela Börger, idea 28/2012 S. 33

„Wir haben es in der Bibel mit einem religiös bedeutsamen Legenden- und Märchenbuch zu tun. Unter uns Theologen gesagt: Nichts oder fast nichts stimmt in der Realität. In Wirklichkeit war alles natürlich ganz anders. Und doch ist mein Glaube an das in der Bibel Geschriebene unerschütterlich.“

– Prof. Andreas Lindemann, „Bibel und Gemeinde“ 2/2000 S. 106

„Der historisch-kritischen Interpretation der Bibel geht es darum, herauszubekommen: Was ist wirklich Wort Gottes, und was ist sogenannte Gemeindebildung, also erst nach dem Tod Jesu ihm in den Mund gelegt worden. Gerade jeder Pietist sollte doch leidenschaftlich daran interessiert sein, dem auf die Spur zu kommen, was Jesus wirklich gesagt hat.“

– Bischof Klaus Engelhardt, „Bibel und Gemeinde“ ebd. S. 110

„Die Behauptung, dass Gott Mensch geworden ist, ist nicht paradox, sondern sinnlos.“

– Paul Tillich, „ichthys“ Juli 1990 S.17

„Wir können die Auferstehung Jesu nicht mehr im wörtlichen Sinn verstehen, denn historisch gesehen wissen wir nicht das Geringste über das Grab (War es leer? War es überhaupt ein Einzelgrab?) und über das Schicksal des Leichnams Jesu: Ist er verwest? Ich halte diesen Schluss für unumgänglich.“

– Gerd Lüdemann, „ichthys“ Juni 1996 S.2

„Dass die Erzählungen von Genesis 1-12 nicht Geschichte, sondern mythisch sind, ist allgemein anerkannt, doch hindert mich das keineswegs, in ihnen Gottes Wort und Offenbarung zu vernehmen.“

– Prof. Dr. Emil Brunner ebd. S.63

„Einen Adam im Paradies hat es ganz gewiss nicht gegeben; er ist keine geschichtliche Persönlichkeit. Die ersten Menschen sind auch nicht unsterblich gewesen, sondern der Tod gehörte von Anfang an mit in die Schöpfung hinein.“

– Prof. Dr. Emil Brunner, ebd. S.68/69

„In sexualethischen Fragen reicht es nicht, Bibelstellen zu zitieren, sondern wir müssen bei der Bewertung von Homosexualität auch die gesamtgesellschaftliche Einstellung zu diesem Thema einbeziehen.“

– Landesbischof Ulrich Fischer, idea 16/2011, S.35

„Hat Gott über tausende von Jahren hinweg tatsächlich Milliarden von Menschen geschaffen, um nur einige wenige für den Himmel zu erwählen, während alle anderen ewige Höllenqualen leiden müssen? Wäre das eines Gottes würdig? Wo soll man da von einer guten Nachricht sprechen? Einer erschreckenden Mehrheit von Menschen ist erzählt worden, dass es nur einer kleinen Anzahl ausgesuchter Christen vergönnt sei, an jenen friedlich-ruhigen und freudevollen Ort zu gelangen, den man Himmel nennt, während der Rest der Menschheit seine Ewigkeit an einem Ort ewiger Qual und Strafe zubringen muss, ohne jemals auf eine Veränderung dieses Zustands hoffen zu dürfen. Diese Aussage ist jedoch fehlgeleitet und schädlich; sie zersetzt letztlich die ansteckende Botschaft Jesu von Liebe, Frieden, Vergebung und Freude, die unsere Welt so dringend hören muss.“

– Rob Bell „Bibel und Gemeinde“ 2/2011 S.77

„Wie kann meine Schuld durch den Tod eines Schuldlosen gesühnt werden? Welche primitiven Begriffe von Schuld und Gerechtigkeit liegen solcher Vorstellung zugrunde? Welch ein primitiver Gottesbegriff? Soll die Anschauung vom sündentilgenden Tod Christi aus der Opfervorstellung verstanden werden: welch primitive Mythologie, dass ein Mensch gewordenes Gotteswesen durch sein Blut die Sünden der Menschen sühnt!“

– Rudolf Bultmann, „Bekenntnisbewegung“ Westfalen-Lippe Januar/Februar 2011 S.12

„Niemand kommt mehr an uns Evangelikalen vorbei. Wir bemühen uns, die Allianz aus der fundamentalistischen Schmuddelecke herauszuholen. Wir sind Evangelikale, aber keine Fundamentalisten. Wir suchen das Gespräch mit Andersdenkenden und Andersglaubenden. Und wir sind fähig, dieses Gespräch zu führen: klar, freundlich, auf Augenhöhe, leidenschaftlich und vernünftig. Wir müssen weiter machen, Begegnungen wagen. Wir müssen zuhören, erzählen und vielleicht manches Vorurteil zurechtrücken. Wir haben aber auch eine stärkere und positivere Wahrnehmung durch die EKD erfahren. Sind wir als Allianz ökumenefähig? Wir müssen frömmer werden. Gut, dass inzwischen ein ordentlicher Teil der Pfingstler und Charismatiker zu uns gehört. Für Jüngere ist die Allianz weitgehend keine spannende Adresse mehr. Wir müssen weiblicher werden, wir müssen mehr Frauen in die Leitungsgremien berufen. Wir müssen kommunikativer werden. Wenn einer irgendwo hin geht und sagt: “Meine Art zu glauben ist die einzig richtige“, dann hat er in der Evangelischen Allianz nichts zu suchen. Jeder sollte das, was Brüder und Schwestern tun, zunächst einmal stehen lassen. Sollte hinhören, hinschauen, nachfragen. Und nicht öffentlich verächtlich machen, was der eigenen Prägung fremd ist.“

– Jürgen Werth, Allianzmagazin EiNS 4/2011

 

– Theologengeschwätz (gekürzte Fassung), gesammelt von Rolf Müller // Bild: ©pixelio/qay

 

Das apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.

Amen.

Quelle: Webseite der EKD