Träume unter Anleitung der Bibel verstehen

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„Doch auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite, und man wird es nicht gewahr. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn tiefer Schlaf auf die Menschen fällt, im Schlummer auf dem Lager, dann öffnet er das Ohr der Menschen und bestätigt die Warnung für sie, um den Menschen von seinem Tun abzuwenden und den Hochmut vom Mann abzuhauen, um seine Seele zurückzuhalten von der Grube und sein Leben davon, in den Spieß zu rennen.“

– Hiob 33,14-18

Zweck und Ziel von Träumen, die Gott schickt

Sie sollen den Menschen:

  1. von seinem bösen Tun abwenden
  2. vom Hochmut abbringen
  3. ihn aus der Grube retten
  4. ihn vom physischen Tod bewahren

Nach diesen Kategorien lassen sich alle Träume, die in der Bibel erwähnt werden und alle Träume, die von Gott auch heute noch gegeben werden, einteilen. Die Autoren führen für diese vier Arten von Träumen Beispiele aus der Bibel an (Auszug aus einem türkischen evangelistischen Buch für Muslime, Orientdienst).

Träume, die vom bösen Tun abwenden sollen, finden wir z. B. bei Abimelech, der Abrahams Frau Sarah als Ehefrau zu sich nehmen wollte und von Gott durch einen Traum gewarnt wird, Ehebruch zu begehen. Abimelech lenkt widerwillig ein (1.Mo 20). Im Neuen Testament wird Saulus durch die Erscheinung (Wachzustand) von Jesus Christus gewarnt, Christen und Jesus selbst weiter zu verfolgen (Apg 9,1-16), worauf er sich bekehrt.

Gott will Menschen von Hochmut abbringen und dazu dient als Beispiel der Traum des Königs Nebukadnezars (Daniel 4,10-37). Der ungläubige Babylonier Nebukadnezar war als größter König der damaligen Zeit so überheblich geworden, dass er sich selbst als Gott verehren ließ. Daniel erklärte ihm den Traum, den er selbst nicht zu deuten wusste. Weil der König aber auf Gottes Warnung durch den Traum nicht hören wollte, wurde er bestraft und auf die Stufe eines Tieres erniedrigt, bis er Buße tat.

Um von der Grube zurückzuhalten, ist wohl der häufigste Grund, warum Gott Muslimen heutzutage Träume schickt, so die Autoren. Das Wort Grube hat eine tiefere Bedeutung und wird in der Bibel immer als Tod und Reich des Todes verstanden. Später im Buch wird damit auch der ewige Tod in der Hölle verbunden. Diese Träume sind „Richtung weisende Träume“, die zur ewigen Erlösung führen sollen. Als Beispiel dient der Traum des Hauptmanns Kornelius (Apg 10). Ein zweiter Traum, den Petrus träumte, führte beide Personen zusammen. Die guten Werke des Hauptmanns reichten nicht aus für seine persönliche ewige Rettung, er musste mit der Botschaft des Evangeliums durch Petrus konfrontiert werden. Des weiteren wurde Petrus durch eine Vision angewiesen, zu einem Heiden ins Haus zu gehen und seine bisherigen Vorurteile Nichtjuden gegenüber abzulegen.

Der vierte Grund für Träume hat das Ziel, Menschen vom bevorstehenden physischen Tod zu retten. Als Beispiel dient der Traum des Pharao, den Josef mit Gottes Hilfe auslegen kann. Dadurch wird ganz Ägypten, Josefs Familie und viele andere Völker in einer sieben-jährigen Hungersnot gerettet (1.Mo 41,14-43).

Die Autoren zeigen am Beispiel von Josef, dass man Träume von Gott nicht durch Traumbücher auslegen lernt, sondern Gott selbst diese Auslegung schenken muss. Der Stiefvater von Jesus Christus, der Josef im Neuen Testament dagegen wurde durch Träume vor der blutrünstigen Machtgier Herodes des Großen gewarnt (Mt 2,1-23). An diesem Beispiel zeigen die Autoren, dass es außerordentlich wichtig ist, Gott zu gehorchen, so wie Josef es tat, indem er nach Ägypten floh.

Ist jeder Traum von Gott?

Hier stellen die Autoren die Frage, woher man weiß, ob ein Traum von Gott ist oder nicht. Denn die Bibel spricht von erlogenen Träumen, die als Träume von Gott vorgestellt werden (Jer 23,25-32). Deshalb muss man Träume genau prüfen. Kriterien und Tipps dafür lauten:

  1. Erkennen, dass nicht alle Träume von Gott kommen
  2. Wahre Träume von Gott widersprechen nicht der Bibel
  3. Sprechen Sie über ihren Traum mit Christen, die an Jesus glauben
  4. Erkennen Sie, zu welchem Zweck der Traum gegeben wurde
  5. Bemühen Sie sich, Gott gehorchen zu wollen

Träume können natürliche Ursachen haben. Wir verbringen etwa 1/3 unserer Lebenszeit im Schlaf. Mindestens 10% unserer Lebenszeit erleben wir Träume. Diese spiegeln unsere Gedanken und Erlebtes wider und werden nach dem Erwachen gleich wieder vergessen. Auch Ängste, chemische Substanzen und böse Geister können Träume erzeugen. An dieser Stelle warnen die Autoren ausdrücklich, Träume herbeiführen zu wollen oder dadurch Kontakt mit der unsichtbaren Welt zu suchen (5. Mo 18,10-12; 3. Mo 19,31). Träume, die Gott Muslimen schenkt, dienen in der Regel nur zu einem Zweck: sie vor dem Gericht und der Hölle zu retten. Dazu werden sie zu Christen, zur Bibel und zu Jesus Christus geführt. Diese Träume sind klar umrissen und brauchen oftmals keine weitere Auslegung. Da Gott aber in den von ihm geschickten Träumen niemanden zu etwas zwingt, haben viele Muslime schon dieses Rettungsangebot Gottes ausgeschlagen. Das ist traurig. Zuverlässiger als Träume ist aber das Wort Gottes – die Bibel und das Wort Gottes, das selbst Mensch wurde, Jesus Christus in Person. Wer Jesus sieht, sieht den Vater. Die Überraschung ist: Gott hat seine Botschaft nicht als Buch herabgeschickt, sondern in der Gestalt eines Menschen (Joh 1,1-5.14).

Was sagt Jesus Christus, wer er sei?

Er sagt von sich, dass er das Brot des Lebens für Hungrige ist (Joh 6,35), das Licht des Lebens für solche, die sich im Finstern wissen und enttäuscht sind (Joh 8,12), die Auferstehung und das Leben für die, die sich vor dem Tod fürchten müssen (Joh 11,25-26), die Wahrheit für Suchende (Joh 14,6) und Vergebung für die Sünder (Mk 2,1-12), die er vor der ewigen Höllenqual retten kann. Ja, er ist selbst sogar der Richter und Maßstab des kommenden Gerichts (Mt 25,31-32). Jesus hat diese Behauptungen über sich selbst bewiesen durch seine unzähligen Wundertaten, seinen Charakter der Liebe (Joh 3,16-19), durch die er bereit war, bis zum Kreuzestod für uns zu gehen, und durch seine Auferstehung vom Tod. Deshalb geht es darum, an Jesus Christus und seine Taten zu glauben und ihn als Herrn zu bekennen, um gerettet zu werden.

 

– Quelle: Orientdienst.de // Bild: ©pixabay (CC0 1.0)